Review: Arsenal (Film)

Ja herrlich, endlich auch mal wieder über einen so richtig schön mäßigen Film schreiben zu können. Und ganz ehrlich, ich hab es vorher gewusst, aber ich seh Nicolas Cage einfach zu gerne und auch hier ist er einer von wenigen Lichtblicken.

Arsenal

Arsenal, USA 2017, 97 Min.

Arsenal | © Universum Film
© Universum Film

Regisseur:
Steven C. Miller
Autor:
Jason Mosberg

Main-Cast:
Adrian Grenier (JP)
Johnathon Schaech (Mikey)
Nicolas Cage (Eddie King)
John Cusack (Sal)
in weiteren Rollen:
Lydia Hull (Lizzie)
Christopher Coppola (Buddy King)
Megan Leonard (Vicki)
Christopher Rob Bowen (Rob)
Tyler Jon Olson (Gus)
Shea Buckner (Rusty)

Genre:
Action | Krimi | Thriller

Trailer:

 

Inhalt:

Szenenbild aus Arsenal | © Universum Film
© Universum Film

Nachdem ihr Onkel und Ziehvater sich das Leben genommen hat, müssen die Brüder Mikey und JP schnell auf eigenen Beinen zu stehen lernen, wobei sich Mikey unter die Fittiche des Gangsterbosses Eddie King begibt, um seinen jüngeren Bruder versorgen zu können. Als Erwachsener verdingt sich Mikey noch immer als Gelegenheitsarbeiter und Kleinkrimineller, während JP mit einer kleinen Baufirma Karriere zu machen gewusst hat. Mikey, darum bemüht, den Unterhaltsansprüchen seiner Ex nachzukommen und endlich auf eigenen Beinen zu stehen, besorgt sich eine größere Menge Kokain und plant, diese gewinnbringend zu veräußern, wird aber prompt beklaut. Mikey ahnt, dass King hinter der Sache steckt und will diesen zur Rede stellen, woraufhin der ihn festsetzt und JP eine Lösegeldforderung zukommen lässt. In seiner Verzweiflung bittet JP den verdeckten Ermittler Sal um Hilfe…

Rezension:

Manchmal weiß man ja schon im Vorfeld, dass man im Begriff ist, sich ziemlichen Schund anzusehen und da ist es dann schon wieder beinahe beruhigend – zumindest nicht überraschend – auf voller Länge Recht zu behalten, wie etwa jüngst bei Arsenal, denn so sehr ich sowohl Nicolas Cage (Pakt der Rache) als auch John Cusack (Numbers Station) schätze und durchaus bereit wäre, mir beinahe ausnahmslos jeden Film mit einem der beiden anzusehen, sind sie doch mittlerweile eben auch immer öfter Garant für halbgar zusammengeschusterte C-Movies, die sich auf Biegen und Brechen eines bekannten Namens versichern wollen, was auch hier der Fall gewesen sein dürfte. Davon aber einmal abgesehen sucht man Qualitäten oder so etwas wie Alleinstellungsmerkmale in dem von Steven C. Miller inszenierten Streifen relativ vergeblich, wenn man einmal davon absieht, dass er sich doch zumindest um einen visuell ansprechenden Stil bemüht, der ihm aber ebenso selten wirklich gelingt, wie die Dramaturgie zu überzeugen versteht.

Szenenbild aus Arsenal | © Universum Film
© Universum Film

So wird man zu Beginn allzu hastig und fragmentarisch durch die Kindheit und Jugend der beiden Protagonisten und Brüder JP und Mikey gepeitscht, um alsbald in der Gegenwart zu landen, wo die nur zu bekannten Versatzstücke aus Kleinkriminalität, Drogenhandel, Geldproblemen und zerrütteter Familiensituation so etwas wie einen Plot in Gang bringen sollen, der sich weit intelligenter gibt, als er letztlich ist. Die eigentlichen Hauptfiguren wiederum werden dabei verkörpert von Adrian Grenier (Entourage) und Jonathon Schaech, (Vice), die wohl der Bekanntheit ihres Namens nach den Käufermarkt für Arsenal so signifikant eingegrenzt hätten, dass man den sich mittlerweile buchstäblich für jeden Quatsch hergebenden Nicolas Cage zu engagieren beschlossen haben muss und er ist es auch, der mit gnadenlosem Overacting in zumindest mancher Szene wie ein wilder Derwisch durch den Film pflügt, zwar die Qualitäten des Streifens nicht unbedingt nach oben treibt, aber zumindest für ein wenig Unterhaltung sorgt. Der unverkennbare Look seines reichlich desolaten wie psychisch angeknacksten Gangsterbosses tut hierbei sein Übriges und ist beinahe schon einen Blick wert.

Beinahe, wie gesagt, denn davon abgesehen lohnt eine Sichtung von Arsenal wirklich kaum, selbst in Hinblick auf die zu erwartende Action, wenn man sich allein einmal die 18er-Freigabe betrachtet, denn so derb manche Szene inszeniert sein mag, ist da jetzt auch nichts dabei, was den versierten Fan beinharter Action wirklich hinter dem Ofen hervorlockt, zumal die CGI-Blutspritzer sicher schon mal besser ausgehen haben und auf Dauer wohl auch teuer wurden, denn so wirklich viel passiert hier auch in Sachen blutiger Auseinandersetzung nicht. Im Grunde lag hier noch beinahe meine Hoffnung für den Film, denn wenn der wenigstens mit ordentlich Tempo eine zwar sinnentleerte, aber schmissige Prügel-Orgie oder dergleichen zu bieten gewusst hätte, wäre es zumindest noch ein zwar anspruchsloser, aber vielleicht zumindest kurzweiliger Film geworden, der womöglich bei Besuch von ein paar Kumpels im Player landet. Stattdessen wird hier in einer Tour die ach so tiefgehende Verbindung der beiden ach so unterschiedlichen Brüder breitgetreten, während der vermeintlich clevere von den beiden die meiste Zeit reichlich unbedarft und planlos durch den Film stolpert, nur um sich dann natürlich kurz vor Schluss zur beinharten Rampensau zu mausern, nun gut.

Szenenbild aus Arsenal | © Universum Film
© Universum Film

An seine Seite gestellt wäre zuletzt dann an dieser Stelle noch John Cusack zu nennen, der hier wirklich die größte Enttäuschung darstellt, denn abgesehen von der prominenten Nennung auf dem Cover war mir wohl im Vorfeld klar, dass seine Rolle in Arsenal nicht die größte sein würde, doch dass selbige so stereotyp und austauschbar daherkäme, darauf war selbst ich nicht gefasst. Hinzu kommt, dass man sich entschlossen hat, Cusacks Figur Sal beinahe die gesamte Laufzeit im schwarzen Hoodie mit Schirmmütze und Sonnenbrille auftreten zu lassen, was nicht nur den Schauspieler unter dieser "Tarnkleidung" reichlich austauschbar werden lässt, sondern eben auch keinen Platz mehr für jedwede Mimik lässt, so dass Cusack hier zum ab und an ins Bild geworfenen Gimmick verkommt, das man am ehesten noch an den Mundwinkeln und der Stimme erkennt. Davon abgesehen bekommt er hier nämlich so ziemlich nichts zu tun, so dass es dem Film tatsächlich besser zu Gesicht gestanden hätte, wäre auf Cusack verzichtet worden, um dadurch die Leinwandzeit des überspannt-abgedrehten Cage in die Höhe zu treiben, aber gerettet hätte das nun auch nicht mehr wirklich viel in einem Film, der einzig bekannte Versatzstücke aneinanderreiht und glaubt, mit ein paar brutalen Szenen-Einschüben schon irgendwie die Gunst des Publikums gewinnen zu können.

Fazit & Wertung:

Steven C. Miller bietet mit Arsenal das Paradebeispiel eines reißerisch aufgemachten Action-Streifens, der aber nicht nur dramaturgisch an so ziemlich jeder Stelle krankt und einzig durch die in dem Fall zwei bekannten Namen auf dem Cover getragen wird, denen es aber selbstredend auch nicht gelingt, das zumindest stilistisch manchmal erfrischende Machwerk wenigstens noch auf Durchschnittsniveau zu hieven, denn dafür sind der ganze Plot zu wild zusammengeschustert, die Action zu selten, die Auflösung zu profan, die Figuren zu oberflächlich geraten. Bleiben am Schluss ein paar wenige Schauwerte und ein übersteuerter Nicolas Cage.

3,5 von 10 draufgängerischen Handlungen

Arsenal

  • Draufgängerische Handlungen - 3.5/10
    3.5/10

Fazit & Wertung:

Steven C. Miller bietet mit Arsenal das Paradebeispiel eines reißerisch aufgemachten Action-Streifens, der aber nicht nur dramaturgisch an so ziemlich jeder Stelle krankt und einzig durch die in dem Fall zwei bekannten Namen auf dem Cover getragen wird, denen es aber selbstredend auch nicht gelingt, das zumindest stilistisch manchmal erfrischende Machwerk wenigstens noch auf Durchschnittsniveau zu hieven, denn dafür sind der ganze Plot zu wild zusammengeschustert, die Action zu selten, die Auflösung zu profan, die Figuren zu oberflächlich geraten. Bleiben am Schluss ein paar wenige Schauwerte und ein übersteuerter Nicolas Cage.

3.5/10
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