Review: Doctor Who: Der zwölfte Doctor 5 – Rock’n’Doc (Graphic Novel)

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Doctor Who

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Nach dem vierwöchigen Ausflug zu Buffy in San Francisco und Angel in London wird es wieder Zeit für eine Reise quer durch das All, denn auch den guten Doctor will ich natürlich bei meinen wöchentlichen (Comic-)Rezensionen nicht vernachlässigen.

Doctor Who
Der zwölfte Doctor 5
Rock’n’Doc

Doctor Who – The Twelfth Doctor #2.6-10, UK 2016, 128 Seiten

Doctor Who: Der zwölfte Doctor 5 – Rock'n'Doc
© Panini

Autor:
George Mann
Zeichner:
Mariano Laclaustra (The Twist)
Rachael Stott (Playing House)

Verlag (D):
Panini Verlag
ISBN:
978-3-741-60664-9

Genre:
Science-Fiction | Fantasy | Abenteuer | Mystery

 

Inhalt:

Ausschnitt aus Doctor Who: Der zwölfte Doctor 5 - Rock'n'Doc | © Panini
© Panini

Der Doctor, nunmehr ohne Begleitung unterwegs, begibt sich zu einer fernen menschlichen Kolonie, die für sich den Status beansprucht, die größte und vielfältigste Punk-Rock-Szene des 40. Jahrhunderts vorzuweisen. So weit, so unterhaltsam, doch natürlich schlittert der Doctor alsbald in sein nächstes Abenteuer und tut sich hierfür mit der Rock-Musikerin Hattie Munroe zusammen. Ein mysteriöser Mordfall weist den Weg in die tiefsten Tiefen der Anlage und offenbart die Existenz einer lange vergessenen Spezies, die seit eh und je im Verborgenen gemeinsam mit den Menschen auf "The Twist", der riesigen, wie eine 8 geformten Raumstation leben. Diese Entdeckung droht freilich das gesamte Selbstverständnis der dortigen Bevölkerung zu erschüttern, doch für solch prekäre Offenbarungen ist der Doctor freilich genau der richtige…

Rezension:

Der vorliegende Band Doctor Who: Der zwölfte Doctor 5 – Rock’n’Doc markiert den Beginn einer neuen Zeitrechnung innerhalb der Comic-Historie dieser Inkarnation, denn nachdem ihm in den vorangegangenen Abenteuern noch das "unmögliche Mädchen" Clara Oswald zur Seite stehen durfte, ist der Doctor nun offiziell ohne Begleiter(in) unterwegs, womit sich die Abenteuer als zwischen der neunten und zehnten TV-Staffel befindlich verorten lassen. Claras Fehlen sehe ich derweil mit einem lachenden und einem weinenden Auge entgegen, denn einerseits wird sie mir selbst in ihrer Comic-Version schmerzlich fehlen, andererseits ermöglicht das natürlich eine ganz neue Dynamik für den Doctor, wobei der sich in diesem Band nach nur wenigen Seiten eine neue Begleiterin anlacht. Hierbei handelt es sich diesmal um die Bassistin Hattie Munroe und wer die Vorliebe des Doctor für gepflegte Rock-Musik kennt, der ahnt bereits, dass die beiden ein gemeinsames Interesse verbindet.

Ausschnitt aus Doctor Who: Der zwölfte Doctor 5 - Rock'n'Doc | © Panini
© Panini

Entsprechend darf der Doctor hier nicht nur auf der Bühne ordentlich rocken, sondern mit Hattie auch manche Jam-Session bestreiten, wobei das in diesem Medium für mich immer nur so semi-gut funktioniert, Musik "in Szene zu setzen" doch immerhin bleibt man damit dem Wesen und den Vorlieben der zwölften Inkarnation treu. Insbesondere die erste, insgesamt drei Teile umfassende Story The Twist hat es mir hier aber im Übrigen angetan, denn auch wenn das Kennenlernen von Hattie und Doctor dramaturgisch noch etwas holprig vonstattengeht, weiß die Geschichte im weiteren Verlauf zunehmend zu faszinieren, auch wenn hier im Grunde nur weithin bekannte Versatzstücke neu arrangiert werden. Nichtsdestotrotz verfügt die Story über eine schöne Botschaft und betont auch einmal mehr die Stärken des letzten Timelords, derweil für die Zeichnungen einmal mehr Mariano Laclaustra verpflichtet wurde, der schon so manches Abenteuer des Doctor bebildern durfte und auch hier wieder einen überzeugenden Job macht.

