Heute möchte ich euch wieder einmal einen in Deutschland sang- und klanglos am Kino vorbeigerutschten Film vorstellen. Denn anders als bei Jonah Hex ist dies hier nicht einmal gerechtfertigt, aber lest selbst!

Triangle

Triangle, UK/AU 2009, 95 Min.

Triangle
Quelle: IMPawards.com

Regisseur:
Christopher Smith
Autor:
Christopher Smith

Main-Cast:

Melissa George (Jess)
Michael Dorman (Greg)
Rachael Carpani (Sally)
Henry Nixon (Downey)
Emma Lung (Heather)
Liam Hemsworth (Victor)

Genre:
Horror | Thriller | Mystery | Mindfuck


Trailer:

 

Inhalt:

Jess, eine junge, alleinerziehende Mutter mit einem autistischen Sohn, möchte einfach mal einen Tag ausspannen und mit ihrem alten Freund Greg und drei seiner Freunde einen Segelturn machen. Der Tag beginnt traumhaft, doch Jess ist von einer merkwürdigen Unruhe geplagt und verschläft die ersten Stunden der Fahrt, während der sie heftige Alpträume plagen.

Urplötzlich setzt die Flaute ein, kein Lüftchen weht mehr. Rasend schnell zieht ein Gewitter auf und die Segelyacht kentert. Den fünf „Schiffbrüchigen“ gelingt es aber bald, sich auf den scheinbar verlassenen Ozeandampfer Aeolus zu retten. Jess wird von ersten Déjà-vus geplagt, alles kommt ihr seltsam und vertraut vor. Die Lage spitzt sich zu, als die Gestrandeten bemerken, dass sie nicht alleine auf dem Schiff sind. Denn jemand macht Jagd auf sie. Und auf Jess warten noch weit mehr unheilvolle Wahrheiten.

Rezension:

Triangle beeindruckt mit einem stimmigen Anfang, der uns gekonnt in die Szenerie entführt und erste Ausblicke auf die kommenden Ereignisse bietet. Mit dem Beginn des Segeltrips erfahren wir eine klassische Exposition der Hauptfiguren, wobei diese allerdings bis auf Jess mehr als Statisten dienen. Bedingt durch den Haupthandlungsort des Ozeandampfers wird aus dem Film fast ein Kammerstück mit einigen bekannten Stereotypen. Das Hauptaugenmerk liegt auf der Figur von Melissa George, die diese mit Bravour darzustellen versteht. Zu erwähnen wäre in diesem Zusammenhang, dass sie im Laufe des Films in mehrere Rollen wird schlüpfen müssen und diese durch ihr Verhalten, Mimik und Gestik klar voneinander abzugrenzen weiß. Ohne diese schauspielerische Leistung würde das zugegebenermaßen auf wackligen Füßen stehende Konzept des Films schlagartig kippen. Umso besser, dass sie die Tragweite ihrer Rolle zu transportieren weiß.

Es ist äußerst schwierig, diesen Film zu rezensieren, ohne zu viel von der Geschichte zu verraten, da und insbesondere weil er sich als Mindfuck-Film versteht und somit auch verstanden werden will. Nur so viel, ohne ins Detail zu gehen, der Film arbeitet mit Zeitschleifen und kämpft mit den sich daraus ergebenden Paradoxa und das der Natur der Sache nach nicht immer erfolgreich. Damit wird man als Zuschauer leben können müssen, sonst wird der Film keinen Spaß machen.

Die zugrundeliegende Idee des Films wird auch durch zahlreiche filmische Mittel dokumentiert und augenzwinkernd in die Geschichte mit eingebracht. Zum einen wäre hier die Triangle, die Segelyacht von Greg, wobei der Name des Schiffs auf das Bermudadreieck verweisen mag. Des Weiteren hat Jess ein autistisches Kind, also eine Person, die sehr darauf bedacht ist, alles und zu jeder Zeit in derselben Art und Weise zu erledigen, jemand, den schon kleinste Abweichungen von der Norm vollkommen aus dem Konzept zu bringen wissen. Und Jess wird als Konterpart hierzu im Verlauf des Films gezwungen, gerade diese unsäglichen Abweichungen vom standardisierten Ablauf zu forcieren, um aus ihrem „Gefängnis“ zu entkommen. Zuletzt haben wir noch den Ozeandampfer mit Namen Aeolus, nicht umsonst an den griechischen Gott Aeolos angelehnt, wie auch im Film später deutlich werden wird.

Die Auflösung letztendlich spaltet auch hier wie so oft die Gemüter. Die einen sehen es als langweiliges, vorhersehbares und „unlogisches“ Ende an, die anderen verstehen es als Einladung und Aufforderung, eine Interpretation für das zuvor Gesehene zu suchen. Ich persönlich gehöre zum zweiten Lager. Triangle will Mindfuck sein und ist es auch, selbst obwohl die Auflösung fast etwas früh erfolgt oder zumindest das Ende abzusehen ist. Der Weg dorthin wird allerdings so gekonnt umgesetzt und mit dramaturgischen Mitteln und Einfällen, wie auch mit äußerst starken, so (von mir) noch nicht gesehenen Bildern unterstützt, dass man wohlwollend über einige sich zwangsläufig ergebende Logiklücken hinwegsehen kann.

Fazit & Wertung:

Triangle ist ein kleiner, gemeiner Film über eine junge Mutter, die in ihrer eigenen Hölle gefangen ist. Durch die Grundthematik der Zeitschleifen zählt dieser Film – trotz Schwächen – sicher zu einem der „anspruchsvolleren Vertreter des Horror-/Slasher-Genres.

7,5 von 10 verlorenen Halsketten


Meinungen aus der Blogosphäre:
Tofu Nerdpunk: 6/10 Punkte
Watched: 8/10 Punkte
Wie ist der Film?: 8/10 Punkte

Mehr Daten zum Film, Bilder, Videos und zahlreiche weitere (englische) Rezensionen zu Triangle findet ihr in der Internet Movie Database:
Triangle in der IMDb