Review: Pets (Film)

Nachdem es letzte Woche in Sachen Filme zumindest in zwei Drittel der Fälle um brachial-gewalttätige Filme ging, gibt es diese Woche zunächst mal wieder etwas familienfreundliches, um für ein wenig Abwechslung und Ausgleich zu sorgen.

Pets

The Secret Life of Pets, USA/JP 2016, 87 Min.

Pets | © Universal Pictures
© Universal Pictures

Regisseure:
Chris Renaud
Yarrow Cheney (Co-Regisseur)
Autoren:
Cinco Paul
Ken Daurio
Brian Lynch

Main-Cast:

Louis C.K. (Max [Stimme])
Eric Stonestreet (Duke [Stimme])
Kevin Hart (Snowball [Stimme])
Jenny Slate (Gidget [Stimme])
Ellie Kemper (Katie [Stimme])
Lake Bell (Chloe [Stimme])
Dana Carvey (Pops [Stimme])
Hannibal Buress (Buddy [Stimme])
Bobby Moynihan (Mel [Stimme])
Steve Coogan (Ozone / Reginald [Stimme])
Albert Brooks (Tiberius [Stimme])

Genre:
Animation | Abenteuer | Komödie

Trailer:

 

Inhalt:

Szenenbild aus Pets | © Universal Pictures
© Universal Pictures

Terrier-Mischling Max ist ein lebensfroher Hund und könnte kaum glücklicher sein, hat er schließlich in Frauchen Katie seine Seelenverwandte gefunden und noch dazu eine umtriebige Nachbarschaft an Haustieren, die ihn täglich besuchen, auch wenn er sich daran stört, dass Katie ihn ein ums andere Mal tagsüber allein lässt. Eines Tages allerdings schleppt sie den massigen Neufundländer Duke an und versucht, ihm selbigen als sein neues "Brüderchen" zu verkaufen, wobei die beiden freilich prompt aneinandergeraten. Beim täglichen Ausgang in den Park kommt es zum Zwist und prompt landen die beiden Hunde in den Fängen garstiger Tierfänger, wobei das Kaninchen Snowball ihnen unverhofft zur Flucht verhilft und sie in den tierischen Untergrund führt. Daheim bemerkt derweil die Zwergspitz-Dame Gidget – heimlich verschossen in Max – dessen Verschwinden und initiiert prompt eine Suchmission, auch wenn man sich ihr nur widerwillig anschließt, um in die Stadt aufzubrechen, doch Liebe kennt bekanntlich keine Grenzen und Gidget duldet keinen Widerspruch…

Rezension:

Nachdem mein letzter Animationsfilm schon wieder fast ein Jahr zurückliegt, wurde es Zeit, auch dieser Sparte wieder einmal meine Aufmerksamkeit zu widmen, zumal es dort abgesehen von einigen Totalausfällen wie Die Abenteuer von Mr. Peabody & Sherman auch immer einige sehr schöne Sachen zu entdecken gibt, derweil Animationsschmiede Illumination schließlich Ich – Einfach unverbesserlich und die Minions hervorgebracht hat, weshalb meine Wahl diesmal auf den 2016 erschienen Pets fiel. Nichtsdestotrotz war ich skeptisch, inwieweit die Prämisse, die durch den Originaltitel The Secret Life of Pets deutlich prägnanter herausgearbeitet wird, als abendfüllender Spielfilm würde funktionieren können, denn allein die Teaser und Trailer gaben überwiegend wenig preis zur eigentlichen Story und warteten nur mit amüsanten Momenteindrücken auf, die sich hier übrigens samt und sonders im ausladenden Intro wiederfinden, womit man zumindest nicht die Angst haben braucht, die besten Szenen würden bereits im Trailer zu sehen gewesen sein. Von diesem Punkt ausgehend, die unterschiedlichen Haustiere bei ihrer jeweiligen Tagesbeschäftigung zu erleben, lernen wir gleich zu Beginn den aufgeweckten wie lebensfrohen Terrier-Mischling Max kennen, der die Hauptfigur des Ganzen darstellt und dessen Leben eine unerwartete Wende erfährt, als Frauchen Katie sich einen massigen Neufundländer namens Duke zulegt, der prompt mit Max aneinandergerät.

Szenenbild aus Pets | © Universal Pictures
© Universal Pictures

So sehr Pets aber suggerieren möchte, sich überwiegend in den unterschiedlichen Wohnungen der Tierbesitzer abzuspielen, geht es recht schnell raus in die große Stadt, wenn Max und Duke im Tumult der sich alsbald überschlagenden Ereignisse verschütt gehen, woraufhin sich die Zwergspitz-Dame Gidget auf die Suche nach Max begibt und sich dabei gar mit einem altersschwachen, aber immer noch brandgefährlichen Falken zusammentut. Derlei ungewöhnliche "Team-Ups" gibt es im Film freilich zuhauf, denn natürlich begnügen sich die Macher nicht damit, den Tieren lediglich naheliegende Charakteristika zuzuschreiben, denn weitaus mehr Freude bereitet es freilich, einmal beherzt gegen den Strich zu agieren, weshalb die wohl spannendste und auch spaßigste Figur das unscheinbar-flauschige Kaninchen Snowball sein dürfte, das seinem Ruf so gar keine Ehre macht und sich stattdessen als jähzorniger Anführer einer Armee von Untergrund-Revoluzzern präsentiert, in deren Fänge alsbald auch Max und Duke geraten.

