Review: Pitch Perfect 2 (Film)

Heute widme ich mich dann dem zweiten, leider recht generischen Abenteuer der Barden Bellas, wobei es nun etwas länger dauern wird, bis ich den dritten Teil der Reihe bespreche, denn gemessen an den mäßigen Kritiken bin ich nicht bereit, für den noch gesondert Geld auszugeben. Diesmal geht es ja aber erst einmal um den zweiten Aufguss und der geht schon merklich auf Nummer Sicher.

Pitch Perfect 2

Pitch Perfect 2, USA 2015, 115 Min.

Pitch Perfect 2 | © Universal Pictures
© Universal Pictures

Regisseurin:
Elizabeth Banks
Autoren:
Kay Cannon (Drehbuch)
Mickey Rapkin (Buch-Vorlage)

Main-Cast:
Anna Kendrick (Beca)
Rebel Wilson (Fat Amy)
Hailee Steinfeld (Emily)
Brittany Snow (Chloe)
Skylar Astin (Jesse)
Adam Devine (Bumper)
Katey Sagal (Katherine)
Anna Camp (Aubrey)
Ben Platt (Benji)
John Michael Higgins (John)
Elizabeth Banks (Gail)
in weiteren Rollen:
Alexis Knapp (Stacie)
Hana Mae Lee (Lilly)
Ester Dean (Cynthia Rose)
Chrissie Fit (Flo)
Birgitte Hjort Sørensen (Kommissar)
Flula Borg (Pieter Krämer)
Kelley Jakle (Jessica)
Shelley Regner (Ashley)

Genre:
Komödie | Musik | Romantik

Trailer:

 

Inhalt:

Szenenbild aus Pitch Perfect 2 | © Universal Pictures
© Universal Pictures

Drei Jahre sind vergangen seit dem fabulösen Sieg der Barden Bellas gegen die Treblemaker und selbst nach dem Weggang der perfektionistischen Aubrey schwimmt die A-cappella-Gruppe auf einer Erfolgswelle. Bis zu jenem schicksalhaften Tag zumindest, als sich Fat Amy bei einem Auftritt dem Publikum – und damit unter anderem US-Präsident Obama – versehentlich entblößt. Schnell wird die Truppe vom nationalen A-cappella-Verband suspendiert, doch scheinen die Bellas dahingehend ein Schlupfloch gefunden zu haben, dass niemand sie daran hindern kann, bei der WM in Dänemark anzutreten. Dort lauert allerdings auch mit der eigenwillig-experimentellen deutschen Formation DSM ("Das Sound Machine") enorm starke Konkurrenz. Da ist es nicht gerade förderlich, dass die Mädels zudem so einiges um die Ohren haben und sich kaum eine voll und ganz auf den bevorstehenden Wettkampf zu konzentrieren vermag. Möglicherweise schaffen hier aber Teambuilding-Maßnahmen der früheren Bella-Chefin Aubrey Abhilfe, denn die hat ihr Talent mittlerweile zum Beruf gemacht…

Rezension:

Nach dem großen und wohl sicherlich in dieser Form unerwarteten Erfolg von Pitch Perfect folgte drei Jahre später der dadurch unweigerlich gewordene Pitch Perfect 2, der einmal mehr unter Beweis stellt, dass man mit wenig Aufwand – und leider auch Inspiration und Kreativität – aus so ziemlich jedem Film ein Franchise zimmern kann, das schließlich sogar noch einen dritten Teil nach sich ziehen sollte. Regisseur Jason Moore stand dafür wohl nicht mehr zur Verfügung, weshalb Produzentin Elizabeth Banks – die auch schon als Kommentatorin in den Teilen mitwirkt – hier kurzerhand ihr Regie-Debüt gegeben hat. Die Versäumnisse und Verfehlungen des zweiten Teils sind dabei kaum ihr anzulasten, sondern wohl vielmehr Drehbuchautorin Kay Cannon, die es sich extrem leicht macht, die Geschichte fortzuführen. Abgesehen davon nämlich, dass drei Jahre vergangen sein sollen und die Bellas teilweise kurz vor Beendigung ihres Studiums stehen, wiederholt sich ansonsten in groben Zügen die gesamte Handlung. War es im ersten Teil noch ein Kotzschwall, ist es hier die entblößte Amy, welche die Gruppe in Verruf bringt und ging es zuvor noch zu den amerikanischen Finals, steht nun die Teilnahme an der A-cappella-WM ins Haus.

Szenenbild aus Pitch Perfect 2 | © Universal Pictures
© Universal Pictures

Alles dazwischen ist grobschlächtig variiertes Beiwerk, wieder gerät die Gruppe in Verruf, wieder tritt man bei einem inoffiziellen Riff-Off an, wieder mündet der Film (natürlich) in einen großangelegten, mitreißenden Auftritt, bei dem sämtliche Bellas noch einmal unter Beweis stellen können, was sie auf dem Kasten haben (und sich dadurch natürlich rehabilitieren). Damit gewinnt Pitch Perfect 2 freilich keine Innovationspreise, aber wenn man mal ehrlich ist, war es auch schon beim ersten Teil nicht die ausgeklügelte Dramaturgie, die einen begeistert hat, sondern die schmissigen Songs, der selbstironische Erzählton und allem voran natürlich der extrem talentierte Cast rund um Anna Kendrick (Nur ein kleiner Gefallen), der eben auch hier wieder reichlich Gelegenheit erhält, sein Können unter Beweis zu stellen. Auffällig hierbei – zumindest so mein Eindruck – ist, dass die Songs diesmal deutlich "überproduzierter" wirken und noch nicht einmal mehr das Gefühl, die Illusion von echtem A-cappella-Gesang mehr transportiert wird, so offenkundig und prägnant wie hier Instrumente oder auch Bässe zum Einsatz kommen. Das hatte ich tatsächlich aus dem ersten Teil organischer und natürlicher in Erinnerung, auch wenn ich nicht drauf schwören würde (obwohl für mich kaum mehr als zwei Wochen dazwischen gelegen haben).

