Review: Shazam! (Film)

Holen wir heute dann mal wieder einen Superheldenfilm nach, den ich mir dann jetzt auch mal (endlich) auf Scheibe gegönnt habe. Da es sich nicht um den einzigen Neuzugang in der Sammlung handelt, ist derweil auch für die nächsten Wochen vorgesorgt, aber heute starten wir eben erst einmal mit diesem etwas ungewöhnlichen Helden.

Shazam!

Shazam!, USA/CA 2019, 132 Min.

Shazam! | © Warner Home Video
© Warner Home Video

Regisseur:
David F. Sandberg
Autor:
Henry Gayden

Main-Cast:

Zachary Levi (Shazam)
Mark Strong (Dr. Sivana)
Asher Angel (Billy Batson)
Jack Dylan Grazer (Freddy Freeman)
Adam Brody (Super Hero Freddy)
Djimon Hounsou (Wizard)

Genre:
Action | Abenteuer | Komödie | Fantasy

Trailer:

 

Inhalt:

Szenenbild aus Shazam! | © Warner Home Video
© Warner Home Video

Waisenjunge Billy Batson ist bereits aus sechs Pflegefamilien getürmt und noch immer auf der Suche nach seiner echten Mutter, die er einst bei einem Jahrmarktsbesuch aus den Augen verloren hat, die ihn anscheinend aber auch nie gesucht hat. Nachdem er einmal mehr mit dem Gesetz in Konflikt gerät und aufgegriffen wird, verschlägt es ihn in seine siebte Pflegefamilie, ein regelrechtes Tollhaus von Jugendlichen, unter liebevoller Aufsicht von Victor und Rosa Vasquez. Billy fügt sich dennoch nur zaghaft in die neue Gruppe ein, doch bekommt er bald Probleme ganz anderer Art, als es ihn unvermittelt in die Höhle eines mysteriösen Magiers verschlägt, der ihn mangels Alternativen für würdig befindet und ihm seine Kräfte überträgt, um die jüngst auf freien Fuß gelangten sieben Todsünden zu bändigen, was er ihm allerdings verschweigt. So findet sich Teenager Billy plötzlich im Körper eines muskelbepackten Erwachsenen im rot-weißen Kostüm wieder, der Blitze verschießen kann und auch sonst einiges auf dem Kasten hat. Während er noch das Ausmaß seiner Kräfte zu ergründen versucht, kommt ihm Sivana auf die Spur und bedroht bald Billys neue Pflegefamilie, um den Kontrahenten unschädlich zu machen…

Rezension:

Ihr wisst, vor die Wahl gestellt, ob DC oder Marvel, würde ich immer zu Marvel und dessen Cinematic Universe tendieren, zumal mir nicht nur die Filme weitaus besser gefallen, sondern hier eben auch ein Masterplan hinter allem gestanden hat, der die unterschiedlichsten Beiträge clever, aber nicht zu übertrieben miteinander verknüpft. Anders sieht es da bei den vergleichsweise wenigen DC-Filmen aus, die mal mehr, mal minder überzeugend für mich gewesen sind, vor allem aber kein stimmiges Ganze bilden und sich einmal zu oft in Materialschlachten verlieren, die für meinen Geschmack ungleich ermüdender sind als bei der Konkurrenz. Nun habe ich aber im Vorfeld viel Gutes zu Shazam! gehört, der zudem mit Zachary Levi (Chuck) eine Verkörperung des Helden zu bieten hat, die genialer und passender kaum sein könnte, eben weil man dem sonst schlaksigen Kerl unbesehen abkauft, sich erst einmal an seine Muskelberge und die damit einhergehenden Kräfte gewöhnen zu müssen, was mitunter einer der Running Gags schlechthin in dem Film ist.

Szenenbild aus Shazam! | © Warner Home Video
© Warner Home Video

Eigentlich hatte der auch für eine deutlich kleinere Rolle vorgesprochen, doch zu unser aller Glück ist auch den Verantwortlichen nicht entgangen, wie ideal und genial seine Besetzung als Shazam wäre, zumal er die Rolle mit reichlich Improvisationstalent und herrlich skurrilem Verhalten zu veredeln weiß, ohne es je wirklich albern werden zu lassen. Dabei funktioniert insbesondere die Kombination aus Komödie und tatsächlich ziemlich ernsthaftem Familien-Drama, wobei dann die spektakulären Auseinandersetzungen mit Fiesling Dr. Sivana mehr eine nette Dreingabe sind (und leider ebenfalls zum Ende hin eine Spur weniger ausufernd hätten sein dürfen). Dieser machthungrige Sivana ist dabei im Grunde der typische Film-Bösewicht geworden und nichts, was man nicht schon ähnlich gesehen hätte, doch vermag ihn Mark Strong (Mindscape) mit ausreichend Verve und Präsenz zu inszenieren, dass er als Widersacher durchaus bedrohlich und größenwahnsinnig daherkommt. Kein Wunder, wenn man sich mit den sieben Todsünden zusammentut, die ihm seine Kräfte verleihen und auch optisch ausgesprochen gelungen sind, schließlich hat sich Regisseur David F. Sandberg seine Meriten im Horror-Genre, namentlich Lights Out und Annabelle 2 verdient, bevor er für dieses ungleich höher budgetierte (und deutlich mainstreamigere) Werk verpflichtet worden ist. Ein wenig schade zwar, dass die Todsünden letztlich auch nicht viel mehr machen als zu schlagen und zu beißen, statt sich mehr ihrem Naturell entsprechend zu verhalten, aber da wird man sicherlich auch hinsichtlich Altersfreigabe Abstriche gemacht haben müssen.

