Review: Scream Queens | Staffel 1 (Serie)

Diese Serienstaffel stand schon viel zu lange auf meiner persönlichen To-Do und bevor ich mich aktuelleren Veröffentlichungen widme, möchte ich doch heute erst einmal über diese schöne wie kurzlebige Serie von Murphy und Falchuk sprechen.

Scream Queens
Staffel 1

Scream Queens, USA 2015-2016, ca. 42 Min. je Folge

Scream Queens | © FOX
© FOX

Serienschöpfer:
Ryan Murphy
Brad Falchuk
Ian Brennan
Ausführende Produzenten:
Ian Brennan
Brad Falchuk
Ryan Murphy
Alexis Martin Woodall
Dante Di Loreto

Main-Cast:
Emma Roberts (Chanel Oberlin)
Skyler Samuels (Grace Gardner)
Lea Michele (Hester Ulrich)
Glen Powell (Chad Radwell)
Diego Boneta (Pete Martinez)
Abigail Breslin (Chanel #5)
Keke Palmer (Zayday Williams)
Oliver Hudson (Wes Gardner)
Nasim Pedrad (Gigi Caldwell)
Lucien Laviscount (Earl Grey)
Billie Lourd (Chanel #3)
Jamie Lee Curtis (Dean Cathy Munsch)
in weiteren Rollen:
Ariana Grande (Chanel #2)
Nick Jonas (Boone Clemens)
Chad Michael Murray (Brad Radwell)
Niecy Nash (Denise Hemphill)
Breezy Eslin (Jennifer)
Jeanna Han (Sam)
Aaron Rhodes (Roger)
Austin Rhodes (Dodger)
Evan Paley (Caulfield)
Anna Grace Barlow (Bethany Stevens)
Gracie Gillam (Mandy Greenwell)
Jim Klock (Detective Chisolm)
Jan Hoag (Ms. Agatha Bean)

Genre:
Satire | Horror | Komödie

Trailer:

 

Inhalt:

Szenenbild aus Scream Queens | © FOX
© FOX

Kaum hat die junge Grace Gardner an der Wallace University zu studieren begonnen, beginnt ein als Roter Teufel maskierter Killer am Campus sein Unwesen zu treiben. Während Grace noch versucht, Teil der elitären Studentenverbindung Kappa Kappa Tau zu werden, zu der auch ihre Mutter einst gehörte, fordert der Teufelskiller weitere Opfer, die mit den Schwestern von Kappa in Verbindung zu stehen scheinen. Das bemerkt auch Dekanin Cathy Munsch, der die Studentenverbindung und insbesondere deren Chefin, die versnobt-egozentrische Chanel Oberlin, ohnehin schon lang ein Dorn im Auge sind. Die ambitionierte Grace beginnt ihrerseits auf eigene Faust zu ermitteln, als die Mordfälle sich zu häufen beginnen und kommt alsbald den Andeutungen eines finsteren Geheimnisses auf die Spur, das zwar bereits zwanzig Jahre zurückliegt, aber bis in die Gegenwart nachhallt. Allerdings haben nicht nur die Mitglieder von Kappa Kappa Tau selbst so ihre kleinen Geheimnisse und während die Lage sich zuspitzt, gerät beinahe jeder auf dem Campus früher oder später unter Verdacht…

Rezension:

Lange Zeit hatte ich die lediglich zwei Staffel umfassende Serie Scream Queens auf meiner persönlichen Agenda stehen, doch trotz Emma Roberts in der Hauptrolle hat es die Serie nie geschafft, hierzulande auf DVD oder Blu-ray veröffentlicht zu werden, weshalb ich mich umso mehr gefreut habe, als ich sie dann letztlich im Angebot von Amazon Prime Video entdeckt habe, wenn sie auch dort nicht zum kostenfrei verfügbaren Angebot gehört. Neben Roberts und dem zugrundeliegenden Thema der Serie, auf das ich gleich gerne noch eingehend zu sprechen kommen werde, gab es aber noch weitere Gründe, weshalb die Serie mich so nachhaltig interessiert hat. Bei den Serienschöpfern handelt es sich nämlich unter anderem um Brad Falchuk und Ryan Murphy und auch wenn die den meisten vorrangig durch Glee und/oder American Horror Story ein Begriff sein dürften, hat Murphy mich tatsächlich schon um die Jahrtausendwende herum begeistert, als er die leider ebenfalls nur kurzlebige Serie Popular ins Leben rief, die mit ihrem satirisch-überzeugenden Grundton schon lange vor ihrer Zeit in eine Kerbe schlug, die nun auch Scream Queens bedient, nur dass hier eben noch der Horror-Aspekt des Slasher-Genres hinzukommt, ganz davon zu schweigen, dass ich die ebenfalls von ihm stammende Serie Nip/Tuck die meiste Zeit auch ziemlich großartig fand.

