Review: Black Widow 2: Tödliche Begegnungen (Graphic Novel)

So, und damit wären wir dann ja auch schon bei der zweiten Review für heute, die jetzt nicht sooo schwer zu erraten war, die ich euch aber wieder einmal ans Herz legen möchte, insbesondere da die bisher zwei Bände dank der künstlerisch großartigen Umsetzung von Phil Noto durchaus auch für nicht so comicaffine Leute interessant sein könnte.

Black Widow 2
Tödliche Begegnungen

Black Widow #7-12, USA 2015, 140 Seiten

Black Widow 2: Tödliche Begegnungen | © Panini
© Panini

Autor:
Nathan Edmondson
Zeichner:
Phil Noto

Verlag (D):
Panini Verlag
ISBN:
978-3-957-98400-5

Genre:
Action | Abenteuer | Science-Fiction | Thriller

 

Inhalt:

Noch immer ermittelt die Super-Spionin und Ex-KGB-Auftragskillerin Natasha Romanova – besser bekannt als Black Widow – in Sachen Chaos, der mysteriösen Organisation, die selbst S.H.I.E.L.D. ein Rätsel zu sein scheint und ihre Spuren wie auch die Aufträge, die sie weiterhin übernimmt, um Buße für ihre früheren Gräueltaten zu tun, führen sie nicht nur nach San Francisco, wo sie Daredevil Matt Murdock begegnet, mit dem sie früher einmal liiert gewesen ist, sondern lassen sie auch auf den Winter Soldier treffen, ebenfalls einer ihrer früheren Freunde, wenngleich die Erinnerung an diese Beziehung bei Natasha ausgelöscht worden ist.

Ausschnitt aus Black Widow 2: Tödliche Begegnungen | © Panini
© Panini

Sich davon kaum irritieren lassend, verfolgt Black Widow weiter ihre Spuren und setzt alles daran, mehr über die Organisation Chaos zu erfahren, doch noch währenddessen scheint sie ihre Vergangenheit einzuholen und bald schwebt auch ihr einziger Vertrauter, der Anwalt Isaiah, der Natasha ihre Aufträge vermittelt und ihre Finanzen verwaltet, in akuter Gefahr und Black Widow muss sich fragen, wo für sie ihre Prioritäten liegen, während sich das Netz immer enger zieht…

Rezension:

Hatte ich dem ersten Band Black Widow noch gehörig Vorschusslorbeeren gegeben, da mir das Artwork von Phil Noto so ausnehmend gut gefallen hat, ebenso wie die Herangehensweise von Nathan Edmondson, wie er Natasha Romanova behutsam zu charakterisieren versuchte, doch räumte ich ja ebenso ein, dass die Serie einige Ausgaben bräuchte, um sich vom Serial mit klassischem Case-of-the-Week zum (lohnenswerteren) Procedural zu entwickeln. Eine Entwicklung auch, von der ichhoffte, dass sie sich nun in Black Widow 2: Tödliche Begegnungen fortsetzen würde. Grundsätzlich lag ich damit zwar richtig, doch braucht auch dieser Band einige Anläufe, bevor er richtiggehend Fahrt aufnimmt, wenn auch wiederum jede der für sich stehenden Geschichten zu überzeugen weiß, die zweite Ausgabe vor allem aber mit einer immensen Anzahl an Gastauftritten und Team-Ups aufwartet, die aber eben mal mehr, mal weniger gelungen ausfallen.

Ausschnitt aus Black Widow 2: Tödliche Begegnungen | © Panini
© Panini

Das schwächste Aufeinandertreffen folgt nämlich prompt in der ersten Story, in der es Natasha nach San Francisco verschlägt, wo sie unweigerlich auf Daredevil trifft, doch dessen Erscheinen bleibt so kurz und vergleichsweise belanglos, dass sich der Sinn des Ganzen nicht vollständig erschließen mag. Gerettet wird die Geschichte wiederum durch den Umstand, dass Edmondson sich nun auch vermehrt Natashas einzigem Vertrauten, ihrem Anwalt Isaiah zuwendet, der endlich ein wenig dringend benötigtes Profil bekommt, wo er doch im ersten Band nur wirklich kurz in Erscheinung getreten ist. Direkt auf Daredevil folgt ein Team-Up mit dem Winter Soldier in einer ebenfalls in weiten Teilen für sich stehenden Storyline, die aber weitaus mehr zu gefallen weiß, zumal Natasha und James eine gemeinsame Vergangenheit verbindet, an die sie sich aber nicht mehr erinnern kann. In all den Feuergefechten und Action-Sequenzen schlagen Edmondson und Noto hier des Öfteren gekonnt ruhigere Töne an und verstehen ohne viele Worte die Tragik der beiden Figuren zu vermitteln.

