Review: A Christmas Prince: The Royal Wedding (Film)

Zugunsten vorweihnachtlichen Flairs weiche ich mal von meiner üblichen Vorgehensweise ab, Filme chronologisch so zu besprechen, wie ich sie gesehen habe und ziehe mal für heute und morgen zwei weihnachtliche Exemplare dieser Gattung vor, denn würde ich erst nach den Feiertagen darüber berichten, würde es ja doch auch keinen mehr interessieren. Heutige Kritik allerdings will zugegebenermaßen eher Warnung sein als alles andere, aber so spielt eben manchmal das Leben.

A Christmas Prince
The Royal Wedding

A Christmas Prince: The Royal Wedding, USA 2018, 92 Min.

A Christmas Prince: The Royal Wedding | © Netflix
© Netflix

Regisseur:
John Schultz
Autor:
Nathan Atkins

Main-Cast:
Rose McIver (Amber)
Ben Lamb (Prince Richard)
Alice Krige (Queen Helena)
in weiteren Rollen:
Honor Kneafsey (Princess Emily)
Sarah Douglas (Mrs. Averill)
Theo Devaney (Simon)
John Guerrasio (Rudy)
Simon Dutton (Lord Leopold)

Genre:
Romantik

Trailer:

 

Inhalt:

Szenenbild aus A Christmas Prince: The Royal Wedding | © Netflix
© Netflix

Ein Jahr ist vergangen seit Ambers erstem Besuch in Aldovia und nun – zur Vorweihnachtszeit – trifft sie gemeinsam mit ihrem Vater Rudy erneut am dortigen Flughafen ein, um alsbald König Richard zu ehelichen und somit Königin zu werden. Doch Aldovia selbst wird geplagt von einer regelrechten Krise, die viele der Bewohner in die Arbeitslosigkeit gestürzt hat und sie ausgerechnet in der Weihnachtszeit hungern lässt, während das Königshaus sich nicht erklären kann, was mit den investierten Geldern geschehen sein mag. Zumindest für Amber weit schwerer wiegt allerdings die anmaßende Haltung der PR-Verantwortlichen des Schlosses, die einen mehr als exzentrischen Hochzeitsplaner engagiert hat und zu allem Überfluss auch noch von Amber fordert, ihre Blog- und sonstigen Online-Aktivitäten einzustellen, was die sich freilich nicht gefallen lassen will. Hilfe von ihrem künftigen Ehemann braucht sie sich derweil anscheinend allerdings nicht zu erwarten…

Rezension:

Noch fix an den Weihnachtsfeiertagen habe ich im vergangenen Jahr meine Filmkritik zum Netflix-Original A Christmas Prince nachgeschoben, dem ich eine charmante Koketterie mit der eigenen Klischeelastigkeit attestiert habe und Netflix hat tatsächlich etwas für mich völlig Unerwartetes getan und ziemlich genau ein Jahr später mit A Christmas Prince: The Royal Wedding einen Nachfolgefilm produziert und veröffentlicht, den es sich freilich allein aufgrund von Rose McIver (iZombie) ebenfalls anzusehen galt, denn auch wenn der erste Teil objektiv nicht wirklich gut gewesen ist, kann man doch zumindest in der Vorweihnachtszeit so ziemlich alles gut konsumieren, was auch nur irgendwie weihnachtliches Flair verbreitet. So zumindest meine Annahme, denn die Qualitäten, dank derer ich beim ersten Teil über eklatante dramaturgische Schwächen hinwegsehen konnte, werden hier weitestgehend ausgemerzt und stattdessen wird ein Story-Konstrukt zusammengebastelt, das den Namen Plot kaum verdient, zumal ich gar nicht genau weiß, was der erneut als Drehbuchautor verpflichtete Nathan Atkins nun eigentlich erzählen wollte.

Szenenbild aus A Christmas Prince: The Royal Wedding | © Netflix
© Netflix

Nach einer kaum dreiminütigen Einleitung, die mal eben die Geschehnisse des vergangenen Jahres umreißt, springen wir also wieder in die Vorweihnachtszeit und ins entlegene Aldovia, wo Amber (McIver) gemeinsam mit ihrem Vater anreist, um sich auf ihre anstehende Hochzeit mit König Richard vorzubereiten. So weit, so gut, auch wenn Ambers Vater mit John Guerrasio neu besetzt worden ist, was allerdings auch charmant in den Film eingebunden wird, zumal man ansonsten ausschließlich in bekannte Gesichter blickt und sich folglich schnell wieder zurecht findet in Aldovia. Doch wer nun meint, A Christmas Prince: The Royal Wedding würde sich dem Namen entsprechend um die Hochzeit und deren Vorbereitungen drehen, der täuscht sich, denn das ist eine nur leidlich unterhaltsame, geschweige denn witzige Randerscheinung in einem heillos überfrachtet wirkenden Reigen, der unter anderem veruntreute Gelder, eine aufbegehrende Bevölkerung und den Kampf mit der PR-Managerin des Königshauses beinhaltet.

