Review: Star Wars: Darth Vader: Der Auserwählte (Graphic Novel)

Das Star Wars Universum

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Und schon wird es wieder Zeit für eine Dosis Vader-Action, die im vorliegenden Fall auch ganz unterhaltsam geraten ist, im Großen und Ganzen mir persönlich aber ein wenig zu trivial und – ja richtig, actionlastig – daherkam, aber das ist ja auch immer Geschmackssache.

Star Wars: Darth Vader
Der Auserwählte

Star Wars: Darth Vader: The Chosen One, USA 2017, 144 Seiten

Star Wars: Darth Vader: Der Auserwählte | © Panini
© Panini

Autoren:
Charles Soule (#1-6)
Chris Eliopoulos (Keine gute Tat)
Zeichner:
Giuseppe Camuncoli (#1-6)
Chris Eliopoulos (Keine gute Tat)

Verlag (D):
Panini Verlag
ISBN:
978-3-741-60930-5

Genre:
Abenteuer | Science-Fiction | Action

 

Inhalt:

Ausschnitt aus Star Wars: Darth Vader: Der Auserwählte | © Panini
© Panini

Kaum ist Anakins Rückkehr zu den Lebenden – nun als Darth Vader – durch Darth Sidious vollendet, schickt der ihn auf seine erste Prüfungsmission und trägt ihm auf, einem Jedi sein Lichtschwert zu entwenden und es für die dunkle Seite zu korrumpieren. Leicht gesagt und schwer getan, denn nach der Order 66 gibt es bekanntlich nicht mehr viele Jedi in den Weiten der Galaxis und so muss sich Vader bis auf den Flussmond Al’doleem im Mittleren Rand begeben, um den dort im selbstgewählten Exil lebenden Jedi-Meister Infil’a aufzuspüren. Der hat die letzten Jahre in Meditation verbracht, dabei aber nichts von der den Jedi seinerzeit eigenen Arroganz eingebüßt und obwohl der noch unerfahrene Vader sich nach Kräften mühen muss, in diesem Duell zu bestehen, könnte ihm doch seine rohe Macht und Wut zum Vorteil gereichen…

Rezension:

Nach Abschluss der ersten, zwischen Episode IV und V angesiedelten Storyline von Kieron Gillen, die sich parallel zur Star Wars-Hauptserie bewegt hat, öffnet Charles Soule nun mit Star Wars: Darth Vader: Der Auserwählte ein neues Kapitel in der umtriebigen Geschichte des dunklen Sith-Lord, welches in diesem Fall direkt nach seiner &Quot;Verwandlung" einsetzt und somit quasi minutiös an die Ereignisse zum Ende von Episode III anschließt. Das weiß zunächst auch zu gefallen, auch wenn mir ausgerechnet die zeichnerische Interpretation des ach so garstigen und bösartigen Palpatine so überhaupt nicht zusagen wollte, doch der spielt auch hier wieder quasi nur am Rande eine Rolle und fungiert eher als Stichwort- und Auftraggeber, was doch sehr seiner Rolle in der vorangegangenen Heftserie entspricht. Dem Umstand geschuldet, dass Vader hier im Alleingang agiert, wird man auch abgesehen von den Konversationen mit dem jüngst ausgerufenen Imperator hier relativ vergeblich auf längere Dialoge hoffen, wobei ich mir schon gedacht hatte, dass dieser Band sein Augenmerk mehr auf die Action richten würde.

Ausschnitt aus Star Wars: Darth Vader: Der Auserwählte | © Panini
© Panini

Und ja, dieser ungezügelte, von Zorn und Hass beseelte Vader ist schon ein Hingucker und weiß sich in den actionreichen Passagen durchaus zu profilieren, doch geschichtlich war mir das doch alles etwas wenig, zumal man über seinen ach so mächtigen Widersacher Infil’a relativ wenig erfährt und er als Antagonist eher blass bleibt. Immerhin die Erklärung, woher Vader sein Lichtschwert hat und was es mit der roten Farbe von selbigem auf sich hat weiß zu gefallen, ebenso wie eine eingestreute Szene um eine Handvoll Klonsoldaten, die über die Zukunft der jüngst geschlossenen Anlage auf Kamino spekulieren, erhellende Einblicke darüber gibt, was mit den Klonsoldaten in den Jahren zwischen der Prequel- und der Ur-Trilogie passiert sein mag. Ansonsten verlegen sich Soule und insbesondere der verantwortliche Zeichner Giuseppe Camuncoli überwiegen darauf, Vader in reißerischen Auseinandersetzungen in Szene zu setzen, womit Der Auserwählte in dramaturgischer Hinsicht doch eher blass bleibt.

