Review: Doctor Who: Der elfte Doctor 3 – Verwindungen (Graphic Novel)

Nun naht also schon wieder das Wochenende und damit rückt das nächste Jubiläum näher und näher, doch bis dahin habe ich heute erst einmal wieder eine Comic-Review für euch und werde morgen hoffentlich das immer noch schöne Wetter genießen können.

Doctor Who
Der elfte Doctor 3
Verwindungen

Doctor Who – The Eleventh Doctor #11-15, UK 2015, 128 Seiten

Doctor Who: Der elfte Doctor 3 - Verwindungen | © Panini
© Panini

Autoren:
Al Ewing (Vier Dimensionen, Der Trost der Guten)
Rob Williams (Verwandlung, Der Trost der Guten)
Zeichner:
Boo Cook (Vier Dimensionen)
Warren Pleece (Verwandlung)
Simon Fraser (Der Trost der Guten)

Verlag (D):
Panini Verlag
ISBN:
978-3-741-60235-1

Genre:
Science-Fiction | Fantasy | Abenteuer | Mystery

 

Inhalt:

Nachdem die ServeYouINC schlussendlich besiegt und vernichtet zu sein scheint, begeben sich der Doctor und seine Begleiter Alice, Jones und Arche nun wieder an die Erkundung des Raums und der Zeit, doch schnell empfangen sie ein Signal der Masse – des fehlenden Teils von Arche – und nachdem der Doctor als CEO von ServeYouINC so viel Leid verursacht hat, setzt er alles daran, die Masse zu orten und sie von ihrem Schmerz zu befreien, doch stattdessen zerbirst die TARDIS und spaltet sich in vier Dimensionen, während ausgerechnet der Doctor kaum Möglichkeiten zu haben scheint, diesem Umstand Abhilfe schaffen zu können. Damit aber nicht genug, scheinen längst nicht alle Kräfte von ServeYouINC in ihre Schranken gewiesen worden zu sein, was aber auch damit zusammenhängen mag, dass die TARDIS sich eben nicht nur durch den Raum, sondern auch durch die Zeit – also auch in die Vergangenheit – zu bewegen weiß…

Rezension:

Gemessen daran, wie wenig überzeugend manch andere begleitende Comic-Reihe auf Basis einer TV-Serie oft geraten ist, wie etwa die doch sehr durchwachsenen True Blood-Bände oder gar die frühen Buffy-Comics, die noch zu Zeiten der TV-Ausstrahlung entstanden sind, bin ich ja ein ums andere Mal positiv von den Doctor Who-Bänden überrascht, ob es sich nun um den zehnten Doctor oder elften Doctor handelt, wobei das eher episodische Erzählen hier dem Ganzen natürlich merklich zugute kommt und den Autoren deutlich mehr Freiheiten lässt, so dass auch Doctor Who: Der elfte Doctor 3 – Verwindungen hier keine Ausnahme macht und die Geschichte stimmungsvoll fortführt und dabei aktiv Bezug auf die vorangegangenen Geschichten nimmt, sich aber dennoch liest, als würde man wirklich eine Episode der Serie verfolgen und gar nicht unbedingt einen Comic zur Hand genommen haben.

So vereinen sich auch hier wieder insgesamt drei Geschichten, die sich teilweise in mehrere Kapitel untergliedern und damit die Summe von fünf Heften abdecken, womit auch im Falle des elften Doctor nun die erste Jahresstaffel sozusagen ihren Abschluss findet. Bereits bei der ersten der Geschichten begeistert dabei der Aufbau ungemein, denn Vier Dimensionen ist tatsächlich wörtlich zu verstehen und durch einen Zeit-Kollaps wird das Universum zerrissen, so dass sich je Seite vier Panels finden, die sich einerseits dem Doctor, andererseits Arche, Alice und Jones widmen, womit das gesamte, zugegebenermaßen oft skurril wirkende Konsortium der den Doctor begleitenden Figuren abgedeckt ist, derweil man vom Plot her alsbald dahinterkommt, dass die Geschichte der in den Vorgängerbänden aufgegriffenen ServeYouINC womöglich doch noch nicht ihr Ende gefunden hat.

