Review: Crossed 6: Badlands 2 (Graphic Novel)

Die letzte Woche war es hier auf dem Blog ja abgesehen von einer neuen Buch-Kritik ziemlich mau, dafür habe ich aber die freie Zeit am Wochenende genutzt, mich mal wieder ein wenig um neue Artikel zu kümmern und deshalb gibt es heute auch wieder ein Comic-Double-Feature. Beginnen wollen wir mit:

Crossed 6
Badlands 2

Crossed Vol 5: Badlands #10-18, USA 2013, 212 Seiten

Crossed 6: Badlands 2 | © Panini
© Panini

Autoren:
David Lapham (Yellow Belly)
David Hine (The Golden Road)
Zeichner:
Jacen Burrows (Yellow Belly)
Eduardo Vienna (The Golden Road)
Georges Duarte (The Golden Road)

Verlag (D):
Panini Verlag
ISBN:
keine ISBN

Genre:
Endzeit | Horror | Thriller | Drama

 

Inhalt:

Yellow Belly

Edmund Wickenthorpe ist ein Außenseiter an seiner Schule, wird von allen gehänselt und seit einem Vorfall in der sechsten Klasse nur noch Pieselschweif genannt. Kurz nach seinem Schulabschluss macht er mit seinem Vater und seinem kleinen Bruder Eli einen Ausflug zu Baubbles Wanderzirkus und beobachtet dort, wie der sogenannte Zirkus-Geek eine Schlange verspeist. Doch die wahren Geeks brechen gegen Ende der Vorstellung über die Massen herein und eine Gruppe Infizierter schlachtet einen Großteil der Menge ab. Edmund beobachtet, wie sein Vater und Bruder getötet werden, doch ihm gelingt es zu fliehen. Zurück in der Stadt glaubt niemand ihm seine haarsträubende Geschichte und so mehren sich die Infizierten, bis seine früheren Klassenkameraden ihm endlich Glauben schenken und sogar anerkennen, was er für sie getan hat, indem er sie zu warnen versuchte. Plötzlich ist Edmund ein Held, doch eine Gruppe heißblütiger und testosterongeschwängerter Jugendlicher ist nicht annähernd so stark wie die ungezügelte Mordsucht der Infizierten…

The Golden Road

Clooney und seine Freundin Tabitha reisen gemeinsam mit einer Gruppe ambitionierter Schriftsteller nach Stableford, Wisconsin und von dort nach Sarmakand, wo der kontrovers diskutierte Autor Gideon Welles residiert. Während Welles mit unorthodoxen wie befremdlichen Mitteln versucht, die Anwesenden von den – wie er sagt – Schichten der Heuchelei zu befreien und einen Blick auf das Biest in uns zu ermöglichen, trifft am Hauptbahnhof von Stableford ein Zug voller Infizierter ein, die sich bald sturzartig über die Stadt verteilen. Während die Polizistin Lorna noch versucht, der Lage Herr zu werden und die letzten Überlebenden zu retten, gehen Welles‘ perfide Spielchen in Samarkand weiter und erst, als es Clooney zu viel wird und er mit einem Bediensteten in Richtung Stableford aufbricht, bemerkt er, was außerhalb der abgeschiedenen Villa vor sich geht. Doch so, wie er sich von den Anwesenden behandelt fühlt, hat er nicht unbedingt vor, sie zu warnen.

Rezension:

Während der erste Band von Crossed: Badlands für mich speziell aufgrund der unausgegoren wirkenden zweiten Geschichte eine mittelschwere Enttäuschung war, scheint man sich nun auf alte Stärken zurückzubesinnen, was wohl zuvorderst den beiden beteiligten Autoren geschuldet sein mag. Während David Lapham mittlerweile vielen ein Begriff sein dürfte und längst nicht nur bei Crossed bereits mehrfach seine Finger im Spiel hatte, ist mir David Hine sowohl dank seiner Interpretation der Darkness als auch durch FVZA in bester Erinnerung. Beide gehen hier nun ähnlich gelagerte, aber vergleichsweise frische Wege und beleuchten anders als die anderen, am ehesten als Survival-Horror anzusehenden Bände die Anfänge der unerklärlichen Seuche und zeigen anhand höchst unterschiedlicher Szenarien auf, wie der Wahnsinn unaufhaltsam von der Welt Besitz ergreifen konnte.

