Review: Malavita – The Family (Film)

Heute widme ich mich mal wieder einem Film, bei dem mir schon im Vorfeld klar war, wie unterschiedlich die Meinungen auf anderen Seiten waren, kann mich aber den allüberall zu findenden Verrissen – wen wundert es noch – in keiner Weise anschließen, zumal die Argumentation von vielen Rezensenten für mich absolut nicht schlüssig war (Stichwort gewaltverherrlichend beispielsweise). Bevor ihr dem Film also eine Chance geben wollt, holt euch am besten noch andere Meinungen ein, denn ich schwimme diesmal wieder merklich gegen den Strom. Auch wenn ich natürlich der Meinung bin, dass meine Rezension dem Film am ehesten gerecht wird (ihr wisst hoffentlich, wie das gemeint ist) schaut besser vorher einmal, was andere dazu sagen, bevor ihr am Ende enttäuscht werdet. Vorher gibt es aber jetzt erst einmal hier etwas zu lesen, was euch hoffentlich von den Unterhaltungsqualitäten des Streifens zu überzeugen weiß.

Malavita
The Family

The Family, USA/FR 2013, 111 Min.

Malavita - The Family | © Universum Film
© Universum Film

Regisseur:
Luc Besson
Autoren:
Luc Besson (Drehbuch)
Michael Caleo (Drehbuch)
Tonino Benacquista (Buch-Vorlage)

Main-Cast:
Robert De Niro (Fred Blake / Giovanni Manzoni)
Michelle Pfeiffer (Maggie Blake)
Tommy Lee Jones (Robert Stansfield)
in weiteren Rollen:
Dianna Agron (Belle Blake)
John D’Leo (Warren Blake)

Genre:
Komödie | Krimi

Trailer:

 

Inhalt:

Jüngst hat es die im Zeugenschutzprogramm befindliche Mafia-Familie Manzoni nach bereits mehreren Umzügen in die französische Provinz verschlagen, da braut sich bereits der erste Ärger am Horizont zusammen, denn die mehr oder weniger jähzornige Familie ist nicht halb so anpassungsfähig, wie sich ihr FBI-Kontakt und Betreuer Robert Stansfield es sich wünschen würde, so dass Mutter, Sohn und Tochter prompt mit der einheimischen Bevölkerung aneinandergeraten, während dem Familienoberhaupt Giovanni – jetzt unter dem Namen Frank Blake – zunächst einmal Hausarrest verordnet wird. Dennoch dauert es nicht allzu lange, bis sich auch Frank, der sich als Schriftsteller ausgibt, mit den hiesigen Behörden anlegt und eine Schneise der Gewalt zu hinterlassen beginnt.

Szenenbild aus Malavita - The Family | © Universum Film
© Universum Film

Das allerdings ist noch nicht das größte Problem der Familie, denn ebenso wenig, wie sie mit ihrem Mafia-Dasein abschließen können, hat die Mafia mit ihnen abgeschlossen und wie es ein wahnwitziger Zufall will, dringt die Kunde, wo die Manzonis sich versteckt halten, bald auch bis nach New York zum Oberhaupt des dortigen Mafia-Clans, der prompt seine besten Männer entsendet, um sich an der abtrünnig gewordenen Familie zu rächen, die ihn in den Knast gebracht hat, von wo aus er seither seine Geschäfte organisieren muss.

Rezension:

Zweifellos ist Malavita – The Family kein Film, der einen Innovationspreis gewinnen könnte und so ist schon nach wenigen Minuten klar, wohin die Reise geht, wenn man auch hier wieder einräumen muss, dass insbesondere der Trailer einige der besten Szenen vorwegnimmt, dennoch schüren die Namen Luc Besson – hier in Gestalt des Regisseurs und Drehbuchautors – und noch viel mehr Martin Scorsese – leider nur als ausführender Produzent beteiligt – gewisse Erwartungen und die zumindest wurden bei mir nicht grundlegend enttäuscht, zumal ich mir bereits im Vorfeld bewusst zu machen wusste, dass mich hier sicherlich kein filmisches Kleinod, aber doch im besten Falle eine höchst unterhaltsame und selbstreferenzielle Mafia-Komödie erwarten würde.

Szenenbild aus Malavita - The Family | © Universum Film
© Universum Film

Mit dieser Einstellung sollte ich zu meiner großen Freude Recht behalten, denn zumindest in meinen Augen funktioniert der Mix aus pittoresker Vorstadtidylle und einer dementsprechend ruhigen und beschaulichen Erzählweise in krassem Kontrast zu exaltierten und übertrieben inszenierten Gewaltexzessen ganz wunderbar, zumal besagte Gewalteinlagen nicht übermäßig brutal oder eklig ausfallen und auch zartbesaiteten Gemütern Unterhaltung versprechen. Mancher Einfall, wie etwa dass Frank sich eine Aufführung von Goodfellas anzusehen gezwungen ist und ihm dabei Tränen der Rührung kommen, mag für einige zu viel des Guten sein, ich allerdings musste ziemlich schmunzeln bei der Ankündigung des französischen Filmliebhabers.