Szenenbild aus Scream Queens | © FOX
© FOX

Hier nun soll es aber freilich um die Scream Queens gehen und wie so viele bin ich natürlich auch aufgewachsen mit Filmen wie Scream, Ich weiß, was du letzten Sommer getan hast, Düstere Legenden etc. pp. und eben diese nimmt sich die Show nun nicht unbedingt zum Vorbild, aber als Inspiration für eine herrlich übersteuerte Verballhornung des Genres, die mit Jamie Lee Curtis freilich auch eine der Ikonen aus den Anfängen des Slasher-Metiers für sich hat gewinnen können. Das bringt aber eben auch mit sich, dass man sich bestenfalls mit Teenie- und Slasher-Filmen der 80er und 90er auseinandergesetzt haben sollte, um so richtig Freude an diesem absurden Treiben haben zu können, denn Anspielungen funktionieren bekanntermaßen immer dann am besten, wenn man sie auch als solche erkennt. Ansonsten ist der Humor der Show auch durchaus als sehr eigen zu bezeichnen und stützt sich in vielerlei Hinsicht vornehmlich auf die ausgemachte Dummheit der handelnden Figuren, die somit eben auch ganz dem Klischee der potenziellen Killer-Opfer entsprechen.

So ist es dann auch keine Überraschung, wenn das üppige Ensemble von Folge zu Folge weiter dezimiert wird und die Recherchen, wer denn nun der Rote-Teufel-Killer sein könnte, immer absurdere, ordentlich Haken schlagende Züge annimmt, doch eine Serie wie Scream Queens sollte man auch nicht unbedingt ihres ausgeklügelten Plots mit cleverem Whodunnit wegen schauen, sondern sich mehr auf den schieren Unterhaltungswert freuen, denn die tatsächlich dauerkreischenden Mitglieder von Kappa Kappa Tau bereithalten, die sie wirklich so ziemlich jedes Klischee verkörpern und leben, das einem aus dem Stehgreif für derart klischeebehaftete Verbindungsmitglieder einfällt. Angeführt wird besagte Truppe dabei wie erwähnt von einer herrlich selbstironisch aufspielenden Emma Roberts (Nerve) als Chanel Oberlin, die ihre Protegés und Stiefellecker der Einfachheit halber kurzerhand durchnummeriert, so dass unter anderem Billie Lourd als Chanel #3 und Abigail Breslin (Zombieland) als Chanel #5 in Erscheinung treten, derweil Sängerin Ariana Grande einen Gastauftritt als Chanel #2 absolviert. Diese Chanels sind aber freilich nicht unbedingt geeignet, einem Serienkiller auf die Spur zu kommen und so gibt es natürlich noch die investigativ bewanderte Grace Gardner (Skyler Samuels), die hier gemeinsam mit Pete (Diego Boneta, Rock of Ages) in der düsteren Vergangenheit des College zu wühlen beginnt und dabei auf reichlich Gegenwind stößt, derweil auch Pete schnell in Verdacht gerät, eventuell der Killer sein zu können, doch trifft das im Grunde auf so ziemlich jede Figur zu, der man im Verlauf der 13 Episoden umfassenden Staffel begegnet.