So wurde in Aldovia von Richard ein Programm zur Modernisierung des Landes angestoßen, doch auf unerklärliche Weise verschwinden Gelder außer Landes und die Bewohner von Aldovia verlieren ihre Jobs und sind verständlicherweise ungehalten und erbost. Das eine auswärtige Scheinfirma dahinterstecken muss, weiß der geneigte Zuschauer vom ersten Moment, doch der Film braucht tatsächlich beinahe neunzig Minuten und die sich auf ihre journalistischen Talente besinnende Amber, um dieses Komplott aufzudecken, denn niemand im Königshaus sah sich imstande, den Fall zu klären, den sie dann in einer einzigen Nacht und mit einem läppischen Kneipenbesuch aufzudecken versteht. Ich drücke ja gerne ein Auge zu und begreife auch, wenn es mal gewollt kitschig sein soll, aber allein dieser Sub-Plot entbehrt jeglicher Sinnhaftigkeit und hätte auch nicht sein müssen, um erneut anderthalb Stunden mit Feel-Good-Trivialität zu füllen. Dass es besser geht, zeigen nämlich sowohl eine Theateraufführung im Schloss als auch ein gemeinsames Plätzchen-backen in der Schlossküche – beides trägt kaum etwas zur Geschichte bei, ist aber um Längen kurzweiliger und schöner zu betrachten als die Ausflüge in Richtung Wirtschafts-Krimi, zumal man sich in Bezug auf das Modernisierungsprogramm bewusst nebulös gibt und lediglich leere Worthülsen absondert.

Szenenbild aus A Christmas Prince: The Royal Wedding | © Netflix
© Netflix

Damit aber nicht genug, macht Amber auch die übergriffige PR-Verantwortliche des Schlosses zu schaffen, die ihr verbieten will, ihr Blog weiterzuführen und ihr vom Kleid bis zum Schmuck sämtliche Details ihrer eigenen Hochzeit auf zu diktieren versucht. Freilich verbirgt sich hier Konfliktpotential, doch allein wie ihr künftiger Ehemann ihr nicht ein einziges Mal zur Seite steht, sie stattdessen vertröstet und darauf verweist, dass sie ja bald Königin sei ist nicht nur unlogisch, sondern auch ärgerlich. Die eigentliche Hochzeit als vermeintlich großes Finale wird zudem auch noch in wenigen lapidaren Einstellungen abgehandelt, so dass A Christmas Prince: The Royal Wedding den Namen kaum verdient, während ich immer noch darüber grübele, wie sich Amber in den von Ben Lamb verkörperten Richard hat verlieben können, denn einen rückgratloseren und gutgläubigeren Kerl habe ich lange nicht mehr gesehen. Zum Glück gibt es da aber – neben Amber – die von Honor Kneafsey gespielte Prinzessin Emily in ihrer liebreizend-aufmüpfigen Art und Ambers Vater Rudy, dessen bodenständige Herzlichkeit die Mitglieder des Königshauses mehr als einmal irritiert und in Verlegenheit bringt, denn sonst bleibt nicht mehr viel an Qualitäten in diesem Rohrkrepierer von Nachfolger, der weder stimmig, noch witzig und leider keineswegs charmant geraten ist, was im Vorjahr einiges zu übertünchen vermocht hat. Da helfen dann auch die wenigen Lichtblicke – die einmal zu oft aus einer Variation dessen bestehen, was schon in A Christmas Prince gezeigt wurde – nicht mehr viel.

Fazit & Wertung:

Mit dem erneut zu Beginn der Vorweihnachtszeit veröffentlichten A Christmas Prince: The Royal Wedding als Nachfolger der letztjährigen Märchenprinzgeschichte tut sich Netflix keinen Gefallen, denn von der augenzwinkernden Klischeehaftigkeit ist kaum etwas geblieben, während man den mageren Plot mit einem halbgaren Wirtschafts-Krimi aufzupolstern versucht, der an Trivialität kaum zu überbieten ist und gleichsam reichlich Platz klaut, den man sicherlich besser für das Schwelgen in weihnachtlichem oder hochzeitlichem Flair hätte nutzen können, denn daran mangelt es hier spürbar.

3,5 von 10 romantischen Begegnungen im winterlichen Palast

A Christmas Prince: The Royal Wedding

  • Romantische Begegnungen im winterlichen Palast - 3.5/10
    3.5/10

Fazit & Wertung:

Mit dem erneut zu Beginn der Vorweihnachtszeit veröffentlichten A Christmas Prince: The Royal Wedding als Nachfolger der letztjährigen Märchenprinzgeschichte tut sich Netflix keinen Gefallen, denn von der augenzwinkernden Klischeehaftigkeit ist kaum etwas geblieben, während man den mageren Plot mit einem halbgaren Wirtschafts-Krimi aufzupolstern versucht, der an Trivialität kaum zu überbieten ist und gleichsam reichlich Platz klaut, den man sicherlich besser für das Schwelgen in weihnachtlichem oder hochzeitlichem Flair hätte nutzen können, denn daran mangelt es hier spürbar.

3.5/10
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A Christmas Prince: The Royal Wedding ist seit dem 30.11.18 exklusiv bei Netflix verfügbar.

vgw

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