Review: Die Jahre der Toten | Z. A. Recht (Buch)

Während ich mich seit mehreren Stunden in diversen Online-Shops umtue um mir und meinen Liebsten die Weihnachtszeit zu versüßen, nehme ich mir nun doch mal eben die Zeit, diese Einleitung zu meiner längst fertigen neuesten Review zu verfassen, damit ihr heute Abend noch ein bisschen Lesestoff bekommt. Ich muss dann jetzt aber auch weiter shoppen. Euch noch einen schönen Abend und einen guten Start in die neue Woche!

Die Jahre der Toten
Morningstar-Strain-Trilogie 1

Plague of the Dead, USA 2006, 447 Seiten

Die Jahre der Toten von Z. A. Recht
© Heyne Verlag

Autor:
Z. A. Recht

Verlag (D):
Heyne Verlag
ISBN:
978-3-453-52941-0

Genre:
Endzeit | Horror

 

Inhalt:

Am 9. Dezember 2006 werden in Mombasa das erste Mal mit dem Morgenstern-Virus infizierte Personen gesichtet. Schnell stellt sich heraus, dass diese nicht nur von einer signifikant gesteigerten Aggression getrieben werden, sondern dass die Erreger den Wirtskörper sogar soweit infiltrieren, dass selbst totgeglaubte Individuen sich erneut zu erheben imstande sind, um in der Nähe befindliche Personen unvermittelt anzugreifen. Die Seuche greift in Afrika schnell um sich und das amerikanische Militär wird entsendet, um den Suez-Kanal zu einem Verteidigungsbollwerk auszubauen, zumal die Infizierten sich nicht durch Wasser bewegen zu können scheinen. Doch ist die Verteidigungslinie bald dem schieren Ansturm der Infizierten nicht mehr gewachsen und eine um die andere Stadt fällt der Seuche zum Opfer.

Die Soldaten vom Suez-Kanal unter der Führung von General Franics Sherman sammeln so viele Zivilisten ein wie sie können und machen sich auf nach Scharm El-Scheich, um von dort aus das Land über den Seeweg zu verlassen. Auch andernorts auf der Welt greift der Morgenstern-Erreger um sich und selbst in Washington nehmen die Übergriffe langsam aber sicher Überhand, während sich die verheerten Soldaten noch immer auf dem beschwerlichen Weg gen Heimat befinden.

Rezension:

Der erste Teil der Morningstar-Strain-Trilogie des 2009 verstorbenen Autoren Z. A. Recht ist ein durchaus zweischneidiges Schwert. Freilich kommt Die Jahre der Toten im Genre der Zombie-Geschichten nicht ohne Klischees und Altbekanntes aus und die Ausbreitung der hier Morningstar getauften Seuche geht vonstatten wie man es gewohnt ist, wenngleich hier nicht ein kleiner Trupp Zivilisten im Vordergrund steht, sondern vielmehr das amerikanische Militär, das zunächst versucht, den gesamten afrikanischen Kontinent, wo die Seuche ihren Ursprung hat, von der Welt abzuschotten. Das ist insofern beinahe innovativ zu nennen, jedoch muss man sich auch damit abfinden können, dass gerade zu Beginn hauptsächlich Militärs die Hauptrollen einnehmen.

Angereichert wird der militaristische Haufen dann mit der Krankenpflegerin Rebecca, dem Fluglotsen Mbutu und einigen weiteren Gestalten, die sich über die gesamte Dauer des Buches nicht von ihren Klischees freispielen können und auch kaum so etwas wie Tiefe entwickeln. Einzig dem General Sherman lässt Recht so etwas wie ein Innenleben zuteilwerden, doch auch dieses muss mit allerlei Plattitüden und Klischees klarkommen – Figurenzeichnung sieht anders aus!

Immerhin kommt nun das große Aber, denn Die Jahre der Toten ist wunderbar kurzweilig inszeniert und was den Fortgang der Geschichte angeht ein echter Page-Turner. Der Fokus liegt zwar auf den Militärs am Suez-Kanal, die später nach Scharm El-Scheich und von dort auf die USS Ramage flüchten, um nach Amerika zurückzukehren, doch findet sich in Washington, D. C. ein weiterer Sub-Plot um die Wissenschaftlerin Anne Demilio, die ihrerseits mit Sherman befreundet ist und vor dem Ausbruch der Morningstar-Seuche in regem Kontakt zu ihm stand, so dass diese Handlungen zwar zunächst parallel verlaufen, sich aber vermutlich im Nachfolgeband auch kreuzen werden.

Fallen die Figuren also vergleichsweise flach aus in Die Jahre der Toten lässt die Handlung kaum Langeweile aufkommen und springt gekonnt immer dann von einem zum anderen Ort, einerseits, wenn die Spannung am größten ist oder andererseits, wenn sich gewisse Ermüdungserscheinungen einzustellen drohen. Im letzten Drittel verliert der Roman zwar ein wenig an Einfallsreichtum und Tempo, dennoch reicht die Spannung aus, um zum einen den Leser bei der Stange zu halten und zum anderen das Interesse an dem Fortgang der Geschichte aufrecht zu erhalten. Und auch wenn Z. A. Recht seine Morningstar-Strain-Trilogie nicht selbst hat beenden können, stammt doch zumindest der auf diesen Roman folgende Aufstieg der Toten noch aus seiner Feder und der Abschlussband wurde anhand der vorliegenden Entwürfe von Thom Brannan vollendet.

Fazit & Wertung:

Die Jahre der Toten bedient sich zahlreicher Klischees und kommt mit einer zugegebenermaßen flachen Figurenzeichnung aus, dafür allerdings strotzt die Geschichte vor spannenden Wendungen und auch dem einen oder anderen großartigen Einfall, zumal die Erklärung für die Zombies, wenn auch nicht erschöpfend, so doch in sich sehr stimmig ist.

7 von 10 überrannten Bastionen des Militärs

Die Jahre der Toten

  • Überrannte Bastionen des Militärs - 7/10
    7/10

Fazit & Wertung:

Die Jahre der Toten bedient sich zahlreicher Klischees und kommt mit einer zugegebenermaßen flachen Figurenzeichnung aus, dafür allerdings strotzt die Geschichte vor spannenden Wendungen und auch dem einen oder anderen großartigen Einfall, zumal die Erklärung für die Zombies, wenn auch nicht erschöpfend, so doch in sich sehr stimmig ist.

7.0/10
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Weitere Details zum Buch und dem Autor findet ihr auf der Seite des Heyne Verlag. Dort findet sich übrigens auch eine Leseprobe als PDF.

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Die Jahre der Toten ist am 09.07.12 im Heyne Verlag erschienen.Hat der Artikel euer Interesse geweckt, dann bestellt doch über den folgenden Link und unterstützt damit das Medienjournal!

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