Review: Jack and the Giants (Film)

Und damit wären wir schon beim immerhin vierten Post in vier Tagen, gebessert hat sich mein Posting-Verhalten also schon einmal recht akut und wenn euch dann auch noch meine Film-Kritik hoffentlich gefällt, sollte doch alles in Butter sein. Ach nein, den Film hatten wir ja schon. Reden wir heute also über:

Jack and the Giants

Jack the Giant Slayer, USA 2013, 114 Min.

Jack and the Giants | © Warner Home Video
© Warner Home Video

Regisseur:
Bryan Singer
Autoren:
Darren Lemke
Christopher McQuarrie
Dan Studney

Main-Cast:

Nicholas Hoult (Jack)
Eleanor Tomlinson (Isabelle)
Ewan McGregor (Elmont)
Stanley Tucci (Roderick)
Ian McShane (King Brahmwell)
Bill Nighy (General Fallon)
Eddie Marsan (Crawe)
Ewen Bremner (Wicke)

Genre:
Abenteuer | Fantasy

Trailer:

 

Inhalt:

Szenenbild aus Jack and the Giants | © Warner Home Video
© Warner Home Video

Vor vielen hundert Jahren, so geht die Geschichte, wurden die Riesen, die aus ihrem Himmelsreich Gantua auf die Erde hinabgestiegen waren und sich die Menschheit beinahe Untertan gemacht hatten, unter Aufbringung aller Kräfte und einer magischen Krone von der Erde verbannt und in ihr Himmelsreich zurückgedrängt. Der Bauernjunge Jack, der unweit des Schlosses von Cloister sein Dasein fristet, kennt diese Geschichte in- und auswendig und als er eines Tages von seinem Onkel in die Stadt geschickt wird, um Pferd und Karren zu verkaufen, lässt er sich zwar nicht gerade freiwillig auf den Deal ein, das gute Tier gegen angeblich magische Bohnen einzutauschen, doch glaubt er zumindest an die ihnen innewohnende Kraft, während sein Onkel mehr als nur enttäuscht von dem Jungen ist. Derweil entflieht aus dem Schloss von Cloister die eigensinnige wie abenteuerlustige Prinzessin Isabelle und wie es der Zufall will, landet sie im Zuge eines Wolkenbruchs ausgerechnet bei Jack, der sie tags zuvor in der Stadt kurz erblickt hatte und die Adlige sofort erkennt.

Doch durch das Unwetter wird eine der Bohnen, die durch einen Spalt im Boden gerutscht war, von Wasser umspült und in Minutenschnelle sprießt eine baumdicke und kilometerhohe Ranke aus dem Fundament des Hauses und reißt es mit sich in die Wolken – mitsamt Isabelle. Jack versucht sie noch aus der Hütte zu befreien, landet schlussendlich aber unsanft auf dem Boden und muss am nächsten Tag dem König Rede und Antwort stehen, was mit dessen Tochter passiert ist. Als der seinen Männern befiehlt, die Ranke zu erklimmen und Isabelle zu retten, meldet Jack sich freiwillig und beginnt gemeinsam mit einigen Soldaten und Rittern sowie Isabelles künftigem Ehemann Roderick den beschwerlichen Aufstieg. In den Wolken angekommen, müssen die Streiter des Königs bald entdecken, dass die Riesen weit realer sind als die Märchen es vermuten lassen würden und sollten sie die Prinzessin nicht retten, bevor die Riesen den Weg hinab entdecken, wären nicht nur sie, sondern möglicherweise ganz Cloister verloren.

Rezension:

Gleich zu Beginn von Jack and the Giants bekam ich es mit der Angst zu tun, denn in den ersten Minuten, die ganz klassisch der Exposition der Figuren und des Settings dienen, haut der Film gleich eine ganze Handvoll wirklich grottiger Effekte raus und es dauerte geschlagene zwei Minuten bis ich gewahr wurde, dass dieser so offenkundig animierte Auftakt absichtlich genauso aussehen sollte – wenn sich mir auch nicht erschließt, weshalb man sich gewünscht haben könnte, den Film so krude beginnen zu lassen – doch nach der ersten Totale der mittelalterlichen Stadt Cloister konnte ich beruhigt aufatmen, sah, dass es durchaus auch besser geht und war folglich später sogar angetan von den Riesen und deren Animation, die, obschon auch zum Zeitpunkt der Veröffentlichung des Films nicht mehr ganz up to date und überzeugend, doch deutlich detailreicher, liebevoller und durchdachter daherkommen, als was einem in der Eingangssequenz kredenzt worden ist. Überhaupt war ich von Bryan Singers Märchenspektakel grundsätzlich sehr angetan, denn anders als viele auf Bombast gepimpte Geschichten letzter Jahre will dieser Film wirklich endlich einmal wieder ein echter und geradliniger Märchenfilm sein, was ihm auch durchaus gut zu Gesicht steht.

