Review: 2:22 – Zeit für die Liebe (Film)

Irgendwie scheine ich diese Woche kein glückliches Händchen bei der Filmauswahl gehabt zu haben oder sie haben mich alle auf dem falschen Fuß erwischt, was ich mir in dem Ausmaß aber auch nicht vorstellen kann. Auf alle Fälle folgt jetzt eine weitere Film-Kritik zu einem nur leidlich lohnenswerten Streifen, den man sicherlich getrost aussparen kann.

2:22
Zeit für die Liebe

2:22, AU/USA 2017, 98 Min.

2:22 - Zeit für die Liebe | © Universum Film
© Universum Film

Regisseur:
Paul Currie
Autoren:
Todd Stein
Nathan Parker

Main-Cast:
Michiel Huisman (Dylan)
Teresa Palmer (Sarah)
in weiteren Rollen:
Sam Reid (Jonas)
John Waters (Bill)
Richard Davies (Inky)
Maeve Dermody (Sandy)
Kerry Armstrong (Catherine)

Genre:
Mystery | Thriller | Romantik

Trailer:

 

Inhalt:

Szenenbild aus 2:22 - Zeit für die Liebe | © Universum Film
© Universum Film

Der New Yorker Dylan arbeitet als Fluglotse und schätzt die Routine in seinem Leben, zumal er ein gutes Auge für Muster besitzt und folglich möglichen Kollisionen und anderen Unglücken immer einen Schritt voraus zu sein scheint. Eine Woche vor seinem 30. Geburtstag kommt es dennoch beinahe zu einem Fiasko, weil Dylan abgelenkt und in Gedanken ist, was ihm eine zeitweise Suspendierung einbringt. Kaum von der Arbeit freigestellt, begegnet Dylan der Kunstkuratorin Sarah, in die er sich prompt verguckt. Die wiederum befand sich an Bord der Maschine, die um 2:22 beinahe mit einem anderen Flugzeug kollidiert wäre. In den darauffolgenden Tagen beginnt Dylan immer neue und auffällige Muster in seiner Umwelt zu entdecken, die stets darin münden, dass – ebenfalls um Punkt 2:22 Uhr – in der Grand Central Station Glühbirnen oder gar Fensterscheiben aus unerklärlichem Grund regelrecht "explodieren". Alsbald ist Dylan der festen Überzeugung, dass dies Hinweise darauf sind, dass ihre Liebe unter einem schlechten Stern steht und alles auf eine Katastrophe zusteuert…

Rezension:

Der unsägliche Untertitel von 2:22 – Zeit für die Liebe suggeriert schon, es würde sich um einen romantischen Film handeln, derweil er in der IMDb beispielsweise lediglich und ausschließlich als Thriller gelistet wird, womit schon das grundlegende Dilemma des von Paul Currie inszenierten Films umrissen ist, handelt es sich schließlich im Grunde um ein Konglomerat beider Ausrichtungen mit einer gepfefferten Portion Mystery-Einschlag. Die Prämisse derweil versprach spannend zu werden und dass ich Teresa Palmer im Grunde immer gern sehe ist nun auch kein großes Geheimnis, weshalb ich dem Werk eine Chance zu geben bereit war. Leider aber verknüpfen sich auch hier die unterschiedlichen Ansätze nicht zu einem stimmigen Ganzen, denn während der Thriller-Aspekt daran krankt, erst spät in Fahrt zu kommen und nur mäßig packend zu sein, wirkt die gesamte Romanze der beiden Hauptfiguren heillos überhastet, gerade wenn man bedenkt, dass der Film gerade einmal den Zeitraum einer Woche umfasst.

Szenenbild aus 2:22 - Zeit für die Liebe | © Universum Film
© Universum Film

Auch sonst wirkt aber die gegenseitige Anziehung zwischen dem von Michiel Huisman (Für immer Adaline) verkörperten Dylan und der von Palmer dargestellten Sarah nicht nur reichlich konstruiert – was ich aber bei dem Genre und der Marschrichtung des Films zu verzeihen bereit gewesen wäre –, sondern auch wenig nachvollziehbar, denn großartige Gemeinsamkeiten lassen sich nicht erkennen und die Intensität, die sich hier binnen weniger Tage aufbaut, ist offenkundig allein der Handlung geschuldet und ordnet sich gänzlich der Prämisse unter. Dadurch vermag 2:22 als Romanze folglich nur leidlich zu funktionieren, derweil insbesondere Teresa Palmer als Love-Interest in beispielsweise The Choice schon eine weitaus bessere Figur gemacht hat. Nun ist im Originaltitel ja auch nichts zu lesen von Zeit für die Liebe und entsprechend könnte man attestieren, dass die sich anbahnende Romanze zwar Teil der Erzählung ist, der Film ansonsten aber auf die mysteriösen Vorkommnisse, die sich eben ein ums andere Mal um Punkt 2:22 Uhr ereignen, fokussiert.

In dieser Hinsicht und aus diesem Blickwinkel betrachtet beginnt 2:22 dann auch durchaus vielversprechend und ist insbesondere was die Effekte angeht durchaus gelungen, wenn Dylan beispielsweise als Fluglotse verschiedene Was-wäre-wenn-Szenarien im Kopf durchspielt, um die Flugroute einzelner Maschinen "vorherzusagen". Hinzu kommt, dass anfänglich alles noch ein großes Mysterium ist, was die frappanten Muster und sich ständig wiederholenden Begegnungen und Ereignisse betrifft, während man selbst noch am Rätseln ist, was das alles bedeuten könne. Leider aber gerät auch hier die Auflösung, die sich dann doch schon erstaunlich früh im Film abzeichnet, reichlich profan und nicht eben überraschend, zumal ich persönlich noch das große und nicht zu unterschätzende Probleme hatte, wie sich die Beinahe-Kollision der beiden Flugzeuge mit dem Rest des Geschehens verknüpfen lässt, denn auch wenn diese sich ebenfalls um 2:22 Uhr zuträgt und letztlich dazu führt, dass Dylan und Sarah sich überhaupt begegnen, fokussieren die weiteren Ereignisse doch eben viel mehr auf das, was tagtäglich m dieselbe Zeit in der Grand Central Station passiert.

Szenenbild aus 2:22 - Zeit für die Liebe | © Universum Film
© Universum Film

So entlarvt sich dann 2:22 am Ende selbst als überkonstruiertes Werk, das auf Biegen und Brechen möglichst viele rätselhafte Versatzstücke in die Handlung quetschen wollte, die wie gesagt eigentlich viel zu überhastet daherkommt, nicht nur was die Liebesbeziehung angeht, sondern auch den Geisteszustand Dylans, der sich alsbald wie ein ausgemachter Verschwörungs-Theoretiker zu gebärden beginnt, indes kaum drei Tage vergangen sind. Wenn dann auch noch eine opulente, ebenfalls vieldeutige Kunst-Installation, ein eifersüchtiger Exfreund von Sarah und das Rätsel darum, dass Dylan und Sarah am selben Tag Geburtstag haben hinzukommen, merkt man, dass Curries Film heillos überfrachtet ist und besser daran getan hätte, sich auf einige wenige Aspekte seines Mystery-Thrillers zu konzentrieren. Immerhin – auch wenn das nicht viel sein mag – punktet des Endergebnis mit einigen gelungenen Schauwerten, was etwa die dreidimensional gestaltete Kunst-Installation angeht oder auch eine Vertikal-Ballett-Vorstellung, die tatsächlich nicht nur Protagonist Dylan in Staunen versetzt. Nichtsdestotrotz tröstet und täuscht das nicht darüber hinweg, dass dem Plot mit zunehmender Laufzeit spürbar die Puste ausgeht und die (profane) Auflösung sich früh abzuzeichnen beginnt.

Fazit & Wertung:

Paul Currie mag die Intention gehabt haben, mit 2:22 – Zeit für die Liebe einen Mystery-Thriller mit gleichsam romantischem wie übernatürlichen Einschlag zu kreieren, doch greifen die einzelnen Versatzstücke nur selten gut ineinander und abgesehen von einige Schauwerten funktioniert der Film letztendlich sowohl als Thriller wie auch als Liebesfilm nur leidlich gut, zumal nicht nur der schlussendliche Twist im Großen und Ganzen doch reichlich ausgelutscht daherkommt und sicherlich überraschender hätte inszeniert werden können.

5 von 10 rätselhaften Mustern im Tagesablauf

2:22 - Zeit für die Liebe

  • Rätselhafte Muster im Tagesablauf - 5/10
    5/10

Fazit & Wertung:

Paul Currie mag die Intention gehabt haben, mit 2:22 – Zeit für die Liebe einen Mystery-Thriller mit gleichsam romantischem wie übernatürlichen Einschlag zu kreieren, doch greifen die einzelnen Versatzstücke nur selten gut ineinander und abgesehen von einige Schauwerten funktioniert der Film letztendlich sowohl als Thriller wie auch als Liebesfilm nur leidlich gut, zumal nicht nur der schlussendliche Twist im Großen und Ganzen doch reichlich ausgelutscht daherkommt und sicherlich überraschender hätte inszeniert werden können.

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