Weniger überzeugend empfand ich hingegen den sich anschließenden Zweiteiler Playing House, der zwar eigentlich mit einer interessanten Prämisse – ein aus, innen größer als außen – aufwartet, aber bei mir nicht wirklich zu zünden wusste, zumal mir hier auch die Zeichnungen von Rachael Stott, die ich für Die Schule des Todes noch überschwänglich gelobt hatte, so gar nicht zusagen wollten, was vornehmlich an dem erneut extrem geliftet wirkenden Doctor liegt, der in seiner fröhlich-optimistisch-verspielten Mimik und Gestik auch absolut nichts mehr mit seiner TV-Vorlage gemein hat. Nichtsdestotrotz ist sicherlich auch dieser Part von Doctor Who: Der zwölfte Doctor 5 unterhaltsam und kurzweilig geraten, fällt aber eben qualitativ ein klein wenig ab wie ich finde. Vielleicht hängt das aber auch damit zusammen, dass ich mich noch nicht so recht für Hattie als neue Begleiterin habe erwärmen können, weil sie mir einfach noch zu blass und beliebig wirkt, als dass ich jetzt schon eine wahnsinnige Sympathie hätte entwickeln können. Da haben die – ebenfalls exklusiv in den Comics in Erscheinung tretenden – Begleiterinnen des zehnten und elften Doctors im Moment schlichtweg die Nase vorn, sind aber zugegebenermaßen auch schon deutlich länger dabei.

Ausschnitt aus Doctor Who: Der zwölfte Doctor 5 - Rock'n'Doc | © Panini
© Panini

So erwarte ich gespannt den Fortgang der Geschichte, auch wenn diese sich auch weiterhin aus Einzelepisoden zusammenzusetzen scheint, die keinen großartigen, übergeordneten roten Faden erkennen lassen, so dass auch die Abwesenheit von Clara hier weitestgehend unkommentiert bleibt. Das ist nicht automatisch schlecht oder verwerflich, doch wenn ich an die zunehmend umfangreicher und epischer werdenden Abenteuer der "anderen" Doctoren denke, verschenkt man hier schlichtweg weiterhin Potential, wenn man "Zwölf" weiterhin in unzusammenhängende Stand-Alone-Abenteuer stolpern lässt. Nichtsdestotrotz ein weiterer, unterhaltsamer Vertreter einer speziell für Fans der Serie durchaus lohnenswerten Comic-Reihe, die dank des erzählerischen Bruchs natürlich auch für Quereinsteiger an diesem Punkt geeignet wie nie scheint.

Fazit & Wertung:

Mit Doctor Who: Der zwölfte Doctor 5 – Rock’n’Doc stoßen auch die Comic-Abenteuer des Doctors in die Post-Clara-Ära vor, überzeugen aber weiterhin mit einfallsreicher Dramaturgie und ideenreichen Abenteuern, derweil die neue Begleiterin des Doctors noch ein wenig stereotyp wirkt und sich noch nicht nachhaltig hat profiliieren können. Kurzweil und Unterhaltung findet man aber auch hier als geneigter Fan reichlich, auch wenn das zweite Abenteuer qualitativ ein wenig abfällt.

7 von 10 Reisen quer durch das All und die Zeit

Doctor Who: Der zwölfte Doctor 5 – Rock'n'Doc

  • Reisen quer durch das All und die Zeit - 7/10
    7/10

Fazit & Wertung:

Mit Doctor Who: Der zwölfte Doctor 5 – Rock'n'Doc stoßen auch die Comic-Abenteuer des Doctors in die Post-Clara-Ära vor, überzeugen aber weiterhin mit einfallsreicher Dramaturgie und ideenreichen Abenteuern, derweil die neue Begleiterin des Doctors noch ein wenig stereotyp wirkt und sich noch nicht nachhaltig hat profiliieren können. Kurzweil und Unterhaltung findet man aber auch hier als geneigter Fan reichlich, auch wenn das zweite Abenteuer qualitativ ein wenig abfällt.

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Doctor Who: Der zwölfte Doctor 5 – Rock’n’Doc ist am 21.05.18 im Panini Verlag erschienen. Hat der Artikel euer Interesse geweckt, dann bestellt doch über den nachfolgenden Link und unterstützt damit das Medienjournal!

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