Dreht sich die erste Geschichte Yellow Belly noch darum, wie ein Außenseiter verzweifelt versucht, die arglose Bevölkerung zu warnen und vom verlachten Spinner zum Helden aufzusteigen, der letztendlich seinem Schicksal dennoch kaum entgehen kann, da er zu arglos und voller Dankbarkeit für den ihm neu entgegengebrachten Respekt durch eine lebensfeindlich gewordene Welt stolpert und die Gefahren aus den eigenen Reihen unterschätzt, widmet sich The Golden Road einer Gruppe ambitionierter Schriftsteller, die einen charismatischen wie ehrfurchtgebietenden Mann und Exzentriker namens Gideon Welles anhimmeln und voller Eifer und Tatendrang seine abgelegene Villa aufsuchen, nicht ahnend, dass die extremen Ansichten und die von Welles propagierte Abkehr von den Fesseln der Zivilisation und den Zwängen menschlicher Kontrolle bald schon von einer viel grausameren Wirklichkeit überholt werden, so dass sich ein wenn auch überzogenes, so clever gewähltes Äquivalent der menschlichen Maßlosigkeit ergibt.

So interpretieren also beide Geschichten in Badlands 2 auf ihre Weise das Konzept der Gezeichneten neu und unverbraucht, ohne indes nur einen Schritt von der Härte und brutal überhöhten Rohheit der Vorlage abzuweichen. Die Zeichnungen von Jacen Burrows sowie Eduardo Vienna und Georges Duarte sind dabei gewohnt solide und eigentlich immer dann am stärksten, wenn es um die detailverliebten Panels der wahnsinnigen Exzesse und Folterorgien geht, wobei man sich auch hier – wie bei Crossed schon lange Usus – fragen muss, wer sich solch abartige Szenarien auszudenken vermag.

Folglich ist auch dieser Band unter keinen Umständen etwas für in irgendeiner Form Zartbesaitete und man muss dem unverhohlen übertriebenen Grauen schon deutlich wohlwollend gegenüberstehen, um auch den Geschichten in Badlands 2 etwas abgewinnen zu können. Nichtsdestotrotz erscheinen auch hier die Storys endlich wieder nicht mehr annähernd so gewaltverherrlichend wie in manch anderem Band und lassen deutlich erkennen, dass sowohl Lapham als auch Hine eine Geschichte zu erzählen haben, die nun einmal von diesem Horrorszenario getragen wird.

Fazit & Wertung:

Offensiv brutale und freizügig geschilderte Perversionen sind auch in Crossed: Badlands 2 keine Seltenheit, doch dank fähiger Autoren werden hier endlich wieder zwei Geschichten präsentiert, die daneben auch tatsächlich zum Nachdenken anzuregen vermögen und nicht bloß mit dem puren Ekel-Faktor zu punkten wissen wollen.

8 von 10 mit dem Kreuz gezeichneten Infizierten

Crossed 6: Badlands 2

  • Mit dem Kreuz gezeichnete Infizierte - 8/10
    8/10

Fazit & Wertung:

Offensiv brutale und freizügig geschilderte Perversionen sind auch in Crossed: Badlands 2 keine Seltenheit, doch dank fähiger Autoren werden hier endlich wieder zwei Geschichten präsentiert, die daneben auch tatsächlich zum Nachdenken anzuregen vermögen und nicht bloß mit dem puren Ekel-Faktor zu punkten wissen wollen.

8.0/10
Leser-Wertung 0/10 (0 Stimmen)
Sende

Crossed 6: Badlands 2 ist am 20.05.14 im Panini Verlag erschienen. Hat der Artikel euer Interesse geweckt, dann bestellt doch über den nachfolgenden Link und unterstützt damit das Medienjournal!


%d Bloggern gefällt das: