Review: Bright (Film)

Kommen wir heute zu einem Film, den ich mir eigentlich schon in den Weihnachtsferien habe ansehen wollen, aber dass man bei dem Überangebot an Filmen und Serien nun einmal schlicht und ergreifend kaum hinterherkommt ist ja nun nicht unbedingt ein Geheimnis und obwohl die Stimmen zu diesem Werk doch eher mäßig ausfielen, wollte ich mir dann doch gerne ein eigenes Bild verschaffen.

Bright

Bright, USA 2017, 117 Min.

Bright | © Netflix
© Netflix

Regisseur:
David Ayer
Autor:
Max Landis

Main-Cast:
Will Smith (Daryl Ward)
Joel Edgerton (Nick Jakoby)
in weiteren Rollen:
Noomi Rapace (Leilah)
Lucy Fry (Tikka)
Edgar Ramírez (Kandomere)
Ike Barinholtz (Pollard)

Genre:
Fantasy | Action | Krimi

Trailer:

 

Inhalt:

Szenenbild aus Bright | © Netflix
© Netflix

Der Krieg zwischen Menschen und Orks – die einem dunklen Lord dienten – liegt schon Jahrtausende zurück, doch auch wenn so etwas wie Frieden zwischen den Völkern herrscht, sind die Ressentiments gegenüber den Orks noch längst nicht verschwunden und während sich die Elfen zu einer elitären Kaste herausgebildet haben, werden die Grünhäuter noch immer als Kriminelle betrachtet. Keine Frage also, dass Daryls Partner beim LAPD, der orkische Nick Jacoby von seinen Kollegen geschnitten und diskriminiert wird, derweil auch Daryl Ward nicht gerade glücklich mit der Situation ist. Frisch in den Dienst zurückgekehrt, tritt auch prompt die Innere an Daryl heran, um ihn zu bieten, Nick in Verruf zu bringen, doch eine vermeintliche Routinepatrouille wächst sich alsbald zu einem regelrechten Desaster aus, denn Nick und Daryl stoßen hier auf ein mächtiges Artefakt der Elfen, das sowohl korrupte Cops als auch Kleinkriminelle in ihren Besitz zu bringen trachten, während die mächtige wie gleichsam brutale Elfe Leilah alles daran setzt, das magische Kleinod wieder in ihren Besitz zu bringen. So beginnt für die beiden ungleichen Cops eine nächtliche Hetzjagd durch die Straßen von L.A., die sie mehr als einmal vom Regen in die Traufe schlittern lässt…

Rezension:

Auf Bright war ich ja gar nicht mal unbedingt so gespannt aufgrund der Regie von David Ayer, der mir vorrangig durch den eher mäßig, im Kontext der DC-Filme aber durchaus besseren Suicide Squad ein Begriff war, sondern vielmehr aufgrund der Tatsache, dass das Drehbuch von Max Landis stammt, den ich jüngster Zeit enorm feiere, stammen von ihm schließlich Idee und Konzept zu Dirk Gentlys holistische Detektei, derweil er mit Mr. Right ebenfalls einen absoluten Überraschungs-Hit für mich zu verantworten hat, an dem ich wahnsinnige Freude hatte. Nun schickt sich Landis in Bright also an, eine Welt zu erschaffen, in der Orks, Elfen und andere Fantasy-Wesen fest in der gegenwärtigen Zeit verankert und aus dem Stadtbild nicht mehr wegzudenken sind, wobei es auch hier zu Rassenunruhen, Diskriminierung, Ausgrenzung und gegenseitiger Verunglimpfung kommt, nur dass es eben in diesem Fall nicht Minderheiten und menschliche Ethnien sind, die den Ausschlag geben, sondern gänzlich andere Völker, die natürlich kulturell oft wenig bis gar nichts miteinander gemein haben. Dieser Kniff, wenn auch bereits aus Alan Balls True Blood hinlänglich bekannt, gefällt dann auch noch recht gut, zumal sich Ayer zunächst durchaus auf ein gewisses World-Building konzentriert, wenn das auch im Grunde einzig das ausladende Intro betrifft, bevor die eigentliche Geschichte in Gang kommt.