Die sonst für Illumination so typische Emotionalität bleibt hier zwar weitestgehend auf der Strecke und selbst die obligatorische Verbrüderung zwischen Max und Duke, die sich anfänglich spinnefeind sind, nimmt nur wenige Minuten Zeit in Anspruch, doch dafür liefert Pets ein ungemein schmissig und vor allem unerwartet actionreich inszeniertes Abenteuer, in dem die Tiere auch schon mal die halbe Stadt auf den Kopf stellen, Menschenlaster kapern und sich durch die Kanalisation wagen. Hier geht der Film – wie viele andere Animationsfilme jüngerer Zeit – wieder einen gekonnten Weg zwischen kindlichem Entertainment und etwas derberen Witzen für das erwachsene Publikum, dass Zuschauer aller Altersklassen ihre Freude an dem anarchischen Treiben haben dürften. Vor allem aber merkt man dem Film an, dass dessen Macher ausgesuchte Haustier-Fans zu sein scheinen, denn neben der munteren Hetzjagd und den zunehmend absurder – aber dadurch auch komischer – werdenden Ereignissen stellen sie doch auch immer wieder die innige Verbindung zwischen Herrchen/Frauchen und dem jeweiligen Haustier heraus, was sich insbesondere zu Beginn und Ende des Films bemerkbar macht und ihm so doch noch eine herzerwärmende Komponente verleiht, die über bloße Behauptung weit hinausgeht.

Szenenbild aus Pets | © Universal Pictures
© Universal Pictures

So ist Pets auch eine einzige große Verbeugung an den besten Freund des Menschen und auch wenn der im Mittelteil angesiedelte Abenteuerplot manches Mal über die Stränge zu schlagen droht und man sich sicherlich noch ein wenig ausführlicher mit dem munteren Treiben der Tiere hätte auseinandersetzen können, dem sie über den Tag hinweg nachgehen, haben mir Art und Ausrichtung des Films doch ausnehmend gut gefallen, zumal die Tiere natürlich allesamt zum Instant-ins-Herz-schließen konzipiert sind und eine angenehme Abwechslung zu den zeitweise doch omnipräsenten Minions darstellen, denn so sehr ich die kleinen gelben Racker mag, ist es doch auch mal angenehm, sich mit sprechenden Figuren konfrontiert zu sehen, wobei das auch hier freilich nicht auf alle Haustiere zutrifft. Einer Fortsetzung – die wohl für 2019 avisiert ist – hätte es zwar meines Erachtens nicht bedurft, aber sicherlich werde ich auch dort beizeiten einen Blick riskieren, denn auch wenn Pets jetzt nicht das innovativste oder emotionalste Abenteuer kredenzt, handelt es sich um einen rundherum gelungenen, kurzweiligen und amüsanten Film, den man sich – ob mit oder ohne Kinder – ohne Scheu oder Bedenken ansehen kann, wobei insbesondere die Haustierbesitzer hier eine liebevolle Huldigung an ihre oft vierbeinigen Gefährten jeglicher Couleur kredenzt bekommen.

Fazit & Wertung:

Mit Pets gelingt Illumination Entertainment ein weiterer, wirklich schöner Animationsfilm, der sich einmal fernab der kleinen gelben Minions austoben darf und ebenfalls mit absurd-aberwitzigen Einfällen punkten kann, während es oft ungewohnt actionlastig zur Sache geht. Emotional vermag der Film zwar nicht annähernd so zu involvieren wie die besseren Vertreter seiner Zunft, doch macht er das durch anarchischen Humor und eine peppige Inszenierung, vor allem aber durch seine einfallsreich charakterisierten Figuren mehr als wett und besticht mit einer enorm charmanten Vermenschlichung einer ganzen Riege an (Haus-)Tieren.

8 von 10 draufgängerischen Haustieren

Pets

  • Draufgängerische Haustiere - 8/10
    8/10

Fazit & Wertung:

Mit Pets gelingt Illumination Entertainment ein weiterer, wirklich schöner Animationsfilm, der sich einmal fernab der kleinen gelben Minions austoben darf und ebenfalls mit absurd-aberwitzigen Einfällen punkten kann, während es oft ungewohnt actionlastig zur Sache geht. Emotional vermag der Film zwar nicht annähernd so zu involvieren wie die besseren Vertreter seiner Zunft, doch macht er das durch anarchischen Humor und eine peppige Inszenierung, vor allem aber durch seine einfallsreich charakterisierten Figuren mehr als wett und besticht mit einer enorm charmanten Vermenschlichung einer ganzen Riege an (Haus-)Tieren.

8.0/10
Leser-Wertung 8/10 (1 Stimme)
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Pets ist am 25.11.16 auf DVD, Blu-ray, 3D Blu-ray und 4K UHD Blu-ray bei Universal Pictures erschienen. Hat der Artikel euer Interesse geweckt, dann bestellt doch über einen der Links und unterstützt damit das Medienjournal!

DVD:

Blu-ray:

vgw

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