Von diesem Punkt ausgehend verschläft es unsere tapferen Streiter dann in dem Zweiteiler Verwandlung ins antike Rom und lässt eine aus der TV-Serie altbekannte Bedrohung eine fulminante Rückkehr feiern, wobei auch hier die Hintergründe weit vielschichtiger und überraschend sind, als es zunächst den Anschein haben mag. In dem Zusammenhang gilt es auf alle Fälle, den Autoren Al Ewing und Rob Williams ein großes Kompliment auszusprechen, denn auch in Doctor Who: Der elfte Doctor 3 gelingt es ihnen vorzüglich, das Wesen des Doctor einzufangen und sowohl dessen Sprache als auch Verhalten glaubhaft der Darstellung von Matt Smith anzugleichen, was man derweil von der optischen Seite leider nicht immer behaupten kann, denn während Warren Pleece‘ Doctor oft ein wenig zu kantig gerät, lässt Simon Fraser ihn über die Maßen "knubbelig" erscheinen, so dass mir in der Summe das Artwork von Boo Cook, der eben auch für den Auftaktband Vier Dimensionen verantwortlich zeichnet, noch am besten gefällt.

Dessen ungeachtet, vermögen es aber sowohl Pleece als auch Fraser gewisse Charakteristika, Gestik und Mimik des Doctor durchaus stimmig einzufangen und zudem steht ja nun einmal die Geschichte doch erwiesenermaßen im Vordergrund, so dass ich nun im direkten Vergleich das vorgezogenen Fazit ziehen kann, dass – zumindest das erste Jahr betreffend – der zehnte Doctor optisch die Nase ein wenig vorn haben mag, dafür der elfte Doctor dramaturgisch ein wenig mehr zu überzeugen versteht und mit dem Ansatz, die Comic-Variation einer TV-Episode zu präsentieren, im Geiste ein wenig näher am Original ist und bleibt. Zudem bin ich nun ungemein gespannt auf die weiteren Abenteuer des Doctor, denn ohne spoilern zu wollen, werden hier doch einige Geschichten auch durchaus zu Ende gebracht, so dass für Folgebände wieder Zeit und Raum wäre, sich anderen Aspekten zu widmen, was aber ebenfalls für die durchdachte Dramaturgie spricht, die sich ganz den großen Themen der Serie verschreibt und von Mitgefühl, Hoffnung, Zusammenhalt und Vertrauen kündet.

Fazit & Wertung:

Der Sammelband Doctor Who: Der elfte Doctor 3 – Verwindungen bringt die Geschichte der ersten Jahresstaffel zu einem stimmigen und überzeugenden Ende, wobei die Faszination speziell beim Einfallsreichtum der Autoren Al Ewing und Rob Williams zu suchen ist, denn optisch wussten mich die drei Zeichner noch immer nicht so recht zu überzeugen. Dessen ungeachtet und in Anbetracht der Dramaturgie und dem überbordenden Einfallsreichtum eine in meinen Augen immer noch mehr als gelungene Ergänzung zum TV-Pendant und für Fans der Serie unbedingt lesenswert!

8,5 von 10 Reisen quer durch das All und die Zeit

Doctor Who: Der elfte Doctor 3 – Verwindungen

  • Reisen quer durch das All und die Zeit - 8.5/10
    8.5/10

Kurzfassung

Der Sammelband Doctor Who: Der elfte Doctor 3 – Verwindungen bringt die Geschichte der ersten Jahresstaffel zu einem stimmigen und überzeugenden Ende, wobei die Faszination speziell beim Einfallsreichtum der Autoren Al Ewing und Rob Williams zu suchen ist, denn optisch wussten mich die drei Zeichner noch immer nicht so recht zu überzeugen. Dessen ungeachtet und in Anbetracht der Dramaturgie und dem überbordenden Einfallsreichtum eine in meinen Augen immer noch mehr als gelungene Ergänzung zum TV-Pendant und für Fans der Serie unbedingt lesenswert!

8.5/10
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Doctor Who: Der elfte Doctor 3 – Verwindungen erscheint am 27.03.17 im Panini Verlag. Hat der Artikel euer Interesse geweckt, dann bestellt doch über den nachfolgenden Link und unterstützt damit das Medienjournal!

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