Review: The Cabin in the Woods (Film)

Tja, da ist das Wochenende auch schon wieder so gut wie vorbei. Dann will ich mal schnell noch meine Rezension veröffentlichen, bevor ich mich gleich im TV dem Start der Serie Homeland widmen werde.

The Cabin in the Woods

The Cabin in the Woods, USA 2011, 95 Min.

The Cabin in the Woods | © Universum Film
© Universum Film

Regisseur:
Drew Goddard
Autoren:
Joss Whedon
Drew Goddard

Main-Cast:
Kristen Connolly (Dana)
Chris Hemsworth (Curt)
Anna Hutchison (Jules)
Fran Kranz (Marty)
Jesse Williams (Holden)
Richard Jenkins (Sitterson)
Bradley Whitford (Hadley)
in weiteren Rollen:
Brian White (Truman)
Amy Acker (Lin)

Genre:
Horror | Mystery | Mindfuck | Thriller

Trailer:

 

Inhalt:

Für die einer unbekannten Institution angehörenden Beamten Sitterson und Hadley verspricht es ein äußerst interessanter Tag zu werden, denn jüngst sind die Protagonisten ihrer Inszenierung zu der Hütte in den Wäldern aufgebrochen. Die fünf Studenten Dana, Curt, Jules, Holden und Marty erhoffen sich ein paar ruhige Tage fernab der Zivilisation und wenn es Jules, die mit Curt liiert ist, gelingen sollte, Holden mit Dana zu verkuppeln wäre das ein zusätzlicher Bonus. Doch kaum in der Hütte angekommen beginnen einige von ihnen sich seltsam zu benehmen, entsprechen mehr und mehr den Stereotypen aus Horrorfilmen und Sitterson und Hadley sind beileibe nicht unschuldig an ihrem verhalten, während sie das Treiben der Studenten über zahllose Kameras verfolgen.

Szenenbild aus The Cabin in the Woods | © Universum Film
© Universum Film

Es ist etwas im Gange und eine ähnlich verlaufende Inszenierung in Stockholm ist bereits gescheitert. In der Zentrale schließt man Wetten ab und als die Jugendlichen den Keller der Hütte betreten, einen unaufgeräumten Ort voller Mysterien und Artefakte, wählen sie, ohne es zu ahnen das eigene Schicksal und schaufeln sich ihr eigenes Grab, während die Zombiefamilie der Buckners aus ebenselbigem entsteigt und die Abteilung Wartung in helle Aufregung versetzt, während Hadley sich ärgert, wohl niemals einen Meermann zu Gesicht zu bekommen. Mag sich das verwirrend anhören, so wird alles noch viel schlimmer, während die Studenten in den Wäldern um ihr Überleben kämpfen und nach und nach hinter das finstere Geheimnis der Hütte kommen.

Rezension:

Wie schreibt man über einen Film, der davon lebt, in beinahe jeder Minute neue Erkenntnisse zu offenbaren und ein wenig mehr die Geheimnisse des Plots preiszugeben? Indem man sich bemüht, so stichhaltig wie möglich zu schreiben und dennoch nichts vom Fortgang der Geschichte zu verraten, richtig. Ich werde also mein Bestes tun. The Cabin in the Woods tut anfänglich so, als spiele er mit offenen Karten und macht kein Geheimnis um die Beeinflussung durch die namenlos bleibenden vermeintlichen Regierungsbeamten, ebenso wenig wie um die Kameras und die totale Isolation der namensgebenden Hütte und dennoch ist längst nicht alles so, wie es zu sein scheint und der Zuschauer hat trotz seines Wissensvorsprungs gegenüber den ahnungslosen Studenten gleichsam die meiste Zeit kaum eine Ahnung, was aus welchem Grund passiert und welche Offenbarungen noch hinter der nächsten Ecke lauern.

