Review: Buffy The Vampire Slayer, Staffel 10, Band 2: Wünsche (Graphic Novel)

Buffy & Angel - Das Buffyverse

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Es ist soweit, es geht wieder nach San Francisco, denn auch wenn gut Ding Weile haben will, sollte ich ja so langsam mal zu Potte kommen mit der jeweils zehnten Staffel, auch wenn ich dank sorgfältiger Vorausplanung weiß, dass das in den nächsten Wochen nichts wird, aber das soll mich und euch ja jetzt nicht weiter stören.

Buffy The Vampire Slayer
Staffel 10, Band 2:
Wünsche

Buffy The Vampire Slayer: Season 10 Vol. 2: I Wish, USA 2014, 136 Seiten

Buffy The Vampire Slayer, Staffel 10, Band 2: Wünsche | © Panini
© Panini

Autoren:
Joss Whedon
Christos Gage (#6-10)
Nicholas Brendon (#7)
Zeichner:
Rebekah Isaacs (#7-10)
Cliff Richards (#6)
Karl Moline (#6)

Verlag (D):
Panini Verlag
ISBN:
978-3-957-98212-4

Genre:
Drama | Fantasy | Action | Horror

 

Inhalt:

Die Gentrifizierung greift um sich und plötzlich sieht sich die Scooby Gang von akuter Wohnungsnot bedroht, zumal Xander und Dawn jüngst ihre gemeinsame Wohnung gekündigt haben, ohne etwas Neues in Aussicht zu haben. Gut, dass es für versierte Monsterjäger immer Spukhäuser geben wird, die man vom Spuk befreien und dann beziehen kann. Das eigentliche Problem aber stellt das noch immer in Buffys Obhut befindliche Vampyr-Buch dar, dass die Regeln der Magie neu definieren könnte und folglich einiges an Bittstellern und Lobbyisten anzieht, während Dämon D’Hoffryn weiter insistiert, behilflich sein zu können. Als aber Buffy das Buch für nur wenige Stunden in die Obhut von Xander und Spike gibt, passiert, was passieren muss und das mächtige Artefakt ist prompt spurlos verschwunden. Dank magischem GPS allerdings kann Willow es orten und die Gang ist nicht gerade erbaut zu sehen, dass es sich anscheinend auf dem besten Wege nach Sunnydale befindet – oder dem, was davon noch übrig ist…

Rezension:

Angefixt davon, nun endlich auch mit der "zehnten Staffel" Angel & Faith gestartet zu haben, musste nun nach dem Auftaktband Neue Regeln natürlich auch zeitnah dessen Nachfolger Buffy 10.2: Wünsche gesichtet werden, der an die dortigen Ereignisse anknüpft, was für unsere – endlich wieder einmal – vereinte Scooby Gang bedeutet, dass nichts weniger ansteht, als das magische Vampyr-Buch mit neuen Regeln das Übernatürliche betreffend zu füllen, was niemand auf die leichte Schulter nehmen mag. Und weil so ein Schnellschuss nicht zielführend sein kann, sind Buffy und Konsorten bald richtig gut darin, sich in klassischer Vermeidungstaktik vermeintlich dringenderen Problemen zu widmen, wozu auch zählt, eine neue Bleibe zu finden. Nachdem die Beziehung zwischen Xander und Dawn nämlich in Schieflage geraten ist ob jüngster Ereignisse, haben sie beschlossen, ihre gemeinsame Wohnung zu kündigen, ohne dabei die um sich greifende Gentrifizierung zu berücksichtigen, welche die Mietpreise in astronomische Höhen hat schießen lassen. So führt die Gang ihr erster Ausflug in diesem Band zu einem Spukhaus, das – sofern dem Spuk dann ein Ende gemacht worden ist – günstig bezogen werden könnte.

Zu meinem Bedauern setzt bei diesem ersten Part die großartige Rebekah Isaacs kurzzeitig aus, weshalb das erste Heft stattdessen von Cliff Richards und Karl Moline gestaltet worden ist, die zwar einen soliden, aber eben nicht großartigen Job machen, was die Inszenierung der liebgewonnenen Figuren angeht. Dafür aber weiß die Story – erneut von Christos Gage – dramaturgisch zu überzeugen, denn das Monster hat einige perfide Tricks auf Lager, um sich der innersten Wünsche unserer Helden zu bedienen, wogegen manche mehr, manche weniger gefeit sind. Das hieran anschließende Heft steht dem Auftakt derweil in nichts nach und wurde erneut unter Beteiligung von Xander-Darsteller Nicholas Brendon verfasst. Nicht von ungefähr, schließlich fokussiert die Geschichte auf Xander und Spike, die nun nicht nur drauf und dran sind, WG-Kumpels zu werden, sondern beide eben auch ihr Päckchen in Liebesdingen zu tragen haben, was sie in die nächste Kneipe treibt, wobei ein solcher Ausflug in der Welt von Buffy bekanntermaßen selten ohne Folgen bleibt.

