Review: Planet der Affen: Survival (Film)

Und da steht auch schon wieder das Wochenende ins Haus und ich bin guter Dinge, mal wieder zum Zeichnen und Filme schauen zu kommen, auch wenn mal wieder familiäre Festivitäten ins Haus stehen, die ja aber zum Glück nicht bis in die tiefe Nacht reichen, die meine bevorzugte Betätigungszeit darstellt. Bis dahin allerdings wünsche ich euch erst einmal viel Freude mit meiner heutigen Filmkritik. Oh und schaut unbedingt morgen noch mal rein, denn die dann zu besprechende Serie ist ein echtes Schmankerl!

Planet der Affen:
Survival

War for the Planet of the Apes, USA/CA/NZ 2017, 140 Min.

Planet der Affen: Survival | © Twentieth Century Fox
© Twentieth Century Fox

Regisseur:
Matt Reeves
Autoren:
Mark Bomback
Matt Reeves

Main-Cast:

Andy Serkis (Caesar)
Woody Harrelson (The Colonel)
Steve Zahn (Bad Ape)

Genre:
Science-Fiction | Action | Drama

Trailer:

 

Inhalt:

Planet der Affen: Survival | © Twentieth Century Fox
© Twentieth Century Fox

Zwei Jahre sind vergangen, seit der abtrünnige Koba einen Krieg mit den verbliebenen Menschen angezettelt hat, doch der Colonel und seine Soldaten machen noch immer Jagd auf den legendären Caesar, dessen Aufenthaltsort ihnen letztlich erst durch einen feigen Verrat offenbart wird. Der Colonel selbst leitet einen nächtlichen Angriff auf das Lager der Affen hinter einem Wasserfall und führt einen verheerenden Schlag gegen Caesars Familie. Der, von Wut und Rache getrieben, will nicht mit den anderen Affen zu einer neuen Heimstatt aufbrechen, die sein Sohn Blue Eyes ausgekundschaftet hatte und schickt sich stattdessen gemeinsam mit Maurice, Luca und Rocket an, dem Colonel in seinem eigenen Lager einen Besuch abzustatten. Und obwohl Caesar in lichten Momenten erahnt, dass sein Wunsch nach Rache nur noch mehr Leid nach sich ziehen wird, kann er doch nicht anders, als stoisch dem eingeschlagenen Weg zu folgen, nur um alsbald eine erschreckende Entdeckung zu machen…

Rezension:

Obwohl ich mich schon bei Revolution, dem Nachfolger des großartigen Planet der Affen: Prevolution eines Besseren belehren lassen musste, was die Frage anging, ob man das hohe Niveau in einem doch immer ein wenig mit schalem Beigeschmack behaftetem zweiten Teil würde halten können, war ich nicht darauf vorbereitet, wie sehr mich nun Planet der Affen: Survival würde packen und mitreißen können, denn Regisseur Matt Reeves und sein Drehbuchautor Mark Bomback übertreffen sich hier im Grunde noch einmal selbst und liefern erneut das Paradebeispiel eines Anti-Kriegsfilmes ab, der, würde er sich nicht in einer Art Fantasy-Sujet verorten lassen, wahrscheinlich alle Preise dieser Welt abräumen würde. So kann man zwar dem Budget und der Opulenz geschuldet ohne Frage von einem Blockbuster sprechen, doch die hirnlosen Materialschlachten, die man seit geraumer Zeit mit diesem Label verbindet, sucht man hier zweifelsohne vergebens, denn stattdessen gelingt das Kunststück, eine zutiefst ergreifende, humanitäre Geschichte zu erzählen, in deren Zentrum allerdings eben nicht Menschen, sondern Affen stehen.

Planet der Affen: Survival | © Twentieth Century Fox
© Twentieth Century Fox

Hat man sich in den ersten beiden Teilen noch darum bemüht, auch eine menschliche Identifikationsfigur in die Handlung zu weben, einerseits verkörpert von James Franco, andererseits von dem wunderbaren Jason Clarke, verzichtet man auf diesen Ansatz hier beinahe völlig und unterstreicht, dass die Filmreihe in ihrem Kern eben einzig und allein die Geschichte von Caesar darstellt, der ein weiteres Mal mit bravourösem Motion-Capturing von Andy Serkis (Snoke in Star Wars) verkörpert wird. Auf diesen Blickwinkel, der nun eben völlig auf die bunt gemischte Affenschar fokussiert, muss man sich freilich einlassen können, doch dem umstand geschuldet, dass man Caesar quasi seit frühester Kindheit begleitet, fällt das nicht schwer, zumal man sich auch in der Darstellung der Affen einmal mehr selbst übertrifft und Mimik und Gestik in jedem Moment punktgenau sitzen, so dass man gerne bereit ist zu vergessen, dass diese sprechenden Affen am Computer entstanden sind. Diese emotionale Identifikation ist aber natürlich auch insofern wichtig, dass Planet der Affen: Survival noch düsterer und abgründiger geraten ist als sein direkter Vorgänger, der ja zumindest noch ein paar auflockernde Elemente enthalten hat.