Szenenbild aus The Cabin in the Woods | © Universum Film
© Universum Film

Zu verdanken haben wir dies dem Dream-Team Drew Goddard und Joss Whedon, die nach eigenen Angaben das Skript zu dem Film in einer recht schlaflosen Wochenend-Session zusammengeschustert haben. Und tatsächlich merkt man bei so manchem Dialog die Feder Joss Whedons im Hintergrund, so dass es durchaus legitim ist, mit seinem in der letzten Zeit auch im Mainstream deutlich prestigeträchtiger gewordenen Namen für den Film zu werben, obwohl die Regie allein Drew Goddard oblag, der seine Arbeit aber genauso überzeugend gemacht hat. Nach Sichtung des Films kann man sich den Spaß der beiden beim Verfassen mehr als deutlich vorstellen und insbesondere im mit Reminiszenzen vollgepackten letzten Drittel wird deutlich, dass sie sich definitiv einen Traum erfüllt haben müssen, gemessen an dem, was der Film für Geschütze auffährt.

Auf Darstellerseite überzeugt natürlich zunächst das genial charakterisierte Duo Sitterson und Hadley, geistreich und überzeugend verkörpert von Richard Jenkins (Six Feet Under) und Bradley Whitford, kongenial unterstützt von Amy Acker (Angel) als Chemielaborantin Lin. Die Studenten auf der anderen Seite liefern solide Leistungen ab, entsprechen aber in ihren Manierismen ganz bewusst jeweils einem typischen Klischee, so dass man hier niemanden gesondert hervorheben muss. Jedoch auch hier muss gesagt werden, dass die Chemie stimmt und die Konstellation überzeugt, so bekannt sie auch sein mag, zumal es ja einen ganz expliziten Grund dafür gibt.

Szenenbild aus The Cabin in the Woods | © Universum Film
© Universum Film

Ansonsten funktioniert The Cabin in the Woods auf mehreren Ebenen hervorragend, denn durch die Verknüpfung eines klassischen Horrorfilms mit den sie beobachtenden und beeinflussenden Kontrolleuren ergibt sich eine interessante und voyeuristisch gefärbte Meta-Ebene zum Gezeigten, bis sich natürlich zum Schluss die Welten miteinander vermischen werden und das Ausmaß der anfänglich so skurril anmutenden Inszenierung der unbekannten Organisation deutlich macht. Davon ab macht der Film aber auch einfach eine Menge Spaß, begeistert mit großartigen Dialogen, intelligenten Einfällen und einer Story, die zwar Twist an Twist reiht, trotzdem ihre Integrität wahrt und konsequent bis zum Schluss zu überzeugen weiß – und auch dieser Schluss hat es mehr als in sich!

Fazit & Wertung:

The Cabin in the Woods ist sicherlich der mitunter beste, cleverste und innovativste Horrorfilm der letzten Jahre und hat mich auf ganzer Linie überzeugen können. Joss Whedon und Drew Goddard ist ein kleines Meisterwerk gelungen, dass höchstens an den mangelnden Möglichkeiten zur sinnvollen Vermarktung krankt, sich aber in der nächsten Zeit sicherlich zum Klassiker und Kultfilm entwickeln wird.

9 von 10 Heimsuchungen durch lang vergessene Monster

The Cabin in the Woods

  • Heimsuchungen durch lang vergessene Monster - 9/10
    9/10

Fazit & Wertung:

The Cabin in the Woods ist sicherlich der mitunter beste, cleverste und innovativste Horrorfilm der letzten Jahre und hat mich auf ganzer Linie überzeugen können. Joss Whedon und Drew Goddard ist ein kleines Meisterwerk gelungen, dass höchstens an den mangelnden Möglichkeiten zur sinnvollen Vermarktung krankt, sich aber in der nächsten Zeit sicherlich zum Klassiker und Kultfilm entwickeln wird.

9.0/10
Leser-Wertung 5/10 (1 Stimme)
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Meinungen aus der Blogosphäre:
CineKie: 8/10 Punkte
Tonight is gonna be a large one.: 7/10 Punkte
Xanders Blog: 9/10 Punkte

The Cabin in the Woods ist am 01.02.13 auf DVD und Blu-ray im Vertrieb von Universum Film erschienen. Hat der Artikel euer Interesse geweckt, dann bestellt doch über einen der Links und unterstützt damit das Medienjournal!

DVD:

Blu-ray:

  • Dos Corazones

    Da muss ich doch einmal stark widersprechen, was dein Fazit anbelangt.
    Das Drehbuch funktioniert bis auf den Handlungsstrang dieser obskuren Firma genau wie jeder andere x-beliebige Horror-Film. Selbst wenn hier und da Anspielungen auf das Genre verstreut werden oder gar das Bild damit vollgepackt wird (Keller), macht der Film erstmal nichts anderes als mittelmäßige Standardkost zu sein.

    (SPOILER) Nur um am Ende dann zu sagen: Ihr Horrorfilme seid so dumm, ihr macht keinen Sinn, seid viel zu vorhersehbar und kein bisschen innovativ. In 10 Minuten versucht der Film das Horrorgenre zu dekonstruieren und ja schon lächerlich zu machen, obwohl die vorigen anderthalb Stunden genau den Einheitsbrei zeigen, den man überall sehen kann? Das ist mir ganz ehrlich gesagt zu einfach, Herr Whedon und Goddard. (Spoiler Ende)

    Das macht am Ende „Cabin in the Woods“ zu keinem schlechten Film, aber zu einem, der mich irgendwie sehr unbefriedigt zurückgelassen hat. Für ein „innovatives“ Horrorfilmerlebnis empfehle ich da eher „The Tall Man“ mit Jessica Biel. Der Film traut sich was und bleibt dabei vollkommen ernst. Nur lief der bisher nur auf dem Fantasy Filmfest.

    • Das ist ja auch dein gutes Recht meinem Fazit zu widersprechen, dafür gibt es ja schließlich die Kommentarfunktion 😉

      Ich habe es allerdings nicht so empfunden, dass der Film lediglich in den letzten zehn Minuten das Horrorgenre zu dekonstruieren versucht, denn einerseits hatte ich weder das Gefühl, dass eine Dekonstruktion überhaupt gewünscht war (sondern der Film vielmehr eine für meine Begriffe sehr liebevolle und ausgefeilte Reminiszenz darstellt) und andererseits macht gerade der Handlungsstrang der obskuren Firma in Kombination mit dem klassischen Horrorfilmverschnitt inklusive stereotyper Figuren den Film für mich zu etwas besonderem, eben auch gerade durch den überhöhten Voyeurismus und die thematisierten Mechanismen eines Horrorfilms.

      Im Grunde aber – soweit möchte ich dir in gewisser Weise entgegen kommen – funktioniert der Film als Horrorfilm überhaupt nicht, weil die Isolation der Hütte durch die vielen Beobachter ad absurdum geführt wird (auch wenn diese keine Anstalten machen zu helfen) und weil dadurch die Spannung nie wirklich zum Tragen kommen kann. Hätte ich mich gruseln wollen wäre ich von dem Film vermutlich sogar maßlos enttäuscht gewesen.

      „The Tall Man“ derweil habe ich mir mal vorgemerkt, nicht nur weil Jessica Biel immer einen Blick wert ist.

  • Ich werde die Kritik und die Kommentare nachholen sobald ich den Film gesehen habe. Wahrscheinlich weiß ich eh schon zu viel davon und werde auch den Thread nicht abonnieren. Lalala, ich habe nichts gesehen, gelesen oder gehört… aber die Bewertung macht Mut, dass der Film trotz diverser harrscher Kritiken dennoch genau das ist, was ich mir wünsche :)

    • Ach, es gibt doch auch genügend positive Kritiken! Und ich habe mich auch im Vorfeld bewusst bemüht nichts über den Film zu lesen, lass dir daher ruhig Zeit bis du selber mit der Sichtung durch bist. Und keine Sorge, ich dachte auch, ich wüsste schon einiges und im Grunde waren das dann doch alles Sachen, die binnen der ersten zehn Filmminuten bereits eröffnet wurden und das Filmvergnügen in keiner Weise geschmälert haben.

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