Vor allem aber ist nicht nur Robert De Niro sondern auch dem Rest der Familie ihre Spielfreude nicht abzusprechen und speziell die altgedienten Darsteller De Niro und Tommy Lee Jones haben in jüngeren Rollen oft den früheren Elan vermissen lassen, so dass ich mich sehr gefreut habe, sie hier so gut aufgelegt und engagiert bei der Sache zu sehen, wenn auch Jones‘ Rolle nicht gerade als groß einzustufen ist. Dem in nichts nach steht der Rest der Familie und während man über Michelle Pfeiffer wohl kaum noch ein Wort verlieren muss, sind es vor allem John D‘Leo und speziell Dianna Agron als Kinder des Mafia-Ehepaares, die Malavita – The Family die rechte Würze verleihen und gerade im Finale zu Hochform auflaufen dürfen.

Szenenbild aus Malavita - The Family | © Universum Film
© Universum Film

Das nämlich hat es in sich und ist für einen zuvorderst als Komödie anzusehenden Film ungewohnt konsequent und brachial geraten, trifft aber ebenfalls den richtigen Ton und rüttelt vor allem noch einmal so richtig schön wach und durch. Natürlich läuft dramaturgisch gesehen nicht immer alles glatt und mancher Nebenplot hätte in der Ausführlichkeit auch nicht sein müssen, so zum Beispiel Belles (Agron) Liaison zu ihrem Mathenachhilfelehrer, die unerwartet dramatische Folgen nach sich zieht und so die Stimmung des Films kurzzeitig erschüttert und natürlich ist es extrem unglaubwürdig, wie die New Yorker-Mafia vom Verbleib der Familie Manzoni erfährt, doch wie man es aus vielen Besson-Filmen gewohnt ist, wird das Ganze eben auch mit einem Augenzwinkern inszeniert und darf in keiner Minute für voll genommen werden und so funktioniert der Genre-Mix, den Malavita – The Family verspricht, meines Erachtens ziemlich gut, zumal der Film, so vorhersehbar er auch war, mich über die gesamte Dauer rundherum zu unterhalten wusste und das ist es schließlich, was eine Komödie sehenswert macht.

Fazit & Wertung:

Malavita – The Family ist eine höchst unterhaltsame, sich selbst nicht zu ernst nehmende Mafia-Posse mit gut aufgelegten Schauspielern, die mit dem speziellen Mix aus ruhiger Komödie und übertriebener Action eine Eigenständigkeit entwickelt, welche das uninspirierte und überraschungsarme Drehbuch beinahe egalisiert.

7 von 10 eruptiven Gewaltausbrüchen

Malavita – The Family

  • Eruptive Gewaltausbrüche - 7/10
    7/10

Fazit & Wertung:

Malavita – The Family ist eine höchst unterhaltsame, sich selbst nicht zu ernst nehmende Mafia-Posse mit gut aufgelegten Schauspielern, die mit dem speziellen Mix aus ruhiger Komödie und übertriebener Action eine Eigenständigkeit entwickelt, welche das uninspirierte und überraschungsarme Drehbuch beinahe egalisiert.

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Malavita – The Family ist am 11.04.14 auf DVD und Blu-ray im Vertrieb von Universum Film erschienen. Hat der Artikel euer Interesse geweckt, dann bestellt doch über einen der Links und unterstützt damit das Medienjournal!

DVD:

Blu-ray:

  • Sabine K.

    De Niro, der ewige Mafiosi 😉 DAS habe ich gedacht, als mein Mann meinte, den Film könnten wir auch… Und wir haben! Und ich habe so sehr gelacht!!! Es sollte ja auch ein Film zur Unterhaltung sein, wer da irgendwas großartiges oder höhere Filmkunst erwartet, nun, der hat meiner Meinung nach da was völlig falsch verstanden!
    Und auch, was die Brutalität angeht, finde ich da einfach, dass Action das nunmal bedingt, oder nicht?

    Alles in Allem auf jeden Fall auch ein Film, den man sich nach einer gewissen Zeit gern noch mal ansieht und herzhaft lacht (über Michelle Pfeiffer beim Einkauf z.B….)

    Sehr sehr lustig!
    Liebe Grüße
    Bine

  • Ryna Safitri

    the Family of Rock n‘ Roll https://www.youtube.com/watch?v=sJmzHFPmvWA

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