Review: Mission: Impossible – Fallout (Film)

Als ewiger Nachzügler gebe dann nun auch ich meinen Senf zum neuesten Ethan-Hunt-Abenteuer dazu und so viel vorweg: Ich war begeistert! Kommt mir gut ins Wochenende und genießt die freien Tage.

Mission: Impossible
Fallout

Mission: Impossible – Fallout, USA/CN/FR/NO 2018, 147 Min.

Mission: Impossible 6 - Fallout | © Universal Pictures/Paramount
© Universal Pictures/Paramount

Regisseur:
Christopher McQuarrie
Autor:
Christopher McQuarrie

Main-Cast:

Tom Cruise (Ethan Hunt)
Henry Cavill (August Walker)
Ving Rhames (Luther Stickell)
Simon Pegg (Benji Dunn)
Rebecca Ferguson (Ilsa Faust)
Sean Harris (Solomon Lane)
Angela Bassett (Erika Sloane)
Vanessa Kirby (The White Widow)
Michelle Monaghan (Julia)
Wes Bentley (Erik)
Frederick Schmidt (Zola)
Alec Baldwin (Alan Hunley)

Genre:
Action | Abenteuer | Thriller

Trailer:

 

Inhalt:

Szenenbild aus Mission: Impossible 6 - Fallout | © Universal Pictures/Paramount
© Universal Pictures/Paramount

In Belfast erhält der umtriebige, derzeit untergetauchte Ethan Hunt einen neuen Auftrag vom frisch gebackenen Impossible-Mission-Force-Chef Alan Hunley, drei abhanden gekommene Plutonium-Kapseln sicherzustellen. Diese will sich nämlich eine Organisation unter den Nagel reißen, die sich selbst die "Apostel" nennt und erwartungsgemäß vorhat, mit einer Reihe Nuklearexplosionen Welt und Wirtschaft ins Chaos zu stürzen. Die Inbesitznahme des Plutoniums bei einer fingierten Übernahme in Berlin geht allerdings schief und so führt ihr Auftrag Ethan nebst Benji und Luther alsbald in Richtung Paris, denn als vermeintlichen Anführer der "Apostel" hat die IMF einen gewissen John Lark ermitteln können, der dort wohl ein Treffen mit der "Weißen Witwe" anberaumt hat. Nach dem Patzer in Deutschland allerdings schaltet sich auch CIA-Chefin Erica Sloane ein und stellt dem IMF-Team den geübten Attentäter August Walker zur Seite, der ihn nach Frankreich begleiten und die Operation überwachen soll…

Rezension:

Auch bei dieser im vergangenen Jahr veröffentlichten IMF-Mission bin ich mit meiner Sichtung und Rezension vergleichsweise spät am Start, da ich wie immer auf das Heimkino-Release gewartet habe, doch währte die Vorfreude dafür umso länger, schließlich sind die vielen Lobeshymnen zum Film auch an mir nicht unbeachtet vorbeigerauscht. Und tatsächlich kann ich mich diesem Reigen nur anschließen, denn nachdem ich vor mittlerweile beinahe zwei Dekaden aufgrund des doch eher unsäglichen Mission: Impossible II das Interesse an dem Franchise verloren hatte, kam spätestens der vierte Teil Phantom Protokoll einer regelrechten Frischzellenkur gleich und ließ – zumindest für mich – die Reihe wie Phoenix aus der Asche steigen. Dem folgte bekanntermaßen rund vier Jahre später der von Christopher McQuarrie inszenierte Rogue Nation und nun darf sich der jüngste und mittlerweile sechste Teil der Filmreihe einerseits als dessen Nachfolger wie auch inoffizieller zweiter Teil rühmen. Denn auch wenn sich Mission: Impossible – Fallout ohne Frage auch als Stand-Alone-Movie genießen lässt, sind es doch insbesondere die Rückbezüge und Querverweise auf vorangegangene Abenteuer, die aufzeigen, wie sehr das Franchise in den 22 Jahren seines Bestehens gewachsen und gediehen ist.