Dergestalt wieder volles Vertrauen in das Dream-Team aus Autor und Zeichner habend, schließt sich die Story um den Punisher an, die auch endlich wieder konkret der fortlaufenden Handlung von Black Widow Tribut zollt, sicherlich aber noch weitaus lohnenswerter ist, wenn man das entsprechende Pendant der Geschichte aus der Sicht des Punishers (bei Panini in The Punisher 2 enthalten) gelesen hat. Dennoch, von hier an werden die Dinge interessanter, denn für Black Widow wird es persönlich und die auch Hawkeye integrierende Story wartet mit einer geschickten Konstruktion aus Gegenwartsszenen und Rückblenden auf, bietet vor allem aber ein ungemein packendes Duell zwischen den beiden Avengers, die ja bekanntermaßen gleichsam über keine expliziten Superkräfte verfügen, was für mich ja schon beim ersten Band einen besonderen Reiz der Storylines ausgemacht hat.

Ausschnitt aus Black Widow 2: Tödliche Begegnungen | © Panini
© Panini

Vor allem aber kommt immer mehr auch der eigentliche Plot um die mysteriöse Organisation Chaos aufs Trapez und spätestens mit dem Auftauchen von X-23 darf Black Widow in einem weiteren Team-Up unter Beweis stellen, wozu sie fähig ist, vor allem aber, da es hier nicht um einen schnöden Agentenauftrag geht, aber da möchte ich gar nicht groß spoilern, außer, dass sich die Geschehnisse von da an noch weiter zuspitzen und nicht nur erneut Maria Hill und nun auch Tony Stark, sondern gleich mehrere Avengers Gastauftritte absolvieren dürfen, während für Natasha das Eis dünner und dünner wird. Man könnte Black Widow 2: Tödliche Begegnungen auch die Ausgabe der Team-Ups nennen und ganz ehrlich hätte es dieser immensen Anzahl illustrer Gaststars nicht bedarf, um weiterhin mit dieser so ambivalenten Heldin überzeugen zu können, so dass der Band zuweilen auch arg überladen wirkt, wenn sich diverse (Anti-)Helden die Klinke in die Hand zu geben scheinen. Gegen Ende läuft die Story allerdings dermaßen zu Hochform auf, ist man einmal mehr gefesselt von Phil Notos wirklich grandiosen Zeichnungen, dass man dem Band schon wieder kaum noch ankreiden möchte, nur suboptimal begonnen zu haben, zumal die One-Shots für sich genommen trotz aller Kritik zu überzeugen wissen. Der Cliffhanger am Ende allerdings ist derweil dermaßen schockierend, dass ich am liebsten sofort weiterlesen würde, zumal ich mir sicher bin, dass man von dieser Ausnahmeserie auch noch in Zukunft einiges erwarten können wird.

Fazit & Wertung:

Nathan Edmondsons Black Widow 2: Tödliche Begegnungen erweist sich nach anfänglichen Anlaufschwierigkeiten als würdiger Nachfolger zum ersten Band und erzählt mit allerhand illustren Gastauftritten die Geschichte um Natasha stimmig fort, während es erneut Phil Noto zu verdanken ist, dass der Band aber gerade visuell wieder eine wahre Augenweide geworden ist. Trotz der teils übertrieben wirkenden Anzahl an Team-Ups eine in sich kohärente Fortsetzung, die man gelesen haben sollte.

8,5 von 10 Undercover-Einsätzen

Black Widow 2: Tödliche Begegnungen

  • Undercover-Einsätze - 8.5/10
    8.5/10

Fazit & Wertung:

Nathan Edmondsons Black Widow 2: Tödliche Begegnungen erweist sich nach anfänglichen Anlaufschwierigkeiten als würdiger Nachfolger zum ersten Band und erzählt mit allerhand illustren Gastauftritten die Geschichte um Natasha stimmig fort, während es erneut Phil Noto zu verdanken ist, dass der Band aber gerade visuell wieder eine wahre Augenweide geworden ist. Trotz der teils übertrieben wirkenden Anzahl an Team-Ups eine in sich kohärente Fortsetzung, die man gelesen haben sollte.

8.5/10
Leser-Wertung 0/10 (0 Stimmen)
Sende

Black Widow 2: Tödliche Begegnungen ist am 12.10.15 im Panini Verlag erschienen. Hat der Artikel euer Interesse geweckt, dann bestellt doch über den nachfolgenden Link und unterstützt damit das Medienjournal!

%d Bloggern gefällt das: