Und wieder ein Film aus der Kategorie der ewig fertigen Rezensionen, die es dann schlussendlich doch noch irgendwann aufs Blog schaffen und das auch diesmal nur, weil ich mit einer weitaus aktuelleren Kritik nicht fertig geworden bin, aber das soll den Spaß an der Sache ja nicht trüben, gerade so kurz vor Weihnachten, weshalb ich euch viel Freude bei der Lektüre wünsche und ab morgen dann natürlich eine so richtig besinnliche Zeit!

The Kids Are All Right

The Kids Are All Right, USA 2010, 106 Min.

The Kids Are All Right | © Universal Pictures
© Universal Pictures

Regisseurin:
Lisa Cholodenko
Autoren:
Lisa Cholodenko
Stuart Blumberg

Main-Cast:

Annette Bening (Nic)
Julianne Moore (Jules)
Mark Ruffalo (Paul)
Mia Wasikowska (Joni)
Josh Hutcherson (Laser)

Genre:
Komödie | Drama

Trailer:

 

Inhalt:

Szenenbild aus The Kids Are All Right | © Universal Pictures
© Universal Pictures

Die Ärztin Nic und ihre Frau Jules, die sich jüngst der Landschaftsgärtnerei zu widmen beschlossen hat, führen ein unaufgeregtes, harmonisches Leben in einem gut situierten Vorort von Los Angeles. Auch ihre Kinder Laser und Joni geben kaum Anlass zur Sorge, doch während die achtzehnjährige Joni sich anschickt, demnächst das College zu besuchen, hat es sich der fünfzehnjährige Laser in den Kopf gesetzt, seinen biologischen Vater kennenlernen zu wollen. Da er selbst zu jung für eine entsprechende Anfrage ist, spannt er kurzerhand Joni für seine Zwecke ein und gemeinsam nehmen sie Kontakt zu dem Restaurantbesitzer Paul auf, der zwar zunächst ein wenig überrumpelt und unsicher ist, sich aber als grundsympathischer Kerl entpuppt, mit dem die beiden sich bald anfreunden.

Schwieriger wird es da, als Nic und Jules von ihren Bemühungen erfahren, denn während Jules bereit ist, Paul mit offenen Armen in ihrem Haus zu empfangen, hält Nic herzlich wenig davon, ihre Kinder anscheinend fortan mit dem früheren Samenspender teilen zu müssen. Jules derweil freundet sich mit Paul an und erklärt sich auch bereit, seinen Garten neu zu gestalten, doch bei der täglichen Arbeit dort kommen die beiden sich langsam näher…

Rezension:

Mit The Kids Are All Right ist Regisseurin Lisa Cholodenko ein ungemein warmherziger, charmanter und leichtfüßiger Film gelungen, eine Dramedy im besten Sinne, bei der weder Lacher noch Gefühl zu kurz kommen. Bis auf die Tatsache, dass hier zwei Kinder ihren Vater aufsuchen, war mir im Vorfeld so ziemlich nichts über den Film bekannt und umso überraschter war ich, als was er sich schließlich präsentiert hat, wenn die Geschichte zuweilen auch arg unaufgeregt erzählt wird, was sicherlich nicht jedem liegen dürfte, doch hier passt es einfach formidabel und macht aus der eigentlich so profanen Geschichte einen wunderschönen Feel-Good-Movie, dem natürlich insbesondere die zahllosen gleichermaßen fähigen wie sympathischen Darstellerinnen und Darsteller ausnehmend gut zu Gesicht stehen.

Szenenbild aus The Kids Are All Right | © Universal Pictures
© Universal Pictures

Allein wenn man sich das lesbische Paar betrachtet, das hier von Julianne Moore und Annette Bening dargestellt wird und das andernorts womöglich genutzt worden wäre, um Freigeist und Andersartigkeit des Films zu untermauern, wird deutlich, dass sich Cholodenko und der Film als solches gar nicht um derlei Schubladen scheren, was allein schon erfrischend weltoffen und charmant ist, denn wie oft muss man erleben, wie verklemmt und zaghaft auch heute noch mit dem Thema umgegangen wird, während es hier überhaupt nicht zur Debatte steht, so dass man sich vielmehr darüber wundern mag, wie jemand sein Kind Laser nennen kann, als sonst nur einen Gedanken an die Art der Beziehung zu verschwenden. Die Beziehung der beiden Frauen bleibt dabei aber mitnichten selbstzweckhaft oder austauschbar, dient sie schließlich auch als Plot Device für die sich anschließenden Ereignisse, im Zuge derer Mark Ruffalo als einstiger Samenspender die Familie gehörig durcheinanderbringt.

