Review: Die schöne Kunst des Mordens | Jeff Lindsay (Buch)

So, da wären wir also wieder und läuten das Ende des Wochenendes ein. Wer noch nach Lektüre für die folgende Woche sucht, könnte hier eventuell fündig werden, denn endlich bin ich auch mal wieder dazu gekommen, ein Buch zu rezensieren. Im Übrigen komme ich im Moment sowieso kaum hinterher mit meinen Kritiken, schließlich warten noch sage und schreibe sechs Filme, weitere zwei Bücher und eine Serie auf ihre Erwähnung im Medienjournal. Liegt natürlich auch daran, dass ich immer mal wieder tageweise ausgesetzt habe, also will ich mich mal besser nicht beklagen und freue mich vielmehr, dass der Fortbestand meines Blogs zumindest für die nächsten Tage gesichert ist.

Jetzt aber erst einmal viel Spaß mit meiner Besprechung zu Jeff Lindsays Die schöne Kunst des Mordens und ein schönes Restwochenende allerseits.

Die schöne Kunst des Mordens
Ein Dexter-Thriller

Dexter by Design, UK 2009, 413 Seiten


© Droemer Knaur

Autor:
Jeff Lindsay

Verlag (D):
Knaur TB
ISBN:
978-3-426-50553-3

Genre:
Thriller | Krimi | Drama

 

Inhalt:

Dexter Morgan, tagsüber Blutspuren-Spezialist im Police Department von Miami, nachts eiskalter Serienkiller und Rächer der Unschuldigen, hat geheiratet und kehrt frisch erholt, doch sein größtes Hobby – die nächtliche Jagd – schmählich vernachlässigend zurück und sieht sich alsbald schon dem neuesten Unruhestifter ausgesetzt. Was als ganz normaler Fall der Polizei beginnt, fordert schon bald Opfer aus seinem nächsten Verwandtenkreis und als dann auch noch ein Video von Dexter im Internet auftaucht, das, sollte jemand der ihn kennt es zu Gesicht bekommen, seinem sorgfältig konstruierten Leben schnell ein Ende machen könnte, wird ihm klar, dass er es mit einem äußerst perfiden und durchtriebenem Bösen zu tun hat, das es ganz speziell auf ihn und seinen dunklen Passagier abgesehen zu haben scheint. Persönlich involviert, stürzt sich Dexter mit neu erwachtem Elan auf die Herausforderung.

Rezension:

Bei Die schöne Kunst des Mordens handelt es sich um den nunmehr vierten Teil der Romanreihe von Jeff Lindsay um Dexter Morgan, den wohl liebenswertesten Serienkiller Amerikas, der sich anhand eines strengen Ehrenkodex außerhalb der Grenzen des Gesetzes bewegt und ausgemachte Übeltäter zur Strecke bringt. Gerne hätte ich euch auch die vorgelagerten Teile eins bis drei an dieser Stelle kredenzt, aber die Sichtung dieser liegt länger zurück, als dieser Blog existiert. Logischerweise rate ich daher jedem Neuling zu Des Todes dunkler Bruder, dem Beginn der Reihe. Nichtsdestotrotz stelle ich hier gerne einmal den (zumindest in Deutschland) aktuellsten Teil der Reihe vor.

Die Grundidee der Dexter-Romane ist und bleibt einfallsreich und neuartig, was auch schnell erklären dürfte, warum Dexter zu einer TV-Serie adaptiert wurde (Rezension zur Serie Dexter). Die Geschichte ist durchgängig aus Sicht von Dexter geschildert, bedient sich also nicht der auktorialen Erzählweise oder ähnlichem. Man muss Lindsay hoch anrechnen, dass er es schafft, dabei echte Sympathie für diesen „Killer“ aufkommen zu lassen. Der sprachliche Stil ist sicher nicht überragend, bedient sich aber trotzdem cleverer Satzkonstruktionen und geizt auch nicht mit hochtrabenderen Ausdrücken. Allem voran sind aber die großartigen Alliterationen zu nennen, mit denen Dexter sein Tun oder auch seine Situation oft trefflich zusammenfasst. Diese verlieren in der Übersetzung zwar an Schneid, doch hat man sich hier wirklich bemüht, adäquate Übersetzungen zu finden.

Die Story selbst ist durchgängig spannend inszeniert und begeistert mit einigen Hundertachtziggraddrehungen und überraschenden Wendungen. Das Denken und Handeln Dexters unterliegt auch einem ihm eigenen Stil zeugt von ausgereifter Dramaturgie seitens des Autors, wobei dieser ja auch mittlerweile drei Romane Erfahrung mit seinem Protagonisten aufweisen kann. Die Nebenfiguren sind ebenso liebevoll ausgestaltet und sind über die gesamte Reihe kontinuierlich erwähnt und involviert worden, durchlaufen aber anders als Dexter keinerlei Entwicklung, da sie – trotz spezifischer Charakterisierung – nur mehr Randfiguren und Staffage bleiben. Lediglich Dexters Angetraute Rita und seine Schwester Deborah erfahren hier etwas mehr Aufmerksamkeit und Sorgfalt, handelt es sich ja schließlich auch um die beiden einzigen Personen, die Dexter näher stehen, zumindest soweit es ihm in seiner allgemeinen Emotionslosigkeit möglich ist.

Wie schon die vorangegangenen Teile ist Die schöne Kunst des Mordens in sich abgeschlossen und benötigt sogar keinerlei Vorkenntnisse, auch wenn man dann natürlich etwas unvorbereitet in die Geschichte geworfen wird. Trotzdem schafft es Lindsay auch in seiner vierten Auflage, dem düster dräuenden Dexter (ein spätes Beispiel für die gerühmten Alliterationen) neue Facetten zu entlocken und seiner Geschichte Kontinuität zu verleihen und zudem das Ganze noch in einen spannenden, weil ungewöhnlichen, Krimi-Plot einzubetten. Von mir bekommt daher dieser Teil eine klare Empfehlung, nicht nur für Fans der Serie, sondern auch für Freunde außergewöhnlicher Unterhaltung im Allgemeinen.

Fazit & Wertung:

Die schöne Kunst des Mordens ist ein würdiger Vertreter der Dexter-Reihe, kehrt erfreulicherweise nach leichten Durchhängern in Teil 3 zu seinen Ursprüngen und Stärken zurück und erzählt genial wie eh und je eine weitere spannende Episode aus dem Leben des ehrenhaften Killers.

8 von 10 nächtlichen Selbstgesprächen

Die schöne Kunst des Mordens

  • Nächtliche Selbstgespräche - 8/10
    8/10

Fazit & Wertung:

Die schöne Kunst des Mordens ist ein würdiger Vertreter der Dexter-Reihe, kehrt erfreulicherweise nach leichten Durchhängern in Teil 3 zu seinen Ursprüngen und Stärken zurück und erzählt genial wie eh und je eine weitere spannende Episode aus dem Leben des ehrenhaften Killers.

8.0/10
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Die Dexter-Reihe:

1. Des Todes dunkler Bruder
2. Dunkler Dämon
3. Komm zurück, mein dunkler Bruder
4. Die schöne Kunst des Mordens
5. Dexter

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Weitere Details zum Autor und dem Buch findet ihr auf der Seite von Droemer Knaur

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Als besonderer Service hier noch der Link zum Taschenbuch sowie dem Hörbuch von Die schöne Kunst des Mordens bei Amazon:

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