Review: Mission: Impossible – Rogue Nation (Film)

Eine letzte Film-Kritik für dieses Jahr, dann ist auch genug, versprochen, aber wenn heute die Geschäfte geöffnet haben, kann ich ja auch mein Blog bespielen. Außerdem habe ich gerade frei und endlich Zeit, einmal wieder durchzustarten und von daher viel Spaß jetzt mit meiner neuesten Review!

Mission: Impossible
Rogue Nation

Mission: Impossible – Rogue Nation, USA 2015, 131 Min.

Mission: Impossible 5 - Rogue Nation | © Paramount Pictures
© Paramount Pictures

Regisseur:
Christopher McQuarrie
Autor:
Christopher McQuarrie

Main-Cast:

Tom Cruise (Ethan Hunt)
Jeremy Renner (William Brandt)
Simon Pegg (Benji Dunn)
Rebecca Ferguson (Ilsa Faust)
Ving Rhames (Luther Stickell)
Sean Harris (Lane)
Alec Baldwin (Alan Hunley)

Genre:
Action | Abenteuer | Thriller

Trailer:

 

Inhalt:

Szenenbild aus Mission: Impossible 5 - Rogue Nation | © Paramount Pictures
© Paramount Pictures

Nach den jüngsten Aktionen der Impossible Mission Force – kurz: IMF – sorgt CIA-Direktor Alan Hunley dafür, dass die Spezialeinheit aufgelöst und die Agenten zurückbeordert werden. Ethan Hunt, wer hätte anderes vermutet, geht ihm allerdings durchs Netz und taucht unter, jagt er schließlich ein Gespenst namens Das Syndikat, die noch vor der Schließung des IMF den Unterschlupf in London infiltriert und Hunt beinahe unschädlich gemacht hätten, wenn ihm nicht mit Hilfe der mysteriösen Ilsa Faust die Flucht gelungen wäre. Hunt wiederum hat nun endlich eine Spur und auch wenn es weitaus schwerer ist, aus dem Verborgenen zu agieren und nicht auf die Hilfe seiner Kollegen zählen zu können, verfolgt er die Machenschaften des Syndikats genau und sechs Monate später kontaktiert er schlussendlich Benji und beordert ihn nach Wien, da er glaubt, in der Wiener Staatsoper würde das Syndikat erneut zuschlagen.

Hunt soll mit dieser Annahme Recht behalten und nur gemeinsam mit Benji gelingt es ihm, das Attentat auf den österreichischen Bundeskanzler zu verhindern, doch trifft er hier auch erneut auf Ilsa, die in den Diensten des Syndikats-Chefs Solomon Lane zu stehen scheint. Doch das ist nur die Spitze des Eisberges, plant das Syndikat schließlich als gedanklicher Gegenentwurf zum IMF nichts weniger als die bestehende Weltordnung in ihren Grundfesten zu erschüttern. Weitaus größere Probleme bereitet Hunt allerdings zunächst Ilsa Faust, denn ihm ist nicht klar, wer wirklich ihr Auftraggeber ist und welche Ziele sie in diesem zunehmend verworrener werdenden Spiel verfolgt, während die CIA seinem stetig wechselnden Aufenthaltsort langsam aber sicher näher kommt…

Rezension:

Ich muss ja zugeben, das Mission: Impossible-Franchise nach dem enttäuschenden zweiten Teil ziemlich aus den Augen verloren zu haben und weder den dritten Teil, noch den direkten Vorgänger von Rogue NationPhantom-Protokoll überhaupt gesichtet zu haben, wenngleich ich diesem durchaus eine gewisse Qualität attestieren wollte allein durch den Umstand, dass man nach Simon Pegg auch Jeremy Renner mit ins Boot geholt hatte, worin ich mich nun bestätigt sehe, denn einhergehend damit, Mission: Impossible zumindest ein Stück weit zu einem Ensemble-Film gemacht zu haben, ist man definitiv einen Schritt in die richtige Richtung gegangen, denn obschon Tom Cruise hier durchaus wieder unzweifelhaft im Vordergrund steht, tun ihm die Sidekicks merklich gut, wenngleich es die noch relativ unbekannte Rebecca Ferguson (Hercules) ist, die in der Rolle der Ilsa Faust neben Cruise der heimliche Star des Films ist. Davon abgesehen gelingt es Regisseur und Drehbuchautor Christopher McQuarrie, der gemeinsam mit Cruise schon für Jack Reacher verantwortlich zeichnete, wieder mehr dem Geist des originären ersten Teils der Reihe zu entsprechen und dem eine eigene Note hinzuzufügen.

