Review: Doctor Who – Apollo 23 | Justin Richards (Buch)

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Doctor Who

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Heute geht es endlich mal wieder um den Doctor und sein neues Abenteuer, das ich mir in den vergangenen Tagen nun auch endlich zu Gemüte geführt habe.

Doctor Who
Apollo 23

Apollo 23, UK 2010, 253 Seiten

Doctor Who - Apollo 23 von Justin Richards | © Bastei Lübbe
© Bastei Lübbe

Autor:
Justin Richards
Übersetzer:
Axel Franken

Verlag (D):
Bastei Lübbe
ISBN:
978-3-404-20930-9

Genre:
Abenteuer | Science-Fiction | Fantasy

 

Inhalt:

Eine plötzliche Brise wirbelte das Herbstlaub auf und ließ es unnatürlich in der Luft tanzen. Ein kratzendes, knirschendes Geräusch zerriss die Stille. Mit einem resoluten abschließenden Bums stand eine blaue Polizeizelle stabil dort, wo wenige Sekunden zuvor noch keine gestanden hatte. Sie überspannte zwei Stellplätze, und das Licht auf ihrem Dach leuchtete kurz auf.

Kaum mal wieder auf der Erde gelandet – diesmal um einem ausgiebigen Shopping-Trip durch die Mall zu frönen – stolpern Amy und der Doctor prompt in ihr nächstes Abenteuer, als sie in ebenjener Mall einem amerikanischen Soldaten begegnen, der Momente zuvor noch auf dem Mond gewesen ist. Der Doctor ahnt freilich unmittelbar, was die Ursache dieses merkwürdigen Phänomens sein könnte und liegt goldrichtig, denn tatsächlich ist es den Amerikanern gelingen, durch Quantenverschränkung eine Art Portal von der texanischen wüste bis auf den Mond zu erschaffen, das allerdings jüngst sabotiert worden scheint, was auch die Begegnung mit dem Astronauten erklärt. Wer allerdings hinter der Sabotage stecken und was er oder sie damit bezwecken könnte, das gilt es noch herauszufinden, während sich die Lage alsbald zuzuspitzen droht, als der Doctor und Amy voneinander getrennt werden…

Rezension:

Einen guten Monat nun liegt die deutsche Erstveröffentlichung von Doctor Who – Apollo 23 zurück und endlich bin ich nun auch dazu gekommen, mich dem "neuen" Abenteuer mit dem elften Doctor zu widmen, wobei man "neu" eben in Anführungszeichen setzen muss, denn die Geschichte ist originär bereits 2010 erschienen, derweil es sich um den nunmehr 37. Band der "New Series Adventures"-Reihe handelt, die in gänzlich ungeordneter Form nun peu à peu eingedeutscht zu werden scheint. Da nämlich haben der 43. Band Totenwinter sowie der 46. Band Die weinenden Engel den Auftakt markiert und nun geht es endlich weiter, wobei das Abenteuer irgendwo während der fünften Staffel Doctor Who zu verorten sein dürfte, denn hier sind lediglich der Doctor und Amy gemeinsam unterwegs, während Rory nicht einmal Erwähnung findet. Aber genug der Formalien zur Einordnung des Bandes, schließlich soll es ja um das Buch selbst gehen und das präsentiert sich als äußerst gelungene TV-Episode in literarischem Korsett, wofür auch die Kürze des Bandes mit gerade einmal rund 250 Seiten spricht.

»Nein, nein! Es ist sehr gut.« Der Mann stocherte mit seiner Gabel in den Nudeln. »Aber ich finde halt, dass einem der Tod ganz schön den Appetit verdirbt.«
Der Doktor seufzte. »Ich kenne das Gefühl. Allerdings bin ich seit Monaten nicht mehr gestorben. Danach ist man immer ziemlich hungrig, finde ich.« Er schwenkte den Stuhl wieder herum, um Amy anzusehen. »Bedeutet vermutlich, dass er Vegetarier ist oder so was. Eine etwas eigenartige Weise, das zu sagen.«

So hält sich Autor Justin Richards auch nicht mit langen Vorreden auf, sondern eröffnet nach kurzem Prolog prompt mit der Vorstellung des Doctors und Amy, die aus wieder einmal völlig fadenscheinigen Gründen auf der Erde landen und denen alsbald im Einkaufszentrum ein Astronaut begegnet, der sich kurz zuvor noch auf dem Mond befunden zu haben scheint. Ebenso rasant kommt dann auch die eigentliche Geschichte von Apollo 23 in Fahrt und wie man schon hat ahnen können, rührt der Titel von berühmten Missionen der NASA her, die eben in dieser Variante mitnichten eingestellt, sondern im Geheimen fortgesetzt worden sind. Genauso vorhersehbar, wie sich der Titel gestaltet, ist leider auch zuweilen der Plot geraten, was ein wenig zu Abzügen in der B-Note führt, denn mir ist es bisher selten passiert, dass ich beinahe minutiös vorausahnen konnte, welche Pläne der Doctor verfolgt, was hier allerdings gerade im letzten Drittel doch des Öfteren der Fall gewesen ist.

