Review: Passengers (Film)

Es wird mal wieder Zeit für einen Schlechte-Filme-Donnerstag und da habe ich diesmal genau das Richtige im Gepäck (wobei es nächste Woche noch eine ganze Spur übler wird, aber dazu dann in sieben Tagen mehr).

Passengers

Passengers, USA/CA 2008, 93 Min.

Passengers | © Universum Film
© Universum Film

Regisseur:
Rodrigo García
Autor:
Ronnie Christensen

Main-Cast:
Anne Hathaway (Claire)
Patrick Wilson (Eric)
in weiteren Rollen:
David Morse (Arkin)
Andre Braugher (Perry)
Clea DuVall (Shannon)
Dianne Wiest (Toni)

Genre:
Drama | Horror | Mystery | Romantik | Thriller

Trailer:

 

Inhalt:

Szenenbild aus Passengers | © Universum Film
© Universum Film

Psychologin Claire wird nachts aus dem Bett geklingelt und soll sich umgehend einer Handvoll Traumatisierter annehmen, die als einzige einen verheerenden Flugzeugabsturz überlebt haben. Claire ist noch unerfahren in der Praxis und wird dementsprechend ins kalte Wasser gestoßen, wobei ihr insbesondere der manische Eric prompt Probleme macht und sich weigert, die Gruppensitzungen zu besuchen. Dennoch übt er aber eine Art Faszination auf sie aus und wider besseres Wissen kommen die beiden sich auch privat langsam näher. Derweil erfährt Claire während der Sitzungen mit den anderen zunehmend sich widersprechende Details zum Absturz, wobei es weit besorgniserregender ist, dass der Vertreter der Fluggesellschaft zunehmend mauert, Claire sich verfolgt fühlt und dann auch noch nach und nach ihre Patienten spurlos verschwinden…

Rezension:

In dem Bestreben, gerade in dieser Zeit vermehrt auch einfach mal zu schauen, was so die unterschiedlichen Streaming-Anlaufstellen parat halten, stieß ich jüngst auf Passengers, den ich schon vor einigen Jahren aufgrund von Hathaways Beteiligung habe sehen wollen, auch wenn die Wertungen ja durchaus durchwachsen sind. Entsprechend bin ich froh, für selbigen nun kein Geld investiert zu haben, denn leider tendiere ich zur Negativ-Fraktion des Bewertungsspektrums, weil das, was einem hier binnen anderthalb Stunden kredenzt wird, leider weder als Mystery-Thriller noch romantisches Drama zu punkten vermag, was ohnehin schon eine zumeist krude Mischung ergibt, die eben auch hier wenig Sinn ergibt. Aber fangen wir damit an, dass ich Anne Hathaway (Im Netz der Versuchung) die Psychologin absolut nicht abkaufen kann und wenn noch so oft betont wird, dass sie mit der Betreuung der Flugzeugabsturz-Überlebenden ins kalte Wasser geworfen wird und nun erstmals von der Theorie in die Praxis wechselt, wirken ihr Verhalten, ihre Gesprächsführung, ihr allgemeines Auftreten in keiner Weise glaubhaft, was sicherlich nicht das Hauptproblem des Films ist, ihn aber schon mäßig überzeugend starten lässt.

Szenenbild aus Passengers | © Universum Film
© Universum Film

Nach unvermitteltem Einstieg beginnen die Gruppensitzungen, von denen man allerdings im weiteren Verlauf nicht mehr viel sehen wird, wenn sich die Romanze zwischen Claire und Eric zu entspinnen beginnt, doch haben die eben auch wenig zum Film als solchem beizutragen, außer bei Claire erstmalig die Mutmaßung zu schüren, dass die Fluggesellschaft womöglich etwas zu vertuschen versucht. Als deren Vertreter wird ein reichlich verschenkt wirkender David Morse in Szene gesetzt, doch fällt es ohnehin schwer, sich für diesen Teil der Handlung zu erwärmen, der bis zuletzt merkwürdig diffus bleibt und seitens Claire auch nur sehr lustlos verfolgt wird. Viel eher interessiert sie nämlich, mit dem von Patrick Wilson (Midway) verkörperten Eric anzubändeln, der dank seiner charmanten Art auch mit platten Sprüchen sondergleichen bei ihr zu landen vermag, während sie – nicht minder lustlos – ein ums andere Mal betont, dass sie das ja nicht machen könnten und es falsch wäre.

Für den Mystery-Part sorgt dann noch am ehesten die sich ausdünnende Therapiegruppe und dubiose Gestalten, die vorzugsweise neben Bäumen und im Gebüsch auf Claire oder sonst wen zu lauern scheinen und sie beobachten. Während all diese Fragmente und Versatzstücke nun in Passengers also munter vor sich hindümpeln, bekommt man als Zuschauer – wenn man denn zu diesem Zeitpunkt noch gewillt ist aufzupassen – langsam aber sicher eine ziemlich genaue Vorstellung davon, was hier eigentlich abläuft und – leider –wird man dahingehend nicht enttäuscht, exakt die Auflösung schlussendlich präsentiert zu bekommen, die man erwartet, die man befürchtet hat, auch wenn sich hier immerhin im Detail (bezogen auf Claires merkwürdige Nachbarin und ihren Arbeitskollegen nämlich) eine charmante und tatsächlich gelungene Idee finden lässt. Ansonsten aber wirkt das, was als Auflösung präsentiert wird, reichlich abgeschmackt und wenig spektakulär, auch wenn sich Regisseur Rodrigo García nebst Drehbuchautor Ronnie Christensen dies sicherlich anders gewünscht oder vorgestellt haben mögen.

Szenenbild aus Passengers | © Universum Film
© Universum Film

So versucht sich Passengers an Suspense, ohne spannend, geschweige denn bedrohlich zu sein, gibt sich mysteriös, ohne im Nachhinein mit einer befriedigenden – oder zumindest wirklich überraschenden – Auflösung aufzuwarten, und wäre gern romantisch, wirkt dahingehend aber nur wechselweise bemüht oder verkitscht. Das alles ergibt eine reichlich unbefriedigende Mischung, die wirklich nur im Detail ganz selten einmal wirklich für sich einzunehmen weiß, die meiste Zeit aber so dermaßen vor sich hindümpelt, dass sicher nicht wenige das offenbarende Ende gar nicht mehr mitbekommen werden, das zumindest im Ansatz noch einmal kurz so etwas wie Emotion oder Interesse aufflackern lässt, grundsätzlich aber nicht weniger abgeschmackt wirkt als der Rest der Chose, die ich bedenkenlos auch noch weitere zehn Jahre vor mir herschieben oder hätte ignorieren können.

Fazit & Wertung:

Regisseur Rodrigo García mag mit Passengers einen cleveren Mystery-Thriller mit romantischem Einschlag im Sinn gehabt haben, liefert aber leider nur ein vor sich hin dümpelndes Drama ohne echten Thrill, dessen Auflösung nur halb so überraschend oder überzeugend ist, wie sich das die Beteiligten erwartet haben mögen. So überzeugt der Film an keiner Front so wirklich und wartet lediglich in vereinzelten Szenen mit gelungenen Details auf.

3 von 10 sich widersprechenden Erinnerungen

Passengers

  • Sich widersprechende Erinnerungen - 3/10
    3/10

Fazit & Wertung:

Regisseur Rodrigo García mag mit Passengers einen cleveren Mystery-Thriller mit romantischem Einschlag im Sinn gehabt haben, liefert aber leider nur ein vor sich hin dümpelndes Drama ohne echten Thrill, dessen Auflösung nur halb so überraschend oder überzeugend ist, wie sich das die Beteiligten erwartet haben mögen. So überzeugt der Film an keiner Front so wirklich und wartet lediglich in vereinzelten Szenen mit gelungenen Details auf.

3.0/10
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Passengers ist am 24.07.09 auf DVD und am 10.12.10 auf Blu-ray bei Universum Film erschienen. Hat der Artikel euer Interesse geweckt, dann bestellt doch über einen der Links und unterstützt damit das Medienjournal!

DVD:

Blu-ray:

vgw

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