Review: 96 Hours – Taken 2 (Film)

Heute gibt es die neueste Review mal wieder etwas früher, weil wir hier daheim mal wieder Besuch erwarten, aber das soll dem Artikel an sich natürlich keinen Abbruch tun. Schon jetzt viel Spaß mit meiner Kritik, bei der man mir sicherlich von der einen oder anderen Seite wird vorwerfen können, dass ich mit dem Film noch viel zu gnädig gewesen bin.

96 Hours
Taken 2

Taken 2, FR 2012, 91 Min.

96 Hours - Taken 2 | © Universum Film
© Universum Film

Regisseur:
Olivier Megaton
Autoren:
Luc Besson
Robert Mark Kamen

Main-Cast:
Liam Neeson (Bryan Mills)
in weiteren Rollen:
Maggie Grace (Kim)
Famke Janssen (Lenore)

Genre:
Action | Thriller

Trailer:

 

Inhalt:

Nachdem der frühere CIA-Agent Bryan Mills seine Tochter aus den Klauen eines albanischen Menschenhändlerringes befreien konnte, versuchen er, seine Ex-Frau Lenore und natürlich Tochter Kim in die Normalität zurückzufinden. Doch die Familienangehörigen der in Paris getöteten Albaner sinnen auf Rache und sind Mills und seiner kleinen Familie schon auf den Fersen. Da kommt es ihnen sehr zupass, als Mills einen Job in Istanbul annimmt und Lenore und Kim kurzerhand überredet, ihn nach getaner Arbeit dort zu besuchen. Kaum sind sie in Istanbul versammelt setzen sich die Albaner in Bewegung und entführen Bryan und Lenore.

Szenenbild aus 96 Hours - Taken 2 | © Universum Film
© Universum Film

Zum Glück ist Bryans Handeln noch tief geprägt von seiner Zeit bei der CIA und so gelingt es ihm, Kontakt zu seiner Tochter aufzunehmen, die ihre Eltern nun finden und retten muss. Merklich überfordert begibt Kim sich auf die Suche und folgt den Anweisungen ihres in einem feuchten Keller angeketteten Vaters, doch mit der Befreiung ist die Angelegenheit noch lange nicht ausgestanden, denn es gilt weiterhin, den Drahtzieher der Entführung zur Strecke zu bringen und der hat sich in einem Haus voll seiner Landesgenossen verschanzt und sinnt noch immer auf Vergeltung.

Rezension:

Ein zweiter Teil muss sich natürlich immer an seinem Vorgänger messen lassen und das ist auch schon die erste Hürde, an der 96 Hours – Taken 2 (und spätestens hier rächt sich nun die unsinnige Übersetzung des ersten Teils) scheitert. Doch auch für sich betrachtet kann der Film leider nicht überzeugen, ist in Relation zu dem wuchtigen Vorgänger gar eine herbe Enttäuschung. Attestierte ich dem Vorgänger noch, „ein äußerst gelungener Actionthriller [zu sein], der zu keinem Zeitpunkt an Drive verliert“, so kann man das von seinem Nachfolger kaum noch behaupten. Der Film beginnt zwar durchaus stimmungsvoll, wenngleich das Intro für meinen Geschmack ein wenig zu inhaltsleer und bewusst actionorientiert daherkommt, aber spätestens wenn man Liam Neeson erneut als Bryan Mills sieht, ist man augenblicklich wieder in der Szenerie und es fühlt sich an, als wären nicht gut vier Jahre zwischen den Filmen vergangen.

Szenenbild aus 96 Hours - Taken 2 | © Universum Film
© Universum Film

96 Hours konnte ja bei mir insbesondere dadurch punkten, dass er sich auch seinen Figuren gewidmet und im Rahmen seiner Möglichkeiten eben nicht nur ein sinnentleertes Action-Feuerwerk zum Besten gegeben hat. Diese Stärke bewahrt sich auch der zweite Teil und so hat Bryans Tochter Kim nun einen Freund und ihr Vater reagiert natürlich, wie man es von ihm erwarten würde. Des Weiteren schlägt sich das Töchterlein mit dem Führerschein herum, wobei jeder halbwegs versierte Cineast hier schon Lunte riechen dürfte, dass es zu halsbrecherischen Verfolgungsjagden der Fahranfängerin ohne Lappen in Istanbul kommen wird. Nichtsdestotrotz ist dieser erste Teil äußerst stimmig inszeniert und kommt mit nur wenigen Längen aus, wird zudem immer wieder unterbrochen, um die Vorbereitungen der Albaner zu zeigen und so die noch folgenden Ereignisse zu teasern.

