Review: Deadpool: Der Unglücksrabe (Graphic Novel)

Und weil das Wochenende naht, wird es auch schon wieder Zeit für eine Dosis Comic-Flair, zumal man das ja auch prima bei bestem Wetter auf der Wiese genießen kann. Kommt mir gut in die freien Tage, genießt die schöne Zeit und denkt trotzdem dran, hier morgen wieder reinzuschauen, wenn ich die nächste Serien-Review raushaue. 😉

Deadpool
Der Unglücksrabe

Deadpool (2016) 13, Deadpool (2016) 7 (V), USA 2016, 100 Seiten

Deadpool: Der Unglücksrabe | © Panini
© Panini

Autoren:
Gerry Duggan
Mike Hawthorne
Charles Soule
David Walker
Zeichner:
Elmo Bondoc
Jacopo Camagni
Paco Diaz
Mike Hawthorne
Guillermo Sanna

Verlag (D):
Panini Verlag
ISBN:
978-3-741-60234-4

Genre:
Action | Abenteuer | Science-Fiction

 

Inhalt:

Reporter wie Ben Urich haben es nicht immer leicht, denn diesmal kommt ihm ein reichlich verworrener, ja regelrecht bizarrer Fall unter, der damit seinen Anfang nimmt, dass ein Bankier der Starnes Bank sich mit den falschen Leuten einlässt, besser gesagt selbige mit voller Absicht über den Tisch zieht und sich dann wundert, dass man ihm nach Leib und Leben trachtet. Das allein wäre aber mitnichten seltsam oder ungewöhnlich, doch wendet sich der verzweifelte Mann an niemand Anderen als Deadpool und prompt läuft die Geschichte reichlich aus dem Ruder, während der Söldner mit der Schnauze seinen ganz eigenen Methoden folgt, dem Mann aus der Klemme zu helfen und sich dafür gar auf ein Team-Up mit Daredevil und den "Heroes For Hire" – Power Man und Iron Fist – einlässt, wobei die Frage sein dürfte, welche der Parteien hier nun wirklich das größere Opfer bringt…

Rezension:

Ich will und wollte mich ja bekanntermaßen bei den Marvel-Veröffentlichungen gepflegt zurückhalten und muss auch sagen, dass mir manche der neueren Veröffentlichungen inhaltlich auch gar nicht mal so sehr zusagen, weshalb der Verzicht grundsätzlich leicht fällt, doch hier haben wir es nun mit einem gänzlich anders gelagerten Fall zu tun, denn nicht damit genug, dass Deadpool mit der von mir immer noch gern und viel gepriesenen Greatest Hits Anthologie im Sturm mein Herz erobert hat, lockte der vorliegende Band Deadpool: Der Unglücksrabe zusätzlich noch damit, dass mit Daredevil, Luke Cage und Iron Fist gleich drei der von Netflix für Marvel prestigeträchtig auf die nicht ganz so große Leinwand gebrachten Superhelden vertreten sind und auch wenn mir bewusst ist, dass die Comic- und Serien-Versionen der einzelnen Helden oft herzlich wenig miteinander gemein haben, reizte mich hier ein Blick doch immens, zumal der Band mit gerade einmal 100 Seiten vergleichsweise knapp ausfällt und entsprechend kurzweilig wie -fristig zu konsumieren ist.

Und was hatte ich meine helle Freude an Deadpool: Der Unglücksrabe! Waren sicherlich schon andere, also die meisten Geschichten um den regenerierenden Degenerierten durchaus witzig, habe ich es mir hier mehrfach verkneifen müssen, laut loszulachen, auch wenn der Witz oftmals natürlich reichlich infantil ist, zudem aber gerne auch doppelbödig und folglich auf mehreren Ebenen funktioniert, während natürlich insbesondere Wade Wilsons Ignoranz und dessen Unvermögen, einem Gedankengang länger als nur ein paar Sekunden zu folgen, mich hier enorm zu begeistern wussten, zumal der zähneknirschende Gestus der ihn umgebenden Figuren wirklich schön herausgearbeitet worden ist, während Deadpool selbst – so bekloppt und kindisch er auch oft sein mag – kaum einmal Gefahr läuft, zur Karikatur zu verkommen.

Hinzu kommt natürlich dann die wunderbar abgedrehte Geschichte, denn während andere Autoren sich ihre liebe Mühe geben müssen, auffällig konstruiert wirkende Plot-Wendungen mühevoll zu kaschieren, lässt man hier den durchgeknallten Deadpool schlicht wissenden Auges in die nächste Katastrophe stolpern und schafft dabei dennoch Glaubwürdigkeit, weil gerade dieses irrationale Verhalten natürlich zur Paradedisziplin von Deadpool gehört. Und ja, auch die zahlreichen Gastauftritte wussten mich zu erheitern und sind gleichermaßen überzeugend geraten, wobei ich wie gesagt die Figuren überwiegend nur in ihren filmischen Konterparts und kaum in der originären Comic-Ausgestaltung kenne, aber bei einem dermaßen auf Witz und Wahnwitz fokussierenden Einzelband wie Deadpool: Der Unglücksrabe braucht sowieso niemand auf feinsinnige Charakterzeichnung zu schielen, denn der reine Unterhaltungswert steht hier merklich im Vordergrund, was in dieser Art und Ausgestaltung aber auch nur gut und richtig ist.

Einzig das zusätzlich enthaltene One-Shot Masacre: Ein kleiner Schubs vom Teufel wirkt recht unmotiviert hinten dran getackert und hat weder inhaltlichen Zusammenhang zu dem Vorangegangenen, noch unterhält es auch nur annähernd so gut, weshalb sich der Verdacht aufdrängt, man hätte noch irgendwie in den dreistelligen Bereich bei den Seitenzahlen kommen müssen/wollen, aber selbst das tut der Sache kaum einen Abbruch, dass ich Deadpool: Der Unglücksrabe als einen der unterhaltsamsten und witzigsten Comics der letzten Monate in Erinnerung behalten und sicherlich noch öfter gerne zur Hand nehmen werde.

Fazit & Wertung:

Der Crossover-Reigen Deadpool: Der Unglücksrabe führt neben dem regenerierenden Degenerierten sowohl Luke Cage und Iron Fist als auch Daredevil ins Gefecht und kulminiert in einer herrlich abgedrehten, gewollt abstrusen Story mit viel augenzwinkerndem und oft unflätigem Witz, der dem Ruf Deadpools alle Ehre macht und verdeutlicht, weshalb die anderen Helden so schlecht auf den überdrehten Spinner zu sprechen sind.

8 von 10 irrwitzigen Ideen des regenerierenden Degenerierten

Deadpool: Der Unglücksrabe

  • Irrwitzige Ideen des regenerierenden Degenerierten - 8/10
    8/10

Fazit & Wertung:

Der Crossover-Reigen Deadpool: Der Unglücksrabe führt neben dem regenerierenden Degenerierten sowohl Luke Cage und Iron Fist als auch Daredevil ins Gefecht und kulminiert in einer herrlich abgedrehten, gewollt abstrusen Story mit viel augenzwinkerndem und oft unflätigem Witz, der dem Ruf Deadpools alle Ehre macht und verdeutlicht, weshalb die anderen Helden so schlecht auf den überdrehten Spinner zu sprechen sind.

8.0/10
Leser-Wertung 0/10 (0 Stimmen)
Sende

Deadpool: Der Unglücksrabe ist am 07.03.17 im Panini Verlag erschienen. Hat der Artikel euer Interesse geweckt, dann bestellt doch über den nachfolgenden Link und unterstützt damit das Medienjournal!

%d Bloggern gefällt das: