Review: Das Lied von Eis und Feuer 3: Der Thron der sieben Königreiche | George R. R. Martin (Buch)

Die 1. Medienjournalistischen Literaturtage

Und schon wieder sind diesmal sogar mehr als drei Monate vergangen seit der letzten Review zu Das Lied von Eis und Feuer aka Game of Thrones. In den vergangenen Tagen und Wochen konntet ihr aber auch sehen, was ich zwischenzeitlich noch an Literatur verschlungen habe. Das hat einen ganz simplen Grund, denn bei mir gibt es zwei Arten von Büchern, beziehungsweise Möglichkeiten, wann und wo ich diese lese. Denn einerseits lese ich Bücher auf dem Weg zur und von der Arbeit. Hierbei handelt es sich üblicherweise um die dünneren, handlicheren Bücher und Geschichten wie die Hexer-Saga und Das Lied von Eis und Feuer fallen aus dem Raster.

Diese lese ich abends im Bett und wie ihr euch denken könnt, komme ich aufgrund meines gesteigerten Film- und Serienkonsums oftmals nicht eben früh ins Bett oder krieche häufig erst völlig ermattet gegen zwei in die Federn – dass ich dann höchstens noch einige wenige Seiten zu lesen schaffe versteht sich wohl von selbst und daher hat es auch wieder etwas länger gedauert. Klar sind das Luxusprobleme und beschweren will ich mich mitnichten, doch dachte ich, ist es vielleicht mal interessant, das Leseverhalten hinter der Rezension zu ergründen, also einmal zu erörtern, in welchem Ambiente meine Leseeindrücke entstehen.

Ausnahmsweise muss ich auch diesmal darauf hinweisen, dass insbesondere die Inhaltsangabe naturgemäß Spoiler beinhalten könnte!

Das Lied von Eis und Feuer
Der Thron der sieben Königreiche

A Clash of Kings (Pages 1-332), USA 1998, 576 Seiten

Das Lied von Eis und Feuer 03 - Der Thron der sieben Königreiche von George R. R. Martin
© Blanvalet

Autor:
George R. R. Martin

Verlag (D):
Blanvalet
ISBN:
978-3-442-26822-1

Genre:
Fantasy | Drama | Abenteuer

 

Inhalt:

König Robert aus dem Hause Baratheon ist tot und ebenso die Hand des Königs, Lord Eddard Stark. Und während Roberts Sohn Joffrey, ein Lennister, den eisernen Thron von Königsmund für sich beansprucht, ernennt sich Eddards Sohn zum König des Nordens und zieht gen Süden in den Krieg, wo ihn schon Tywin Lennister erwartet. Derweil entsendet Robb Theon Graufreud in seine alte Heimat, die Eiseninseln, um dort Unterstützung von Balon, dem König von Salz und Fels, Theons Vater, zu erbitten, nicht ahnend, dass Theon seine eigenen Ziele verfolgt.

Doch auch Roberts Brüder Stannis, der Lord von Drachenstein, und Renly, Lord von Sturmkap, erheben Anspruch auf den Thron und rüsten zur Schlacht, während Tywin seinen Sohn, den kleinwüchsigen Tyrion zur neuen Hand des Königs ernennt um Joffrey wie auch Cersei unter Kontrolle zu halten.

Es verwundert nicht, dass in diesen Zeiten des Umbruchs niemand den Worten der Nachtwache zu lauschen bereit ist, welche sich im Zuge des hereinbrechenden Winters mit einer noch unbekannten Bedrohung aus dem hohen Norden, weit jenseits der Mauer, konfrontiert sieht. Und auch Daenerys Targaryen, die Khaleesi der Dothraki jenseits des Meeres ist nicht untätig und sucht nach Mitteln und Wegen, ihr Khalasar zu stärken.

Rezension:

Mit Der Thron der sieben Königreiche geht also Martins Saga um Das Lied von Eis und Feuer in die nunmehr dritte Runde, wobei es sich genaugenommen ja einmal mehr nur um ein halbes Buch handelt, dieses also den Beginn des zweiten Buches markiert. Vieles ist passiert im ersten Band aka den ersten beiden Bänden und dem Autor gelingt es, nahtlos an diese Geschehnisse anzuknüpfen und die Spannung aufrechtzuerhalten, die er auf knapp 1.000 Seiten aufgebaut hat. Jetzt erst offenbar sich auch langsam das Ausmaß, das der Tod Roberts und Eddards für ganz Westeros mit sich bringt und behutsam führt Martin nach und nach weitere Parteien in die immer weitere Kreise ziehende Fehde ein, wenngleich diese Figuren freilich auch schon im Vorgänger ihre Erwähnung gefunden haben.

Daneben versprengt er die Familie Stark noch weiter und während Sansa am Hofe in Königsmund verbleibt, macht Arya sich – als Junge getarnt – auf den Weg zurück nach Winterfell, wo Bran sich derweil mit den neu aufgenommenen Mündel der Freys herumschlagen muss und trotz seiner Unfähigkeit zu laufen und seinem geringen Alter die Bürde trägt, die Stärke der Starks nach außen hin zu präsentieren. Die Nachtwache indes – und mit ihnen Jon Schnee – tritt den Gang unter der großen Mauer hindurch in den hohen Norden an, um die Bewandtnis der Bedrohung zu ergründen, die mit dem Winter Einzug halten wird. Martin gelingt es also, an allen Ecken und Enden interessante Geschichten zu spinnen und den Leser – oder mich zumindest – mit dem Schicksal all seiner Charaktere mitfiebern zu lassen.

Dadurch, dass Figuren gestorben sind, andere neue Bedeutung erhalten und die Schauplätze sich teils verlagert haben, ist natürlich auch die Gewichtung der Kapitel in Der Thron der sieben Königreiche eine andere, was teils positiv ist, denn Tyrion rückt hier in seiner zentralen Funktion als Hand und insbesondere im Ränkeschmiede-Wettkampf mit den Ratsmitgliedern in den Fokus, teils aber auch negativ ist, denn Daenerys gerät bei dem in Westeros herrschenden Tohuwabohu arg ins Hintertreffen – und diesmal nicht nur geographisch. Auch andere Figuren wie etwa Sansa werden nur stiefmütterlich behandelt, jedoch fällt es bei ihr auch nicht so sehr ins Gewicht, weil ihr Plot der mitunter spannungsärmste und konventionellste ist.

Ansonsten beschäftigt sich Martin weiterhin eingehend mit seiner Welt und schafft einen überzeugenden, fiktiven Kosmos, der an Detailverliebtheit kaum zu überbieten ist. Sprachlich präsentiert sich Der Thron der sieben Königreiche ebenso auf gleichbleibend hohem Niveau und die Figurendichte – wie könnte es auch anders sein – nimmt weiter zu, wobei diesmal (bisher) überraschend wenige Figuren das Zeitliche gesegnet haben um der zunehmenden Population entgegenzuwirken. Ansonsten ist jedes Kapitel so spannend wie eh und je und die Qualität der Reihe ungebrochen, so dass ich schon den Tag herbeisehne, an dem ich endlich mit dem vierten Band beginnen kann. Einen halbe Punkt Abzug gibt es lediglich dafür, weil ich Martin immer noch nicht verziehen habe, dass er Eddard Stark hat sterben lassen (und mir dessen Fehlen hier mehr denn je bewusst wurde) und weil er diesmal Dany so schmählich vernachlässigt hat.

Fazit & Wertung:

Meine Begeisterung für Das Lied von Eis und Feuer ist ungebrochen und Martin beschreitet spannende und überraschende Wege, die mir die Geschichte aber niemals verleidet haben, sondern mich stattdessen mehr denn je Nägel kauend und erwartungsvoll weiterblättern ließen.

9,5 von 10 Schattenwölfen von Winterfell

Das Lied von Eis und Feuer 3: Der Thron der sieben Königreiche

  • Schattenwölfe von Winterfell - 9.5/10
    9.5/10

Fazit & Wertung:

Meine Begeisterung für Das Lied von Eis und Feuer ist ungebrochen und Martin beschreitet spannende und überraschende Wege, die mir die Geschichte aber niemals verleidet haben, sondern mich stattdessen mehr denn je Nägel kauend und erwartungsvoll weiterblättern ließen.

9.5/10
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Meinungen aus der Blogosphäre:
Tonight is gonna be a large one.: 10/10 Punkte

Das Lied von Eis und Feuer:

1. Die Herren von Winterfell
2. Das Erbe von Winterfell
3. Der Thron der sieben Königreiche
4. Die Saat des goldenen Löwen
5. Sturm der Schwerter
6. Die Königin der Drachen
7. Zeit der Krähen
8. Die dunkle Königin
9. Der Sohn des Greifen
10. Ein Tanz mit Drachen

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Weitere Details zum Buch und dem Autor findet ihr auf der Seite von Blanvalet. Dort findet sich übrigens auch eine Leseprobe.

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  • Und auch noch Zeit für „A Song of Ice and Fire“ haben – na das sehe ich gern! Du hast nicht zufällig 30-Stunden-Tage? 😉

    • 30-Stunden-Tage wären toll, aber schau, ich hätte es ja sogar beinahe völlig verpeilt auf deinen Kommentar zu antworten. Wie gesagt, im Moment bin ich damit gesegnet, dass ich ganz gute Vorarbeit leiste und ich die bereits erstellten Rahmen für die folgenden Reviews nur noch mit Leben füllen muss. Und Sachen wie „A Song of Ice and Fire“ zu rezensieren geht mir erstaunlich leicht und schnell von der Hand; das wird an der Euphorie liegen^^

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