Review: Doctor Who: Der zwölfte Doctor 6 – Mit Schall und Knall (Graphic Novel)

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Mit diesem Artikel wäre ich dann also hochoffiziell wieder auf Stand, was die drei laufenden, deutschsprachigen Ausgaben an Doctor Who-Serien betrifft, die dann Ende Februar mit dem 7. Band um den zehnten Doctor fortgeführt werden. Heißt für mich aber auch, dass ich mir für nächste Woche wieder ein anderes Thema suchen muss.

Doctor Who
Der zwölfte Doctor 6
Mit Schall und Knall

Doctor Who – The Twelfth Doctor #2.11-15, UK 2016/2017, 128 Seiten

Doctor Who: Der zwölfte Doctor 6 – Mit Schall und Knall
© Panini

Autor:
Robbie Morrison
Zeichner:
Mariano Laclaustra (Terror of the Cabinet Noir)
Rachael Stott (Invasion of the Mindmorphs)

Verlag (D):
Panini Verlag
ISBN:
978-3-741-60994-7

Genre:
Science-Fiction | Fantasy | Abenteuer | Mystery

 

Inhalt:

Diesmal verschlägt es den Doctor mit seiner Tardis in das Paris des Jahres 1695, wo er der streitlustigen Julie d`Aubigny begegnet, die ihn prompt zum Duell fordert. Doch etwas ist faul in dieser Zeit, denn Kardinal Richelieu ist noch am Leben, obwohl er seit mehr als 50 Jahren tot sein müsste und auch sonst macht sich eine Düsternis breit, die nicht von dieser Welt scheint. Unversehens ist das Interesse des Doctors geweckt, der Sache schnellstmöglich auf den Grund zu gehen und die Pariser Bevölkerung zu retten, schließlich will er im Nachgang hieran dem Autor und der Zeichnerin des Comics "Der Zeitchirurg" einen Besuch abstatten, die sich anscheinend von ihm höchstselbst haben inspirieren lassen, doch der Doctor ist nicht ganz glücklich mit der Figur, wie sie im Comic dargestellt wird…

Rezension:

Nachdem ich mich in letzter Zeit über die Doctor Who-Comics oft mehr geärgert als gefreut habe, kommt nun mit Doctor Who: Der zwölfte Doctor 6 – Mit Schall und Knall der Abschlussband des zweiten Jahres der zwölften Inkarnation daher und zeigt, wie man es richtig macht. Denn entgegen seiner "Kollegen" folgen die Abenteuer hier kaum einem übergeordneten Plot und nicht einmal eine feste Begleitung hat der Doctor auf seinen Reisen, was dem Autor – in dem Fall Robbie Morrison – aber auch die Möglichkeit eröffnet, sich so richtig auszutoben und keine über Gebühr auf episch getrimmte Geschichte zu erzählen, die am Ende mehr verwirrt als unterhält. So finden sich hier mit Terror of the Cabinet Noir und Invasion of the Mindmorphs zwei Mehrteiler, bestehend aus drei, beziehungsweise zwei Heftausgaben, die zwar nichts miteinander zu tun haben und auch nicht auf ein großes Finale zusteuern, in ihrer Leichtigkeit und ihrem Einfallsreichtum aber weitaus unterhaltsamer geraten sind als vieles, was letzthin dem zehnten und elften Doctor widerfahren ist.

Ausschnitt aus Doctor Who: Der zwölfte Doctor 6 – Mit Schall und Knall | © Panini
© Panini

So steht hier ganz klar der Unterhaltungsaspekt im Vordergrund und natürlich nimmt sich Morrison auf der anderen Seite die Chance, dem Doctor wirklich neue Facetten abzuringen, doch ist es in dem Fall als Kompliment gemeint, wenn ich sage, dass beide Geschichten auch wunderbar als TV-Episode funktioniert hätten, was insbesondere für Terror of the Cabinet Noir gilt, gleichwohl ich im Fernsehen nicht der größte Fan der historisch angehauchten Episoden bin. Hier auf jeden Fall begegnet der Doctor im Paris des Jahres 1695 der draufgängerischen Julie d`Aubigny, bei der es sich – wie eine kurze Abhandlung zu ihrer Person im Nachwort verrät – um eine real existierende historische Persönlichkeit gehandelt hat, deren Leben nun wie so oft mit dem des Doctors verwoben wird, derweil es einmal mehr eine finstere Verschwörung aufzudecken und die Welt zu retten gilt. Das hat man alles so oder ähnlich freilich schon gesehen, gar keine Frage, aber gerade durch diesen Umstand wirkt die Geschichte eben auch so vertraut, so stimmig und kurzweilig. Hinzu kommt freilich auch, dass ich bei Doctor Who: Der zwölfte Doctor 6 auch wieder in Sachen Illustration deutlich milder gestimmt bin, für die einmal mehr Mariano Laclaustra und Rachael Stott verantwortlich zeichnen, deren Stil mir doch weitaus mehr zusagt als so mancher Zeichner der anderen Reihen, zumal man den Look eben nun auch aus den vorangegangenen Bänden gewohnt ist und somit weiß, was einen erwartet.