Szenenbild aus Mission: Impossible 5 - Rogue Nation | © Paramount Pictures
© Paramount Pictures

Zu Beginn von Mission: Impossible – Rogue Nation steht wieder einmal die Zukunft des IMF auf dem Spiel, doch diesmal droht die Gefahr von Seiten der Regierung, genauer gesagt der CIA, hier vertreten durch Alec Baldwin als Alan Hunley, der nach den jüngsten Geschehnissen die Auflösung der Organisation fordert. Derweil macht Hunt die Bekanntschaft mit dem Syndikat, das wohl auch im Vorgänger schon kurz erwähnt worden war und kaum sind die Fronten dergestalt geklärt, beginnt ein sich über viele Teile des Erdballs erstreckendes Action-Abenteuer voller furioser Einfälle und überraschender Wendungen, denn McQuarrie hat merklich Spaß daran, die Doppelbödigkeit des Agenten-Daseins auszuloten und treibt es diesen Part lustvoll auf die Spitze, während allerorten gelogen und betrogen wird und man nie so recht sicher sein kann, wer hier auf wessen Seite steht und welche Ziele die unterschiedlichen Parteien eigentlich wirklich verfolgen mögen, denn neben dem Syndikat und der CIA ist bald auch der MI5 Teil des illustren Treibens.

Jetzt könnte man vielleicht bemängeln, dass die Action in Mission: Impossible – Rogue Nation keine neuen Maßstäbe setzt und man vieles von dem, mit dem der Film aufzuwarten weiß, so oder so ähnlich auch schon andernorts gesehen haben mag, doch wenn Hunt in der Wiener Staatsoper gleich mehrere Attentäter auszuschalten versucht, er sich wagemutig an startende Flugzeuge wirft oder sich wilde Verfolgungsjagden in den Straßen von Casablanca liefert sind das nicht nur sorgsam choreografierte und stimmig inszenierte Sequenzen, bei denen es sich Cruise auch nicht hat nehmen lassen, die Stunts selbst durchzuführen, sondern vor allem Teile eines rundherum mitreißenden und packenden Films, der schlichtweg eine Menge Spaß macht, weshalb man auch gerne bereit ist zu verzeihen, dass Ethan Hunt doch mit auffällig wenig Blessuren aus so ziemlich jeder prekären Situation herauskommt und der von Sean Harris (Prometheus) verkörperte Bösewicht Lane doch ab und an etwas zu gutgläubig wirkt, zumal auch er speziell eine mehr als überzeugende Darstellung abliefert. Größter Zugewinn für die Reihe ist aber wie gesagt Rebecca Ferguson, deren Figur durchaus das Potential besitzt, auch noch in etwaigen weiteren Teilen der Reihe – ein sechster Teil zumindest wurde bereits für 2017 angekündigt – eine Rolle zu spielen. Hinter ihr und Cruise stehen zwar Renner und Pegg merklich zurück, doch bekommen beide Figuren im Verlauf der knapp über zwei Stunden dauernden Spielzeit ein paar starke Szenen zugeschustert und auch Ving Rhames als Luther Stickell und damit Hunts Kumpan der ersten Stunde bekommt wieder deutlich mehr zu tun, während Alec Baldwin zumindest im letzten Drittel noch einmal seine Aufwartung machen darf, um schlussendlich zu einem zwar recht vorhersehbaren, aber nicht minder spaßigen und überzeugenden Ende hinzuleiten.

Szenenbild aus Mission: Impossible 5 - Rogue Nation | © Paramount Pictures
© Paramount Pictures

Überhaupt ist Mission: Impossible – Rogue Nation fernab der mitreißenden Action-Sequenzen gespickt mit allerhand großartigen Ideen wie auch One-Linern, die den Film nicht nur wie im Fluge vergehen lassen, sondern vor allem auch Lust auf mehr machen, denn ich persönlich hätte nach all den Jahren nicht geglaubt, mich noch einmal so für einen Film der Mission: Impossible-Reihe begeistern zu können, doch hier stimmt eigentlich fast alles, wenn man eben damit leben kann, dass Hunt ein regelrechtes Stehaufmännchen ist und auch größte Auto-Karambolagen binnen Sekunden zu verarbeiten imstande ist, aber irgendwie gehört das ja zu so einem überlebensgroßen Action-Helden auch dazu.

Fazit & Wertung:

Drehbuchautor und Regisseur Christopher McQuarrie ist mit Mission: Impossible – Rogue Nation ein mehr als würdiger Vertreter des langlebigen Franchise gelungen, der sich nicht nur in mancher Szene vor dem Original und den anderen Vorgängern verbeugt, sondern auch gekonnt eine gewollt mehr als doppelbödige Geschichte erzählt, die erwartungsgemäß gespickt ist mit einigen reißerischen Action-Einlagen, die das Genre zwar nicht neu erfinden, sich aber zu einem ungemein stimmigen und unterhaltsamen Ganzen fügen, das gänzlich ohne Längen auszukommen versteht.

