Review: Departed – Unter Feinden (Film)

So, da wären wir auch schon wieder zurück, denn nachdem ich die Woche doch so fleißig begonnen habe (und dafür mittels ganz viel Feedback in Form von Kommentaren reich entlohnt wurde), möchte ich die Serie natürlich nicht abreißen lassen und beschäftige mich heute mit einem weiteren Werk Scorseses, das schon seit langem auf meiner Wunschliste gestanden hat und jetzt endlich auch hier zu Ruhm und Ehre kommen darf.

Departed – Unter Feinden

The Departed, USA/HK 2006, 151 Min.

Departed - Unter Feinden
Quelle: IMPawards.com

Regisseur:
Martin Scorsese
Autor:
William Monahan

Main-Cast:
Leonardo DiCaprio (Billy Costigan)
Matt Damon (Colin Sullivan)
Jack Nicholson (Frank Costello)
Mark Wahlberg (Dignam)
in weiteren Rollen:
Martin Sheen (Queenan)
Ray Winstone (Mr. French)
Vera Farmiga (Madolyn)
Alec Baldwin (Ellerby)

Genre:
Krimi | Drama | Thriller

Trailer:

 

Inhalt:

Boston. Billy Costigan hat es aus seinem Viertel herausgeschafft und die Polizeiakademie gemeistert. Doch kaum im Department angekommen, erläutern seine Vorgesetzten Dignam und Queenan ihm, dass er es auf normalem Dienstweg nie zu etwas bringen wird und wollen ihn schließlich als Maulwurf bei Frank Costello, dem Oberhaupt der irischen Mafia, einschleusen. Völlig konträr zu Billys Werdegang hat sich Colin Sullivans Leben entwickelt. Schon als Kind unter die Fittiche Costellos geraten, hat er ebenfalls die Polizeiakademie mit Bravour abgeschlossen und legt eine steile Karriere hin, während er für seinen Quasi-Ziehvater den Spitzel bei der Polizei gibt.

Als beide Seiten nach und nach dahinterkommen, dass sie möglicherweise unterwandert werden, wird das Eis für Costigan und Sullivan immer dünner, während sie sich gegenseitig jagen, ohne die Identität des jeweils Anderen zu kennen. Ausgerechnet eine Frau, die Polizeipsychologin Madolyn, verbindet die beiden, doch auch Costello hat Geheimnisse, die beide anfangs nicht einmal erahnen können.

Rezension:

Bei Departed – Unter Feinden handelt es sich – wie vielleicht einige nicht wissen werden – um das Remake des asiatischen Infernal Affairs aus dem Jahre 2002. Die Tatsache, dass man mit amerikanischen Remakes erfolgreicher Asia-Filme hauptsächlich leidlich überzeugende Horrorfilme assoziiert, sollte schon erklären, warum einem dies bei diesem Film so gar nicht in den Sinn kommt. Zumal Departed (wie wir ihn fortan nur noch nennen wollen) sich so sehr nach Scorsese anfühlt, so sehr nach Scorsese aussieht und generell einfach dermaßen gut in Martin Scorseses Film-Portfolio passt, dass man von allein gar nicht auf den Gedanken käme, hier würde es sich vielleicht nicht um ein originäres Werk handeln.

Einmal mehr kann man sagen – und hier trifft es ja selbst auf der Meta-Ebene zu – , dass der Stoff nicht unbedingt neu ist, doch das durchweg überzeugende, ja teils herausragende Team, das Altmeister Scorsese bei und für Departed um sich geschart hat, macht aus diesem Film ein wahres Erlebnis. Von der exzellenten Dramaturgie, über den grandiosen Soundtrack, weiter zu stilistisch einwandfrei und atmosphärisch fotografierten Schauplätzen, Raum für Nebenhandlungen und leise Zwischentöne ergänzt sich einfach alles mit an Perfektion grenzender Einigkeit.

Das Sahnehäubchen auf diesem Potpourri herausragender Eigenschaften ist aber selbstverständlich das Ausnahme-Ensemble. Leonardo DiCaprio beweist einmal mehr sein darstellerisches Talent, was sich seit Departed nur noch weiter entwickelt hat, brilliert neben einem herrlich fiesen und abgründigen Jack Nicholson als verschrobener und dennoch eiskalter Mafia-Boss. Besonders differenziert ist allerdings die Darstellung Matt Damons als Mafia-Spitzel, da dieser nach außen hin den gelackten Emporkömmling verkörpert, in den Gesprächen mit Nicholson respektive Costello aber auch schnell zum Duckmäuser wird. Trotzdem wird er es nicht müde Stärke zu zeigen und fördert im Umgang mit seiner Freundin noch weitere, charmante und schwer durchschaubare Aspekte zutage.

Auch Mark Wahlberg ist wie gewohnt überzeugend, doch wird ihm nicht unbedingt die Screentime zuteil, die seinem Charakter gebührt hätte. Doch selbst kleinere Rollen im Geschehen glänzen mit einer tollen Besetzung, so dass man mit Fug und Recht behaupten kann, dass Scorsese mit Departed einen Film geschaffen hat, der von seiner Besetzung lebt. Scorseses Coup war es lediglich, das gesamte Drumherum dem hohen Niveau anzugleichen, was sich natürlich einfach anhört, in der Realität aber viel zu selten realisiert wird oder werden kann. Bei Departed ist es geglückt.

Fazit & Wertung:

Departed ist ein in sämtlichen Aspekten überzeugendes Werk, das durchaus Scorseses Ruf gerecht wird und sein Portfolio gekonnt erweitert, wenn auch die Motive nicht unbedingt neu, sondern eher variiert sind. Würde es sich nicht um ein Remake handeln, so hätte dieser Film (von meiner Warte aus) definitiv die Höchstwertung verdient.

9 von 10 Spitzeln

Departed - Unter Feinden

  • Spitzel - 9/10
    9/10

Fazit & Wertung:

Departed ist ein in sämtlichen Aspekten überzeugendes Werk, das durchaus Scorseses Ruf gerecht wird und sein Portfolio gekonnt erweitert, wenn auch die Motive nicht unbedingt neu, sondern eher variiert sind. Würde es sich nicht um ein Remake handeln, so hätte dieser Film (von meiner Warte aus) definitiv die Höchstwertung verdient.

9.0/10
Leser-Wertung 10/10 (1 Stimme)
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Meinungen aus der Blogosphäre:
Tonight is gonna be a large one.: 8/10 Punkte

Als besonderer Service hier noch der Link zu diversen DVD/Blu-ray-Varianten von Departed – Unter Feinden bei Amazon:

DVD:


Blu-ray:

  • bullion

    Den Film wollte ich auch schon lange einmal wieder schauen. Ich kann mich nur noch an ein paar Einzelheiten erinnern. Weißt du zufällig ob sich die Blu-ray lohnt?

    • Also Bild und Ton waren von bestechender Qualität, ich hatte nichts auszusetzen. An Extras sind ein paar zusätzliche Szenen dabei sowie "The Story of the Boston Mob" und "Crossing Criminal Cultures". Inwieweit sich das mit der DVD gleicht weiß ich natürlich nicht. Ach ja, obligatorischer Trailer ist natürlich auch dabei.

  • ilsadelmar

    Mein einziger Kritikpunkt bei diesem Film ist, dass Mark Wahlberg zu wenig zu Wort kommt. Sonst bin ich kein Fan von ihm, aber hier amüsiert er mich einfach immer wieder.

    • Stimmt, mir kam er auch zu wenig vor, zumal man aus der Rolle wirklich noch mehr hätte herausholen können.

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