Review: Ash vs Evil Dead | Staffel 3 (Serie)

Gerade erst ist die dritte Staffel dieser kultigen – und nun leider frisch abgesetzten – Serie zu Ende gegangen und da ich schon während der wöchentlichen Ausstrahlung der neuesten Episode mit Ash und seinen Begleitern gefiebert habe, kann ich euch auch jetzt schon berichten, wie mir die Staffel in ihrer Gänze gefallen hat.

Ash vs Evil Dead
Staffel 3

Ash vs Evil Dead, USA 2015-2018, ca. 30 Min. je Folge

Ash vs Evil Dead | © Starz
© Starz

Serienschöpfer:
Sam Raimi
Ivan Raimi
Tom Spezialy
Ausführende Produzenten:
Robert Tapert
Sam Raimi
Bruce Campbell
Craig DiGregorio

Main-Cast:
Bruce Campbell (Ash Williams)
Ray Santiago (Pablo Simon Bolivar)
Dana DeLorenzo (Kelly Maxwell)
Arielle Carver-O’Neill (Brandy Barr)
Lindsay Farris (Dalton)
Lucy Lawless (Ruby Knowby)
in weiteren Rollen:
Emilia Burns (Zoe)
Lee Majors (Brock Williams)
Samantha Young (Heidi)
Katrina Hobbs (Candace Barr)
Chelsie Preston Crayford (Kaya)

Genre:
Horror | Komödie

Trailer:

 

Inhalt:

Szenenbild aus Ash vs Evil Dead | © Starz
© Starz

Wieder einmal scheint die Welt gerettet und alles ins Lot gebracht worden zu sein, weshalb Ash sich anschickt, es etwas ruhiger angehen zu lassen und in Elk Grove sein eigenes Eisenwarengeschäft zu eröffnen. Dumm nur, dass die Eröffnungsfeierlichkeiten prompt unterbrochen werden, als eine Frau das Geschäft betritt und Ash in Kenntnis setzt, dass seine Tochter Brandy – von der er selbstredend bis zu diesem Moment nichts wusste – in Gefahr sei. Und auch Ruby ist noch längst nicht geschlagen und heckt mit dem frisch erbeuteten Necronomicon bereits einen neuen Plan aus, während durch die neu entfachten dämonischen Kräfte die Ritter von Sumeria auf den Plan gerufen werden, die einiges über Ashs Bestimmung und Vergangenheit zu wissen scheinen…

Rezension:

Die nunmehr dritte Staffel Ash vs Evil Dead habe ich ja wirklich mit einem lachenden und einem weinenden Auge gesehen, erfuhr ich schließlich noch während der Sichtung von der Absetzung dieser so ungemein unterhaltsamen Serie. Denn auch wenn ich jetzt nie der riesige Fan der ursprünglichen Evil Dead-Trilogie gewesen bin, war mir Ash Williams natürlich dennoch schon im Vorfeld ein Begriff und die insgesamt dreißig Folgen der Starz-Serie durfte Bruce Campbell in vielerlei Hinsicht noch einmal die Stärken seiner Figur betonen, auch wenn das machohafte Gehabe, seine unflätige Ausdrucksweise und eine gewisse Engstirnigkeit heutzutage beinahe wie aus der Zeit gefallen wirken, ganz so, wie sich die Macher um Sam Raimi darum bemüht haben, den ebenfalls in die Jahre gekommenen Trash-Appeal der Story beizubehalten, was ein paar auch hier wieder wunderbar überzogene Gore-Szenen mit sich bringt, die sich tatsächlich auch im dritten Jahr noch manches Mal selbst zu toppen wissen.

Szenenbild aus Ash vs Evil Dead | © Starz
© Starz

Dramaturgisch konnte ich mich zugegebenermaßen zunächst nicht mit allem anfreunden und dass Ash hier nun erfährt, eine Teenager-Tochter zu haben ist auf den ersten Blick so dermaßen ausgelutscht, dass man es kaum in Worte fassen kann, doch Ashs Leben an sich bietet natürlich so dermaßen viel Konflikt- und Unterhaltungs-Potential, dass die langsame Annäherung der beiden einfallsreicher – und blutiger – kaum hätte ausfallen können. Ruby derweil darf endlich mal wieder so richtiggehend böse sein und auch ansonsten bedient man sich wieder nicht nur ausgiebig an den Film-Vorlagen, sondern reichert auch den Kontext dessen an, was man in Ash vs Evil Dead bisher hat erleben können, was in Scheintot (3.03) beispielsweise einen weiteren Gastauftritt von Lee Majors als Ashs Vater Brock mit sich bringt, der ihm hier als eine Art Variation des Geists der vergangenen Weihnacht erscheint. Ansonsten greift man natürlich tief in die Kiste dessen, was das Horror-Genre so bereithält, weshalb es Ash beispielsweise auch erneut mit einem bösen Zwilling von sich selbst zu tun bekommt, was wiederum in die großartige Episode Twist and Shout (3.07) mündet, aus der man auch gerne einen ganzen Spielfilm hätte machen können, zumal die das Subgenre Highschool-Horror quasi auf eine neue Stufe katapultiert.

