Review: Ich – Einfach unverbesserlich 3 (Film)

Auch heute gibt es freilich zum Start ins Wochenende eine letzte Film-Kritik für diese Woche von meiner Seite und diesmal habe ich mich mal wieder an einen Animationsfilm gewagt, wobei der im Vergleich zu seinen Vorgängern schon beinahe enttäuschend gewesen ist.

Ich – Einfach unverbesserlich 3

Despicable Me 3, USA 2017, 89 Min.

Ich - Einfach unverbesserlich 3 | © Universal Pictures
© Universal Pictures

Regisseure:
Kyle Balda
Pierre Coffin
Eric Guillon (Co-Regisseur)
Autoren:
Cinco Paul
Ken Daurio

Main-Cast:
Steve Carell (Gru / Dru [Stimme])
Kristen Wiig (Lucy [Stimme])
Trey Parker (Balthazar Bratt [Stimme])
Miranda Cosgrove (Margo [Stimme])
Dana Gaier (Edith [Stimme])
Nev Scharrel (Agnes [Stimme])
in weiteren Rollen:
Pierre Coffin (Minions [Stimme])
Steve Coogan (Fritz / Silas Ramsbottom [Stimme])
Julie Andrews (Gru’s Mom [Stimme])
Jenny Slate (Valerie Da Vinci [Stimme])
Andy Nyman (Clive the Robot [Stimme])
Adrian Ciscato (Niko [Stimme])

Genre:
Animation | Abenteuer | Komödie

Trailer:

 

Inhalt:

Szenenbild aus Ich - Einfach unverbesserlich 3 | © Universal Pictures
© Universal Pictures

In ihrer Funktion als Geheimagenten sind der einstige Bösewicht Gru und dessen Frau Lucy wieder einmal einem Superschurken auf der Spur, bei dem es sich um den einstigen Kinderstar Balthazar Bratt handelt, dessen Look und Gadgets keinen Zweifel darüber aufkommen lassen, dass er hoffnungslos in den 80ern hängengeblieben ist. Das ändert aber nichts daran, dass er sich dennoch zum gewieften Schurken gemausert hat und letztlich auch Gru ein Schnippchen schlägt. Der wird daraufhin von der neuen Direktorin seines Jobs entbunden und weil Lucy es wagt, sich dieser Entscheidung entgegenzustellen, fliegt sie gleich mit vor die Tür. Während es die Adoptivkinder nicht unbedingt gefasst aufnehmen, dass die beiden nun ohne Job dastehen, muss Gru sich bald mit einem weiteren Verlust auseinandersetzen, denn die Minions haben es satt, dass er kein Schurke mehr ist und verabschieden sich schließlich, um andernorts einen neuen Fiesling als Chef zu finden. Inmitten dieser Turbulenzen allerdings erfährt Gru auch, dass er anscheinend einen Zwillingsbruder namens Dru besitzt und so beschließen er, Lucy und die Kinder, dass ein Tapetenwechsel gerade recht käme. Dru, der auf den ersten Blick wie die erfolgreichere, strahlendere Variante von Gru wirkt, eröffnet seinem Bruder allerdings bald, dass er sich nichts je sehnlicher gewünscht hat, als selbst ein so gefeierter Schurke zu werden. Und Gru erkennt darin eine Chance, wie er womöglich seinen Agentenjob zurückbekommen könnte…

Rezension:

Schon die ersten beiden Teile der Filmreihe aus dem Hause Illumination wussten mich ja durchaus zu begeistern und so war es nur eine Frage der Zeit, bis ich auch Ich – Einfach unverbesserlich 3 meine Zeit und Aufmerksamkeit widmen würde, auch wenn der Minions-Film ein wenig hinter meinen persönlichen Erwartungen zurückgeblieben ist. Leider verhält es sich hier aber ganz genauso, denn was im ersten Teil noch neu und erfrischend daherkam, hat sich nun nicht unbedingt abgenutzt, lässt aber ein wenig den früheren Esprit vermissen. Dieser Umstand wiederum wird nun versucht mit reichlich Tempo und Gags am laufenden Band kaschiert zu werden, doch geht dieser Ansatz öfter mal nach hinten los, wenn aufgrund der regelrechten Hektik die früher so präsente Emotionalität auf der Strecke bleibt und aufgrund der Vielzahl an Gags gefühlt nur die Hälfte wirklich zu zünden weiß.

Szenenbild aus Ich - Einfach unverbesserlich 3 | © Universal Pictures
© Universal Pictures

Davon abgesehen aber sind die Figuren natürlich charmant und liebenswert wie eh und je, derweil insbesondere Hauptfigur Gru ja durchaus eine Entwicklung durchlaufen hat, wobei ich ihn gerne länger als Geheimagent in Aktion erlebt hätte, nachdem mit diesem Ausblick der letzte Film zu Ende gegangen ist, doch im Grunde eröffnet Ich – Einfach unverbesserlich 3 – nach einem ausladenden wie vielversprechenden Prolog – mit dessen Entlassung, was man durchaus eleganter hätte lösen können, zumal der Weggang der verärgerten Minions einem regelrechten Schlag entspricht, da diese ja nicht unmaßgeblich zum Kultfaktor der Reihe beigetragen haben. Verzichten muss man auf die kleinen gelben Knuddelwesen freilich nicht gänzlich, doch wird ihre Präsenz eben merklich zurückgeschraubt, wenn man von zwei einsamen Gestalten absieht, die bei Gru und seiner Patchwork-Familie bleiben. Viel problematischer allerdings erweist sich der eigentliche Plot, denn wo man meinen könnte, dass weniger Minions auch eine Konzentration auf die "menschlichen" Hauptfiguren ermöglichen würde, wird diese Chance nicht annähernd genutzt.