Apropos Familie, kamen mir aber, obwohl The Kids Are All Right heißt wie er heißt, die Kinder doch im weiteren Verlauf oft zu kurz, was einerseits schade ist, da sie schließlich die Ereignisse in Gang gebracht haben, ihren Vater kennenlernen wollten, andererseits aber auch, weil speziell Mia Wasikowska in den vergangenen Jahren – also den Jahren nach Erscheinen des Films – mehrfach unter Beweis stellen durfte, welches Potential ihr innewohnt (beispielsweise in Stoker und Spuren), sodass sie hier oft grenzwertig verschenkt wirkt, weil die Story doch oft stark auf Moore, Bening und Ruffalo fokussiert. Ähnlich ergeht es folglich Josh Hutcherson (Die Tribute von Panem), der als Sohn Laser zunächst überhaupt darauf drängt, seinen Samenspender ausfindig zu machen, im Mittelteil des Films dann aber weitestgehend unberücksichtigt bleibt. Davon abgesehen mag man dem Film jedoch nicht viel ankreiden, er bietet dafür aber auch wenig Angriffsfläche, so grundsympathisch präsentiert er sich von der ersten bis zur letzten Minute. Einzig einräumen muss man aber auch, dass der Plot sehr handelsüblich und wenig überraschend daherkommt, doch fällt das kaum störend ins Gewicht.

Szenenbild aus The Kids Are All Right | © Universal Pictures
© Universal Pictures

Immerhin das Ende ist dabei wieder überraschend konsequent und versucht gar nicht erst, auf Biegen und Brechen ein Happy-End für alle Parteien zu generieren, was man ja beinahe schon ebenso als mutig bezeichnen könnte. Schade war in dem Zusammenhang nur, dass das Schicksal einzelner Figuren so gar nicht mehr aufgegriffen oder kommuniziert worden ist und ich mich schon dabei ertappt habe, mich zu fragen, wie es mit ihnen nun weitergehen mag. Das allerdings vermag den rundherum überzeugenden Auftritt von The Kids Are All Right auch nicht wirklich zu beeinflussen, zumal er gleichermaßen zum Lachen wie zum Weinen animiert, stets die richtige Balance aus Ernsthaftigkeit und Emotion sowie herrlich skurrilen Szenen und einem sympathischen, augenzwinkernden Humor findet, der sich ebenso leichtfüßig in die Erzählung fügt, wie diese sich allgemein gibt. Dank eines formidablen Casts und ausgefeilter, spritziger Dialoge, die eine recht generische Story mehr als nur merklich aufwerten, für mich eine echte Entdeckung und ein uneingeschränkte Empfehlung für Freunde des Genres.

Fazit & Wertung:

Lisa Cholodenkos The Kids Are All Right lebt weniger von der recht vorhersehbaren Geschichte als vielmehr von der leichtfüßig-charmanten Inszenierung und der gekonnten Mischung aus Drama und Komödie, die den gesamten Film durchdringt. Last but not least ist die Dramedy mit Julianne Moore, Annette Bening, Mark Ruffalo und Mia Wasikowska ausnehmend stimmig und überzeugend besetzt.

8,5 von 10 gemeinsamen, nur vermeintlich zwanglosen Treffen

The Kids Are All Right

  • Gemeinsame, nur vermeintlich zwanglose Treffen - 8.5/10
    8.5/10

Fazit & Wertung:

Lisa Cholodenkos The Kids Are All Right lebt weniger von der recht vorhersehbaren Geschichte als vielmehr von der leichtfüßig-charmanten Inszenierung und der gekonnten Mischung aus Drama und Komödie, die den gesamten Film durchdringt. Last but not least ist die Dramedy mit Julianne Moore, Annette Bening, Mark Ruffalo und Mia Wasikowska ausnehmend stimmig und überzeugend besetzt.

8.5/10
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The Kids Are All Right ist am 31.03.11 auf DVD und Blu-ray im Vertrieb von Universal Pictures erschienen. Hat der Artikel euer Interesse geweckt, dann bestellt doch über einen der Links und unterstützt damit das Medienjournal!

DVD:

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