Review: Von Kastanien und Knochen | Daniel Mosmann (Buch)

Heute biete ich euch mal wieder ein ganz besonderes Highlight! Das liegt nicht etwa daran, dass das Buch, welches ich heute zu besprechen suche unvergleichlich gut ist – wenngleich es WIRKLICH gut ist – , sondern ist vielmehr den Umständen geschuldet, wie ich an dieses Werk gekommen bin. Denn der Autor Daniel Mosmann höchst selbst hat mir ein Exemplar von Von Kastanien und Knochen unaufgefordert (!) zugesandt, verbunden mit der Bitte um Rezension im Medienjournal. Das ist natürlich für einen Blogger – und dementsprechend logischerweise auch für mich – so etwas wie der Ritterschlag und bestätigt einen, in dem, was man tagtäglich abzuliefern versucht, enorm, so dass es mir eine Freude ist, euch heute diese Rezension zu präsentieren, bei der ich mir natürlich besondere Mühe gegeben habe, wenn ich auch noch einmal explizit betonen möchte, dass die Hintergrundgeschichte die Wertung des Buches in keiner Weise beeinflusst hat. Jetzt aber, ohne weitere Umschweife und große Worte, von Herzen viel Spaß bei dieser Buchbesprechung!

Von Kastanien und Knochen

Von Kastanien und Knochen, DE 2008, 249 Seiten

Von Kastanien und Knochen
mit freundlicher Genehmigung von Daniel Mosmann,
© Sandra Mosmann

Autor:
Daniel Mosmann

Verlag (D):
Monsenstein und Vannerdat / Edition Octopus
ISBN:
978-3-865-82765-2

Genre:
Mystery | Drama | Horror

 

Inhalt:

Da es sich bei Von Kastanien und Knochen um eine Kurzgeschichtensammlung handelt, folgt nun eine Übersicht der enthaltenen Geschichten:

Gesellschaft im Moor

Gerüchte machen die Runde über unheimliche Geschehnisse in einem kleinen Moor und als ein Wanderer spurlos verschwindet, soll die Polizistin Kiara der Sache auf den Grund gehen. Anfangs tut sie die Geschichten als Irrglaube ab, doch merkt sie bald, dass sie in dem Moor nicht allein ist.

Hier gibt es eine kurze Leseprobe.

Der Narrenbrunnen

Einen Mann auf Reisen verschlägt es in ein abgelegenes Dorf. Die Einwohner, wie er zu seinem Schrecken feststellt, sind alle seltsam deformiert und verkrüppelt. Ein grausiger Narrenbrunnen auf dem Dorfplatz zeugt von der dunkelsten Stunde der kleinen Gemeinde.

Hier gibt es eine kurze Leseprobe.

Das biologische Wunder Fleisch

Philippe versucht seit Jahren, sich an ein einschneidendes Erlebnis seiner Kindheit zu erinnern, unter dem er seit Jahren leidet. Erst ein dummer Zufall lässt ihn gewahr werden, was er die ganze Zeit so schmerzlich vermisst und inständig begehrt hat. Und sein Verlangen bricht sich Bahn.

Hier gibt es eine kurze Leseprobe.

Regentage

Mitten im Regen trifft ein Mann eine seltsam scheinende Frau und kann fortan an nichts anderes mehr denken. Es dauert nicht lang, bis er dahinter kommt, weshalb er sie stets nur im strömenden Regen hat antreffen können.

Statt einer Leseprobe gibt es eine etwa zwanzigminütige, visualisierte Hörbuchfassung.

Mein Vermächtnis

Ein Pater übergibt das Amt an seinen Nachfolger und in seinen Memoiren schildert er ihm die Geschichte eines von Dämonen besessenen Jungen und was er hat auf sich nehmen müssen, um die Gefahr von seinen Schutzbefohlenen abzuwenden.

Hier gibt es eine kurze Leseprobe.

Familienbande

Zahllose Schafe werden auf einer Weide auf blutigste Weise gerissen und ein Jäger macht sich auf, die Ursache zu ergründen und tief in den Bergen macht er eine unglaubliche Entdeckung.

Hier gibt es eine kurze Leseprobe.

Der Mann auf dem Dach

Eine alte Frau fühlt sich von einem Mann belästigt, der sie vom Dach des Hauses aus beobachtet. Auch die Einweisung der Frau bringt keine Besserung und der Mann erscheint ihr weiterhin. Nach ihrem Tod versucht der zuständige Arzt, dahinterzukommen, welche Erscheinungen die arme Frau geplagt haben.

Hier gibt es eine kurze Leseprobe.

Crosse 517

Nachdem er ein grausiges Geheimnis gelüftet hat, läuft Sebastian Amok und tötet mehrere Menschen, bevor er selbst erschossen wird. Mehrere Wissenschaftler und auch die Regierung kennen das Geheimnis und wollen dieses nun mit allen Mitteln bewahren.

