Review: Collide (Film)

In Ermangelung einer veröffentlichungsreifen Comic-Review schiebe ich der Einfachheit halber einfach noch eine Film-Kritik hinterher, in dieser Hinsicht bin ich schließlich ziemlich pragmatisch, doch Hauptsache, ich finde noch die Zeit, euch ein schönes Wochenende zu wünschen, was ich dann hiermit auch erledigt hätte.

Collide

Collide, UK/DE/CN 2016, 99 Min.

Collide | © Universum Film
© Universum Film

Regisseur:
Eran Creevy
Autoren:
F. Scott Frazier
Eran Creevy

Main-Cast:
Nicholas Hoult (Casey Stein)
Felicity Jones (Juliette Marne)
Anthony Hopkins (Hagen Kahl)
Ben Kingsley (Geran)
in weiteren Rollen:
Marwan Kenzari (Matthias)

Genre:
Action | Krimi | Thriller

Trailer:

 

Inhalt:

Szenenbild aus Collide | © Universum Film
© Universum Film

Autodieb und Gelegenheitsganove Casey musste den USA notgedrungen den Rücken kehren und ist in Köln untergetaucht, wo er mit nicht minder windigen Geschäften seinen Lebensunterhalt bestreitet und für den türkischen Drogendealer Geran kleinere Jobs erledigt. Das ändert sich jedoch, als Casey die attraktive und lebenslustige Juliette kennenlernt, in die er sich Hals über Kopf verliebt. Als sich aber herausstellt, dass Juliette sterbenskrank ist, wirft Casey seine guten Vorsätze schnell über Bord und plant einen letzten Coup zu landen, um damit die Behandlungskosten für Juliette finanzieren zu können, doch legt er sich hierfür mit Drogenbaron Hagen Kahl an, der es gar nicht gern sieht, wen man versucht, im Kokain mit einem Wert in Millionenhöhe zu entwenden…

Rezension:

Manche Filme schaue ich mir ja wirklich quasi allein aufgrund des Darsteller-Ensembles an und auch Collide ist einer dieser Fälle, denn dass ich nun nicht ausgewiesener Fan von Actionfilmen bin, bei denen Autoverfolgungsjagden im Vordergrund stehen, dürfte man bei einem Blick auf mein Film-Archiv schnell erkennen, doch punktet Regisseur Eran Creevy hier mit gehörig B-Movie-Charme fern jeglicher Logik oder Kohärenz, ganz ähnlich wie schon bei dem ebenfalls recht prominent besetzten Enemies – Welcome to the Punch. Entsprechend sollte man zumindest eine grobe Ahnung haben, auf welchen Nonsens man sich einlässt, um Spaß an dem Reigen haben zu können, der – und hier punktet der Film ebenfalls mit augenzwinkerndem Lokalkolorit – in Köln und Umgebung spielt, wobei mein persönliches Highlight ein Abstecher nach Monschau war, dessen Marktplatz in gepflegter Manier auseinandergenommen wird, denn es ist gar nicht lange her, dass ich dem Städtchen selbst einen Besuch abgestattet habe und entsprechend bei der Sichtung so dachte, dass mir dieser Ort doch verdammt bekannt vorkäme.

Szenenbild aus Collide | © Universum Film
© Universum Film

Ansonsten entpuppen sich die "heimischen" Gefilde aber schnell als pures Mittel zum Zweck und wirklich Sin macht wenig von dem, was man hier gezeigt bekommt, inklusive bewaffneter Rentner, die an der Tankstelle in bester Western-Manier für die eigene Freiheit und Unversehrtheit einstehen, aber auch ansonsten darf man sich bei Collide über den halbgar zusammen geschusterten Plot nur wundern, der nun nicht wirklich für Innovation, geschweige denn für durchdachtes Agieren geprägt ist, wobei Drehbuchautor F. Scott Frazier sich ja auch schon bei Numbers Station nun nicht eben mit Ruhm bekleckert hat. Manchmal aber kann eben auch ausgemachter Blödsinn Spaß machen und hier sind es speziell die Selbstverständlichkeit, mit der die deutsche Kulisse "amerikanisiert" wird, der halsbrecherische, selbstbewusst dümmliche Plot, die tatsächlich für eine gewisse Kurzweil sorgen.

Entsprechend werden hier auch weder Nicholas Hoult (Kill Your Friends) noch Felicity Jones (Rogue One) in darstellerischer Hinsicht wirklich gefordert und spulen routiniert ihr Rollen-Repertoire ab, wobei insbesondere Jones im Mittelteil leider zu ziemlicher Untätigkeit verdammt wird und Hoults Figur quasi im Alleingang den Schlamassel ausbaden muss, was schade ist, suggeriert schließlich schon das Cover etwas anderes. Sei es wie es will, nimmt sich der Film zumindest die Zeit, seine Figuren ausgiebig vorzustellen und deren Beziehung zueinander zu etablieren, bevor die eigentliche Action ins Rollen kommt, was zumindest rudimentär das Handeln und die Beweggründe erklärt, das die sich hieran anschließende Autobahn-Raserei nun aber auch nicht eben interessanter gestaltet, wobei die nicht minder routiniert inszeniert worden ist und noch immer beispielsweise spielend die weithin bekannte deutsche Autobahnpolizei-Serie in den Schatten stellt.

Szenenbild aus Collide | © Universum Film
© Universum Film

Ansonsten wissen immerhin auch hier die altgedienten und renommierten Mimen Anthony Hopkins (R.E.D. 2) und Ben Kingsley (Stonehearst Asylum) zu gefallen, wobei speziell Kingsley als türkischer Drogendealer einen herrlichen Hang zum Overacting offenbart, der die Absurdität von Collide noch untermauert. So bewegt sich der Unterhaltungswert des Films als solchem auf einem ziemlich niedrigem Niveau, doch die Mischung aus trashiger Attitüde und bemüht auf Hochglanz gebrachter Fassade weiß in Kombi mit den charismatischen Darstellerinnen und Darstellern durchaus zu gefallen, wenn auch wirklich nichts von dem Film längerfristig in Erinnerung bleiben wird, abgesehen vielleicht davon – das gilt das natürlich nur für mich – wie der Marktplatz von Monschau zerlegt wird, denn das war schon schmissig auf die Leinwand gebracht.

Fazit & Wertung:

Der von Eran Creevy inszenierte Collide schert sich herzlich wenig um Logik oder einen in sich stimmigen Plot, stürzt sich statt ausgeklügelter Story aber mit ordentlich Verve auf seine actionreicheren Passagen ohne Sinn und Verstand, derweil eine Handvoll restlos unterforderter wie gleichermaßen renommierter Darsteller den ansonsten sehr generischen und nur mäßig überzeugenden Film spürbar veredelt. Als absoluter No-Brainer absolut in Ordnung.

5 von 10 generischen Autoverfolgungsjagden

Collide

  • Generische Autoverfolgungsjagden - 5/10
    5/10

Fazit & Wertung:

Der von Eran Creevy inszenierte Collide schert sich herzlich wenig um Logik oder einen in sich stimmigen Plot, stürzt sich statt ausgeklügelter Story aber mit ordentlich Verve auf seine actionreicheren Passagen ohne Sinn und Verstand, derweil eine Handvoll restlos unterforderter wie gleichermaßen renommierter Darsteller den ansonsten sehr generischen und nur mäßig überzeugenden Film spürbar veredelt. Als absoluter No-Brainer absolut in Ordnung.

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