Review: Asterix und das Geheimnis des Zaubertranks (Film)

Reden wir heute mal über den just erschienenen neuen Asterix-Film, den ich mir vor einigen Tagen bereits zu Gemüte führen konnte/durfte, bevor ich euch ins sonnige Wochenende entlasse, denn neue Höchsttemperaturen sollen ja keine Ausrede dafür sein, keine neue Film-Kritik zu verfassen beziehungsweise zu lesen.

Asterix und das Geheimnis des Zaubertranks

Astérix: Le secret de la potion magique, FR 2018, 85 Min.

Asterix und das Geheimnis des Zaubertranks | © Universum Film
© Universum Film

Regisseure:
Louis Clichy
Alexandre Astier
Autoren:
Alexandre Astier
René Goscinny (Comic-Vorlage)
Albert Uderzo (Comic-Vorlage)

Main-Cast:

Christian Clavier (Astérix [Stimme])
Guillaume Briat (Obélix [Stimme])
Alex Lutz (Teleferix [Stimme])
Alexandre Astier (Oursenplus [Stimme])
Elie Semoun (Cubitus [Stimme])
Daniel Mesguich (Sulfurix [Stimme])
Bernard Alane (Panoramix [Stimme])
François Morel (Ordralfabétix [Stimme])
Lionnel Astier (Cetautomatix [Stimme])
Florence Foresti (Bonemine [Stimme])

Genre:
Animation | Abenteuer | Komödie

Trailer:

 

Inhalt:

Szenenbild aus Asterix und das Geheimnis des Zaubertranks | © Universum Film
© Universum Film

Miraculix kann es kaum fassen, als er – ausgerechnet er – eines Tages vom Baum stürzt und sich den Fuß anknackst. Für den Druiden das Zeichen, dass er umgehend einen Nachfolger finden und ernennen muss, der auch in Zukunft für die Verfügbarkeit des dringend benötigten und allseits beliebten Zaubertranks sorgen kann, wenn Miraculix seinen Posten nicht mehr bekleiden kann. Auch wenn keiner der Dorfbewohner so recht nachvollziehen kann, was an einem verstauchten Fuß jetzt so schlimm sein soll, erklären sich Asterix und Obelix natürlich bereit, Miraculix bei seiner Suche zu unterstützen. Beim Aufbruch zu ihrer Reise ahnen zumindest Asterix und Miraculix allerdings nicht, dass sich in ihrem Reisekessel auch die kleine Vitrine verbirgt, ihres Zeichens cleverstes Kind des Dorfes. Doch während sich Miraculix zunächst zu seinen Druiden-Kollegen begibt, erreicht die Kunde von seiner Suche nach einem Nachfolger auch den zurückgezogen lebenden Dämonix, der einst ein Freund von Miraculix gewesen ist, vor geraumer Zeit allerdings schon aus der Druiden-Gemeinschaft verbannt wurde. Und Dämonix ist bereit, alle Register zu ziehen, um an das Rezept des Zaubertranks zu gelangen…

Rezension:

Als seinerzeit das Animations-Abenteuer Asterix im Land der Götter angekündigt wurde, war ich zunächst skeptisch, nachdem mich schon die Realfilme wie auch die neusten Zeichentrickfilme um die beiden Gallier Asterix und Obelix nicht zu überzeugen wussten, doch konnte mich der auf dem Comic Die Trabantenstadt basierende Streifen dann letztlich bei der Sichtung vollends eines Besseren belehren. Entsprechend gespannt war ich nun auch auf Asterix und das Geheimnis des Zaubertranks, der diesmal allerdings nicht auf einem der kultigen Comics fußt, sondern sich anschickt, eine gänzlich eigene Geschichte zu erzählen. Das merkt man leider an diversen Stellen, so dass dieses neue Abenteuer leider nicht annähernd so mitreißend und begeisterungswürdig geraten ist wie noch sein Vorgänger von 2014, doch auslassen sollte man diesen Film als Fan dennoch nicht, wie ich finde, denn immerhin hat er gegenüber unsäglichen Vertretern der Reihe wie etwa Asterix in Amerika oder Asterix und die Wikinger spürbar die Nase vorn. Nichtsdestotrotz ist hier in Grundzügen das zu beobachten, was ich schon bei den genannten Filmen verschmäht habe, nämlich, dass man versucht, die Geschehnisse zumindest teilweise an die Gewohnheiten moderner Blockbuster anzugleichen, was sich hier speziell im Finale negativ bemerkbar macht.

Szenenbild aus Asterix und das Geheimnis des Zaubertranks | © Universum Film
© Universum Film

Aber beginnen wir von vorn, denn dort startet natürlich auch der Film und eröffnet damit, dass Miraculix sich verletzt, was für ihn ein untrügliches Zeichen darstellt, dass seine Zeit als Dorf-Druide sich dem Ende neigt, weshalb ein Nachfolger gefunden werden muss, um die geheime Rezeptur des Zaubertranks weitergeben zu können,, damit die streitlustigen Gallier sich auch weiterhin der römischen Angriffe zu erwehren imstande sind. Das hat zunächst einmal zur Folge, dass diesmal Miraculix eine unerwartet große Rolle in dem Reigen spielt, was ich sehr schön fand, da er mir als Figur doch oft viel zu stiefmütterlich behandelt worden ist. Die Suche nach einem neuen Druiden, einhergehend mit einem Besuch im "Druiden-Hauptquartier" und zahllosen, dilettantischen Möchtegern-Tränke-Brauern ist dabei kurzweilig wie unterhaltsam geraten, zumal man natürlich auch hier auf altbewährte Running-Gags zurückgreift wie etwa die Piraten, deren Schiff ein ums andere Mal von den Galliern zerstört wird, während die Dorfgemeinschaft der Gallier über die kleinste Nichtigkeit und eine ausgewachsene Schlägerei verfällt und insbesondere Automatix und Verleihnix sich mit allerlei Sticheleien auf Trab halten.

