Review: Stardust – Der Sternwanderer (Graphic Novel | Buch)

Und hier wären wir nun mit dem zweiten gar zauberhaften Artikel für heute, einer gar nicht einmal mehr so frischen Geschichte, die aber jüngst neu aufgelegt auch nach all den Jahren nichts von ihrem Esprit und ihrer Faszination eingebüßt hat. Viel Spaß und einen schönen Abend euch!

Stardust – Der Sternwanderer
Ein zauberhaftes Abenteuer im Land der Feen

Neil Gaiman and Charles Vess‘ Stardust, USA 1999, 228 Seiten

Stardust - Der Sternwanderer | © Panini
© Panini

Autor:
Neil Gaiman
Zeichner:
Charles Vess

Verlag (D):
Panini Verlag
ISBN:
978-3-957-98193-6

Genre:
Abenteuer | Fantasy | Romantik | Märchen

 

Inhalt:

Es begab sich einst im 19. Jahrhundert, in dem kleinen Dörfchen Wall, das seinen Namen von einer östlich gelegenen Mauer hat, in der es nur eine einzige Lücke, eine knapp zwei Meter breite Öffnung gibt, die tagein tagaus von zwei bewaffneten Männern bewacht wird, die darauf achten sollen, dass keines der Dorfkinder die Grenze überschreitet – denn von drüben kam noch niemals jemand hinüber – , dass es Dunstan Thorn, einen neugierigen und aufgeweckten jungen Mann auf die andere Seite verschlug, denn ale neun Jahre fand auf der Wiese ein großer Markt statt, der von den Völkern jenseits der Mauer ausgerichtet wurde und voller Wunder und Zauberei war. Dort machte Dunstan die Bekanntschaft einer jungen Frau des Feenvolkes, die ihm für einen Kuss ein kristallenes Schneeglöckchen überließ. Doch damit nicht genug, trafen sich die beiden in der darauffolgenden Nacht und obwohl Dunstan bald nach diesem Aufeinandertreffen die ebenfalls aus Wall stammende Daisy heiratete, ging aus der Verbindung zwischen ihm und der Feenfrau ein Junge hervor, der eines Abends an der Lücke in der Mauer lag und in die Familie Thorn aufgenommen wurde.

Ausschnitt aus Stardust - Der Sternwanderer | © Panini
© Panini

Jahre vergingen und der Junge, den sein Vater Tristran genannt hatte und der sich nun in einem ähnlichen Alter wie Dunstan damals befand, hatte sich unsterblich in die hübsche Victoria Forester verschossen, doch während die ihn abwies, versprach er ihr, eine just in dem Moment vom Himmel stürzende Sternschnuppe zu bringen, um ihr damit seine Liebe zu beweisen. Die Sternschnuppe allerdings ging jenseits der Mauer hernieder und es musste wohldurchdacht geplant werden, die Wächter an der Mauer zu überwinden. Sein Vater, voller Verständnis für den Abenteuerdrang des Jungen und um seine Herkunft wissend, half ihm bereitwillig und gab ihm als Glücksbringer das kristallene Schneeglöckchen mit und so begab sich Tristran auf eine Reise jenseits der Mauer, in der eine herabgestürzter Stern namens Yvaine, eine garstige Hexe, die überlebenden Söhne des Hauses Stormhold, ein Einhorn, ein Flugschiffkapitän und viele weitere wunderliche Gestalten mehr eine bedeutende Rolle spielen würden und an dessen Ende …

Rezension:

Nicht von ungefähr ist Neil Gaimans Stardust – Der Sternwanderer neben seiner Sandman-Saga wohl eines seiner bekanntesten Werke und wurde vor mittlerweile acht Jahren beinahe kongenial von Matthew Vaughn verfilmt, denn eines der wenigen Werke, bei dem es sich im wortwörtlichen Sinne um eine Graphic Novel handelt, also einen gar nicht mal so langen Roman, der dafür umso reicher bebildert ist – wofür in diesem Falle Charles Vess verantwortlich zeichnete – ist auch rund sechzehn Jahre nach seiner Erstveröffentlichung 1999 (wobei Gaiman bereits 1991 mit dem Schreiben begann) noch immer brandaktuell und absolut lohnenswert, was schlicht daran liegt, dass sein Buch gewordenes Märchen für Erwachsene – wie es zuweilen beworben wird – in seiner Gänze zeitlos wirkt und die Magie der Geschichte sich auch heute noch bereits auf den ersten Seiten zu entfalten versteht.

