Review: Angel – Nach dem Fall, Staffel 6, Band 2: Die erste Nacht (Graphic Novel)

Buffy & Angel - Das Buffyverse

Buffy & Angel – Das Buffyverse

Diese Graphic Novel ist Teil des Buffyverse. Folge dem Link, um mehr darüber zu erfahren und weitere Artikel zum Thema zu entdecken.

 

Tja, eine Buch-Kritik habe ich heute leider nicht für euch, weil ich zwar die Lektüre beendet habe, aber nicht dazu gekommen bin, einen entsprechenden Artikel zu verfassen. Macht aber grundsätzlich auch nichts, schließlich beackere ich ja seit geraumer Zeit einige Themen, die außer der Reihe ihren weg in den Blog finden und so machen wir heute einfach mal mit Angel weiter, denn dessen 6. Staffel hat schließlich mit dem vor geraumer Zeit vorgestellten ersten Band erst ihren Anfang genommen.

Angel – Nach dem Fall
Staffel 6, Band 2:
Die erste Nacht

Angel: After the Fall Vol. 2 (#6-7) & 3 (#9-12), USA 2008/2009, 160 Seiten

Angel - Nach dem Fall, Staffel 6, Band 2: Die erste Nacht | © Panini
© Panini

Autoren:
Joss Whedon (Plot)
Brian Lynch (Plot & Skript)
Zeichner:
Tim Kane (‚Betta George‘)
David Messina (‚Spike‘, #10)
Stephen Mooney (‚Connor‘)
John Byrne (‚Lorne‘)
Nick Runge (‚Wesley‘, #9-11)
Stephen Mooney (‚Kate‘, #12)
Fabio Mantovani (‚Gwen‘)
Kevyn Schmidt (‚Zivilisten‘)
Mirco Pierfederici (‚Gunn‘)

Verlag (D):
Panini Verlag
ISBN:
978-3-866-07804-8

Genre:
Drama | Fantasy | Action | Horror

 

Inhalt:

Ausschnitt aus Angel - Nach dem Fall, Staffel 6, Band 2: Die erste Nacht | © Panini
© Panini

Nicht nur Angel und seine Mitstreiter, sondern ganz Los Angeles ist zur Hölle gefahren, als sich der Vampir mit Seele dazu entschlossen hat, sich Wolfram & Hart offen entgegenzustellen. Dass damit seine Probleme erst ihren Anfang genommen haben, steht wohl außerfrage und so sieht sich Angel alsbald erneut einer dämonischen Übermacht gegenüber, die die einzelnen Bezirke von L.A. unter ihre Kontrolle gebracht und unter sich aufgeteilt haben. Doch auch wenn ihm einige seiner tapferen Mitstreiter zur Seite stehen, sieht es schlecht aus für ihn, spätestens als Illyria sich unerwartet in Fred verwandelt, kaum dass sie den Geist von Wesley erblickt hat, der ebenfalls in der Hölle von Los Angeles weilt.

Doch bevor es zum Showdown kommen kann und Angel seinen Plan weiter verfolgt, die Menschen der Stadt zu retten, drehen wir die Zeit um einige Monate zurück und widmen uns den ersten Stunden in der Hölle, die jeder der illustren Schar um Angel auf gänzlich andere Weise erlebt hat…

Rezension:

Nach dem fulminanten Auftakt der sechsten Staffel Angel in Die Hölle von Los Angeles geht es mit dem zweiten Band Die erste Nacht nun direkt weiter, würde man meinen, doch weit gefehlt, denn wie der Titel schon vermuten lässt, springt die Geschichte zu dem Punkt zurück, an dem ganz Los Angeles zur Hölle gefahren ist und schließt folglich ein paar Lücken in der Chronologie der Ereignisse, denn zu Beginn der Staffel wurde man ja schon recht unversehens in ein unbekanntes Setting geworfen, während der Verbleib einzelner Figuren ja weit mehr als nur eine kleine Überraschung dargestellt hat. Was anfänglich ein wenig irritiert haben mag, entpuppt sich aber nun spätestens jetzt als sinnvoller wie notwendiger Kniff, um dem Ganzen die rechte Würze zu verleihen und das Schicksal bestimmter Figuren wie etwa dem zum Vampir gewordenen Gunn oder auch dem neuen Herrschaftssitz von Spike (wobei diese Geschichte wiederum noch einmal ausführlich in Spike – Nach dem Fall erzählt werden wird) vorwegzunehmen.

Ausschnitt aus Angel - Nach dem Fall, Staffel 6, Band 2: Die erste Nacht | © Panini
© Panini

Ausgehend von dem telepathisch begabten Fisch Betta George wird nun also zunächst Spikes Ankunft in der Hölle beleuchtet, gefolgt von Connor sowie einer beispiellos einfallsreichen Schilderung der Ereignisse rund um Lorne, die zwar nur vier Seiten umfasst, allerdings als eine Art Märchen erzählt wird und selbst in der deutschen Übersetzung gänzlich in Reimform gehalten ist, wofür man der Übersetzerin Claudia Kern kaum genügend Respekt zollen kann, vom Rest der gewohnt stimmig übersetzten, an die Sprechweise der TV-Figuren glaubhaft angelehnten Dialoge ganz zu schweigen. Es schließt sich die Geschichte um Wesley an, die mir mit Abstand am besten von den zahlreichen Rückblenden gefallen hat, einerseits, weil sie sich natürlich anders gestaltet als bei den anderen Figuren, war er schließlich längst tot, als Los Angeles in die Hölle geschickt worden ist, andererseits, weil auch Fred – bekanntermaßen eine meiner liebsten Figuren – Teil der Geschichte ist, zumal man dank der Zeichenkünste von Nick Runge die Gesichtszüge sowohl von Alexis Denisof als auch Amy Acker in den Figuren wiedererkennt, was kurioserweise in den sich anschließenden – ebenfalls von Runge gezeichneten Kapiteln nicht so sehr der Fall ist, wofür man folglich die Schuld beim Tuscher suchen muss, doch möchte ich da gar nicht vorgreifen.