Szenenbild aus Scream Queens | © FOX
© FOX

So mag Scream Queens in seiner Art und Aufmachung ein wenig eigen sein, was auch erklären dürfte, weshalb die Serie nach zwei Staffeln eingestellt worden ist, doch wer diese Art satirisch-gesellschaftskritische Unterhaltung mit allerhand Überspitzungen und bewusst klischeebehafteten Figuren mag, der dürfte hier durchaus seine Freude haben, wenn er im Idealfall mit all den referenzierten Werken vertraut ist, die hier liebevoll auf die Schippe genommen werden. Als wirklich gruselig habe ich dabei zwar an diesem Reigen so ziemlich nichts empfunden, was an der grundsätzlichen Beliebig- und Belanglosigkeit der zahllosen Opfer liegt, denen auch schon mal zu Comedyzwecken beide Arme abgetrennt werden, ohne dass sie freilich deshalb gleich am Blutverlust sterben würden, doch der pure Unterhaltungswert ist selbst noch in den schwächeren Episoden angenehm hoch. Und wenn schon nicht gruselig, so wird es doch immerhin an mancher Stelle überraschend blutig, denn damit haben die Amerikaner bekanntermaßen selten ein Problem und gehen hier genüsslich in die Vollen, auch wenn das Gezeigte freilich comichaft überhöht dargestellt ist und wie alles andere hier kaum für voll genommen werden kann. Entsprechend bin ich auch schon sehr gespannt darauf, wie sich die in einem Krankenhaus angesiedelte zweite Staffel wird schlagen können, auch wenn man dort auf Skyler Samuels wird verzichten müssen, die sich nach Beendigung der Dreharbeiten zu dieser Staffel lieber auf ihre Schulbildung konzentrieren wollte, was verständlich, aber dennoch extrem schade ist.

Fazit & Wertung:

Mit der ersten Staffel Scream Queens präsentieren Ryan Murphy und Brad Falchuk eine weitere gelungene wie absurde Serienidee, die sich ganz der liebevollen Verballhornung des Slasher-Genres widmet und dabei herrlich satirische Untertöne beinhaltet und auch ansonsten inszenatorisch jegliche Absurdität mit Genuss auf die Spitze treibt. Weder die gelungenste noch anspruchsvollste Serienunterhaltung, doch dank herrlich spleeniger Figuren und einem spielfreudigen wie selbstironisch agierendem Ensemble schlichtweg wunderbar kurzweilige Unterhaltung für Genre-Fans.

7,5 von 10 inbrünstig kreischenden Final Girls

Scream Queens | Staffel 1

  • Inbrünstig kreischende Final Girls - 7.5/10
    7.5/10

Fazit & Wertung:

Mit der ersten Staffel Scream Queens präsentieren Ryan Murphy und Brad Falchuk eine weitere gelungene wie absurde Serienidee, die sich ganz der liebevollen Verballhornung des Slasher-Genres widmet und dabei herrlich satirische Untertöne beinhaltet und auch ansonsten inszenatorisch jegliche Absurdität mit Genuss auf die Spitze treibt. Weder die gelungenste noch anspruchsvollste Serienunterhaltung, doch dank herrlich spleeniger Figuren und einem spielfreudigen wie selbstironisch agierendem Ensemble schlichtweg wunderbar kurzweilige Unterhaltung für Genre-Fans.

7.5/10
Leser-Wertung 7/10 (1 Stimme)
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Episodenübersicht: Staffel 1

01. Tanz mit dem Teufel (7/10)
02. Die Höllenwoche (7/10)
03. Das Kettensägenmassaker (7/10)
04. Das Spukhaus (7,5/10)
05. Teuflisches Labyrinth (7/10)
06. Sieben Minuten in der Hölle (7,5/10)
07. Vorsicht vor jungen Mädchen (7,5/10)
08. Meine liebe Rabenmutter (7,5/10)
09. Geistergeschichten (8/10)
10. Es ist angerichtet (8/10)
11. Black Friday (7,5/10)
12. Geister der Vergangenheit (8/10)
13. Letzte(s) Mädchen (7/10)

 
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Scream Queens | Staffel 1 ist unter anderem bei Amazon Prime Instant Video verfügbar (jedoch nicht im Prime-Angebot enthalten).

vgw

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