Szenenbild aus Bright | © Netflix
© Netflix

In deren Zentrum nun stehen Will Smith (ebenfalls Suicide Squad) als Polizist Daryl sowie ein kaum zu erkennender Joel Edgerton (Midnight Special) als dessen orkischer Partner Nick, wobei der nicht von reinem Blut ist und folglich weder von Menschen noch Orks für voll genommen wird und eben auch mit reichlich Anfeindungen in der eigenen Truppe zu kämpfen hat. So weit, so gut, entspinnt sich hieraus alsbald ein geradezu klassisches Cop-Drama, in den besseren Momenten beinahe ein Buddy-Movie, was den ganzen Fantasy-Anstrich schnell zur Nebensache deklariert, auch wenn den beiden bei ihrer Hetzjagd quer durch die Stadt – sowohl als Jäger als auch als Verfolgte – immer mal wieder entsprechende Wesenheiten begegnen. Nichtsdestotrotz konnte ich mich, nachdem der eigentliche Plot in Gang gekommen war, des Eindrucks nicht erwehren, dass Bright hier reichlich Chancen verschenkt und nicht immer viel aus dem Setting zu machen weiß, außer sich ein paar alibimäßige Plot-Points zusammenzuschustern, was eben die magische Reliquie anbelangt, die alle Fraktionen händeringend in die Finger zu bekommen trachten, die von Lucy Fry gemimte verhuschte Elfe, die dem Cop-Duo wenig Substanzielles beizusteuern hat und natürlich eine sich einmischende magische Polizei mit einem ebenfalls kaum wiederzuerkennenden Edgar Ramírez (Girl on the Train), deren Plot gar gänzlich im Sande verläuft und die Geschichte in keiner Weise bereichert.

Am spannendsten mag da noch die Ansammlung rund um die von Noomi Rapace (The Drop) angeführte Elfenschar sein, die mit regelrechten Gewaltexzessen quer durch die Stadt schnetzelt und die Altersfreigabe nach oben treibt. Davon aber einmal abgesehen, entpuppt sich die Geschichte des Films als muntere Aneinanderreihung von episodisch aufgezogenen Momenten und Begegnungen, die sich selten zu einem stimmigen Ganzen fügen und in ihrer Ausrichtung und Inszenierung hinlänglich bekannt sein dürften, so dass dann eben das Thema Fantasy – abgesehen von dem mystisch-verschwurbelten Gerede – gerne mal in Vergessenheit gerät und Ayer es sich lieber im Sujet seiner früheren Filme bequem macht, von denen man noch am ehesten an End of Watch denken mag, in dessen Zentrum ebenfalls zwei Cops stehen. Auf Wackelkamera und Mockumentary-Stil verzichtet hier Ayer zwar, doch allein die Tatsache, dass die gesamte Geschichte in einer einzigen Nacht angesiedelt ist und die meisten Szenen in ziemlicher Dunkelheit vonstattengehen, kratzt natürlich auch an den Schauwerten des Streifens, mit denen Bright ansonsten womöglich noch hätte punkten können.

Szenenbild aus Bright | © Netflix
© Netflix

In Anbetracht dessen also, dass sich das World-Building einzig auf die ersten paar Minuten und Szenen beschränkt, aufgrund der Tatsache, dass abgesehen von den zwei ungleichen Cops sämtliche Figuren reichlich blass und blutleer bleiben, muss ich mich also doch sehr wundern, dass Drehbuchschreiber Max Landis Bright als sein persönliches Der Herr der Ringe bezeichnet hat, denn so vielversprechend die zugrundeliegende Prämisse einer von Fantasy-Wesen bevölkerten Gegenwart auch sein mag, macht der fertige Film in letzter Konsequenz aus diesem Umstand herzlich wenig und reißt auch nicht unbedingt größer angelegte Handlungsstränge an, die man im längst bestätigten zweiten Teil nun weiter verfolgen könnte oder müsste. So handelt es sich im Grunde um einen reichlich generischen Cop-Thriller ohne sonderliche Überraschungen oder Tiefgang, der sich allein auf Orks und Elfen als aussagekräftiges Alleinstellungsmerkmal verlässt, was eben nur bedingt gelingt, wenn diese sich rasch als pures Mittel zum Zweck entpuppen, um dem ganzen noch einen gewissen Kniff zu verleihen.

Fazit & Wertung:

Wenngleich Smith und Edgerton als Cop-Duo in Bright eine durchaus ansprechende Figur machen, gerät David Ayers Film doch schnell zu einem "typischen" Action-Thriller und schert sich reichlich wenig um Welt oder Figuren, so dass auch die einzelnen Episoden sich zwar teils als wirklich ansehnlich bezeichnen lassen können, über die bloßen Schauwerte hinaus allerdings nicht viel zu bieten haben, zumal angerissene Nebenhandlungen größtenteils im Sande verlaufen.

6 von 10 nächtlichen Auseinandersetzungen zwischen Menschen, Orks und Elfen

Bright

  • Nächtliche Auseinandersetzungen zwischen Menschen, Orks und Elfen - 6/10
    6/10

Fazit & Wertung:

Wenngleich Smith und Edgerton als Cop-Duo in Bright eine durchaus ansprechende Figur machen, gerät David Ayers Film doch schnell zu einem "typischen" Action-Thriller und schert sich reichlich wenig um Welt oder Figuren, so dass auch die einzelnen Episoden sich zwar teils als wirklich ansehnlich bezeichnen lassen können, über die bloßen Schauwerte hinaus allerdings nicht viel zu bieten haben, zumal angerissene Nebenhandlungen größtenteils im Sande verlaufen.

6.0/10
Leser-Wertung 5.33/10 (3 Stimmen)
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Bright ist seit dem 22.12.17 exklusiv bei Netflix verfügbar.

Eine Reaktion

  1. mwj 8. April 2018

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