Hier gibt es eine kurze Leseprobe.

Im Zug der Zeit

Am liebsten würde Stefan von allen in Ruhe gelassen werden, versteht doch keiner seine Misanthropie. Dieser Wunsch geht ihm schneller als erhofft in Erfüllung, als er mit dem Zug eine lange Reise antritt und nach einem kurzen Nickerchen in ebendiesem erwacht. Bloß, dass sämtliche Menschen verschwunden zu sein scheinen. Und die Zeit rast unaufhaltsam.

Hier gibt es eine kurze Leseprobe.

Wie der Staub im Wind

Vor Jahren erschoss der Kommissar einen kannibalischen Serienmörder und lebt seither zurückgezogen mit seiner Frau. Doch neue Indizien und weitere Morde lassen die Vermutung aufkommen, dass der Killer eventuell doch nicht tot sei.

Hier gibt es eine kurze Leseprobe.

Von Kastanien und Knochen

Eine seltsame, stumm scheinende und zu jedem Zeitpunkt verschleierte Frau beobachtet von ihrer Veranda aus die in der Nähe spielenden Kinder. Doch einige Kinder beschließen, dem Geheimnis der Frau auf die Spur zu kommen.

Hier gibt es eine kurze Leseprobe.

Rezension:

Autor Daniel Mosmann präsentiert und vereint in seiner Kurzgeschichtensammlung Von Kastanien und Knochen – deren Abschluss die namensgebende Geschichte bildet – ein wahres Panoptikum mehr oder minder schauerlicher Gruselgeschichten. Diese sind zuvorderst geprägt durch ihre inszenatorische Vielfalt, erwarten den Leser schließlich nicht nur klassisch auktoriale Erzählungen, sondern auch schriftliche Memoiren, Tagebucheinträge und andere Schilderungen aus der Ich-Perspektive.

Die Stilrichtung und Ausprägung des Horrors variiert dabei enorm, so dass sich teils ganz simple Erklärungen ergeben, teils aber auch das Übernatürliche seine Finger im Spiel hat. Doch auch menschliche Abgründe tun sich in Von Kastanien und Knochen auf. Nennt der Autor selbst Edgar Allan Poe oder auch H. P. Lovecraft als Vorbilder und Inspiration, hätte es dieses Hinweises tatsächlich nicht bedurft, so klassisch, morbide und düster präsentieren sich die Geschichten samt und sonders.

Dabei beleidigt er die Intelligenz des Lesers nicht mit platten und allzu einfach gestrickten Aussagen, sondern begeistert stattdessen mit kunstvoll arrangierten und verschachtelten Satzkonstruktionen, die trotz ihrer Länge und der zugrundeliegenden Thematik auffallend leichtfüßig daherkommen. Neben diesen formalen Aspekten konnte ich mich aber auch für die Art erwärmen, wie Mosmann es schafft, auf nur wenigen Seiten oder in einigen Sätzen klar definierte Charaktere zu skizzieren, deren Freud und Leid einen zu berühren vermögen.

Einziger Kritikpunkt an Von Kastanien und Knochen ist, dass die Geschichten teils derart klassisch sind, dass sie einem fast bekannt vorkommen. Worauf ich hinausmöchte ist, dass manch gewollter Twist zum Ende der Geschichte beinahe wirkungslos verpufft, weil der Leser bis dahin seine Rückschlüsse gezogen haben wird und letztlich bereits weiß, was ihn erwartet. Doch wie so oft und bei vielem anderen ist hier der Weg das Ziel und sprachlich wie auch formal sind Daniel Mosmanns Geschichten über jeden Zweifel erhaben, so dass ich jedem, der sich gerade in der dunklen Jahreszeit ein paar wohlige Schauer über den Rücken jagen lassen will, die Geschichtensammlung Von Kastanien und Knochen nur wärmstens ans Herz legen kann.

Fazit & Wertung:

Daniel Mosmanns Geschichten aus Von Kastanien und Knochen bedienen sich zwar klassischer Horrormotive, adaptieren diese aber derart gekonnt, dass sie ein eigenständiges und überzeugendes Werk fernab des Retorten-Horrors der heutigen Zeit bilden.

8 von 10 schaurig-schönen Begegnungen in der Welt der Schatten

Von Kastanien und Knochen

  • Schaurig-schöne Begegnungen in der Welt der Schatten - 8/10
    8/10

Fazit & Wertung:

Daniel Mosmanns Geschichten aus Von Kastanien und Knochen bedienen sich zwar klassischer Horrormotive, adaptieren diese aber derart gekonnt, dass sie ein eigenständiges und überzeugendes Werk fernab des Retorten-Horrors der heutigen Zeit bilden.

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Weitere Details zum Buch findet ihr auf der Seite vonkastanienundknochen.de. Informationen zum Autor gibt es dort ebenfalls.

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