Die Hefte sind zwar diesmal nur lose miteinander verbunden und nach dem Zweiteiler Wünsche schließt sich mit Rückkehr nach Sunnydale ein weiterer Zweiteiler an, doch wirkt Buffy 10.2 dennoch wie aus einem Guss, da er ein vorherrschendes, verbindendes Element enthält, denn so manche Geschichte ist auffallend nostalgisch geprägt und bietet eine gelungene Mischung aus Blick zurück und Blick nach vorn. So erkennen beispielsweise Xander und Willow im ersten Band, wie sehr sie sich seit Highschool-Tagen verändert haben und dass dies ohne Frage auch gut so ist, während die namensgebende Rückkehr nach Sunnydale ja für sich genommen schon ein Nostalgie-Trip par excellence ist, auch wenn von den einstigen Straßen uns Orten nichts mehr Bestand hat. Dafür aber, ohne noch mehr vorwegnehmen zu wollen, befinden sich dort noch die Gräber von einigen geliebten Menschen, die zu Zeiten der TV-Serie bereits ihr Leben lassen mussten. Ansonsten findet sich abschließend noch eine Geschichte um Harmony, die so etwas wie die Fortsetzung ihrer Gastauftritt in Angel & Faith bildet, mich aber auch hier wieder noch vollends überzeugen konnte, weil ihre Figur für meinen Geschmack schlichtweg zu karikaturesk geraten ist und im Grunde immer das gleiche will oder versucht, wobei immerhin das Wiedersehen mit Clem Freude bereitet, der ihr seit geraumer Zeit quasi auf Schritt und Tritt folgt.

Trotz dieses – für mich – eher enttäuschenden Abschlusses ist Buffy 10.2: Wünsche in meinen Augen aber eine mehr als runde Sache, zumal eben endlich einmal nicht ausschließlich Kämpfe im Vordergrund stehen – von denen gibt es dennoch reichlich – sondern auch mal wieder mehr Zeit darauf verwendet wird, das Innenleben und die Gefühlslage der Figuren auszuloten, was eben gerade mit dem oftmals vorherrschenden Nostalgie-Flair wunderbar gelingt, denn die Scoobys haben nun einmal schon einen langen Weg hinter sich und einiges erdulden müssen, was hier auf interessante Art aufgegriffen und verwendet wird. Und da abgesehen von dem ersten Heft die weiteren Teile wieder von Rebekah Isaacs gestaltet worden sind, habe ich auch optisch sonst nichts auszusetzen, derweil die zwischen den Kapiteln befindlichen Cover-Illustrationen ohnehin wieder zum Niederknien geraten sind, wie ich nicht müde werde zu betonen. Ein in seiner Gänze absolut stimmiger Band, der die Story jetzt zwar nicht um Welten vorangebracht hat, dafür aber mit gleich mehreren Cliffhangern beziehungsweise Andeutungen die Weichen zu stellen vermag für das, was da noch kommen wird.

Fazit & Wertung:

Christos Gage und Rebekah Isaacs liefern mit Buffy 10.2: Wünsche einen weiteren, durchweg überzeugenden Vertreter der Comic-Reihe ab, der in Sachen Action ein wenig zurückfährt, um sich wieder mehr mit den Emotionen der Scooby Gang zu beschäftigen, was zu einem vorherrschenden Nostalgie-Gefühl beiträgt, der diesen Band umweht. Storytechnisch werden keine großen Sprünge gemacht, doch gefällt diese entschleunigte Erzählweise in Anbetracht der sonst oft vorherrschenden Hektik enorm gut.

8 von 10 gepfählten Vampiren

Buffy The Vampire Slayer, Staffel 10, Band 2: Wünsche

  • Gepfählte Vampire - 8/10
    8/10

Fazit & Wertung:

Christos Gage und Rebekah Isaacs liefern mit Buffy 10.2: Wünsche einen weiteren, durchweg überzeugenden Vertreter der Comic-Reihe ab, der in Sachen Action ein wenig zurückfährt, um sich wieder mehr mit den Emotionen der Scooby Gang zu beschäftigen, was zu einem vorherrschenden Nostalgie-Gefühl beiträgt, der diesen Band umweht. Storytechnisch werden keine großen Sprünge gemacht, doch gefällt diese entschleunigte Erzählweise in Anbetracht der sonst oft vorherrschenden Hektik enorm gut.

8.0/10
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Buffy The Vampire Slayer, Staffel 10, Band 2: Wünsche ist am 16.11.15 im Panini Verlag erschienen. Hat der Artikel euer Interesse geweckt, dann bestellt doch über den nachfolgenden Link und unterstützt damit das Medienjournal!

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