Hier allerdings erleben wir vom ersten Moment an einen vom Leben und Leiden gezeichneten Caesar, einen stoischen und verbitterten Anführer, der beinahe schon bar jeglicher Hoffnung auf Aussöhnung mit dem Menschengeschlecht ist und damit dummerweise auch Recht behalten soll, denn natürlich gibt es auch hier wieder einen menschlichen Gegenpart, nur mit dem feinen Unterschied, dass der von Woody Harrelson (Solo: A Star Wars Story) verkörperte Colonel sich vom ersten Moment an als Antagonist in Stellung bringt, der als sadistischer Opportunist und Kriegstreiber zwar vergleichsweise einseitig, aber eben auch wahnsinnig effektiv gestaltet worden ist. Gleichwohl ist die Figur aber auch von einer ungemein tragischen Note umgeben und lässt gleichwohl nicht von ungefähr an Coppolas Apocalypse Now denken (auf den ohnehin an anderer Stelle erneut Bezug genommen wird). Vor allem aber gelingt es diesem Colonel, die Auseinandersetzung zwischen Menschen und Affen auf eine neue, ungekannte Stufe zu heben, die sich mitnichten in einem großangelegten Säbelrasseln und Zähnefletschen entlädt, wie man beim Originaltitel War for the Planet of the Apes vielleicht erwarten würde, sondern tatsächlich in eine niederschmetternde, bedrückende Storyline mündet, die sich vor den Größen der Anti-Kriegs-Dramen nicht zu verstecken braucht. Einzig für ein wenig Auflockerung sorgt vielleicht der von Steve Zahn (Knights of Badassdom) verkörperte "Bad Ape", der mich ein wenig an eine Affenversion des ähnlich verwirrten Radagast aus Der Hobbit erinnert hat. Über dessen Rolle im Film und seine Schusseligkeiten mag man geteilter Meinung sein, doch zum Glück hält Reeves sich mit der Figur angenehm zurück und übertreibt es nicht mit den humorigen Einlagen, die ohnehin allein auf weiter Flur stehen und das düster dräuende Treiben nur unmerklich aufhellen.

Planet der Affen: Survival | © Twentieth Century Fox
© Twentieth Century Fox

So geht Planet der Affen: Survival in vielen Belangen unerwartete Wege und schafft es dennoch, die Geschichte von Caesar stimmig und stringent weiterzuerzählen, derweil insbesondere auch das Finale anders ausfallen dürfte, als sich das einige erwarten würden, wobei der Film ohnehin in der zweiten Hälfte eine unerwartete Wende nimmt, bevor das Geschehen zuletzt in eine zu Tränen rührende Auflösung mündet, die mich emotional weit mehr mitgenommen hat als manches Drama, was doch sehr dafür spricht, dass die Anthropomorphisierung – die Vermenschlichung der gezeigten Affen und speziell Caesar – hier ein neues, ungeahntes Level erreicht. Entsprechend berührt und begeistert war ich auch nach diesem dritten Teil der "neuen" Trilogie, den ich mir zugegebenermaßen deutlich actionlastiger erwartet hatte, auch wenn ich es hätte besser wissen müssen. Dennoch bin ich erneut skeptisch, was den bereits seitens Matt Reeves bestätigten vierten Teil der Reihe anbelangt, aber nach diesem großartigen Werk freue ich mich schon sehr darauf, mich in einigen Jahren erneut eines Besseren belehren zu lassen, denn das immerhin haben die bisherigen drei Filme ja nun allesamt geschafft.

Fazit & Wertung:

Spätestens mit Planet der Affen: Survival unterstreichen Regisseur Matt Reeves und Drehbuchautor Mark Bomback, dass es sich mehr als alles andere um die Geschichte von Caesar handelt, der einmal mehr grandios von Andy Serkis verkörpert wird und im Mittelpunkt eines noch abgründigeren und düstereren Films steht als sein direkter Vorgänger es schon war. Ausufernde Action sucht man hier zwar weitestgehend vergeblich, bekommt dafür aber einen der überzeugendsten und anrührendsten Anti-Kriegsfilme geboten, den man sich nur vorstellen kann, zumal die gezeigten Affen spätestens hier längst menschlicher erscheinen als ihre Widersacher.

9 von 10 genetisch verbesserten Menschenaffen

Planet der Affen: Survival

  • Genetisch verbesserte Menschenaffen - 9/10
    9/10

Fazit & Wertung:

Spätestens mit Planet der Affen: Survival unterstreichen Regisseur Matt Reeves und Drehbuchautor Mark Bomback, dass es sich mehr als alles andere um die Geschichte von Caesar handelt, der einmal mehr grandios von Andy Serkis verkörpert wird und im Mittelpunkt eines noch abgründigeren und düstereren Films steht als sein direkter Vorgänger es schon war. Ausufernde Action sucht man hier zwar weitestgehend vergeblich, bekommt dafür aber einen der überzeugendsten und anrührendsten Anti-Kriegsfilme geboten, den man sich nur vorstellen kann, zumal die gezeigten Affen spätestens hier längst menschlicher erscheinen als ihre Widersacher.

9.0/10
Leser-Wertung 9/10 (2 Stimmen)
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Planet der Affen: Survival ist am 07.12.17 auf DVD, Blu-ray, 3D Blu-ray und 4K UHD Blu-ray bei Twentieth Century Fox erschienen. Hat der Artikel euer Interesse geweckt, dann bestellt doch über einen der Links und unterstützt damit das Medienjournal!

DVD:

Blu-ray:


vgw

Kommentare (2)

  1. Der Kinogänger 12. Juni 2018
  2. Honigbart 16. Juni 2018

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