So greift man hier tatsächlich auf die doch etwas abgeschmackte Idee zurück, dass Gru tatsächlich einen Zwillingsbruder namens Dru hat, von dem er all die Jahre nichts ahnte und wo es anfänglich noch darum geht, dem einstigen Kinderstar und jetzt Superschurken Balthazar Bratt das Handwerk zu legen, richtet sich die Geschichte mit dem Besuch bei Dru auf dessen Insel dem Gefühl nach beinahe gänzlich neu aus, während Bratt freilich im Hintergrund noch immer an seinen Machenschaften feilt. Während Gru und Dru sich derweil näherzukommen versuchen, hat es in dem gerade einmal neunzigminütigen Film dann noch ein wenig Platz, um Lucys Beziehung zu den Kindern aufzugreifen, die Minions am Rande ein kleines Abenteuer erleben zu lassen und Agnes auf die Suche nach einem echten Einhorn zu schicken. Das sind alles für sich genommen schöne Episoden, die mal mit Herz, mal mit Witz und eigentlich immer mit reichlich Charme zu punkten verstehen, doch ein übergeordneter Plot lässt sich hier kaum erkennen oder wird nur mit Mühe über das Konstrukt gestülpt, so dass die Handlung hier doch deutlich ins Hintertreffen gerät.

Szenenbild aus Ich - Einfach unverbesserlich 3 | © Universal Pictures
© Universal Pictures

Im großen Ganzen kann sich Ich – Einfach unverbesserlich 3 immerhin nicht vorwerfen lassen, lediglich die vorangegangenen Teile zu kopieren, doch trotzdem hat man manches Mal das Gefühl, man hätte sich doch durchaus zumindest inspirieren lassen, um manche allzu auffällige Lücke zu füllen, so dass insbesondere Agnes‘ Einhornsuche ein wenig zu gewollt ihre kultige Faszination für das Fabelwesen erneut heraufbeschwört, auch wenn die Auflösung freilich auch hier wieder herzerwärmend und wunderbar ist. Gru und Dru im Zusammenspiel wissen ebenfalls durchaus zu gefallen, zumal sich deren Rollen gleich mehrfach ins Gegenteil verkehren, wenn Gru anfänglich denkt, es bei Dru mit einem arroganten Schönling zu tun zu haben, derweil der sich nichts Sehnlicher wünscht, als ein geachteter Superschurke zu werden, der Gru nicht mehr sein will, wobei er sich hier natürlich merklich in seinem Element befindet. So macht der Film durchaus rundherum Spaß und lässt kaum Langeweile aufkommen, aber handlungstechnisch wirkt vieles doch mehr nach Alibifunktion, um den Plot irgendwie am Laufen zu halten und schlussendlich die einzelnen Fäden zusammenzuführen.

Fazit & Wertung:

Der Animationsfilm Ich – Einfach unverbesserlich 3 verlässt sich ein wenig zu sehr auf seine bekannten Themen und Figuren, ohne hier etwas wirklich Neues zu erzählen, während die neuen Charaktere doch recht behelfsmäßig in die Handlung integriert werden, die ohnehin kaum als solche auszumachen ist, da hier zu viele – und teils zu triviale – Nebenschauplätze um die Gunst des Zuschauers buhlen. Hohes Tempo und hohe Gagdichte gleichen das leider auch nur zu Teilen aus, da hier doch vieles zu bemüht und gewollt wirkt. Immerhin ändert das nichts an der grundsätzlichen Kurzweil und den charmanten Figuren an sich, doch dramaturgisches Feingefühl dürfte bei einem etwaigen vierten Teil gerne wieder mit an Bord sein.

6,5 von 10 vollkommen durchgeknallten Minions

Ich - Einfach unverbesserlich 3

  • Vollkommen durchgeknallte Minions - 6.5/10
    6.5/10

Fazit & Wertung:

Der Animationsfilm Ich – Einfach unverbesserlich 3 verlässt sich ein wenig zu sehr auf seine bekannten Themen und Figuren, ohne hier etwas wirklich Neues zu erzählen, während die neuen Charaktere doch recht behelfsmäßig in die Handlung integriert werden, die ohnehin kaum als solche auszumachen ist, da hier zu viele – und teils zu triviale – Nebenschauplätze um die Gunst des Zuschauers buhlen. Hohes Tempo und hohe Gagdichte gleichen das leider auch nur zu Teilen aus, da hier doch vieles zu bemüht und gewollt wirkt. Immerhin ändert das nichts an der grundsätzlichen Kurzweil und den charmanten Figuren an sich, doch dramaturgisches Feingefühl dürfte bei einem etwaigen vierten Teil gerne wieder mit an Bord sein.

6.5/10
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Ich – Einfach unverbesserlich 3 ist am 09.11.17 auf DVD, Blu-ray, 3D Blu-ray und 4K UHD Blu-ray im Vertrieb von Universal Pictures erschienen. Hat der Artikel euer Interesse geweckt, dann bestellt doch über einen der Links und unterstützt damit das Medienjournal!

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vgw

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