Nach meinem persönlichen Highlight folgen nun also noch Kate, Gwen, Zivilisten – dieser Part allein wirkt ein wenig wie Füllwerk muss ich eingestehen – und last but not least Gunn, dessen Part ebenfalls sehr interessant ist, da man sich unweigerlich seit der Offenbarung, dass der ehemalige Vampirjäger nun selbst zum Vampir geworden ist, fragt, wie es dazu hat kommen können. Nachdem all diese geschichtlichen Einsprengsel abgehandelt worden sind, kehrt man als Leser nun schließlich und schlussendlich zu der letzten Einstellung des vorangegangenen Bandes zurück und der dort begonnene Kampf findet seinen Fortgang, wobei man hier als deutscher Leser tatsächlich einmal im Vorteil ist, umfasst Angel – Nach dem Fall 2: Die erste Nacht nämlich bei uns gleich zwei Volumes der amerikanischen Trade Paperback, während sich die zweite Ausgabe der amerikanischen Fassung bereits mit den Kurzgeschichten der einzelnen Protagonisten erschöpft.

Ausschnitt aus Angel - Nach dem Fall, Staffel 6, Band 2: Die erste Nacht | © Panini
© Panini

Der Kampf selbst nahm ja bereits mit der finalen Einstellung in Band 1 eine überraschende Wende, als Illyria sich in Fred verwandelte und auch in diesem Band wird dieser Aspekt mehrfach aufgegriffen und weiter beleuchtet, während auch der Konflikt zwischen Angel und den Dämonen ein unerwartetes, doch gleichermaßen schlüssiges Ende findet und immer klarer wird, dass Gunn die eigentliche Bedrohung darstellt, zumal sein Geist bei der Verwandlung durchaus in Mitleidenschaft gezogen worden zu sein scheint und er sich anscheinend selbst für den Auserwählten hält, obgleich ihm nicht klar zu sein scheint, dass er selbst über keine Seele mehr verfügt, wie sich allein an seinen Taten belegen lässt. Wer aber glaubt, mit der großangelegten Schlacht in den Straßen von Los Angeles hätte Joss Whedon schon schwere Geschütze aufgefahren, der unterschätzt den Ausnahme-Autor bei weitem, denn in deutlich intimerem Rahmen ist das Finale des zweiten Bandes noch einmal ungleich wuchtiger geraten und bringt erneut die vielerwähnte Prophezeiung um den Vampir mit Seele ins Spiel, während Wesley Wissen offenbart, das er in wohlweislicher Voraussicht zunächst geheim zu halten getrachtet hat. All dies gepaart mit dem unverkennbaren, selbst hier und in dunkelster Stunde immer wieder durchscheinenden Wortwitz, der merklich durchdachten Storyline, deren sämtliche Zusammenhänge sich auch nach Angel – Nach dem Fall 2: Die erste Nacht noch längst nicht erschlossen haben, machen auch den zweiten Teil zu einer echten Pflichtlektüre, deren Qualität dem Auftakt der Geschichte in nichts nachsteht, selbst wenn die Güte der Zeichnungen zuweilen gar von Seite zu Seite schwankt und nicht immer den Kern der jeweiligen Figur zu erfassen weiß (ganz schlimm im letzten Drittel bei einer bestimmten Person), an anderer Stelle dafür aber auch wiederum außerordentlich gelungen daherkommt.

Fazit & Wertung:

Nach einem ausgedehnten Zwischenspiel führt Angel – Nach dem Fall 2: Die erste Nacht die im vorangegangenen Band begonnene Storyline der sechsten Staffel Angel auf gleichbleibendem Niveau fort und überrascht von Kapitel zu Kapitel mit immer neuen, teils gänzlich unerwarteten Einfällen und Zusammenhängen, während die aus der TV-Serie bekannten Figuren erneut so trefflich für das neue Medium adaptiert worden sind, dass sich bereits nach wenigen Seiten das allseits bekannte Flair der Kult-Serie einzustellen weiß.

9 von 10 nächtlichen Streifzügen durch L.A.

Angel - Nach dem Fall 2: Die erste Nacht

  • Nächtliche Streifzüge durch L.A. - 9/10
    9/10

Fazit & Wertung:

Nach einem ausgedehnten Zwischenspiel führt Angel – Nach dem Fall 2: Die erste Nacht die im vorangegangenen Band begonnene Storyline der sechsten Staffel Angel auf gleichbleibendem Niveau fort und überrascht von Kapitel zu Kapitel mit immer neuen, teils gänzlich unerwarteten Einfällen und Zusammenhängen, während die aus der TV-Serie bekannten Figuren erneut so trefflich für das neue Medium adaptiert worden sind, dass sich bereits nach wenigen Seiten das allseits bekannte Flair der Kult-Serie einzustellen weiß.

9.0/10
Leser-Wertung 0/10 (0 Stimmen)
Sende

Meinungen aus der Blogosphäre:
Tonight is gonna be a large one.: 8/10 Punkte

Angel – Nach dem Fall, Staffel 6, Band 2: Die erste Nacht ist am 17.07.09 im Panini Verlag erschienen. Hat der Artikel euer Interesse geweckt, dann bestellt doch über den nachfolgenden Link und unterstützt damit das Medienjournal!

%d Bloggern gefällt das: