Review: Star Wars: Prinzessin Leia (Graphic Novel)

Das Star Wars Universum

Das Star Wars Universum

Diese Graphic Novel ist Teil des Star Wars Universum. Folge dem Link, um mehr darüber zu erfahren und weitere Artikel zum Thema zu entdecken.

 

Heute habe ich – außerplanmäßig – ein ganz besonderes Schmankerl für euch, denn nachdem Ende August bei Panini bereits die neue Heftreihe zu Star Wars gestartet hat, die nun dem neuen Kanon angehört, erscheint exakt am morgigen Tage auch der erste Star Wars-Sonderband im neuen Universum, anlässlich dessen man auch die zunehmend unsinniger gewordene Nummerierung der Sonderbände (die ich an dieser Stelle schon stets ignoriert hatte) aufgegeben hat. Last but not least ist deshalb auch heute meine Übersichtsseite zum Star Wars-Universum online gegangen (siehe Banner oben), um gleich von Anfang an die richtigen Rahmenbedingungen für künftige Reviews und Besprechungen abzustecken. Aber was reden wir lange um den heißen Brei, widmen wir uns nun lieber dem neuen Band!

Star Wars
Prinzessin Leia

Star Wars: Princess Leia #1-5, USA 2015, 120 Seiten

Star Wars: Prinzessin Leia | © Panini
© Panini

Autor:
Mark Waid
Zeichner:
Terry Dodson

Verlag (D):
Panini Verlag
ISBN:
978-3-957-98235-3

Genre:
Abenteuer | Science-Fiction | Action

 

Inhalt:

Der Todesstern ist zerstört und das Imperium hat eine entscheidende Niederlage erlitten, doch schon kurz nach der Siegesfeier zu Ehren der Verdienste von Luke Skywalker und seinen Gefährten muss sich die Rebellenallianz nach einem neuen Quartier umsehen, nun, nachdem der Standort auf Yavin 4 den imperialen Streitkräften offenbart worden ist. Nachdem das Imperium ein Kopfgeld auf Leia Organa ausgesetzt hat, verurteilt sie Jan Dodonna zur Tatlosigkeit und rät ihr, um die Gefallenen von Alderaan zu trauern, zumal sie unter den Rebellen längst den Ruf einer Eisprinzessin hat, doch Leia fasst einen anderen Entschluss und plant, die in der Galaxis versprengten Reste der alderaanischen Bevölkerung zu finden und zu einen, verlässt zu diesem Zweck gemeinsam mit der Pilotin Evaan und R2 die Rebellenbasis und begibt sich zunächst nach Naboo.

Ausschnitt aus Star Wars: Prinzessin Leia | © Panini
© Panini

Doch der Aufenthaltsort der Prinzessin und früheren Senatorin bleibt nicht lange geheim und das Imperium heftet sich alsbald schon an ihre Fersen, während Leia schon alle Hände voll damit zu tun hat, das Vertrauen der überlebenden Alderaaner und speziell Evaan zu gewinnen, die bisher kaum mehr in ihr sehen als eine abenteuerlustige Prinzessin ohne Gefühle. Doch Leia war schon immer eine Frau der Tat und ist bereit und willens, sich den Respekt der letzten Alderaaner zu verdienen, um das Andenken an ihre einst glorreiche Zivilisation am Leben zu erhalten.

Rezension:

Das ist er also, der erste Star Wars-Band des neuen, offiziellen Kanon, der alle bisher erschienenen Geschichten in den Legends-Status gedrängt hat. Ich will nicht behaupten, dass die Erwartungen überbordend hoch waren, doch war ich schon geraume Zeit gespannt, wie sich der Start des neuen Universums ausnehmen würde, zumal mir einige der letzten Bände doch nur mäßig zu gefallen wussten. Wie schon der Inhaltsangabe zu entnehmen, setzt nun die Story von Prinzessin Leia direkt nach der Siegesfeier auf Yavin 4 zur Zerstörung des ersten Todessterns in Episode IV ein und adaptiert gleich auf den ersten Seiten die ikonografischen Endszenen des Films in Comic-Form, was natürlich sofort einen extrem hohen Wiedererkennungswert generiert und direkt in die Geschichte tauchen lässt. Das ist einerseits sehr gelungen, andererseits auch nötig, weil sich sicherlich nicht jeder auf Anhieb mit den Zeichnungen von Rachel und Terry Dodson wird anfreunden können, doch dienen da Figuren wie R2-D2, C-3PO, aber vor allem natürlich auch Luke, Han und Chewie als Identifikations-Fixpunkt, an denen auch deutlich wird, welche Mühe sich die Dodsons gegeben haben, in ihrem Stil der Vorlage gerecht zu werden.

Ausschnitt aus Star Wars: Prinzessin Leia | © Panini
© Panini

Ausgehend von der Siegesfeier also, während der Prinzessin Leia hinter vorgehaltener Hand von den Rekruten und Piloten als Eisprinzessin bezeichnet wird, gesellen sich auch gleich weitere illustre Gestalten wie Jan Dodonna aber auch Admiral Ackbar zum Ensemble, was mir speziell im Falle Ackbars ausnehmend gut gefallen hat, da man ihn im filmischen Pendant erst weitaus später zu Gesicht bekommt und es ist schön zu sehen, dass er bereits auf Yavin 4 zugegen war und aktiv im Kampf gegen das Imperium mitgewirkt hat. Überhaupt hat sich Autor Mark Waid es nicht nehmen lassen, gemeinsam mit den Dodsons zahlreiche Querverweise und Anknüpfungspunkte auf die vorangegangene Trilogie sowie die noch nachfolgenden Filme in der Geschichte von Prinzessin Leia unterzubringen, was natürlich die Geschichten einerseits noch enger miteinander verzahnen soll, andererseits aber auch kaum verwunderlich ist, steht ihm hinsichtlich des neuen Kanon schließlich auch kaum alternatives Material zum Referenzieren zur Verfügung. Diese Bezüge muten zwar manchmal wie mit der Holzhammer-Methode dargebracht an, etwa wenn Leia Naboo besucht und dort an einem Bildnis von Padmé Amidala vorbeikommt, von der sie kurz meint, sie sähe mit traurigem Blick in ihre Richtung, doch verbuche ich das dennoch unter gut gemeintem Fan-Service und fand es grundsätzlich durchaus ansprechend, bekannte Elemente wiederzuerkennen, vielleicht auch gerade deshalb, weil die mir bisher bekannten Legends-Bände überwiegend in ferner Vergangenheit oder Zukunft gespielt haben und die Rückbezüge auf die originäre(n) Film-Trilogie(n) kaum bis gar nicht vorhanden gewesen sind.

Das alles sind aber natürlich nur die Eindrücke von jemandem, der es nie wirklich geschafft hat, sich in das in alle Richtungen wuchernde Expanded Universe einzufinden und der abgesehen von einer Handvoll Comic-Bände und (vor Jahren) der Thrawn-Trilogie von Timothy Zahn kaum Berührungspunkte zu dem Thema hatte, obwohl ich mich dennoch als eingefleischten und flammenden Star Wars-Fanboy bezeichnen würde. Doch zurück zu Prinzessin Leia: Die Geschichte selbst lässt jetzt das Universum sicher nicht in seinen Grundfesten erbeben und ist für ein umfassendes Verständnis mitnichten vonnöten, doch dafür ungemein persönlich motiviert und charakter-fokussiert, was mir in Anbetracht dessen, dass Leia oft eben doch nur die zweite Geige hat spielen dürfen äußerst gut gefallen hat, zumal Waid weitestgehend einen glaubwürdigen Ton für die Prinzessin von Alderaan trifft. Und um Alderaan geht es, denn Leia beschließt, die versprengten Überlebenden vor dem Zugriff des Imperiums zu beschützen und unter einer Flagge zu vereinen, wozu sie sich der Hilfe von Evaan versichert, ebenfalls einer Alderaanerin, die der Prinzessin aus Eis zunächst mit Argwohn begegnet, doch im Verlauf ihrer Reise die Stärken der mutigen Rebellin erkennt. Klar ist das alles andere als neu und der Ausgang der Geschichte vorhersehbar, doch inszenieren Waid und die Dodsons den Plot so stimmig, dass dennoch keine Langeweile aufzukommen droht und ich mit der fünfteiligen Miniserie, die sich in diesem Band versammelt sieht, doch durchaus rundherum zufrieden war, zumal mir gerade der anfangs so befremdlich wirkende Zeichenstil immer mehr zuzusagen wusste.

Ausschnitt aus Star Wars: Prinzessin Leia | © Panini
© Panini

Vor allem aber ist die Geschichte trotz zahlloser Wendungen und actionreicher Passagen nicht annähernd so kampflastig wie viele der jüngeren Star Wars-Bände, was dazu führt, dass mir die Geschichte von Prinzessin Leia weitaus vielschichtiger vorkam als zahlreiche andere Bände, die Seite um Seite mit nichtssagenden Kampfhandlungen zu füllen wussten und dabei oft die eigentliche Geschichte nicht unbedingt aus den Augen verloren, aber doch schmählich vernachlässigt haben. Hier stattdessen geht es um Völkeridentitäten, Rassen-Diskriminierungen, Leias Erbe und ihren Platz innerhalb der Rebellen-Allianz, um Loyalität, Mut und Selbstaufgabe, klassische Themen also, die in diesem Band formvollendet zusammengeführt werden und eine richtig schöne, in sich geschlossene Geschichte erzählen, den Star Wars-Kosmos zwar nur behutsam, dafür aber überaus gekonnt und stimmig erweitert.

Fazit & Wertung:

Mit Star Wars: Prinzessin Leia legt der neue, offizielle Kanon des Franchise als Comic-Sonderband einen überzeugenden Neustart hin und punktet mit einer spannenden Story, die eng mit den Geschehnissen der Film-Trilogien verknüpft ist und trotzdem Leias Charakter und Beweggründe behutsam ausbaut. Der Zeichenstil von Dodson mag zunächst gewöhnungsbedürftig sein, offenbart aber schnell einen ihm eigenen Charme und macht so den Band zu einem rundherum überzeugenden Erlebnis, zumal man sich über ein Wiedersehen mit vielen bekannten Figuren und auch Orte freuen darf.

8,5 von 10 versprengten Überlebenden von Alderaan

Star Wars: Prinzessin Leia

  • Versprengte Überlebende von Alderaan - 8.5/10
    8.5/10

Fazit & Wertung:

Mit Star Wars: Prinzessin Leia legt der neue, offizielle Kanon des Franchise als Comic-Sonderband einen überzeugenden Neustart hin und punktet mit einer spannenden Story, die eng mit den Geschehnissen der Film-Trilogien verknüpft ist und trotzdem Leias Charakter und Beweggründe behutsam ausbaut. Der Zeichenstil von Dodson mag zunächst gewöhnungsbedürftig sein, offenbart aber schnell einen ihm eigenen Charme und macht so den Band zu einem rundherum überzeugenden Erlebnis, zumal man sich über ein Wiedersehen mit vielen bekannten Figuren und auch Orte freuen darf.

8.5/10
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Star Wars: Prinzessin Leia erscheint am 12.10.15 im Panini Verlag. Hat der Artikel euer Interesse geweckt, dann bestellt doch über den nachfolgenden Link und unterstützt damit das Medienjournal!

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  • Hmm, also von den hier präsentierten Bildern her ist „gewöhnungsbedürftig“ wohl genau das richtige Wort für den Zeichenstil. Ehrlich gesagt ist der einzige, den ich auf Anhieb erkannt habe, C-3PO …

    • Ui, das ist hart. Ja, das erste Bild fand ich auch etwas befremdlich zunächst (Seite 1 im Comic), aber dass die Figuren zu erkennen sind würde ich schon meinen, also auch auf Anhieb. Aber wie gesagt, gewöhnungsbedürftig fand ichs auch, aber dann gefiel mir der Stil von Seite zu Seite besser. Muss aber natürlich nicht jedem so gehen.

      • Sagen wir mal so: Aufgrund der Tatsache, daß es „Star Wars“ ist sowie anhand der Kleidung kann man sich natürlich sehr schnell zusammenreimen, um wen es sich handelt. Aber wenn man rein auf die Gesichter schaut, halte ich die Ähnlichkeit wirklich für bemerkenswert gering. Aber erfahrungsgemäß gewöhnt man sich in der Tat recht schnell an sowas (bei den „Buffy“- und „Angel“-Comics gab es ja, wie du natürlich weißt, auch Zeichner, deren Stil nur vage an die TV-Vorbilder erinnerte …), zumal wenn die Qualität der Story paßt.

      • Stimmt, „Buffy“ ist wirklich ein Paradebeispiel für manchmal echt mäßige Zeichnungen mit geringem Wiedererkennungswert. Vor allem Willow und Cordelia konnte ich da manchmal überhaupt nicht auseinanderhalten. Aber ja, man gewöhnt sich dran^^

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