Ausschnitt aus Stardust - Der Sternwanderer | © Panini
© Panini

Die Geschichte selbst ist dabei gar nicht einmal so verworren oder verschlugen und folgt einer recht stringenten Erzählweise, doch gerade die oftmals vergleichsweise einfache Sprache macht es umso leichter, sich in den Irrungen und Wirrungen zu verlieren und sich ganz dem Zauber des Feenlandes zu ergeben, das, wenn schon nicht eindrücklich geschildert von Gaiman selbst, doch spätestens in den Zeichnungen von Vess seine optische Entsprechung findet. Vor allem aber punktet Stardust – Der Sternwanderer mit einem regelrechten Füllhorn an Ideen und Einfällen, obwohl es sich an gemeinhin bekannten Fantasy-Versatzstücken bedient, so dass wir nicht nur Mensch gewordenen Sternen begegnen, sondern auch magischen Artefakten, einer ganzen Schar Geister, Hexen – selbstredend – , einem Einhorn, einem Flugschiffkapitän und vielerlei Märchen- und Sagengestalten mehr.

Mehr denn je ist Stardust – Der Sternwanderer – gerade in der Anfang des Jahres seitens Panini erfolgten Neuveröffentlichung als edler Hardcover-Band mit stoffähnlichem Besatz – ein Buch zum Genießen, zum Schwelgen und Träumen und jeder, der solch magisch-märchenhaft angehauchten Geschichten etwas abgewinnen kann oder womöglich bis dato nur den Film kennt, sollte und darf hier einen Blick riskieren, zumal es sich eben gerade nicht um ein Sprechblasen-Comic handelt, sondern vielmehr um ein illustriertes Buch, wobei viele der teils großformatigen Zeichnungen von Charles Vess es auch mühelos verdient hätten, an die Wand gehängt zu werden, so liebevoll und detailreich, verspielt und verschnörkelt sind seine Interpretationen der Abenteuer von Tristran Thorne im Feenland. Doch damit nicht genug, runden Abbildungen der ursprünglichen Coverzeichnungen sowie ein ausgedehnter Skizzenteil mit Rohfassungen mancher Bilder und Figurenkonzeptzeichnungen den Band stimmungsvoll ab, der mit den Kurzportraits von Neil Gaiman und Charles Vess würdig beschlossen wird.

Ausschnitt aus Stardust - Der Sternwanderer | © Panini
© Panini

Die einzige Kritik, die ich im Rahmen von Stardust – Der Sternwanderer anzubringen bereit wäre – und die hat nicht einmal etwas mit dem Band selbst zu tun – bezöge sich darauf, warum es nicht viel öfter solch liebevolle Konglomerate aus Schrift und Bild zu bestaunen gibt, weil sie in diesem Fall ein einmaliges und unumwunden lohnenswertes Leseerlebnis geradezu garantieren, doch immerhin unterstreicht dieses Versäumnis anderer Künstler und Autoren doch nur umso mehr die Einzigartigkeit dessen, was Gaiman und Vess hier geschaffen haben und hebt die wohl beste Verquickung aus Buch und Comic auf ein Podest, von dem man es gerne immer wieder nehmen möchte, um darin zu schmökern und zu schwelgen, denn dafür sind Märchen schließlich gedacht – auch die für Erwachsene.

Fazit & Wertung:

Mit Stardust – Der Sternwanderer schuf Neil Gaiman ein ungewöhnliches wie für sich einnehmendes Werk voller Magie und Einfallsreichtum, voller Fabelwesen und Spukgestalten, voller Abenteuer und Gefahren, aber auch voller Romantik und Witz, eine Graphic Novel im wörtlichen Sinne, die mit den beinahe 200 Illustrationen von Charles Vess erst ihren wahren Zauber zu entfalten imstande ist.

10 von 10 vom Himmel gefallene Sterne

Stardust - Der Sternwanderer

  • Vom Himmel gefallene Sterne - 10/10
    10/10

Fazit & Wertung:

Mit Stardust – Der Sternwanderer schuf Neil Gaiman ein ungewöhnliches wie für sich einnehmendes Werk voller Magie und Einfallsreichtum, voller Fabelwesen und Spukgestalten, voller Abenteuer und Gefahren, aber auch voller Romantik und Witz, eine Graphic Novel im wörtlichen Sinne, die mit den beinahe 200 Illustrationen von Charles Vess erst ihren wahren Zauber zu entfalten imstande ist.

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Stardust – Der Sternwanderer ist am 20.01.15 im Panini Verlag erschienen. Hat der Artikel euer Interesse geweckt, dann bestellt doch über den nachfolgenden Link und unterstützt damit das Medienjournal!

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