Review: Gotham Central 3: Im Fadenkreuz des Jokers (Graphic Novel)

Und wie angekündigt kommt hier der zweite Artikel und nachdem ich gerade Marvel bedient habe, ist es nur recht und billig, dass jetzt auch noch DC zum Zuge kommt, ihr kennt das Spielchen ja mittlerweile 😉

Gotham Central 3:
Im Fadenkreuz des Jokers

Gotham Central #11-15, USA 2004, 124 Seiten

Gotham Central 3: Im Fadenkreuz des Jokers | © Panini
© Panini

Autoren:
Ed Brubaker (#11-15)
Greg Rucka (#12-15)
Zeichner:
Brian Hurtt (#11)
Michael Lark (#12-15)

Verlag (D):
Panini Verlag
ISBN:
978-3-957-98733-4

Genre:
Krimi | Thriller

 

Inhalt:

Während einer Unterredung des Commissioners mit dem Bürgermeister von Gotham wird letzterer von einem Attentäter getötet und prompt droht die Stadt im Chaos zu versinken. Nicht nur, dass sich die Geschichte schnell zu einem Redball, einem besonders brisanten Fall mit hohem Personalaufwand entwickelt, bleibt es mitnichten bei diesem einen Anschlag, doch lässt sich ein Muster nur schwerlich ausmachen, während die Detectives des GCPD zunächst im Dunkeln tappen, bis sich der Joker als Verursacher des Chaos zu erkennen gibt und es natürlich – wie sollte es anders sein – im Grunde darauf abgesehen hat, den Dunklen Ritter Batman aus der Reserve zu locken.

Doch selbst Batman allein kann Gotham nicht beschützen und die unterschiedlichen Ermittler des Police Departments arbeiten mit Hochdruck daran, dem Superschurken das Handwerk zu legen, während der Druck der Öffentlichkeit alsbald ins schier Unermessliche zu wachsen scheint und es selbst den Pressesprechern kaum noch gelingt, eine sich anbahnende Panik unter der Zivilbevölkerung zu verhindern…

Rezension:

Nach dem fulminanten – und völlig zu Recht mehrfach mit Preisen ausgezeichneten zweiten Band Gotham Central konnte dessen dritter Band ja eigentlich nur enttäuschen, würde man meinen, doch weit gefehlt gelingt es dem Dream-Team Greg Rucka und Ed Brubaker – die hier in weiten Teilen gemeinsam für die Story verantwortlich zeichnen, das Niveau des Vorgängers zu halten und mit Im Fadenkreuz des Jokers eine nicht minder spannende und packende Geschichte rund um die Mitarbeiter des GCPD zu erzählen, während einzig der diesem Vierteiler, der große Teile des Bandes ausmacht, vorangehende One-Shot Tagträume dahinter zurücksteht und zwar eine sicherlich notwendige Verschnaufpause darstellt, für sich genommen aber im Grunde ziemlich trivial und mitnichten essentiell sein dürfte, doch legt er auch teilweise den Grundstein für die sich anschließenden Geschehnisse und knüpft ein engeres Band zwischen den unterschiedlichen Detectives der Tag- und Nachtschicht, die ja doch bis dato relativ wenig Berührungspunkte hatten und sich nur ab und an am Rande begegnen.

Die Hauptstory – die übrigens eigentlich den Titel Leichte Opfer trägt, widmet sich dann wie schon allein vom Cover zu erwarten einem gewohnt perfiden Plan des Jokers, der es natürlich vorrangig auf Batman abgesehen hat, in diesem Fall aber auch die GCPD-Detectives und ganz Gotham involviert und die gesamte Stadt in Angst und Schrecken zu versetzen weiß. Doch ganz wie man es von Gotham Central mittlerweile gewohnt ist, steht eben nicht der Dunkle Ritter im Vordergrund und somit auch keine ausschweifenden Kampfhandlungen, sondern wieder einmal nachvollziehbare, spannend geschilderte Polizeiarbeit, Ermittlungen, die darauf gerichtet sind, den Superschurken dingfest zu machen, aber auch, die Öffentlichkeit zu beruhigen und in Sicherheit zu wähnen, was mehr als einmal zu Konfliktsituationen zwischen den Detectives auf der Straße und ihren doch weit eher politisch motivierten Vorgesetzten führt, was wiederum der Story erneut gehörig Flair verleiht, auch wenn man hier natürlich erneut teilweise einschlägig bekannte Polizisten-Klischees bemüht.

