Review: Outcast – Die letzten Tempelritter (Film)

Okay, heute darf es dann mal wieder ein Film sein, habt ihr euch schon fast gedacht, klar, aber was schreib ich sonst in die Einleitung, wenn nicht einleitende Worte dazu, um was es heute gehen soll, und sei es nur, um nicht darüber reden zu müssen, wie enttäuschend der Film leider gewesen ist, denn so richtig gepasst hat hier eigentlich nicht viel, außer das Cage mal wieder gewohnt überdreht agieren durfte – aber selbst das nur viel zu kurz! Dennoch, viel Spaß bei der Lektüre und einen schönen Abend allerseits!

Outcast
Die letzten Tempelritter

Outcast, USA/CN/CA 2014, 99 Min.

Outcast - Die letzten Tempelritter | © Universum Film
© Universum Film

Regisseur:
Nick Powell
Autor:
James Dormer

Main-Cast:
Hayden Christensen (Jacob)
Nicolas Cage (Gallain)
in weiteren Rollen:
Liu Yifei (Lian)
Andy On (Shing)
Anoja Dias Bolt (Anika)

Genre:
Action | Abenteuer | Historie

Trailer:

 

Inhalt:

Szenenbild aus Outcast - Die letzten Tempelritter | © Universum Film
© Universum Film

Drei Jahre sind vergangen, seit die Kreuzritter Jacob und Gallain dem Kampf um das Heilige Land den Rücken gekehrt und sich gen Osten, nach Asien gewandt haben, um dort ein neues Leben zu beginnen. Dort wird zu just diesem Zeitpunkt der Kaiser von seinem eigenen Sohn Shing ermordet, als dieser erfährt, dass die Übernahme der Herrschaft nicht ihm, sondern seinem jüngeren Bruder angedacht sei. Sein Bruder befindet sich derweil schon mitsamt seiner Schwester Lian auf der Flucht und versucht, zu den chinesischen Generälen zu gelangen, um diesen mithilfe des Siegels die Rechtmäßigkeit seines Thronfolgeanspruches zu beweisen. Unterwegs treffen die beiden Flüchtigen auf den mittlerweile dem Opium verfallenen Jacob, der sie mehr zufällig vor den Schergen des bösen Bruders rettet.

Zu dritt machen sich der erst vierzehnjährige Sohn, des Kaisers, seine Schwester Lian und der ehemalige Kreuzritter Jacob auf, die Generäle zu erreichen und dabei den Truppen von Sheng zu entgehen, der alles daran setzt, das wertvolle Siegel zurückzuerlangen. Schlussendlich sieht Jacob keine andere Chance, als eine Route einzuschlagen, die ihn geradewegs zu seinem früheren Ziehvater und Kampfesgefährten Gallain führt, der mittlerweile in den Bergen ein Dasein in Abgeschiedenheit fristet, doch Sheng höchstselbst ist ihnen bereits dicht auf den Fersen.

Rezension:

Mit Outcast – Die letzten Tempelritter legt Nick Powell, der sich seine Lorbeeren bislang als Stunt-Koordinator verdient hat, ein über die Maßen holprig geratenes Regiedebüt vor, das in seinen besten Momenten wie ein ambitioniertes B-Movie, in den meisten Teilen allerdings wie ein richtungsloses, dafür optisch aufgemotztes C-Movie wirkt. Dass Nicolas Cage seit langen Jahren nicht mehr für die hohe Qualität filmischen Schaffens steht, wie er es früher einmal getan hat, ist altbekannt, doch mit seinem überdreht-exaltiertem Spiel vermochte er dennoch, gerade spleenigeren Produktionen einen gewissen, kruden Charme zu verleihen, zumindest wenn man – wie ich – Cage einfach gerne auf der Leinwand bei seinem wilden Treiben beobachtet. Da verbirgt sich aber auch schon der erste Fallstrick des Films, denn während Cage in den ersten zehn Minuten schwer damit beschäftigt ist, schockiert zu gucken, verschwindet er zunächst gar vollends von der Bildfläche und es dauert von da an geschlagene 50 Minuten, bis er wieder in Erscheinung tritt. Bis dahin obliegt es Christensen, den Film im Alleingang zu schultern, was ihm zwar besser gelingt als erhofft, aber auch schlechter als erwartet.

Szenenbild aus Outcast - Die letzten Tempelritter | © Universum Film
© Universum Film

Das liegt mitunter aber auch an dem zu großen Teilen recht krude geratenen Skript, denn nach der Exposition der beiden Hauptfiguren zum Ende des Kreuzzuges im Heiligen Land, die abgesehen von dem Initial-Konflikt und der sinnstiftenden Info, man könne doch gen Osten reisen, statt den sinnlos gewordenen Krieg fortzuführen, herzlich wenig zu bieten hat, in ihrer staubig-dreckigen, roh-brutalen Ausstaffierung traurigerweise aber stimmiger wirkt als ein Großteil der nun folgenden – und gänzlich in Asien spielenden – Chose. Drei Jahre vergehen und Tempelritter Jacob hat den Kreuzzügen den Rücken gekehrt und sich dafür dem Opium zugewandt, doch auch ein handfester Opiumrausch kann einen solch tapferen Recken natürlich nicht davon abhalten, es mit einer ganzen Schar gefürchteter Gardisten aufzunehmen, ein Umstand, den man zumindest so hinnehmen muss, hinnehmen sollte, um Outcast überhaupt etwas abgewinnen zu können, denn natürlich entpuppen sich die beiden einzigen westlichen Figuren – klar, Christensen und Cage – als überaus machtvolle Recken und den chinesischen Kämpfern weit überlegen. Was man da herauslesen möchte bleibt jedem selbst überlassen, doch sorgt es schon für Irritation, wie gerade in der ersten Hälfte der drogensüchtige Ex-Tempelritter gefühlt ein halbes Land im Alleingang aufmischt.

Wer jetzt aber meint, Outcast strotze nur so vor über die Maßen einfallsreich inszenierten Kämpfen, der ist ebenso schief gewickelt, wie jemand, der sich von diesem Actioner im Historiengewand so etwas wie geschichtliche Genauigkeit erwartet, denn tatsächlich wandert man die meiste Zeit über Gras und durch Wälder, findet sich unvermittelt in der Wüste wieder, wandert auch hier noch ein wenig und läuft so durch die Stadt, bevor es im letzten Drittel – im Dienste des Abwechslungsreichtums – einen Berg hinaufgeht. Der Film hat, so muss ich leider sagen, mehr als nur ein paar leichte Hänger, sowohl im ersten wie auch zweiten Drittel, dreht zwar zum Ende hin erfreulicherweise noch einmal ein ganz klein wenig auf, aber dümpelt nun einmal doch die meiste Zeit recht unaufgeregt vor sich hin, wenn sich auch die wenigen actionreichen Passagen – so fair muss man sein – durchaus sehen lassen können, wenn sie auch weder das Kino an sich noch das Genre revolutionieren, sondern schlichtweg handwerklich gut gemacht sind. Ganz am Anfang gibt es sogar einen Kampfmönch zu bestaunen, der natürlich für die Geschichte keinerlei weitere Bewandtnis hat, mit seinen Martial Arts-Künsten dafür aber ein Versprechen gibt, was im weiteren Verlauf nicht eingelöst wird, denn dergleichen sucht man in den folgenden hundert Minuten vergeblich.

Szenenbild aus Outcast - Die letzten Tempelritter | © Universum Film
© Universum Film

Vor allem aber – und vielleicht war das sogar mein größtes Problem mit Outcast – wird erschreckend wenig erklärt, sondern überwiegend konstatiert, die Grenzen zwischen Gut und Böse sind klar umrissen, all die kaiserlichen Wachen jagen wie selbstverständlich den jungen Sohn des ermordeten Kaisers, obwohl mehr als offensichtlich sein dürfte, dass sein verschlagener älterer Brüder der Mörder ist, die ehemaligen Kreuzzügler sind natürlich gemartert, bereuen, sind voll Wut und Selbsthass, flüchten sich in Alkohol und Drogen und so weiter und so fort. Natürlich habe ich mir keinen wahnsinnig tiefsinnigen Film erwartet, aber ein paar mehr Erklärungen hätten es schon sein dürfen, wieso sich alles so verhält, wie es sich verhält, denn in der vorliegenden Form wirkt das bisschen an Story, was dem munteren durch die Gegend reiten und ab und an kämpfen einen Rahmen bieten soll, doch einerseits reichlich überkonstruiert, andererseits extrem fadenscheinig.

Fazit & Wertung:

Anders als vermutet, spielt Nicolas Cage in Outcast – Die letzten Tempelritter eine wirklich nur untergeordnete Rolle und darf erst im letzten Drittel kurzzeitig das Geschehen bereichern, doch besser macht das den in weiten Teilen behelfsmäßig zusammengeschusterten Plot um einen drogensüchtigen Außenseiter – Hayden Christensen – , der trotz fortwährender geistiger Umnachtung beinahe im Alleingang das chinesische Kaiserreich rettet, nun wirklich nicht, denn zu oberflächlich und unglaubwürdig ist der Rest geraten. Was bleibt, sind einige nette Kampfszenen mit überzeugender Darbietung und eine nette Optik, die den C-Movie-Charakter des Films zu kaschieren versucht.

4 von 10 im Alleingang niedergemachten Feinden

Outcast - Die letzten Tempelritter

  • Im Alleingang niedergemachte Feinde - 4/10
    4/10

Fazit & Wertung:

Anders als vermutet, spielt Nicolas Cage in Outcast – Die letzten Tempelritter eine wirklich nur untergeordnete Rolle und darf erst im letzten Drittel kurzzeitig das Geschehen bereichern, doch besser macht das den in weiten Teilen behelfsmäßig zusammengeschusterten Plot um einen drogensüchtigen Außenseiter – Hayden Christensen - , der trotz fortwährender geistiger Umnachtung beinahe im Alleingang das chinesische Kaiserreich rettet, nun wirklich nicht, denn zu oberflächlich und unglaubwürdig ist der Rest geraten. Was bleibt, sind einige nette Kampfszenen mit überzeugender Darbietung und eine nette Optik, die den C-Movie-Charakter des Films zu kaschieren versucht.

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Outcast – Die letzten Tempelritter erscheint am 17.04.15 auf DVD und Blu-ray im Vertrieb von Universum Film. Hat der Artikel euer Interesse geweckt, dann bestellt doch über einen der Links und unterstützt damit das Medienjournal!

DVD:

Blu-ray:

  • Der Kinogänger

    Echt jetzt? Die haben dem Film den deutschen Untertitel „Die letzten Tempelritter“ gegeben? Nachdem es bereits einen (auch nicht tollen, aber vermutlich immer noch besseren) Mittelalter-Film mit Cage namens „Der letzte Tempelritter“ gibt? Wow, das nenne ich mal Kundenver*zensiert* auf einem ganz neuen Niveau …

    • Ja, hat mich auch ziemlich irritiert und direkt dazu veranlasst, mal zu recherchieren, ob die in irgendeiner Weise was miteinander zu tun haben, da ich den anderen auch noch nicht kannte, aber das grenzt wirklich schon an Ver******.

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