Dabei liest sich der Band durchaus kurzweilig und macht auch optisch – abgesehen von Darth Sidious – einiges her, doch kündet die Geschichte meines Erachtens nach auch von verpassten Chancen, wenn sich Darth Vader auch hier wieder "nur" in Prüfung um Prüfung behaupten können muss. Immerhin aber die Konklusion sein Lichtschwert betreffend ist absolut gelungen, denn der korrumpiert zu werdende Kyber-Kristall zeigt eine Art alternative Zukunft auf, die man wirklich gesehen und gelesen haben sollte und die für sich genommen die eindrucksvollsten Panels des Bandes liefert, so irritierend sie auch bei der ersten Lektüre sein mögen. Ansonsten macht man hier derweil noch die Bekanntschaft mit dem aus Star Wars: Rebels bekannten Großinquisitor, der hier erstmalig auf Vader trifft, was durchaus neugierig auf den Folgeband macht, der jüngst als Star Wars: Darth Vader: Das erlöschende Licht in die einschlägigen Comic-Shops gespült worden ist.

Ausschnitt aus Star Wars: Darth Vader: Der Auserwählte | © Panini
© Panini

Leider endet aber Der Auserwählte nicht unbedingt auf der besten Note, denn nach dem Cliffhanger folgt noch die zehnseitige Story Keine gute Tat, die optisch wie inhaltlich absolut nicht zu gebrauchen und nicht einmal witzig ist, was sie wohl sein wollte, auch wenn es grundsätzlich natürlich begrüßenswert ist, dass auch derlei Veröffentlichungen mit in die Trades gepackt werden. Die obligatorische Cover-Galerie weiß da schon mehr zu gefallen, aber schlussendlich muss ich gestehen, mir von diesem Auftaktband doch ein wenig mehr erzählerisches Schwergewicht erhofft zu haben, statt nur Kampf um Kampf, Prüfung um Prüfung präsentiert zu bekommen, denn die wenigen erhellenden Äußerungen oder Mini-Exkurse bezüglich beispielsweise Kamino wiegen nun bei weitem nicht auf, dass Vader hier die meiste Zeit nichts anderes tut, als Widersacher jeglicher Couleur aus dem Weg zu schaffen, so kurzweilig das meistenteils auch sein mag.

Fazit & Wertung:

Charles Soule und Giuseppe Camuncoli liefern mit Star Wars: Darth Vader: Der Auserwählte einen durchaus vielversprechenden und optisch größtenteils gelungenen Auftakt einer direkt nach der Prequel-Trilogie angesiedelten Geschichte ab, deren Potential sich allerdings erst noch wird bewähren müssen, denn so reißerisch und skrupellos Vader als Protagonist der Reihe in Szene gesetzt wird, fehlt es gier doch des Öfteren an einer Dramaturgie, die über "Mache-dies-und-töte-jenes" hinausgeht.

7 von 10 erbarmungslosen Zügen des Dunklen Lords

Star Wars: Darth Vader: Der Auserwählte

  • Erbarmungslose Züge des Dunklen Lords - 7/10
    7/10

Fazit & Wertung:

Charles Soule und Giuseppe Camuncoli liefern mit Star Wars: Darth Vader: Der Auserwählte einen durchaus vielversprechenden und optisch größtenteils gelungenen Auftakt einer direkt nach der Prequel-Trilogie angesiedelten Geschichte ab, deren Potential sich allerdings erst noch wird bewähren müssen, denn so reißerisch und skrupellos Vader als Protagonist der Reihe in Szene gesetzt wird, fehlt es gier doch des Öfteren an einer Dramaturgie, die über "Mache-dies-und-töte-jenes" hinausgeht.

7.0/10
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Star Wars: Darth Vader: Der Auserwählte ist am 19.08.18 im Panini Verlag erschienen. Hat der Artikel euer Interesse geweckt, dann bestellt doch über den nachfolgenden Link und unterstützt damit das Medienjournal!

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