Review: The Red Road | Staffel 1 (Serie)

So, liebe Leute, da wären wir also wieder mit einer neuen Serien-Kritik. Die ist zwar heute geringfügig kürzer ausgefallen als gewohnt, aber da einerseits die Staffel gerade mal läppische sechs Folgen umfasst und ich andererseits hinsichtlich des Schreibens von Kritiken nach meinem Urlaub erst einmal wieder in Fahrt kommen muss, glaube ich, dass das ausnahmsweise mal zu verschmerzen sein muss. Euch noch einen schönen Abend zu wünschen, versäume ich aber natürlich trotzdem nicht.

The Red Road
Staffel 1

The Red Road, USA 2014-2015, ca. 44 Min. je Folge

The Red Road | © KSM
© KSM

Serienschöpfer:
Aaron Guzikowski
Showrunner:
Aaron Guzikowski
Bridget Carpenter
Sarah Condon

Main-Cast:
Martin Henderson (Harold Jensen)
Jason Momoa (Phillip Kopus)
Julianne Nicholson (Jean Jensen)
Tamara Tunie (Marie)
Kiowa Gordon (Junior)
Allie Gonino (Rachel Jensen)
Annalise Basso (Kate Jensen)
Tom Sizemore (Jack Kopus)
in weiteren Rollen:
Gary Farmer (Mac)
Lisa Bonet (Sky Van Der Veen)
Zahn McClarnon (Mike Parker)
Antoni Corone (Captain Warren)
Brooke Montalvo (Paige)
Mike Farrell (David Rogers)
Nick Gomez (Frank Morgan)

Genre:
Drama

Trailer:

 

Inhalt:

Szenenbild aus The Red Road | © KSM/Sundance Channel
© KSM/Sundance Channel

Nach Jahren der Abwesenheit kehrt Ex-Sträfling Phillip Kopus in seine alte Heimat, Walpole, New Jersey zurück. Prompt droht der geheimnisvolle Hüne dem hiesigen Police Officer Harold Jensen eine Menge Ärger zu machen, denn nicht nur haben Phillip, Harold und dessen Frau Jean eine gemeinsame Vergangenheit, hat der Polizist schon genug damit zu kämpfen, seine Familie zusammenzuhalten. Als sich dann auch noch Jean eines Verbrechens schuldig macht und Harold sich auf die Hilfe von Phillip angewiesen sieht, könnte die Lage kaum aussichtsloser sein, zumal die Bewohner von Walpole dem nahegelegenen Indianerstamm der Lenape in den Ramapo Mountains, zu denen auch der gewaltbereite und verschlagene Phillip gehört, nicht gerade wohlgesonnen sind.

Dennoch sieht Harold sich gezwungen, diese unheilige Allianz mit dem Kriminellen einzugehen, nicht ahnend, was dies für seine Familie und ihn selbst bedeuten könnte, zumal nicht nur in Jeans sondern auch Phillips Vergangenheit noch eine Vielzahl Geheimnisse lauern, die bis zum heutigen Tage nachwirken…

Rezension:

Es kamen einige mehr als zufällige Gründe zusammen, weshalb ich The Red Road eine Chance gegeben habe, derer da wären, dass ich sehr gespannt darauf war, wie sich Jason Momoa fernab seiner Paraderolle als Khal Drogo schlagen würde, dass die erste Staffel der Serie gerade einmal läppische sechs Folgen umfasst hat und folglich schnell zu konsumieren wäre, vor allem aber auch, da ich gespannt war, ob Sundance Channel, mit denen ich bisher nur durch Rectify Berührung hatte, mich mit diesem Thema ebenso zu fesseln wissen würde. Last but not least zeichnete der Schöpfer der Serie – Aaron Guzikowski – auch für das Drehbuch zu Prisoners verantwortlich, der mich wie lange kein Thriller mehr gepackt und begeistert hat. Mit durchaus hohen Erwartungen begann ich also die Sichtung und war nach der ersten Folge doch geringfügig enttäuscht, denn die Handlung scheint zunächst ein wenig verworren, tritt in vielen Aspekten auf der Stelle und wollte für mich nicht so recht in Schwung kommen. Na gut, dachte ich, gib ihr mal noch ein, zwei Folgen, du kannst ja währenddessen noch was anderes machen, doch plötzlich fand ich mich wie gebannt vor dem Fernseher sitzend wieder, denn während die erste, in meinen Augen wirklich nur durchschnittliche Folge wohl nötig war, um Figuren und Setting zu etablieren, geht die Serie fortan in die Vollen und schlägt trotz oder gerade wegen ihrer ruhigen, meistenteils unaufgeregten Machart (die mich auch schon sehr an Rectify erinnerte) vollends in ihren Bann, zumal nicht allein Jason Momoa, sondern vor allem auch Martin Henderson als innerlich zerrissener Polizist Harold Jensen und Julianne Nicholson, die dessen Ehefrau Jean spielt, wirklich exzellente Darbietungen abliefern, die von Folge zu Folge nur besser werden.