8,5 von 10 wilden Verfolgungsjagden und riskanten Manövern

Mission: Impossible 5 - Rogue Nation

  • Wilde Verfolgungsjagden und riskante Manöver - 8.5/10
    8.5/10

Fazit & Wertung:

Drehbuchautor und Regisseur Christopher McQuarrie ist mit Mission: Impossible – Rogue Nation ein mehr als würdiger Vertreter des langlebigen Franchise gelungen, der sich nicht nur in mancher Szene vor dem Original und den anderen Vorgängern verbeugt, sondern auch gekonnt eine gewollt mehr als doppelbödige Geschichte erzählt, die erwartungsgemäß gespickt ist mit einigen reißerischen Action-Einlagen, die das Genre zwar nicht neu erfinden, sich aber zu einem ungemein stimmigen und unterhaltsamen Ganzen fügen, das gänzlich ohne Längen auszukommen versteht.

8.5/10
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Meinungen aus der Blogosphäre:
Cellurizon: 8/10 Punkte
Die fabelhafte Welt der Aurea: 8/10 Punkte
Filmherum: 4/5 Punkte
Der Kinogänger: 8/10 Punkte
Tonight is gonna be a large one.: 8/10 Punkte

Mission: Impossible 5 – Rogue Nation ist am 17.12.15 auf DVD und Blu-ray im Vertrieb von Paramount Pictures erschienen. Hat der Artikel euer Interesse geweckt, dann bestellt doch über einen der Links und unterstützt damit das Medienjournal!

DVD:

Blu-ray:

  • Jan

    Wenn du Phantom Protocol tatsächlich noch nicht gesehen haben solltest, spreche ich für den eine ganz klare Empfehlung aus. ROGUE NATION baut meiner Ansicht nach viel stärker auf den vierten Teil der Reihe auf, woran McQuarrie gut tut, waren doch Teil 2 und 3 eher mäßige bis schlechte Weichenstellungen für die Reihe.

    Im direkten Vergleich zum zweiten großen Agenten in diesem Jahr – James Bond in SPECTRE – muss man wirklich den Einsatz von Rebecca Ferguson ganz hoch einschätzen. Dass eine Frau in einem von Männern dominierten Franchise solch eine eigenständige und wichtige Rolle einnimmt, ist leider nach wie vor nicht selbstverständlich (s. SPECTRE, der auf dieser Ebene gänzlich misslungen ist).

    • Habe ich tatsächlich noch nicht gesehen, steht aber nach meiner Begeisterung für diesen hier schon fest auf der Liste, ist ja wohl klar. Starke Frauenfiguren sind ja sowieso noch immer eher die Ausnahme, aber gerade in dem Genre sind sie wohl noch weit seltener, das stimmt schon. Bond ist in der Beziehung schon sehr in Richtung Macho-Attitüde ausgerichtet, das habe ich auch immer so erlebt, wenngleich ich ‚Spectre‘ noch nicht gesehen habe.

      • Jan

        Ich verlange es (vor allem rückblickend) nicht von jedem Film. Wenn es die Norm wird, habe ich allerdings nichts gegen starke Frauenfiguren (s. STAR WARS, HUNGER GAMES – es tut sich ja doch was im Blockbuster-Kino). Bei James Bond hat man es obendrein noch mit einer langen Tradition zu tun. Bei SPECTRE im Speziellen baut der Film jedoch etwas auf, was er zum Ende hin vollkommen verwirft und mich deswegen (gerade im Bezug zu Frauenfiguren) enorm enttäuscht und verärgert hat.

      • Ja gut, hinsichtlich ‚Spectre‘ kann ich nicht mitreden wie gesagt, und ansonsten tut sich da sicherlich was im Film- oder auch speziell Blockbuster-Segment, doch sobald es eben nicht die schlagkräftige und schlagfertige Titelheldin eines Streifens ist, sind die Charaktere doch noch immer oft sehr dünn, wohingegen man sich gefühlt bei den Männern weit häufiger bemüht, ihnen einen stimmigen Background zu verpassen, statt sich allein auf deren Aussehen zu verlassen.

        Und Rebecca Ferguson als Ilsa ist hier eben zwar nicht die Hauptfigur, aber dennoch weit mehr als bloßes Eye-Candy, sondern eine richtige Figur. In der Beziehung sind wir uns also einig, dass das ein Schritt in die richtige Richtung ist.

  • Hatte vorher auch nur die ersten beiden Teile der Reihe gesehen und bin gaenzlich ohne Erwartungen ins Kino gegangen. Wurde aber auch ebenso wie Du ziemlich positiv ueberrascht und plane, den vierten dann auch bald nachzuholen.

    • Genau meine Rede, bis auf dass ich natürlich nicht im Kino war, sondern mir die Blu-ray gegönnt habe. Davon abgesehen: Dito :)

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