Heute Abend also mal wieder wie gewohnt zu später Stunde eine weitere „neue“ Filmrezension für die Gute-Nacht-Lektüre, einstweilen viel Spaß beim gucken, lesen und immer wieder ansehen, oder so ähnlich…

Scott Pilgrim
gegen den Rest der Welt

Scott Pilgrim vs. the World, USA 2010, 112 Min.

Scott Pilgrim gegen den Rest der Welt
Quelle: IMPawards.com

Regisseur:
Edgar Wright
Autoren:
Michael Bacall
Edgar Wright

Main-Cast:

Michael Cera (Scott Pilgrim)
Mary Elizabeth Winstead (Ramona Flowers)
Kieran Culkin (Wallace Wells)
Chris Evans (Lucas Lee)
Anna Kendrick (Stacey Pilgrim)
Alison Pill (Kim Pine)
Brendan Routh (Todd Ingram)
Jason Schwartzman (Gideon Graves)

Genre:
Komödie | Fantasy | Action | Romantik


Trailer:

 

Inhalt:

Scott Pilgrim ist 22 Jahre, arbeitslos, ein Geek vor dem Herrn und spielt in einer Indie-Band namens Sex Bob-omb. Neuerdings ist er mit einer siebzehnjährigen Asiatin namens Knives Chau „zusammen“. Dich das soll sich ändern, als er Ramona Flowers kennenlernt, die Frau seiner Träume – und das ist wörtlich gemeint, denn sie ist ihm bereits im Traum erschienen.

Was Scott nicht ahnt ist, dass Ramona beileibe kein unbeschriebenes Blatt ist und er, möchte er mit ihr zusammen sein, zuvor ihre sieben teuflischen Ex-Lover besiegen muss – und dies ist, wie sollte es anders sein, ebenso wörtlich zu verstehen.

Rezension:

Scott Pilgrim gegen den Rest der Welt ist eine Comic-Verfilmung in Reinkultur, mehr noch als Watchmen, V wie Vendetta, Kick-Ass und Jonah Hex, um nur die zu nennen, von denen ich hier bereits berichtet habe. Denn hier werden tatsächlich so dermaßen viele exemplarische Merkmale von Comics in die Realverfilmung übernommen, dass es eine wahre Freude ist. Man „sieht“ Schallwellen, Telefonläuten wird von entsprechenden lautmalerischen Schriftzügen begleitet, die Kameraeinstellungen wechseln so abrupt wie zusammenhanglos, wie Bilder einer Comicgeschichte und Veganer kämpfen plötzlich mit Superkräften ob ihrer moralischen Überlegenheit.

Ohne den Comic zu kennen, kann ich deshalb behaupten, dass es sich hier um mit eine der konsequentesten Verfilmungen handelt und die gestalterischen Eigenarten Scott Pilgrim gegen den Rest der Welt wahrhaft zu einem einzigartigen Erlebnis machen. Natürlich wirkt dadurch die zugegebenermaßen abgedrehte Handlung noch skurriler und dies mag sicher nicht jedermanns Fall sein, aber mich hat diese Art der Umsetzung schwer begeistert.

Großartig auch die vielen kleinen Running Gags wie etwa Scotts schwuler Mitbewohner Wallace, der bei manchen der Kämpfe zwischen Scott und einem der Exlover ein gelangweiltes „Fight“ in den Raum ruft, als sei es das normalste der Welt, dass sich hier zwei Jungs mit Feuerbällen, Laserstrahlen, Schlägen und Tritten und so weiter und so fort die Seele aus dem Leib prügeln. Das alles wird mit einer solchen Nonchalance dargeboten, dass es wirklich eine wahre Freude ist – und mittendrin der tollpatschige, verträumte Scott, der nie so recht weiß wie ihm geschieht, dem es aber trotzdem nicht komisch vorkommt, plötzlich Held seines eigenen Computerspiels zu sein.

Überhaupt kann man den Cast des Films nur über den grünen Klee loben, denn er ist von der größten bis zur kleinsten Rolle ideal besetzt und es macht einfach Spaß, diese liebenswürdig-schrulligen Gestalten bei ihrem Treiben, ihren Debatten, ihren Streitereien zu begleiten.

Leider verliert sich der Film etwa ab der Mitte ein wenig in seinen zahlreichen Kämpfen, so dass auch einige der anfangs so treffsicher eingebauten comichaften Anlehnungen im weiteren Verlauf ins Hintertreffen geraten. Auch gerät die Geschichte hier ein wenig ins Straucheln, denn wo zuvor noch gepflegte Planlosigkeit regierte, läuft es irgendwann nur noch auf den nächsten Gig, den nächsten Kampf, das nächste Abenteuer hinaus, so dass zunehmend auch Scotts Freunde, die durchaus das Potential gehabt hätten näher beleuchtet zu werden, immer weiter verblassen.

Fazit & Wertung:

Trotz der angeführten (kleineren) Mängel ist Scott Pilgrim gegen den Rest der Welt eine überaus gelungene Comic-Verfilmung mit viel Witz und Drive.

8 von 10 Pacmen

Scott Pilgrim gegen den Rest der Welt

  • Pacmen - 8/10
    8/10

Fazit & Wertung:

Trotz der angeführten (kleineren) Mängel ist Scott Pilgrim gegen den Rest der Welt eine überaus gelungene Comic-Verfilmung mit viel Witz und Drive.

8.0/10
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Meinungen aus der Blogosphäre:
Filmherum: 6/10 Punkte
Owley.ch
Tofu Nerdpunk: 8/10 Punkte
Tonight is gonna be a large one.: 9/10 Punkte