Nichtsdestotrotz – oder vielleicht gerade darum – versprüht auch der dritte Band Gotham Central wieder gehörig Crime Noir-Flair und punktet wieder einmal mit detailliert herausgearbeiteten Figuren, die dem Leser mehr und mehr ans Herz wachsen und eben weit mehr sind als bloße Polizisten-Klischees, während der Plot sich ebenfalls gewohnt wendungsreich und verschachtelt präsentiert und selbst die Inhaftierung des Joker selbst dessen Bedrohung noch längst nicht ausmerzt, wie man sich natürlich denken kann, denn dieser Schurke hat bekanntlich immer ein Ass im Ärmel und lässt sich folglich auch nicht grundlos einsperren, doch dennoch, ihm das Handwerk zu legen entpuppt sich trotz dieses Wissens als gehöriges Stück Arbeit. Mitverantwortlich für Flair und Feeling ist auch diesmal wieder Michael Lark, der die Zeichnungen der Ausgaben #11-15 beisteuert und somit für die gesamte Storyline Leichte Opfer zuständig war, so dass es kaum verwundert, dass auch in dieser Hinsicht der vorangestellte One-Shot, bebildert von Brian Hurtt, nicht annähernd dessen Klasse erreicht, auch wenn die Farbgebung ähnlich und der Stilbruch nicht annähern so groß ist, wie man das von artverwandten Veröffentlichungen bei einem Künstlerwechsel kennt.

Vor allem aber ist und bleibt Gotham Central auch in Band 3 ein Paradebeispiel dafür, dass Comics eben nicht nur für Kinder sind oder in dem Fall auch nicht sein sollten und das, obwohl die Stories aus dem Hause DC stammen und in einer Welt der Helden zu verorten sind, denn dieses Setting zwar berücksichtigend, in weiten Teilen aber wohlweislich ausblendend, konzentrieren sich Rucka und Brubaker auf die menschlichen Aspekte und die leisen Zwischentöne, die gar nicht übermächtigen, aber nicht weniger heldenhaften Gesetzeshüter, die in originären Batman-Stories oft kaum mehr sind als dümmliche Staffage und hier als heimliche Helden der Stadt einmal mehr in den Vordergrund rücken dürfen, weshalb zu hoffen bleibt, dass man seitens Panini bitte möglichst bald auch die immerhin noch 25 ausstehenden Ausgaben in mehreren Sammelbänden nachschiebt, denn meine Faszination für das GCPD ist und bleibt auch nach diesem furiosen Band ungebrochen.

Fazit & Wertung:

Der aus der Feder der Comic-Legenden Greg Rucka und Ed Brubaker stammende Band Gotham Central 3: Im Fadenkreuz des Jokers steht den vorangegangenen Geschichten in nichts nach und liefert erneut eine ungemein dicht und clever inszenierte Kriminalgeschichte ab, die fernab ihrer Verortung in Batmans Wirkungskreis ihresgleichen sucht und mit ausgefeilten Figuren und Wendungen zu bestechen weiß. Bitte schnell mehr davon!

9 von 10 Detectives des GCPD bei der Arbeit

Gotham Central 3: Im Fadenkreuz des Jokers

  • Detectives des GCPD bei der Arbeit - 9/10
    9/10

Fazit & Wertung:

Der aus der Feder der Comic-Legenden Greg Rucka und Ed Brubaker stammende Band Gotham Central 3: Im Fadenkreuz des Jokers steht den vorangegangenen Geschichten in nichts nach und liefert erneut eine ungemein dicht und clever inszenierte Kriminalgeschichte ab, die fernab ihrer Verortung in Batmans Wirkungskreis ihresgleichen sucht und mit ausgefeilten Figuren und Wendungen zu bestechen weiß. Bitte schnell mehr davon!

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Gotham Central 3: Im Fadenkreuz des Jokers ist am 15.03.16 im Panini Verlag erschienen. Hat der Artikel euer Interesse geweckt, dann bestellt doch über den nachfolgenden Link und unterstützt damit das Medienjournal!

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