Review: Doctor Who: Der Tag des Doktors (Serien-Special)

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Doctor Who

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Wie ihr euch ja vielleicht fast habt denken können, habe ich mich Anschluss an die siebte Staffel Doctor Who natürlich auch postwendend dem Special zum fünfzigjährigen Jubiläum der Serie gewidmet, das ohne Frage einen eigenen Artikel verdient hat und der kommt – wie ihr längst wisst – genau jetzt!

Doctor Who
Der Tag des Doktors

Doctor Who: The Day of the Doctor, UK 2013, 77 Min.

Doctor Who: Der Tag des Doktors | © WVG Medien
© WVG Medien

Regisseur:
Nick Hurran
Autor:
Steven Moffat

Main-Cast:
Matt Smith (The Doctor)
David Tennant (The Doctor)
John Hurt (The Doctor)
Jenna Coleman (Clara)
Billie Piper (Rose / The Moment / Bad Wolf)
in weiteren Rollen:
Tom Baker (The Doctor)
Jemma Redgrave (Kate Stewart)
Ingrid Oliver (Osgood)
Joanna Page (Elizabeth I)
Aidan Cook (Zygon)
Paul Kasey (Zygon)
Nicholas Briggs (Daleks / Zygons [Stimme])

Genre:
Abenteuer | Science-Fiction | Fantasy

Trailer:

 

Inhalt:

Szenenbild aus Doctor Who: Der Tag des Doktors | © BBC
© BBC

Der Doctor und Clara werden von UNIT kontaktiert, die einen Brief von Königin Elizabeth I. im Besitz haben, der den Doctor vor einer großen Gefahr warnt. UNIT transportiert die TARDIS mitsamt ihrer Insassen zur National Gallery, denn dort befinden sich auch einige Kunstwerke vom Planeten Gallifrey, die sich dadurch auszeichnen, lebendige Momente festzuhalten, wobei es nun so scheint, als hätten sich außerirdische Invasoren diesen Umstand zunutze gemacht. Unvermittelt öffnet sich derweil eine Art Zeitfenster und urplötzlich sieht sich der Doctor mit seinem jüngeren Selbst, der zehnten Inkarnation des Doctors konfrontiert, doch bald schon erscheint eine dritte Version des Doctors, eine Inkarnation aus den letzten Tagen von Gallifrey, die ihrerseits von einem uralten Artefakt auf dieses unwahrscheinliche Treffen der "Generationen" vorbereitet worden ist…

Rezension:

Am 23. November 1963 ging die erste Episode Doctor Who bei der BBC auf Sendung und 50 Jahre später, am 23. November 2013, erblickte das anlässlich des Jubiläums konzipierte Special Doctor Who: Der Tag des Doktors das Licht der Welt und wurde in 94 Ländern simultan, vielerorts gleichzeitig auf der großen Kinoleinwand und in 3D auf die Leinwand respektive den Bildschirm gebracht. Diese Eckdaten allein verdeutlichen, welchen Stellenwert der bis heute namenlos gebliebene Doctor – nennen wir ihn doch einfach John Smith – bis heute in der popkulturellen Gegenwart, Vergangenheit und Zukunft hat und entsprechend musste es natürlich zum fünfzigjährigen Jubiläum dieser Serie – wenn selbige auch von 1989 bis 2005 (abgesehen von dem 1996er-Fernsehfilm) "pausierte" – mindestens mitreißend und fulminant, bestmöglich episch werden, was – so viel kann ich vorausschicken und so viel müsste jedem eingefleischtem Whovian klar sein – Steven Moffat mehr als vorzüglich geglückt ist, zumal er ja nicht nur in den Jahren seit dem Reboot der Serie mit Christopher Eccleston für einige der stärksten Episoden der TV-Serie verantwortlich zeichnet und beispielsweise mit den Weinenden Engeln derartige Kultmonster geschaffen hat, dass sie längst mit den Daleks und Cybermen in einem Atemzug genannt werden dürften.