Szenenbild aus The Red Road | © KSM/Sundance Channel
© KSM/Sundance Channel

Fortan offenbaren sich in jeder Episode neue, teils schockierende Wendungen, werden Geheimnisse gelüftet und neue etabliert, ohne dass es überladen oder übertrieben wirken würde, was sich auch in den Themen von The Red Road an sich widerspiegelt, die von Rassismus und Fremdenfeindlichkeit, vertuschtem Mord, Einschüchterung und Erpressung über die Bewahrung der eigenen Kultur und Herkunft, Schuld und Sühne, enttäuschtes Vertrauen, psychische Probleme und Suchtverhalten ein breites Spektrum an Themen abdecken und das alles auch noch mit der gebotenen Ernsthaftigkeit und ohne sich in Klischees und Plattitüden zu verlieren, dass es eine wahre Freude ist, selbst wenn man zugeben muss, dass der Plot der gerade einmal sechs Folgen zuweilen schon recht gedrängt wirkt und eine etwas längere Staffel der Serie gut getan hätte. Umso erfreuter war ich, als ich in der IMDb sah, dass die nächste Staffel bereits in der Mache war und noch weitaus enttäuschter war ich dann wiederum, als ich kürzlich erfuhr, dass die Serie nach gerade einmal diesen zwei Staffeln eingestellt worden sei, zumal die sich hieran anschließende Staffel ebenfalls nur sechs Folgen umfasst und anscheinend keinen befriedigenden Abschluss für die hier in Gang gesetzten Ereignisse findet, was nun einmal umso bedauerlicher ist, nachdem die Serie mich ab der zweiten Folge vollends überzeugt hatte.

Szenenbild aus The Red Road | © KSM/Sundance Channel
© KSM/Sundance Channel

Sicherlich wird The Red Road nicht jedermanns Sache sein in seiner getragenen Machart, doch spricht die intensive, düstere und bedeutungsschwangere Atmosphäre für sich, während ich nicht nur von der Entwicklung von Phillip Kopus und dem Jensen-Ehepaar beeindruckt war, sondern gleichwohl auch von der vielschichtigen Komplexität aller Figuren, deren Kern ich auch nach den sechs Folgen noch nicht gänzlich erschlossen zu haben meine, was für sehr gekonntes Storytelling spricht, womit Sundance Channel sich anscheinend einen Namen zu machen versucht. Hier ist nichts gewollt auf cool getrimmt, hier muss man nicht mit Blut und nackten Tatsachen punkten, hier spricht die Intensität der Geschichte für sich und auch wenn The Red Road ein meiner Meinung nach ungerechtfertigt frühes Ende gefunden hat, werde ich mir auch die zweite Staffel sicherlich nicht entgehen lassen, auch auf die Gefahr hin, wieder einmal einer viel zu früh zu Grabe getragenen Serie hinterhertrauern zu müssen, denn dafür war allein schon das packende Staffelfinale viel zu spannend, als dass ich darauf verzichten könnte, zu erfahren, wie es speziell mit den ungleichen und unfreiwillig verbundenen Antagonisten weitergeht, die zwar durchaus im Kern der Erzählung stehen, objektiv betrachtet aber gleichwohl nur ein kleiner Teil eines vielversprechenden und sorgsam ausgewählten Ensembles sind, deren Figuren sich hoffentlich in der kommenden Staffel noch ebenso zu entwickeln wissen werden.

Fazit & Wertung:

The Red Road ist ein packendes und bestechend intensives Drama mit düsterer und gleichsam ruhiger Inszenierung, das eine Vielzahl Themen aufs Trapez bringt und nach einer noch recht unausgegoren wirkenden ersten Folge beständig an Fahrt aufnimmt, was es umso bedauerlicher macht, dass die erste Staffel einerseits gerade einmal sechs Folgen umfasst, die Serie andererseits nach nur zwei Staffeln bereits wieder eingestellt worden ist. Nicht nur von Jason Momoa hätte ich gerne noch mehr gesehen und mitverfolgt, wie sich diese vielschichtige Geschichte noch entwickeln würde, denn gemessen an der Qualität der Serie ist es durchweg unverständlich, wieso ihr nicht mehr Erfolg beschieden war.

8 von 10 schwelenden Konflikten

The Red Road | Staffel 1

  • Schwelende Konflikte - 8/10
    8/10

Fazit & Wertung:

The Red Road ist ein packendes und bestechend intensives Drama mit düsterer und gleichsam ruhiger Inszenierung, das eine Vielzahl Themen aufs Trapez bringt und nach einer noch recht unausgegoren wirkenden ersten Folge beständig an Fahrt aufnimmt, was es umso bedauerlicher macht, dass die erste Staffel einerseits gerade einmal sechs Folgen umfasst, die Serie andererseits nach nur zwei Staffeln bereits wieder eingestellt worden ist. Nicht nur von Jason Momoa hätte ich gerne noch mehr gesehen und mitverfolgt, wie sich diese vielschichtige Geschichte noch entwickeln würde, denn gemessen an der Qualität der Serie ist es durchweg unverständlich, wieso ihr nicht mehr Erfolg beschieden war.

8.0/10
Leser-Wertung 10/10 (1 Stimme)
Sende

Episodenübersicht: Staffel 1

01. Arise My Love, Shake Off This Dream (7/10)
02. The Wolf and the Dog (8/10)
03. The Woman Who Fell from the Sky (8/10)
04. The Bad Weapons (8,5/10)
05. The Great Snake Battle (8,5/10)
06. Snaring of the Sun (8,5/10)

 

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The Red Road | Staffel 1 erscheint am 19.10.15 auf DVD und Blu-ray im Vertrieb von KSM und ist bereits jetzt bei Amazon Prime Instant Video zu sehen. Hat der Artikel euer Interesse geweckt, dann bestellt doch über einen der Links und unterstützt damit das Medienjournal!

DVD:

Blu-ray:

  • Ich fand Staffel 1 auch überraschend gut. Und bin immer noch etwa traurig darüber, dass sie abgesetzt wurde, da wäre nämlich noch so viel zu erzählen, aber so endet es einfach mittendrin. Meh.

    • Mittlerweile bin ich auch „mitten“ in der zweiten Staffel angelangt und habe auch das Gefühl, dass die Serie sich zu ihren ersten paar Folgen noch einmal deutlich gesteigert hat. Ich seh schon, da wird mir das Herz bluten, wenn in drei Folgen alles vorbei und nichts zu Ende erzählt ist :-(

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