Szenenbild aus Mission: Impossible 6 - Fallout | © Universal Pictures/Paramount
© Universal Pictures/Paramount

McQuarrie, der auch schon 2012 mit Tom Cruise Jack Reacher realisiert hat, verlässt sich dabei nicht zu Unrecht einerseits auf das etablierte Figuren-Ensemble rund um den erneut voller Vitalität und Tatendrang von Tom Cruise (Edge of Tomorrow) verkörperten Ethan Hunt, andererseits auf das nicht von ungefähr weithin bekannte Credo des "Höher-schneller-weiter"-Prinzips, sondern schafft es gar, seinen rund zweieinhalbstündigen Reigen alles bisher in der Reihe Dagewesene scheinbar mühelos in den Schatten stellen zu lassen, ohne es dabei mit der ohne Frage exzessiv zelebrierten Action zu übertreiben. So halten sich bekannte Figuren wie Stammbesetzung Ving Rhames als Luther sowie der seit Mission: Impossible III zum Repertoire gehörende Simon Pegg (Terminal) als Benji hier gekonnt die Waage mit neuen Impulsen und Ansätzen, die diesmal ausgehen dürfen von Neuzugang Henry Cavill (Codename U.N.C.L.E.) als CIA-Attentäter August Walker sowie Angela Bassett (Black Panther) als dessen direkte Vorgesetzte Erika SLoane, die ihrerseits somit den erneut von Alec Baldwin (Aloha) verkörperten Alan Hunley beerbt, der sich mittlerweile zum Chef der IMF aufgeschwungen hat.

Des Weiteren darf man sich zudem noch über ein Wiedersehen mit Rebecca Ferguson (Life) als MI6-Agentin Ilsa Faust freuen und auch der charismatische Bösewicht Solomon Lane (Sean Harris; Macbeth) aus dem Vorgänger hat noch längst nicht sein letztes Spiel gespielt und scheint eng verknüpft mit den Plänen und Intrigen der "Apostel", die diesmal als diffuses Feindbild aus dem Hut gezaubert werden. Von solcher Unschärfe und Rätselraterei lebt die Reihe aber auch zweifellos ein bisschen und es würde mich nicht wundern, wenn noch längst nicht alle Geschichten aus diesem Dunstkreis krimineller Machenschaften erzählt sind, zumal der siebte und achte Teil der Reihe ja unlängst offiziell bestätigt worden sind. Mit Mission: Impossible – Fallout schickt sich McQuarrie aber zunächst einmal an, das Franchise in ungeahnte Höhen zu hieven – übrigens sowohl sprich- als auch wortwörtlich – und seinen draufgängerischen Hunt einmal mehr um den halben Erdball zu hetzen, was hier allerdings ungleich adrenalinsteigernder und mitreißender geschieht als bei dessen Um-die-Welt-Hetz-Kollegen Langdon (Inferno). Dafür lassen sich die Macher dann auch gar nicht mal so viel explizit Neues und noch nie Dagewesenes einfallen, können sich aber auch guten Gewissens auf althergebrachte Gepflogenheiten verlassen. Bereits die relativ früh gelagerte Toilettenschlägerei ist für sich genommen nämlich nicht eben innovativ, aber so ungemein druckvoll und drastisch inszeniert, dass es eine wahre Freude ist, zumal hier sowohl Cavill als auch Cruise zu glänzen wissen und absolut auf Augenhöhe agieren, was übrigens auch für den Rest des Films gilt, derweil man nie so genau weiß, wer hier womöglich wen hintergeht und bespitzelt, was die Ziele der Hintermänner sind und wer das sein könnte. Diese Doppel- und Dreifachbödigkeit im Skript hat bereits Mission: Impossible – Rogue Nation zu einem beispiellosen Vergnügen gemacht und entsprechend bleibt sich McQuarrie hier diesem Gestus treu und führt gleich noch ein paar mehr Interessengruppen ins Feld.

