Review: Hap and Leonard – The Two-Bear Mambo | Staffel 3 (Serie)

Und da bin ich schon wieder an diesem sonnigen Samstag, um euch von einer weiteren großartigen Serienstaffel zu berichten, bevor ich mich gleich mit einem guten Buch in die Sonne verziehe und meine Freizeit genieße.

Hap and Leonard
The Two-Bear Mambo
Staffel 3

Hap and Leonard, USA 2016-2018, ca. 42 Min. je Folge

Hap and Leonard - The Two-Bear Mambo | © SundanceTV
© SundanceTV

Serienschöpfer:
Nick Damici
Jim Mickle
Joe R. Lansdale (Buch-Vorlage)
Ausführende Produzenten:
Nick Shumaker
Jeremy Platt

Main-Cast:
James Purefoy (Hap Collins)
Michael Kenneth Williams (Leonard Pine)
Tiffany Mack (Florida Grange)
Cranston Johnson (Detective Marvin Hanson)
Douglas M. Griffin (Charlie Blank)
in weiteren Rollen:
Corbin Bernsen (Chief Cantuck)
Laura Allen (Officer Reynolds)
Pat Healy (Truman Brown)
Evan Gamble (Sneed)
Curtis Harding (L.C. Soothe)
Louis Gossett Jr. (Bacon)
Jane McNeill (Maude)
Sydney Wease (Belinda)
Cullen Moss (Tim Garner)
Andrew Dice Clay (Sonny Knox)
Ann Nesby (Blind Tillie)

Genre:
Krimi | Thriller | Drama

Trailer:

 

Inhalt:

Szenenbild aus Hap and Leonard - The Two-Bear Mambo | © SundanceTV
© SundanceTV

Die Weihnachtsfeiertage stehen vor der Tür und damit eine theoretisch besinnliche Zeit, doch der verzweifelte Detective Hanson wendet sich an Hap Collins mit der Bitte, sich auf die Suche nach Florida Grange zu begeben, die einige Tage zuvor nach Grovetown aufgebrochen ist und seither nicht mehr gesehen wurde. Hap lässt sich nicht lange bitten, zumal immer noch schwer verknallt in die toughe Anwältin und macht sich mit seinem besten Freund Leonard auf, Grovetown einen Besuch abzustatten. Dumm nur, dass die Stadt fest in den Händen des Ku-Klux-Klans ist und insbesondere Leonard hier auffällt wie ein bunter Hund. Schnell wird den beiden klar, in ein regelrechtes Wespennest gestochen zu haben, doch Hap ist nicht bereit, das Feld zu räumen, bevor sie herausgefunden haben, was mit Florida passiert sein mag. Damit machen sich die beiden Hobby-Detektive aber natürlich sowohl die hiesige Polizei als auch den hasserfüllten Klan-Führer Brown zum Feind…

Rezension:

Heute habe ich mal wieder die unschöne Aufgabe, über die letzte Staffel einer von mir heiß und innig geliebten Serie zu sprechen, die nach gerade einmal drei Staffeln unerwartet abgesetzt worden ist und das, obwohl vor allem die Kritikerstimmen kaum wohlwollender hätten ausfallen können, aber gut, wahrscheinlich ist die Fanbase dann doch schlichtweg zu klein gewesen. Die Gründe zu eruieren, soll und braucht aber nicht meine Aufgabe sein, so dass ich stattdessen lieber von der eigentlichen Sichtung von Hap and Leonard – The Two-Bear Mambo berichten möchte, die erneut insgesamt sechs Episoden umfasst und sich folgerichtig dem dritten Buch der Hap-and-Leonard-Reihe von Joe R. Lansdale widmet, der aufmerksamen Lesern meines Blogs natürlich längst ein Begriff sein sollte. Diesmal verschlägt es die beiden Freunde nach Grovetown, um auf Bitten von Detective Hanson Haps Ex, die Anwältin Florida Grange, zu finden und zurück nach LaBorde zu bringen, was dahingehend Schwierigkeiten mit sich bringt, dass in Grovetown der Ku-Klux-Klan ein gehöriges Standing hat und die durchgehend weiße Bevölkerung zu großen Teilen offen rassistisch ist, womit eines der Kernthemen von Lansdales Abreiten auch hier wieder Einzug hält, gleichwohl das Thema auch in den vorangegangenen Seasons schon angesprochen worden ist.

Szenenbild aus Hap and Leonard - The Two-Bear Mambo | © SundanceTV
© SundanceTV

Insbesondere Hap hat hier mit seiner weltoffenen, toleranten und liebenswerten Weltanschauung ein paar tolle Momente spendiert bekommen und auch die innige Freundschaft zwischen ihm und Leonard, die eben nicht nur in punkto Hautfarbe unterschiedlicher kaum sein könnten, wird hier wieder gekonnt herausgestellt, so dass Hap and Leonard den meisten Buddy-Movies spielend das Wasser abgräbt. Dem Gefühl nach kommt diese Staffel zwar mit der verurteilenswerten Arroganz und Grausamkeit der Bewohner von Grovetown noch eine Spur ernsthafter und düsterer daher, doch braucht man auf humorige Einlagen und ein paar knackige One-Liner auch hier nicht verzichten, so dass man schnell verleitet sein dürfte, die Staffel in einem Rutsch zu genießen, was durch die einerseits umfangreiche, andererseits in sich abgeschlossene Geschichte natürlich enorm begünstigt wird. Bezüglich der Absetzung braucht übrigens niemand Sorge haben, die Serie würde mit einem fiesen Cliffhanger in der Versenkung verschwinden. Mehr will ich zum Ende natürlich auch gar nicht verraten, außer, dass es einem gehörig die Kehle zuschnürt. Immerhin gibt es nach den unweigerlichen Entzugserscheinungen noch die zahlreichen Bücher, die auch ich mir wohl in absehbarer Zeit nach und nach zu Gemüte führen werde, denn künftig vollends auf Hap Collins und Leonard Pine verzichten zu müssen will mir so gar nicht gefallen.

