Review: Crossed 2: Familienbande (Graphic Novel)

Heute beglücke ich euch nach längerer Zeit mal wieder mit einer Graphic Novel. Lang genug ist es schließlich her und es wurde höchste Zeit, euch diese zu präsentieren, zumal hier schon wieder einiges an Nachschub auf mich lauert. Das nächste Mal wenn ich mich auf diesem Gebiet umtue gibt es – so viel kann ich schon jetzt verraten – mal wieder ein regelrechtes Schmankerl, was natürlich die Qualität des nun folgenden Bandes in keiner Weise in Abrede stellen soll. Viel Spaß bei der Lektüre und bis zum nächsten Mal an dieser Stelle 😉

Crossed 2
Familienbande

Crossed Vol 2: Family Values, USA 2012, 180 Seiten

Crossed 2: Familienbande
© Panini

Autor:
David Lapham
Zeichner:
Javier Barreno

Verlag (D):
Panini Verlag
ISBN:
978-3-862-01460-6

Genre:
Endzeit | Horror | Thriller | Drama

 

Inhalt:

In North Carolina lebt die kinderreiche Familie Pratt auf einer großangelegten Pferderanch. Für Unbedarfte mögen sie wie eine Musterfamilie wirken und scheinen gottesfürchtig und fleißig zu sein, doch hinter geschlossenen Türen vergeht sich das Oberhaupt der Familie an seinen zahlreichen Töchtern und ringt mit Gewalt jedes Aufbegehren nieder, so dass alle aus der Familie wegsehen. Einzig seine älteste Tochter Adaline versucht sich zur Wehr zu setzen, doch zu just jenem Zeitpunkt wird die Farm plötzlich von einer Horde enthemmter und gewaltbereiter Infizierter geradezu überrollt und den verbleibenden Familienmitgliedern bleibt nur die Flucht. In Montana lassen sie sich inmitten der Wildnis nieder und gründen die Ortschaft New Paradise.

Während die latente Bedrohung durch die Infizierten mehr und mehr in Vergessenheit gerät, beginnt alsbald Adalines Vater, sich als Messias und gottgesandter Retter zu inszenieren und sich öffentlich an den weiblichen Mitgliedern der Gemeinde zu vergreifen, um den Fortbestand der menschlichen Rasse zu sichern. Adaline bleibt keine Wahl, als erneut gegen den Vater ins Feld zu ziehen, doch ahnt sie nicht, welch schreckliche Konsequenzen dies für ihre Mutter und den Rest der Familie haben wird. Erneut sind die Pratts auf der Flucht, nicht fähig, sich von den alten Familienbanden zu lösen.

Rezension:

Wie ja schon in meiner Besprechung zum ersten Band Crossed 1 erwähnt und aus der Inhaltszusammenfassung ersichtlich, folgen wir diesmal einer gänzlich neuen Gruppe Überlebender mit einem gänzlich neuem, erzählerischen Ansatz, der freilich auch dem Umstand geschuldet sein mag, dass Schöpfer Garth Ennis seine Geschichte mit den ersten zehn Bänden erzählt hatte und auf Drängen von Avatar Press sein Zepter an David Lapham weiterreichte, von dem uns nun die siebenteilige Geschichte Crossed 2: Familienbande vorliegt, die ihrerseits ebenfalls in sich abgeschlossen ist. Lapham findet sich dabei erfreulich gut zurecht im Universum von Crossed und abgesehen von kleineren Korrekturen, wie etwa dem Umstand, dass die Infizierten sich nun häufiger vergleichsweise sinnvoll artikulieren und gefühlt noch sadistischeren Exzessen frönen, hat sich nicht viel geändert.

Auch Zeichner Javier Barreno, der hier sein Debüt gibt, macht seine Sache gut und orientiert sich merklich an seinem Vorgänger Burrows, auch wenn ihm hie und da noch ein wenig Feinschliff fehlt, wirkt die Fortsetzung sehr homogen und insbesondere große Panoramen, die meist geprägt sind von blutgetränkten Abscheulichkeiten wissen in ihrer detailverliebten Ausgestaltung zu gefallen. Ansonsten wird hier mehr noch als im Vorgänger verstümmelt und gefoltert und auch wenn Zartbesaitete sicherlich schon aufgrund des Covers nie auf die Idee kämen, Crossed 2: Familienbande eines näheren Blickes zu würdigen, sei ihnen an dieser Stelle noch einmal ausdrücklich davon abzuraten, weil die Darstellungen doch meistenteils äußerst drastisch und explizit daherkommen.

Geschichtlich ist Crossed 2: Familienbande ein zweischneidiges Schwert, denn der Ansatz, hier eine Familie in den Mittelpunkt zu stellen, die von innen heraus im Grunde denselben Bedrohungen ausgesetzt ist wie durch den äußeren Einfluss der Infizierten und zunächst den fanatisch-religiösen, bigotten Vater und später die Mutter als große Antagonisten der Geschichte zu etablieren, ist dem Duo Lapham und Barreno ausnehmend gut gelungen, allerdings präsentiert sich die Story im direkten Vergleich zum ersten Teil auch deutlich schnörkelloser, geradliniger und vorhersehbarer. Abgesehen von einigen bitterbösen Überraschungen erahnt man nämlich leider den Fortgang der Geschichte, der sich an gängigen Versatzstücken des Horror- und insbesondere Zombie-Genres orientiert.

Nichtsdestotrotz ist Crossed 2: Familienbande in seiner Gänze gelungen und überzeugend, verfügt ebenso wie der erste Band über einen gewissen Subtext, der sich diesmal statt auf Moral und Ethik im Allgemeinen auf die Scheinheiligkeit der Institution Familie stürzt und die Erlebnisse der Pratts in einen sinnvollen und erschreckenden Kontext setzt. Auch wenn so manches Klischee bedient wird, bittet der Band dennoch einen originären Ansatz und besticht durch Härte und Kompromisslosigkeit.

Fazit & Wertung:

Crossed 2: Familienbande ist eine würdige Fortsetzung in der von Garth Ennis ersonnenen Welt der Brutalität und Perversion und bietet beste Unterhaltung der härtesten Gangart, wenn die Geschichte auch nicht ganz die beinahe epische Breite und den vorherrschenden Fatalismus des Vorgängers erreicht.

7,5 von 10 mit dem Kreuz gezeichneten Infizierten

Crossed 2: Familienbande

  • Mit dem Kreuz gezeichnete Infizierte - 7.5/10
    7.5/10

Fazit & Wertung:

Crossed 2: Familienbande ist eine würdige Fortsetzung in der von Garth Ennis ersonnenen Welt der Brutalität und Perversion und bietet beste Unterhaltung der härtesten Gangart, wenn die Geschichte auch nicht ganz die beinahe epische Breite und den vorherrschenden Fatalismus des Vorgängers erreicht.

7.5/10
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Meinungen aus der Blogosphäre:
Tofu Nerdpunk: 7,5/10 Punkte

Crossed 2: Familienbande ist am 20.11.12 im Panini Verlag erschienen. Hat der Artikel euer Interesse geweckt, dann bestellt doch über den nachfolgenden Link und unterstützt damit das Medienjournal!

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