Allerdings versäumt es 96 Hours – Taken 2 an einem gewissen Punkt, schlussendlich an Fahrt aufzunehmen und trotz der Entführung von Bryan und Lenore und der Flucht von Kim nebst anschließender Befreiungsaktion nimmt das Geschehen einen kaum gefangen und lässt die unbändige Kraft und Wucht des ersten Teils vermissen. Zudem wird gerade zum Ende des zweiten Drittels eine brenzlige Szene für Bryan und Kim – übrigens im Grunde das Herzstück des Films und noch am überzeugendsten – völlig salopp und ohne Überleitung zu Ende gebracht, um dann zielstrebig auf das Finale zuzusteuern, das sich zwar ebenfalls redlich bemüht, letztlich aber in wenigen Minuten abgearbeitet wird, um dem ein kurzes und vorhersehbares Outro anzuhängen. Positiv zu vermerken ist wiederum, dass Maggie Grace, beziehungsweise Kim, diesmal deutlich mehr Screentime hat und auch deutlich mehr zu tun bekommt, während sie im ersten Teil nun einmal den Großteil der Zeit entführungsbedingt durch Abwesenheit glänzte.

Szenenbild aus 96 Hours - Taken 2 | © Universum Film
© Universum Film

Man kann 96 Hours – Taken 2 ganz objektiv betrachtet optisch und inszenatorisch abgesehen von den genannten Mängeln zwar kaum etwas ankreiden, aber der Funke will einfach nicht überspringen, so dass sich der Film in seiner uninspirierten Art in das Gros der seelenlosen und im Grunde überflüssigen Action-Blockbuster einreiht. Zugutehalten kann man ihm immerhin, dass er einerseits wieder gekonnt auf das Dreiecksgespann Bryan, Kim und Lenore abstellt und den Umstand, dass man die Kulisse Istanbul durchaus zu nutzen weiß und die baulichen Besonderheiten in die Action-Einlagen einzubauen versteht. Davon ab bleibt aber leider nicht viel denkwürdiges in Erinnerung, so dass ich trotz meiner Vorfreude zugeben muss, dass es eventuell besser gewesen wäre, dieses an den Haaren herbeigezogene Drehbuch in der Schublade gelassen zu haben, denn viel zu oft verkommt dieser zweite Teil zu einem billigen Abklatsch mit geringfügiger Variation und in neuer Lokalität, der dem großen Vorbild aber zu keinem Zeitpunkt das Wasser reichen kann.

Fazit & Wertung:

96 Hours – Taken 2 ist in meinen Augen kein totaler Reinfall, aber weit davon entfernt, mit den Qualitäten des Originals nur annähernd Schritt zu halten. Für Fans der Reihe daher durchaus auch ein mittelschweres Ärgernis, abgekoppelt davon im direkten Vergleich zu anderen Genre-Vertretern aber ein halbwegs solider Film.

5 von 10 telefonisch instruierten Rettungsaktionen

96 Hours - Taken 2

  • Telefonisch instruierte Rettungsaktionen - 5/10
    5/10

Fazit & Wertung:

96 Hours - Taken 2 ist in meinen Augen kein totaler Reinfall, aber weit davon entfernt, mit den Qualitäten des Originals nur annähernd Schritt zu halten. Für Fans der Reihe daher durchaus auch ein mittelschweres Ärgernis, abgekoppelt davon im direkten Vergleich zu anderen Genre-Vertretern aber ein halbwegs solider Film.

5.0/10
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Meinungen aus der Blogosphäre:
Cellurizon: 2/10 Punkte
CineKie: 4/10 Punkte
Filmherum: 7/10 Punkte

96 Hours – Taken 2 ist am 15.03.13 auf DVD und Blu-ray im Vertrieb von Universum Film erschienen. Hat der Artikel euer Interesse geweckt, dann bestellt doch über einen der Links und unterstützt damit das Medienjournal!

DVD:

Blu-ray:

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