Das liegt natürlich einmal mehr an James Purefoy (Altered Carbon) und Michael Kenneth Williams (Boardwalk Empire), die ich auch schon vor Hap and Leonard kennen- und schätzen gelernt habe, die mir aber spätestens in diesen Paraderollen richtiggehend ans Herz gewachsen sind, weil ihre Chemie untereinander einfach in jedem Moment überzeugt und die Unterschiede eben kaum wie Hürden, sondern mehr wie verbindende Elemente wirken, was an sich einer darstellerischen Gratwanderung gleichkommen dürfte. Aber auch fernab der beiden Hauptfiguren weiß der Cast wieder zu gefallen, zumal man hier einige Bekannte aus der vorangegangenen Story Mucho Mojo wiedertrifft, was das Gefühl einer sich entwickelnden Geschichte verstärkt, nachdem die erste Staffel Savage Season noch eher das Gefühl eines Stand-Alone-Werkes vermittelt hat (kein Wunder, war die SundanceTV-Produktion schließlich ursprünglich als Miniserie konzipiert). Aus der Masse an neuen, überwiegend feindselig gesinnten Charakteren, die Grovetown bevölkern, ragt derweil mit Abstand Pat Healy heraus, der den örtlichen Klan-Führer Truman Brown verkörpert und eine ähnlich erschreckende und bedrohliche Vorstellung abliefert wie schon einige Jahre zuvor in Compliance.

Szenenbild aus Hap and Leonard - The Two-Bear Mambo | © SundanceTV
© SundanceTV

Last but not least, ist Hap and Leonard auch in der dritten Staffel nicht nur unglaublich intensiv, packend, düster und trotzdem unterhaltsam, sondern auch konzeptionell ziemlich spannend geraten, denn gleichwohl sich die Geschichte im Grunde nur über einige wenige Tage rund um die Weihnachtszeit erstreckt, warten die sechs Episoden mit einer Anzahl Zeitsprüngen auf, die sowohl als gelungenes Foreshadowing betrachtet werden können, als auch Rätsel aufgeben, was insbesondere unseren beiden Protagonisten noch widerfahren wird, wodurch sich prompt ein diffuser Schleier der Bedrohung über das Geschehen legt, weil man jederzeit damit rechnet, dass im nächsten Moment die Hölle losbrechen könnte. All das fügt sich natürlich im letzten Drittel zu einem stimmigen Ganzen und so endet diese viel zu früh abgesetzte Serie zumindest mit einem nicht nur inszenatorischen Paukenschlag, sondern weiß zuletzt auch noch einmal sämtliche Stärken der Serie zu mobilisieren, um Hap und Leonard in bester Erinnerung halten zu können, denn dass auch diese Serie noch von einem der einschlägigen Streaming-Dienste gerettet würde, danach sieht es leider nicht aus, auch wenn ich es mir wünschen würde.

Fazit & Wertung:

In der dritten – und wohl leider letzten – Staffel Hap and Leonard spielt die Show noch einmal all ihre Stärken aus und beeindruckt mit einer packenden, brutalen, emotionalen Storyline derweil sowohl Michael Kenneth Williams als auch James Purefoy erneut in ihren Paraderollen begeistern. Sicherlich eine eigenwillige, dadurch aber auch einzigartige Serie, deren weitere Staffeln in Buchform längst existieren, immerhin.

8,5 von 10 scheinbar ausweglosen Situationen

Hap and Leonard – The Two-Bear Mambo | Staffel 3

  • Scheinbar ausweglose Situationen - 8.5/10
    8.5/10

Fazit & Wertung:

In der dritten – und wohl leider letzten – Staffel Hap and Leonard spielt die Show noch einmal all ihre Stärken aus und beeindruckt mit einer packenden, brutalen, emotionalen Storyline derweil sowohl Michael Kenneth Williams als auch James Purefoy erneut in ihren Paraderollen begeistern. Sicherlich eine eigenwillige, dadurch aber auch einzigartige Serie, deren weitere Staffeln in Buchform längst existieren, immerhin.

8.5/10
Leser-Wertung 8/10 (1 Stimme)
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Episodenübersicht: Staffel 3

1. The Two-Bear Mambo (8,5/10)
2. Ho-Ho Mambo (8,5/10)
3. T-Bone Mambo (8,5/10)
4. Senorita Mambo (8,5/10)
5. Mambo #5 (9/10)
6. Monsoon Mambo (9/10)

 
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Hap and Leonard | Staffel 3 ist exklusiv bei Amazon Prime Instant Video verfügbar.

vgw

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