Szenenbild aus Mission: Impossible 6 - Fallout | © Universal Pictures/Paramount
© Universal Pictures/Paramount

Dabei verkauft er den Zuschauer aber keineswegs für dumm und entlarvt schon recht früh und offensichtlich erste Fälle von Verrat, statt sie später einfach aus dem Hut zu zaubern, was vielleicht mancher Wendung ein wenig das Überraschungsmoment nimmt, dafür aber das gute Gefühl hinterlässt, für voll genommen, statt mit billigsten Tricks an der Nase herumgeführt zu werden. Des Weiteren bietet Mission: Impossible – Fallout aber von ausgedehnter Tom-Cruise-Renn-Action über Auto- und Motorrad-Verfolgungsjagden bis hin zu HALO-Jumps und Helikopter-Treibjagden so ziemlich alles, was das Action-Herz begehrt und die Mühe, die sich alle Beteiligten gegeben haben, um diese Sequenzen möglichst glaubhaft und "handgemacht" zu präsentieren, merkt man den fertigen Szenen jederzeit an, wodurch der Film auch vorrangig aus der Masse ähnlich gearteter Produktionen herausragt. Denn wenn man mal ehrlich ist, liegt das mitnichten an dem cleveren Plot und der unfehlbaren Schreibe, denn selbstredend braucht man auch hier – wie bei fast jedem Actioner – ein gerüttelt Maß an "Willing Suspension of Disbelief", um merkwürdig zu entschärfende Bomben-Timer und allein die Stehaufmännchen-Mentalität unserer Helden und Schurken zu schlucken. Derlei Vorbehalte sind aber schnell vergessen, wenn McQuarrie den Startschuss für ein locker das letzte Filmdrittel dominierendes Finale ertönen lässt und für den emotionalen Punch nach nunmehr zwölf Jahren Hunts Frau Julia (Michelle Monaghan; Boston) zurückkehren lässt, derweil diese Art von berserkerndem Showdown nur zusätzlich untermauert, dass das Franchise meines Erachtens mit Mission: Impossible – Fallout seinen bisherigen Höhepunkt erreicht hat.

Fazit & Wertung:

Christopher McQuarrie und Tom Cruise erweisen sich in Mission: Impossible – Fallout einmal mehr als Traum-Duo aus Regisseur und Akteur und peitschen den nunmehr sechsten Vertreter des Franchise in ungeahnte Höhen. Neben brachialer wie souverän inszenierter Action und einem nervenzerreißenden Finale steht ihnen dabei nicht nur ein physisch ungemein präsenter Henry Cavill, sondern gleich ein ganzes Ensemble alter wie neuer Figuren und ein gewohnt doppelbödiger Plot zur Seite. Actionkino vom Allerfeinsten, dem es gelingt, die Adrenalinschübe in rund zweieinhalb Stunden Laufzeit kaum einmal abebben zu lassen.

9 von 10 wilden Verfolgungsjagden und riskanten Manövern

Mission: Impossible – Fallout

  • Wilde Verfolgungsjagden und riskante Manöver - 9/10
    9/10

Fazit & Wertung:

Christopher McQuarrie und Tom Cruise erweisen sich in Mission: Impossible – Fallout einmal mehr als Traum-Duo aus Regisseur und Akteur und peitschen den nunmehr sechsten Vertreter des Franchise in ungeahnte Höhen. Neben brachialer wie souverän inszenierter Action und einem nervenzerreißenden Finale steht ihnen dabei nicht nur ein physisch ungemein präsenter Henry Cavill, sondern gleich ein ganzes Ensemble alter wie neuer Figuren und ein gewohnt doppelbödiger Plot zur Seite. Actionkino vom Allerfeinsten, dem es gelingt, die Adrenalinschübe in rund zweieinhalb Stunden Laufzeit kaum einmal abebben zu lassen.

9.0/10
Leser-Wertung 9/10 (1 Stimme)
Sende

Mission: Impossible 6 – Fallout ist am 13.12.18 auf DVD, Blu-ray und 4K UHD Blu-ray bei Paramount im Vertrieb von Universal Pictures erschienen. Hat der Artikel euer Interesse geweckt, dann bestellt doch über einen der Links und unterstützt damit das Medienjournal!

DVD:

Blu-ray:

vgw

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