Nichtsdestotrotz atmet Shazam! durch diese Verquickung von Komponenten tatsächlich reichlich Eighties-Flair, wenn eben die Jugendlichen Billy und Freddy versuchen, die Kräfte von Shazam auszuloten, es Billy in die doch leicht trashig anmutende Höhle eines mächtigen Magiers verschlägt, der von einem herrlich überzogen auftretenden Djimon Hounsou (Captain Marvel) verkörpert wird und es für die Teenager noch mitunter am reizvollsten scheint, Billys neugewonnenes Äußeres zu nutzen, um endlich Bier kaufen zu können. Und all das wird zusammengehalten von der Geschichte eines Waisenjungen, der sich von seiner Mutter und der Welt betrogen fühlt und erst langsam lernen muss, dass es nicht das Allheilmittel sein kann, sich von allem und jedem abzukapseln, um nur ja nicht verletzlich oder angreifbar zu erscheinen. Entsprechend gibt sich Sandbergs Film als wahres Potpourri an Themen zu erkennen, die das Gesamtwerk allerdings nie überfrachtet wirken lassen, sondern sich jederzeit stimmig ineinanderfügen. Das gilt insbesondere auch für Zachary Levi (Office Uprising), den man hier ausschließlich im Heldenkostüm mit beleuchtetem Blitz auf der Brust bewundern kann, denn anstatt eigenständige Figur zu sein, ist er ja lediglich das erwachsene Alter Ego des von Asher Angel verkörperten Billy Batson, was man ihm dank pointierter und verspielter Darstellung jederzeit abkauft, zumal auch die Interaktion mit dessen "Sidekick" Freddy (Jack Dylan Grazer, Es) durchweg überzeugt.

Szenenbild aus Shazam! | © Warner Home Video
© Warner Home Video

Allerdings mag Shazam! mit rund 130 Minuten Laufzeit einen Hauch zu lang geraten sein, denn während dies bei einem epischen Konflikt noch zu vertreten wäre, erzählt diese schmissig inszenierte Origin eine weitaus kleinere, intimere Geschichte, auch wenn die Gefahr durch Sivana und die Todsünden sicherlich als immens betrachtet werden darf. So zieht sich das auf reißerisch getrimmte Finale – wie eben bei DC leider schon an der Tagesordnung – ein wenig zu sehr in die Länge. Wobei das von Henry Gayden verfasste Skript noch den Vorteil mit sich bringt, selbst hier noch einige herrliche Gags rauszuhauen, was beispielsweise den klassischen Superschurken-Monolog angeht, der auch hier nicht fehlen darf. Zudem wird aber auch das Familienthema erneut aufgegriffen und verhilft so unter anderem Adam Brody (Ready or Not) zu einem Gastauftritt, der hoffentlich im für 2022 angedachten Sequel noch deutlich ausgebaut werden wird. Während ich also im Vorfeld noch nicht einmal von der Existenz Shazams gewusst habe – der übrigens früher einmal Captain Marvel hieß, was man aus naheliegenden Gründen seitens DC geändert hat –, haut ein bis dato als Horrorfilmer bekannter Regisseur mal eben den in meinen Augen bislang stärksten Vertreter des DCEU raus, was ich nicht einmal an dem deutlich offensiveren Humor festmachen möchte – der allerdings glänzend funktioniert –, sondern an der Tatsache, dass hier auch dramaturgisch und emotional eine überzeugende Story abgeliefert wird.

Fazit & Wertung:

David F. Sandberg präsentiert mit Shazam! einen erfrischend andersartigen, unterhaltsamen und zu Herzen gehenden Superheldenfilm, der zwar auch viele altbekannte Versatzstücke mit sich bringt, dank leicht trashiger und augenzwinkernder aber auch in den richtigen Momenten innovativ und unverbraucht wirkt. Zugegebenermaßen liegt das auch zu großen Teilen an Zachary Levi, der eine Punktlandung in Sachen Besetzung darstellt.

8 von 10 Spitznamen für einen oft etwas unbeholfenen Helden

Shazam!

  • Spitznamen für einen oft etwas unbeholfenen Helden - 8/10
    8/10

Fazit & Wertung:

David F. Sandberg präsentiert mit Shazam! einen erfrischend andersartigen, unterhaltsamen und zu Herzen gehenden Superheldenfilm, der zwar auch viele altbekannte Versatzstücke mit sich bringt, dank leicht trashiger und augenzwinkernder aber auch in den richtigen Momenten innovativ und unverbraucht wirkt. Zugegebenermaßen liegt das auch zu großen Teilen an Zachary Levi, der eine Punktlandung in Sachen Besetzung darstellt.

8.0/10
Leser-Wertung 7/10 (2 Stimmen)
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Shazam! ist am 05.09.19 auf DVD, Blu-ray, 3D Blu-ray und 4K UHD Blu-ray bei Warner Home Video erschienen. Hat der Artikel euer Interesse geweckt, dann bestellt doch über einen der Links und unterstützt damit das Medienjournal!

DVD:

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vgw

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Eine Reaktion

  1. Stepnwolf 25. Juli 2020

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