Szenenbild aus Doctor Who: Der Tag des Doktors | © BBC
© BBC

Dabei stand Doctor Who: Der Tag des Doktors insbesondere was die Rolle von Christopher Eccleston betrifft, gar nicht einmal unter einem guten Stern, denn nachdem der zunächst Interesse bekundet hatte, als neunte Inkarnation des Doctors zum Jubiläums-Special zurückzukehren, konnte oder wollte (die Quellen streiten sich hier bisweilen) er schlussendlich doch nicht erneut den Part des Doctors einnehmen, womit das ganze Projekt, das schließlich immanent auf dem Zusammentreffen dreier Doctoren fußt, auf Messers Schneide stand, was Steven Moffat dazu veranlasst hat, die Figur des "War Doctor" zu kreieren, der – wenn er auch nirgends als solcher referenziert wird – als Bindeglied zwischen der achten Inkarnation des Fernsehfilms und der neunten Inkarnation des Reboots fungieren sollte. Dafür allerdings konnte man schlussendlich niemand Geringeren als den mittlerweile leider verstorbenen John Hurt verpflichten, der als "War Doctor" eine dermaßen imposante wie charismatische Erscheinung abgibt, dass das Experiment als rundherum gelungen betrachtet werden darf, auch wenn wohl niemals bis ins letzte Detail geklärt werden dürfte, wie es zu dessen Entstehung kam, doch bei dem Feuerwerk an Ideen, das Steven Moffat in dieser auf Spielfilmlänge gebrachten Episode abbrennt, bleibt ohne hin kaum Zeit, sich über Sinn und Unsinn eines "Zwischen-Doctors" Gedanken zu machen.

Ansonsten ist Doctor Who: Der Tag des Doktors aber natürlich gespickt mit allerhand Querverweisen und Reminiszenzen, derer ich sicherlich viele kaum bemerkt haben dürfte, allein schon, weil ich die "alte" Serie nie gesehen und erst mit der eigentlich 27. Staffel zum Franchise gekommen bin, doch muss man auch sagen, dass sich das Jubiläums-Special wohl eher an die doch jüngeren Zuschauer wendet, was nicht den Anspruch der Folge an sich meint, sondern lediglich, dass die Rückbezüge auf die vorangegangenen sieben Staffeln weitaus deutlicher zutage treten, was allein schon damit beginnt, dass hier eben die zum Zeitpunkt der Ausstrahlung noch aktuelle elfte Inkarnation des Doctors auf den zehnten Doctor und eben – in Vertretung für den neunten Doctor – auf den "War Doctor" derweil Billie Piper wenn schon nicht als Rose, so doch zumindest als Verkörperung von "The Moment" erneut zur Serie stößt, wenn sie auch nur von dem von John Hurt verkörperten Doctor gesehen werden kann, der sie wiederum auch als "Bad Wolf" referenziert, was zu einem sehr schönen Moment mit Tennants Doctor führt, dem diese Bezeichnung natürlich mehr als geläufig ist.

Überhaupt fungiert allein das Ende von Doctor Who: Der Tag des Doktors quasi als Prequel zu Billie Pipers erstem Auftritt in Rose (1.01), wenn der "War Doctor" zu regenerieren beginnt und inständig hofft, möglichst keine auffälligen Ohren in seiner nächsten Inkarnation verpasst zu bekommen. Des Weiteren kehren hier die bislang in der "neuen" Serie schmählich vernachlässigten Zygoten zurück, spricht der zehnte Doctor erneut seine berühmten Abschiedsworte, wird hier endlich das Rätsel um dessen Ehe mit Elizabeth I. gelüftet und – wahrscheinlich am bedeutsamsten – es wird ein Blick auf Gallifrey geworfen, zu Zeiten des Krieges und diese Bilder allein lohnen die Episode schon, denn dank des anlässlich des Jubiläums hochgefahrenen Budgets wähnt man sich hier wirklich in einem hochkarätigen Kino-Blockbuster, derweil natürlich ansonsten speziell das Aufeinandertreffen der Doctoren und die sich hieraus ergebenden Kabbeleien samt und sonders großartig geraten sind und sich sowohl David Tennant und Matt Smith als auch John Hurt in Bestform zeigen.

Szenenbild aus Doctor Who: Der Tag des Doktors | © BBC
© BBC

Neben gehörig Witz und zahllosen augenzwinkernden Hinweisen geht es aber eben auch hochdramatisch zur Sache und Steven Moffat lässt die Chance nicht ungenutzt, wieder einmal auch Clara einen wunderbaren Monolog zu schreiben, gerade nachdem er in Der Name des Doktors (7.14) ihre "wahre Identität" enthüllt hat. Dies übrigens noch ein Punkt, der Doctor Who: Der Tag des Doktors so besonders macht, denn als wäre es nicht genug, der Serie zu ihrem fünfzigjährigen Jubiläum eine lange, hochkarätig und in 3D produzierte, mit mehreren Doctoren versehene Anniversary-Episode zu spendieren, macht Steven Moffat aus ihr kurzerhand den Haupt- und Mittelteil einer Trilogie, die wir grob als of the Doctor-Reihe (im Deutschen natürlich des Doktors) betiteln könnten, die mit dem vorangegangenen Staffel-Finale ihren Anfang nahm (und an deren Ende ja auch einen ersten Blick auf den "War Doctor" gewährte) und im sich anschließenden Weihnachts-Special Die Zeit des Doktors ihre Vollendung finden wird, markiert diese Folge schließlich gleichermaßen auch den Abschied von Matt Smith als Doctor, was Moffat hier gelegentlich bereits leise anklingen lässt, derweil sich Peter Capaldi als dessen Nachfolger hier bereits mit einem kleinen Cameo die Ehre gibt, das allerdings überwiegend aus Augenbrauen besteht, wenn ihr wisst, was ich meine.

Nicht unerwähnt sollte in dem Zusammenhang sicherlich auch der Auftritt von Tom Baker, seines Zeichens vierte Inkarnation des Timelords, der hier als Museums-Kurator in Erscheinung tritt und für eine nicht minder Gänsehaut-erzeugende Szene sorgt als der vorangegangene, fulminante Showdown, der nichts weniger tut, als den "Time War" wie man ihn aus bisherigen Schilderungen des Doctors kannte, in einem gänzlich anderen Licht erschienen zu lassen und gleichsam einen kanonischen Paradigmenwechsel einzuläuten, der dem Versprechen, das der Name des Doctors in sich birgt ("Sei niemals feige oder grausam. Gib niemals auf. Gib niemals nach"), mehr als Rechnung trägt und die Pforten weit öffnet, auf dass der Doctor noch mindestens weitere fünfzig Jahre die Galaxis ein Stück weit sicherer machen wird.

Fazit & Wertung:

Die Jubiläums-Episode Doctor Who: Der Tag des Doktors ist eine Folge der Superlativen und in jedweder Hinsicht bombastisch geraten. Fernab dessen, dass man den Anlass ausgiebig nutzt, mit Insider-Gags und Querverweisen ums ich zu schmeißen, haben die Darsteller der drei verschiedenen Doctoren sichtlich Spaß an ihren Rollen und punkten mit Witz und Charme, derweil der Kern der Geschichte eine Ernsthaftigkeit und Tragik in sich birgt, die selten so offensiv zutage getreten ist wie hier, doch gibt sich das Special am Ende nicht nur melancholisch wie versöhnlich, legt es auch den Grundstein für eine nicht enden wollende Flut an vielen weiteren Abenteuern und Ausflügen mit dem Doctor.

10 von 10 Reisen mit der TARDIS

Doctor Who: Der Tag des Doktors

  • Reisen mit der TARDIS - 10/10
    10/10

Fazit & Wertung:

Die Jubiläums-Episode Doctor Who: Der Tag des Doktors ist eine Folge der Superlativen und in jedweder Hinsicht bombastisch geraten. Fernab dessen, dass man den Anlass ausgiebig nutzt, mit Insider-Gags und Querverweisen ums ich zu schmeißen, haben die Darsteller der drei verschiedenen Doctoren sichtlich Spaß an ihren Rollen und punkten mit Witz und Charme, derweil der Kern der Geschichte eine Ernsthaftigkeit und Tragik in sich birgt, die selten so offensiv zutage getreten ist wie hier, doch gibt sich das Special am Ende nicht nur melancholisch wie versöhnlich, legt es auch den Grundstein für eine nicht enden wollende Flut an vielen weiteren Abenteuern und Ausflügen mit dem Doctor.

10.0/10
Leser-Wertung 10/10 (1 Stimme)
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Doctor Who: Der Tag des Doktors ist am 20.12.13 auf DVD und Blu-ray im Vertrieb von polyband/WVG Medien erschienen. Hat der Artikel euer Interesse geweckt, dann bestellt doch über einen der Links und unterstützt damit das Medienjournal!

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