Review: Your Highness (Film)

Nachdem ich euch unlängst erst mit Einfach zu haben eine schon beinahe anspruchsvolle Komödie präsentiert habe, kommt heute das genaue Gegenteil auf euch zu. Doch ich will mich auch diesmal gar nicht mit großen Worten aufhalten, denn während ich dies hier zum digitalen Papier bringe, liegt das Schreiben der gesamten Rezension noch vor mir. Legen wir also los!

Your Highness

Your Highness, USA 2011, 102 Min.

Your Highness
Quelle: IMPawards.com

Regisseur:
David Gordon Green
Autoren:
Danny McBride
Ben Best

Main-Cast:
Danny McBride (Thadeous)
James Franco (Fabious)
Natalie Portman (Isabel)
Zooey Deschanel (Belladonna)
in weiteren Rollen:
Justin Theroux (Leezar)
Toby Jones (Julie)
Damian Lewis (Boremont)

Genre:
Komödie | Fantasy | Abenteuer

Trailer:

 

Inhalt:

Es waren einmal zwei Brüder. Der eine hieß Fabious und war der Held des Volkes, der andere hörte auf den Namen Thadeous und gab sich lieber dem Zauberkraut und anderweitigen Vergnügungen hin. Doch als Fabious mit seiner bisher größten „Beute“, der Prinzessin Belladonna, von einer Queste zurückkehrt, taucht der sinistere Zauberer Leezar auf und entführt die Braut in spe. Plötzlich sind die faulen Zeiten für Thadeous vorbei, denn sein Vater trägt ihm auf, seinen Bruder bei seiner bisher schwersten Queste zu begleiten, auf dass sie gemeinsam allen Gefahren trotzen und Belladonna aus den Fängen des Magiers befreien mögen.

Rezension:

Your Highness ist Blödsinn in Reinkultur und die schwerste Queste für den Zuschauer wäre es, sich auf die Suche nach dem geheimnisumwitterten Niveau zu begeben – denn dieses suchte er hier vergeblich. Stattdessen ist dieser zu großen Teilen merklich improvisierte Film vollgepackt mit Zweideutigkeiten und zotigen Witzen, spielt dabei zwar immer wieder mehr oder weniger gekonnt auf diverse Klischees der Fantasy-Sparte an, schafft es aber zu keinem Zeitpunkt, sich aus dem eigenen Morast zu erheben.

Die größte Leistung von Your Highness ist sicherlich, sich der Beteiligung solch hochkarätiger Darsteller wie Natalie Portman oder James Franco versichert zu haben und auch Zooey Deschanel ist (Gott sei Dank) spätestens seit der Serie New Girl kein unbeschriebenes Blatt mehr, wenngleich ihre Rolle hier durchaus mehr Raum verdient hätte, als ihr letztlich zugestanden wird. Dreh- und Angelpunkt der Geschichte sind aber die zwei ungleichen Brüder, die im weiteren Verlauf nicht nur auf die Kriegerin Isabel treffen, sondern auch auf dauergeile Minotauren, perverse Waldbewohner, ein pädophil angehauchtes, ebenso perverses Orakel und selten dämliche Schergen des eigensinnigen Zauberers Leezar.

Dabei wird tatsächlich die meiste Zeit drauf verwandt, sexuell gefärbte Witze und Anzüglichkeiten unter das Volk zu bringen und mehr als einmal die Phallus-Eigenschaften von Schwertern hervorzuheben. Die Geschichte ist kaum der Rede wert, der Humor allerunterste Schublade, die Effekte kaum mehr als akzeptabel und die recht offensichtliche Anlehnung an Die Ritter der Kokosnuss (dessen subversiver Charme zu keinem Zeitpunkt erreicht wird), all das spricht alles andere als für den Film und objektiv betrachtet kann ich ihm nichts positives abgewinnen.

Das faszinierende allerdings ist, dass Your Highness funktioniert, sprich unterhält, denn die Darsteller sind mit einer solchen Freude bei der Sache, brechen so bereitwillig aus ihrem üblichen Rollenschema aus und geben sich hemmungslos den zotigen Späßen hin, dass ich nicht behaupten könnte, zu irgendeinem Zeitpunkt nicht tadellos unterhalten worden zu sein. Sicherlich erfordert es den Konsum des einen oder anderen alkoholhaltigen Getränks und die vorherige Destruktion sämtlicher Erwartungen, dann allerdings ist Your Highness sicherlich für den einen oder anderen Lacher gut.

Fazit & Wertung:

Your Highness macht im Grunde alles falsch, was man nur falsch machen kann, glänzt aber gerade deshalb mit seiner anarchischen Ausrichtung und der Tatsache, dass ihm nichts, wirklich nichts zu peinlich oder abgedroschen ist. Your Highness schämt sich nicht für das was er ist, nein, der will so sein!

7 von 10 Anzüglichkeiten

Your Highness

  • Anzüglichkeiten - 7/10
    7/10

Fazit & Wertung:

Your Highness macht im Grunde alles falsch, was man nur falsch machen kann, glänzt aber gerade deshalb mit seiner anarchischen Ausrichtung und der Tatsache, dass ihm nichts, wirklich nichts zu peinlich oder abgedroschen ist. Your Highness schämt sich nicht für das was er ist, nein, der will so sein!

7.0/10
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Meinungen aus der Blogosphäre:
Cellurizon: 8/10 Punkte
Tonight is gonna be a large one.: 6/10 Punkte

Als besonderer Service hier noch der Link zur DVD/Blu-ray von Your Highness bei Amazon:

DVD:

Blu-ray:

  • bullion

    Ich hatte mir ja auch schon überlegt, ob sich der Film wohl lohnen würde. Vielleicht schau ich doch mal rein, wenn es ihn günstig gibt.

    • Sei dir aber im Klaren darüber, dass der Film objektiv wirklich schlecht ist! Er funktioniert tatsächlich nur, wenn man bereit ist, sich auf das Niveau runterziehen zu lassen.

  • Als ich den Trailer vor vor 1 oder 2 Jahren das erste mal gesehen hatte, wollte ich den Film unbedingt sehen. Der Cast schien gut, die Story lustig und das Thema Mittelalter ist eh mein Ding. Aber nach ca. 20 Minuten gingen meine Vorfreuden sowas von flöten. Ich muss ehrlich sagen das richtig enttäuscht war.
    Eigentlich hab ich nichts gegen Niveaulosigkeit, aber ich hab wohl was anderes erwartet, daher war ich wohl so enttäuscht. Spätestens als sich der Typ die Kriegsbeute um den Hals gehängt hat, was bei mir irgendwie vorbei.

    • Kann ich gut verstehen, ich dachte auch erst, dass mich da ein toller Film erwarte und hörte dann nur noch schlechtes. Trotzdem habe ich mich drauf gefreut, aber auch Gott sei Dank von vornherein im Hinterkopf gehabt, dass ich die Bedeutung des Wortes Niveau für diesen Streifen möglichst komplett vergessen sollte. Es hat dann etwa besagte zwanzig Minuten gedauert, um mich damit abzufinden und mich darauf einzulassen, aber irgendwann wurde es so dämlich, dass ich dann doch zu schmunzeln anfing. Aber ich verstehe jeden mehr als gut, der sagt, dass dieser Film der absolute Schrott ist – denn das ist er ja auch, eigentlich…

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