Szenenbild aus Jack and the Giants | © Warner Home Video
© Warner Home Video

Natürlich erfordert es erst einmal ein paar Minuten des Umdenkens, bis man akzeptiert, dass die teils überzogene Darstellung der Figuren, ihre offenkundigen Spleens und die archetypischen Charaktere gewollt und dem Märchencharakter des Streifens geschuldet sind, funktioniert dann aber ausnehmend gut. So verzichtet Singer auch auf die üblichen Querverweise und popkulturelle Anspielungen, sorgt für augenzwinkernde Szenen rein aus seiner Erzählung heraus und interpretiert die Geschichte zwar deutlich neu und manchmal auffallend modern, wenn man sich halbautomatische Schießvorrichtungen der Soldaten von Cloister besieht, bleibt ansonsten aber dem klassischen Flair seines Streifens durchaus treu, was aber auch zur Folge hat, dass viele der Riesen auch mehr wie dümmliche Trolle denn wie furchterregende Gegner wirken; ein Eindruck, der sich aber zur finalen Schlacht hin äußerst schnell redigiert.

Auch in Sachen Darsteller macht Singer alles richtig, denn Nicholas Hoult mochte ich schon in Warm Bodies und er macht seine Sache gut, harmoniert vor allem aber wunderbar mit der mir vorher unbekannten Eleanor Tomlinson. Die vergleichsweise unbeschriebenen Blätter von Hauptdarstellern werden aber geradezu umringt von einer ganzen Riege gestandener Darsteller und es ist eine helle Freude, Ewan McGregor gemeinsam mit Eddie Marsan als Ritter des Königs zu erleben, der wiederum von Ian McShane verkörpert wird, leider aber zu wenig Raum bekommt, seine Figur voll zu entfalten. Dahingegen gelingt dies Stanley Tucci überraschend gut, insbesondere da er als böser Lord Roderick gefühlt noch seltener zu sehen ist als McShane. Bill Nighy derweil ist nicht zu sehen, leiht aber General Fallon von den Riesen seine Stimme und schafft es allein durch die Präsenz und Ausdruckskraft seiner Stimme, dem animierten Wesen gehörig Profil und Charakter einzuflößen.

Szenenbild aus Jack and the Giants | © Warner Home Video
© Warner Home Video

Bei all der altmodischen Ausgestaltung und Inszenierung, der geradlinigen Geschichte und den stereotypen Figuren muss man aber auch sagen, dass dem Märchenfilm ein bisschen der Aha-Effekt fehlt, der Funke, der ihn von dem Gros an Produktionen abheben oder ihn besonders machen würde. So ist Jack and the Giants ein rundherum guter, unterhaltsamer, netter Film, zwar auch nie langweilig, aber eben auch nie mehr als „nur“ nett. Kein Film zum Nachdenken und kein Film der großen Gefühle, kein Film stundenlanger Bombast-CGI-Schlachten und kein Film mit tieferem Sinn oder Metaebene, dafür aber ein Film für Groß und Klein, ein kurzweiliger Abenteuer- und Märchenfilm, der manchmal gediegener und altbackener wirkt als es ihm guttäte, der dank seiner sympathischen Ausgestaltung aber auch seine Daseinsberechtigung haben darf und soll, zumal er trotz seiner stringenten Erzählweise doch auch immer wieder mit Überraschungen aufwartet, die ich so wirklich nicht habe kommen sehen. Kann man gesehen haben, muss man aber definitiv nicht.

Fazit & Wertung:

Eigentlich könnte Bryan Singers Jack and the Giants gemessen an seinen Ambitionen ein richtig toller Film sein und unterhält auch über die gesamte Laufzeit ohne größere Einbrüche, aber dennoch ist die Dramaturgie teilweise holprig, sind die Effekte teilweise eher lächerlich denn bombastisch und die Geschichte eher nett als packend. Er wirkt im besten Sinne altmodisch und offeriert ein vergleichsweise klassisch dargebrachtes Märchen, aber irgendwie fehlt ihm der letzte Kick, um so richtig mitreißen zu können.

6 von 10 tollpatschig und dümmlich wirkenden Riesen

Jack and the Giants

  • Tollpatschig und dümmlich wirkende Riesen - 6/10
    6/10

Fazit & Wertung:

Eigentlich könnte Bryan Singers Jack and the Giants gemessen an seinen Ambitionen ein richtig toller Film sein und unterhält auch über die gesamte Laufzeit ohne größere Einbrüche, aber dennoch ist die Dramaturgie teilweise holprig, sind die Effekte teilweise eher lächerlich denn bombastisch und die Geschichte eher nett als packend. Er wirkt im besten Sinne altmodisch und offeriert ein vergleichsweise klassisch dargebrachtes Märchen, aber irgendwie fehlt ihm der letzte Kick, um so richtig mitreißen zu können.

6.0/10
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Jack and the Giants ist am 02.08.13 auf DVD und Blu-ray im Vertrieb von Warner Home Video erschienen. Hat der Artikel euer Interesse geweckt, dann bestellt doch über einen der Links und unterstützt damit das Medienjournal!

DVD:

Blu-ray:

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  • Xander81

    Jepp, dein Fazit kann ich genau so unterschreiben. Die Sichtung ist zwar schon etwas her, aber der Film war absolut belanglos. Nett, aber belanglos.

    • Ja, leider ziemlich. Aber immerhin nett, kann auch nicht jeder Film von sich behaupten. Bekommt unabhängig von der schlussendlichen Wertung von mir auf alle Fälle Sympathie-Bonuspunkte, irgendwie mochte ich ihn, bei aller Belanglosigkeit, doch gerne sehen.

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