Aber auch Ashs Gefährten Pablo und Kelly kommen hier wieder nicht zu kurz und geraten selbstredend auch hier auf die eine oder andere Art unter den Einfluss des Bösen, während sie ihre eigenen Schlachten zu schlagen haben und sich zudem mit den dubiosen Rittern von Sumeria herumschlagen müssen, die eine durchaus unterhaltsame Bereicherung des Serienkosmos darstellen. Die größte und unterhaltsamste Neuerung allerdings ist unbestritten am Ende tatsächlich Ashs Tochter Brandy, die von der mir bislang unbekannten Arielle Carver-O’Neill verkörpert wird und mit Fortschreiten der Handlung zunehmend energischer und draufgängerischer wird, also ganz nach ihrem Vater kommt. Als wäre dem nicht genug, mündet Ash vs Evil Dead mit den Episoden Der Tag des jüngsten Gerichts (3.09) und Das Ende der Menschheit (3.10) auch noch in einen Zweiteiler, der alles in der Serie bislang Gesehene spielend in den Schatten stellt und sich an Einfallsreichtum, Witz und Splatter ein ums andere Mal selbst übertrifft.

Szenenbild aus Ash vs Evil Dead | © Starz
© Starz

Vor allem aber wird hier zum Ende der Staffel eine Fortsetzung der Geschichte angeteasert, die einem regelrechten Paradigmenwechsel gleichkäme und gehörig frischen Wind in die ohnehin schon unterhaltsame Show gebracht hätte, die sich allerdings, was Setting, Look und Storytelling angeht, zugegebenermaßen in ihren drei Jahren mehr als einmal wiederholt hat. So wäre es sicherlich spannend gewesen zu sehen, was sich die Macher und Autoren für die vierte Staffel Ash vs Evil Dead überlegt hatten, weshalb es nach diesem Finale dann eben auch doppelt schade ist, dass die Absetzung beschlossene Sache ist. Hoffen darf man natürlich, dass die Serie von einem der einschlägigen Streaming-Dienste beispielsweise aufgegriffen und fortgeführt wird, doch macht der Abschluss der Staffel immerhin auch als Serienfinale eine gute Figur und entlässt versöhnlich und angemessen. Auf alle Fälle habe ich die Zeit mit Dämonenjäger Ash Williams genossen und mich dank der kurzweiligen Inszenierung der Serie nie gelangweilt, weshalb auch – sollte die Sehnsucht zu groß werden – einem baldigen Rewatch nichts im Wege steht, denn wirklich vergleichbare Serienkost, die in eine ähnliche Kerbe schlägt wie Raimis kultige Horror-Komödien-Fortsetzung, ist mir bislang nicht untergekommen.

Fazit & Wertung:

Sam Raimis Ash vs Evil Dead hat auch in ihrem dritten Jahr nichts von ihrem Esprit und Elan verloren und begeistert von der ersten bis zur letzten Minute mit herrlich derbem Humor und heftigen, aber eben auch bewusst überzogenen Splatter-Szenen. Entsprechend unverständlich und schmerzhaft ist daher auch die jüngst vom Sender Starz verkündete Absetzung der Serie, doch bieten die zehn Episoden der dritten Staffel dem kultigen Ash Williams immerhin eine würdige Verabschiedung.

8,5 von 10 zu Klump geschossene Köpfe

Ash vs Evil Dead | Staffel 3

  • Zu Klump geschossene Köpfe - 8.5/10
    8.5/10

Fazit & Wertung:

Sam Raimis Ash vs Evil Dead hat auch in ihrem dritten Jahr nichts von ihrem Esprit und Elan verloren und begeistert von der ersten bis zur letzten Minute mit herrlich derbem Humor und heftigen, aber eben auch bewusst überzogenen Splatter-Szenen. Entsprechend unverständlich und schmerzhaft ist daher auch die jüngst vom Sender Starz verkündete Absetzung der Serie, doch bieten die zehn Episoden der dritten Staffel dem kultigen Ash Williams immerhin eine würdige Verabschiedung.

8.5/10
Leser-Wertung 8/10 (1 Stimme)
Sende

Episodenübersicht: Staffel 3

01 .Die Familie (8,5/10)
02 .Zimmer 3 (8,5/10)
03 .Scheintot (8,5/10)
04 .Offene Rechnungen (8,5/10)
05. Babysicher (8,5/10)
06. Geschichten aus der Kluft (9/10)
07. Twist and Shout (9/10)
08. Zwischen den Welten (8,5/10)
09. Der Tag des jüngsten Gerichts (9/10)
10. Das Ende der Menschheit (9/10)

 
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Ash vs Evil Dead | Staffel 3 ist ist seit dem 25.02.18 exklusiv bei Amazon Prime Instant Video verfügbar.

vgw

Eine Reaktion

  1. Melanie 16. Mai 2018

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