Das tut dem Unterhaltungswert aber tatsächlich kaum einen Abbruch und lässt die Story von Apollo 23 nur noch mehr wie im Fluge verstreichen, zumal der Plot an sich ansonsten angenehm abwechslungsreich geraten ist und vor allem durch reichlich Situationskomik und Wortwitz aufgelockert wird, weshalb ich gleichsam Richards als Verfasser des Buches als auch Axel Franken als Übersetzer des Bandes loben muss, die "Stimmen" des elften Doctor und ebenso Amy so dermaßen gut getroffen zu haben, was eben das serielle Feeling des Geschilderten noch einmal merklich verstärkt. Hochanspruchsvolle Literatur braucht man sich freilich nicht erwarten, doch ist der Unterhaltungswert enorm, während der Plot zwar einiges erahnen lässt, aber dennoch mit einigen überraschenden Wendungen aufzuwarten weiß. Zeitweise hätte ich mir zwar ein wenig detailliertere Schilderungen gewünscht, was die Mondbasis und eine gewisses Portal anbelangt, aber mit der Art und Weise, wie Geschichte zu Papier gebracht worden ist, kann ich grundsätzlich gut leben.

»Das ging ja schnell«, sagte Amy ein paar Minuten später.
»Im Handumdrehen.« Der Doktor drückte einen Hebel auf der TARDIS-Konsole bis zum Anschlag. »Wirklich in null Komma nichts. Ich habe bloß die Sicherungen entfernt, bin in der vierten Dimension ein bisschen nach links abgewichen und habe die TARDIS durch die Quantenverschiebung fallen lassen. Sie ist jetzt natürlich verschlossen, deshalb musste sie ein bisschen in der Zeit zurückhüpfen und sich dann wieder nach vorn schieben, um das zu kompensieren.«

Fans des Doctors – in dem Fall eben Nummer Elf – werden ohnehin nicht wirklich um den Band herumkommen, zumal man auch hier wieder alternativ je nach eigenem Geschmack zur Hörbuchfassung greifen könnte, die einmal mehr vom Matt-Smith-Synchronsprecher Tobias Nath zum Besten gegeben wird, was natürlich auch ein ziemliches Totschlagargument darstellt. Entsprechend freue ich mich sehr, dass Bastei Lübbe sich der Sache angenommen hat, die zahlreichen hierzulande noch unveröffentlichten Geschichten einzudeutschen und kann auch Doctor Who – Apollo 23 relativ vorbehaltlos empfehlen, wenn man eben nicht den Fehler macht, auf hochanspruchsvolle Literatur zu hoffen, denn Art und Umfang der Geschichte sind schon eher trivial geraten, auch wenn freilich der Doctor ein paar kluge Dinge von sich gibt und mit gewohnter Gewitztheit und ausgesprochen gewieft gegen seine Kontrahenten ins Feld zieht.

Fazit & Wertung:

Auch Doctor Who – Apollo 23 von Justin Richards weiß als literarischer Ausflug in die Welt des umtriebigen (elften) Doctors zu überzeugen und mutet in vielerlei Hinsicht an wie eine Buch gewordene TV-Episode. Längen sucht man hier vergeblich und das Abenteuer ist schnittig und rasant inszeniert, hätte zuweilen aber gerne nicht ganz so vorhersehbar sein dürfen, was dem Spaß an der Lektüre aber kaum einen Abbruch tut.

8 von 10 Reisen mit der TARDIS

Doctor Who – Apollo 23

  • Reisen mit der TARDIS - 8/10
    8/10

Fazit & Wertung:

Auch Doctor Who – Apollo 23 von Justin Richards weiß als literarischer Ausflug in die Welt des umtriebigen (elften) Doctors zu überzeugen und mutet in vielerlei Hinsicht an wie eine Buch gewordene TV-Episode. Längen sucht man hier vergeblich und das Abenteuer ist schnittig und rasant inszeniert, hätte zuweilen aber gerne nicht ganz so vorhersehbar sein dürfen, was dem Spaß an der Lektüre aber kaum einen Abbruch tut.

8.0/10
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Weitere Details zum Buch und dem Autor findet ihr auf der Seite von Bastei Lübbe. Dort findet sich übrigens auch eine Leseprobe.

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Doctor Who – Apollo 23 ist am 28.02.19 als Taschenbuch bei Bastei Lübbe erschienen. Hat der Artikel euer Interesse geweckt, dann bestellt doch über den nachfolgenden Link und unterstützt damit das Medienjournal!

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