Insbesondere Verleihnix bekommt hier aber den dankbaren Part, sich selbst als Druide zu versuchen, was zu einigen wirklich amüsanten Szenen führt und seine oft als Statist zu betrachtende Rolle hier gehörig erweitert. Das bringt es aber auch mit sich, dass ich im Nachgang von Asterix und das Geheimnis des Zaubertranks darüber stolperte, wie wenig doch die titelgebende Hauptfigur Asterix im Film zu sehen ist und auch zu tun bekommt, was ich dann doch als sehr schade empfunden habe, denn so liebenswert die Gallier doch samt und sonders sein mögen, waren die Helden doch stets Asterix und Obelix, was hier ein wenig zu sehr ins Hintertreffen gerät. Schlimmer allerdings wiegt, dass der relativ früh eingeführte Widersacher Dämonix, seines Zeichens ausgestoßener und missverstandener Ex-Druide mit ausgeprägten Allmachtsfantasien, frappierend an den allseits bekannten Seher Lügfix aus dem gleichnamigen Comic-Album wie auch dem Film Asterix – Operation Hinkelstein erinnert und da wäre ein wenig mehr (optischer) Einfallsreichtum schlichtweg schön gewesen, während natürlich auch die Storyline als solche durchaus als überschaubar betitelt werden kann.

Szenenbild aus Asterix und das Geheimnis des Zaubertranks | © Universum Film
© Universum Film

Dafür aber gerät auch Asterix und das Geheimnis des Zaubertranks mit seinen unter neunzig Minuten Laufzeit ungemein kurzweilig, auch wenn der Humor hier längst nicht so hintersinnig daherkommt, wie es in früheren Werken oftmals der Fall gewesen ist. Kleinere Seitenhiebe und Anspielungen allerdings verkneift sich auch Drehbuchautor Alexandre Astier nicht, doch wirkt das Ganze doch eben zuweilen etwas uninspiriert und wild zusammengeklaubt. Dank der kultigen Besetzung des Reigens, dem unbestreitbaren Nostalgie-Faktor und der blendend inszenierten Running Gags wäre ich dennoch bis zuletzt geneigt gewesen, sehr wohlwollende Wertungsnoten zu vergeben, doch ausgerechnet das Finale des Ganzen hat mich – wie eingangs schon erwähnt – dann doch ein wenig verprellt, weil man es hier schlichtweg übertreibt mit der Inszenierung einer so offensichtlich auf groß und bombastisch ausgelegten Auseinandersetzung, die doch in ziemlich krassem Gegensatz zu dem steht, was man aus anderen Asterix-Abenteuern so gewohnt ist. Hier hätte man wirklich nicht mit Traditionen brechen müssen und diese Art Endkampf lieber anders gearteten Produktionen überlassen sollen, doch bis dahin immerhin macht auch der zweite Animationsfilm eine gute bis sehr gute Figur, weshalb ich ihn mit Abstrichen dennoch empfehlen kann.

Fazit & Wertung:

Einmal mehr inszenieren Alexandre Astier und Louis Clichy mit Asterix und das Geheimnis des Zaubertranks ein Animationsabenteuer um die kultigen Gallier, greifen hierbei allerdings nicht auf eines der Comic-Alben zurück, sondern erzählen eine gänzlich neue Geschichte. Das fällt zwar zeitweise störend ins Gewicht und insbesondere das Finale hätte weit weniger wuchtig ausfallen dürfen, doch vermag auch dieses Abenteuer bis dahin immerhin mit reichlich Charme und sympathischem Ensemble zu punkten.

7 von 10 Hinkelsteinen

Asterix und das Geheimnis des Zaubertranks

  • Hinkelsteine - 7/10
    7/10

Fazit & Wertung:

Einmal mehr inszenieren Alexandre Astier und Louis Clichy mit Asterix und das Geheimnis des Zaubertranks ein Animationsabenteuer um die kultigen Gallier, greifen hierbei allerdings nicht auf eines der Comic-Alben zurück, sondern erzählen eine gänzlich neue Geschichte. Das fällt zwar zeitweise störend ins Gewicht und insbesondere das Finale hätte weit weniger wuchtig ausfallen dürfen, doch vermag auch dieses Abenteuer bis dahin immerhin mit reichlich Charme und sympathischem Ensemble zu punkten.

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Asterix und das Geheimnis des Zaubertranks ist am 26.07.19 auf DVD und Blu-ray, 4K UHD Blu-ray und 3D Blu-ray im Vertrieb von Universum Film erschienen. Hat der Artikel euer Interesse geweckt, dann bestellt doch über einen der Links und unterstützt damit das Medienjournal!

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vgw

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