Davon aber einmal abgesehen, überzeugt natürlich auch hier das genüssliche Wildern in den Charts und verliert nichts von seinem Charme, auch wenn mir die Treblemaker aus dem ersten Teil als die gelungenere Konkurrenz im Vergleich zur deutschen Formation Das Sound Machine erscheinen, die selbstredend wieder alles an Klischees vereinen, was einem nur einfallen mag und dabei natürlich alles sind, aber keine deutsche A-cappella-Formation (deren Anführer im Übrigen von Birgitte Hjort Sørensen und Flula Borg verkörpert werden). Während man mehr von Altbekanntem und tendenziell absolut nichts Neues geliefert bekommt, ist es wiederum erfreulich, dass so ziemlich der gesamte Cast des ersten Teils sich nun auch für Pitch Perfect 2 bereitwillig wieder eingefunden hat, auch wenn beispielsweise Anna Camp hier längst nicht mehr die gewichtige Rolle als Bellas-Chefin übernimmt, sondern eher einen umfangreichen Gastauftritt absolviert, der übrigens dem, was man einen neuen Einfall nennen würde, noch am nächsten kommt. Dermaßen auf Nummer Sicher zu gehen, kratzt freilich enorm am Gesamteindruck, auch wenn ich wieder viel Freude mit den Barden Bellas hatte. Und gemessen daran, wie vergleichsweise schlecht der dritte Teil der Chose aufgenommen worden ist, der dem Vernehmen nach ja wohl neue, wenn auch reichlich krude Wege geht, ist es vielleicht nicht die schlechteste Idee, die gleiche Mahlzeit auf neuen Tellern zu servieren.

Szenenbild aus Pitch Perfect 2 | © Universal Pictures
© Universal Pictures

Dieses Abkupfern von sich selbst kann sich derweil auch positiv auswirken und die beiden Kommentatoren allein, die schon den ersten Film bereichert haben, bekommen hier gefühlt noch einmal deutlich mehr Raum zur Entfaltung und steuern einige der besten – und garstigsten – Gags bei. Da stört es dann auch nicht, dass es natürlich vollkommen an den Haaren herbeigezogen wirkt, dass die beiden auch diesmal wieder bei so ziemlich jedem A-cappella-Turnier, wo auch immer auf der Welt dieses auch ausgetragen wird, zugegen sind, um live berichten zu können. Als letzte echte Bereicherung für Pitch Perfect 2 gäbe es dann schließlich noch Hailee Steinfeld (Can A Song Save Your Life?), die hier quasi den Part einer deutlich euphorischeren Beca übernimmt und somit voller Begeisterung neu zu den Bellas stößt, nur um dann irritiert festzustellen, dass die längst nicht so füreinander einstehen, wie es in den Erzählungen ihrer Mutter (ebenfalls eine frühere Bella) immer klang. Ansonsten gibt es wenig, was man in einer Variation nicht auch schon im ersten Film gesehen hätte, was der Begeisterung natürlich einen gehörigen Dämpfer verpasst, den grundsätzlichen Unterhaltungswert der kurzweilig-launigen Sause voller Pepp und Gesang aber auch weit weniger schmälert, als zu befürchten gestanden hätte, den Spaß macht die Reise trotzdem, auch wenn man schon weiß, was einen auf den einzelnen Etappen erwartet.

Fazit & Wertung:

Elizabeth Banks gibt mit Pitch Perfect 2 ihr wenig innovatives Regie-Debüt und erzählt im Grunde die Geschichte des ersten Teils unter geänderten Vorzeichen erneut, was man aber natürlich vorrangig der Autorin Kay Cannon ankreiden darf. Nichtsdestotrotz funktionieren die Zutaten und der mitreißende Gesang auch hier wieder, ganz davon abgesehen, dass mehr als ein Dutzend liebgewonnener Charaktere für diese muntere Chose zurückkehrt. Überraschungen sucht man vergeblich, Unterhaltung findet man zuhauf.

6,5 von 10 Mashups und Medleys

Pitch Perfect 2

  • Mashups und Medleys - 6.5/10
    6.5/10

Fazit & Wertung:

Elizabeth Banks gibt mit Pitch Perfect 2 ihr wenig innovatives Regie-Debüt und erzählt im Grunde die Geschichte des ersten Teils unter geänderten Vorzeichen erneut, was man aber natürlich vorrangig der Autorin Kay Cannon ankreiden darf. Nichtsdestotrotz funktionieren die Zutaten und der mitreißende Gesang auch hier wieder, ganz davon abgesehen, dass mehr als ein Dutzend liebgewonnener Charaktere für diese muntere Chose zurückkehrt. Überraschungen sucht man vergeblich, Unterhaltung findet man zuhauf.

6.5/10
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Pitch Perfect 2 ist am 17.09.15 auf DVD und Blu-ray und am 19.04.18 auf 4K UHD Blu-ray bei Universal Pictures erschienen. Hat der Artikel euer Interesse geweckt, dann bestellt doch über einen der Links und unterstützt damit das Medienjournal!

DVD:


Blu-ray:


vgw

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