Und während die erste Story schön düster daherkommt und mit Julie eine interessante, zeitweilige Begleiterin präsentiert, ist Invasion of the Mindmorphs noch weitaus launiger geraten, denn hier bedient man sich der Meta-Ebene, indem man ein Comic-Autoren-und-Zeichner-Duo einführt, die sich von den Berichten über die Abenteuer des Doctors haben inspirieren lassen, eine eigene Serie namens "Der Zeitchirurg" auf den Markt zu werfen. Der Doctor freilich sieht sich nicht unbedingt richtig repräsentiert und beschließt, die beiden zu einem Trip durch Zeit und Raum mitzunehmen, um ihnen mal das wahre Zeitreise-Abenteurer-Leben näherzubringen. Das mag ebenfalls – gerade für zwei Hefte – ein wenig gehetzt erzählt sein und auch die im Titel angedeutete Bedrohung durch die "Mindmorphs" wird vergleichsweise schnell und unkompliziert abgehandelt, doch die vielen Querverweise und Gastauftritte machen die Geschichte denn och ungemein lohnenswert, zumal sie sich eben eine Leichtfüßigkeit bewahrt, die den anderen Heftreihen um den Time Lord längst nicht mehr gegeben ist.

Ausschnitt aus Doctor Who: Der zwölfte Doctor 6 – Mit Schall und Knall | © Panini
© Panini

So ist Doctor Who: Der zwölfte Doctor 6 ein überaus versöhnlich stimmender Abschluss, denn auch wenn es längst ein drittes Jahr mit neuen Abenteuern des zwölften Doctor gibt, habe ich läuten hören, dass man seitens Panini wohl nun eine Pause einzulegen gedenkt, was die regulären Heftreihen angeht, doch wie auch immer es mit den Bänden weitergehen wird, war das mal wieder eine Ausgabe, die den Namen verdient und durchweg Spaß gemacht hat, auch wenn ich mich ein wenig über das irreführende Cover geärgert habe, dass ja schon suggeriert, man würde hier auch Clara erneut begegnen. Immerhin, eine Abwandlung ihrer Figur ist auch Teil der Geschichten um den "Zeitchirurg", weshalb man sich zumindest auf ein – erstaunlich gut getroffenes – Cameo als "Schwester Kara" freuen darf. Die obligatorische Cover-Galerie ansonsten ist freilich auch hier wieder enthalten und für die Geschichts-Interessierten gibt es wie erwähnt einen anderthalbseitigen Überblick zum Leben der realen Julie d`Aubigny. Summa summarum also ein überzeugender und empfehlenswerter Band, den ich gerne meiner Sammlung hinzufüge.

Fazit & Wertung:

Mit Doctor Who: Der zwölfte Doctor 6 – Mit Schall und Knall geht das zweite Jahr der Abenteuer des Doctors zwar vergleichsweise unspektakulär, aber dramaturgisch überzeugend und unterhaltsam-kurzweilig zu Ende, so dass man sich auf gleich zwei gelungene Abenteuer mit dieser Inkarnation des letzten Time Lord freuen darf, die auch noch optisch stimmig in Szene gesetzt worden sind.

8 von 10 Reisen quer durch das All und die Zeit

Doctor Who: Der zwölfte Doctor 6 – Mit Schall und Knall

  • Reisen quer durch das All und die Zeit - 8/10
    8/10

Fazit & Wertung:

Mit Doctor Who: Der zwölfte Doctor 6 – Mit Schall und Knall geht das zweite Jahr der Abenteuer des Doctors zwar vergleichsweise unspektakulär, aber dramaturgisch überzeugend und unterhaltsam-kurzweilig zu Ende, so dass man sich auf gleich zwei gelungene Abenteuer mit dieser Inkarnation des letzten Time Lord freuen darf, die auch noch optisch stimmig in Szene gesetzt worden sind.

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Doctor Who: Der zwölfte Doctor 6 – Mit Schall und Knall ist am 19.11.18 im Panini Verlag erschienen. Hat der Artikel euer Interesse geweckt, dann bestellt doch über den nachfolgenden Link und unterstützt damit das Medienjournal!

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