Review: The Lego Movie (Film)

Es ist wieder Zeit, über einen Film zu berichten und ich freue mich sehr, dass ich es für heute geschafft habe, mich diesem großartigen Film zu widmen, der wirklich überraschend großartig war. Auf Spaß hatte ich mich eingestellt, nicht aber auf ein solch herrliches Abenteuer. Jetzt aber los hier, bevor ich alles vorwegnehme!

The Lego Movie

The Lego Movie, AU/USA/DK 2014, 100 Min.

The Lego Movie | © Warner Home Video
© Warner Home Video

Regisseure:
Phil Lord
Christopher Miller
Autoren:
Phil Lord
Christopher Miller

Main-Cast:

Chris Pratt (Emmet Brickowoski [Stimme])
Will Ferrell (Lord/President Business [Stimme] / The Man Upstairs)
Elizabeth Banks (Wyldstyle / Lucy [Stimme])
Will Arnett (Batman / Bruce Wayne [Stimme])
Nick Offerman (Metal Beard [Stimme])
Alison Brie (Unikitty [Stimme])
Charlie Day (Benny [Stimme])
Liam Neeson (Bad Cop / Good Cop / Pa Cop [Stimme])
Morgan Freeman (Vitruvius [Stimme])

Genre:
Animation | Abenteuer | Komödie

Trailer:

 

Inhalt:

Szenenbild aus The Lego Movie | © Warner Home Video
© Warner Home Video

Als Lego-Bauarbeiter führt Emmet ein beschauliches Leben und arbeitet tagein tagaus an neuen Gebäuden, natürlich stets strikt nach den riesigen Anleitungen, die vorgeben, wie die Gebäude auszusehen haben. Doch auch für das Leben selbst gibt es Anleitungen und Emmet hat sichtliche Freude an der Konformität, schließlich sind sich alle Lego-Figuren auch einig, dass alles super ist, so wie es ist. Doch Emmets Weltbild gerät bald ins Wanken, als er der mysteriösen wie draufgängerischen Wyldstyle begegnet, die ihm eröffnet, dass er laut Prophezeiung des Mystikers Vitruvius der Auserwählte sei, derjenige, der die finsteren Pläne von Lord Business vereiteln kann. Lord Business nämlich ist das ständige Gewusel in seiner Welt trotz aller Konformität ein Graus und so plant er, mit einer mysteriösen Waffe alle Lego-Figuren an Ort und Stelle zu verkleben und eine Welt ohne Makel zu schaffen, in der Kreativität und Freigeister kein Problem mehr darstellen.

Mehr weil Emmet sich ein wenig in Wyldstyle verschossen hat – obschon diese mit Batman liiert ist – lässt er sich auf das Abenteuer ein. Auf der Flucht vor den Schergen von Lord Business und dessen Handlanger Bad Cop reist das seltsamste Gespann durch unterschiedlichste Welten, um im Wolkenkuckucksheim auf die anderen Meisterbauer zu treffen, die Rebellen, die sich der Gleichschaltung durch Lord Business noch immer vehement erwehren. Doch Bad Cop ist ihnen dicht auf den Fersen…

Rezension:

The Lego Movie beginnt zunächst – im Vergleich zum Rest des Films betrachtet – beinahe bieder und auch wenn die Eingangssequenz, in der Hauptfigur Emmet die Anleitung studiert, wie man sich als LEGO-Figur zu verhalten und seinen Tag zu verbringen hat, zum Schmunzeln einlädt, hätte ich anfänglich nicht erwartet, einen so funkensprühenden, charmanten, temporeichen und vor allem unglaublich witzigen Film sehen zu werden, als der er sich spätestens dann entpuppt, wenn Bad Cop/Good Cop in Personalunion in Erscheinung tritt und Emmet gemeinsam mit Wyldstyle die Grenze zwischen den Welten durchstößt, sich im Wilden Westen wiederfindet und dort auf Wyldstyles mürrischen Freund trifft: Batman! Spätestens dann entpuppt es sich auch als Glücksgriff, dass das dynamische Duo Phil Lord und Chris Miller für sowohl Drehbuch als auch Regie verantwortlich zeichnen und schon Wolkig mit Aussicht auf Fleischbällchen zu einem anarchischen Animationsvergnügen gemacht haben.

Szenenbild aus The Lego Movie | © Warner Home Video
© Warner Home Video

Vor allem aber – und diese Stärke war selten so stark ausgeprägt wie hier – ist The Lego Movie im wortwörtlichen Sinne ein Film für Jung und Alt, denn während die unterschiedlichsten Welten und Figuren aufeinanderprallen und teils herrlich abstruse Konstellationen daraus erwachsen, dürfte der kreativen Vielfalt und Unbefangenheit der kleinsten Zuschauer in nichts nachstehen, während der ältere Zuschauer sich je nach Baujahr über unterschiedlichste Querverweise an seine eigene Kindheit und/oder Jugend freuen wird und noch dazu mit der geballten Macht popkultureller Anspielungen schier totgeschmissen wird, denn wenn sich Gandalf, die Ninja Turtles, die Justice League, Abraham Lincoln, Shakespeare und Dumbledore zum Gipfeltreffen einfinden, dann ist das nicht nur herrlich abgedreht, sondern funktioniert auch noch im Kontext des Films ganz wunderbar, wenn beispielsweise Superman partout nicht neben Green Lantern sitzen möchte, der ihm sichtlich auf die Nerven geht, während NBA-Spieler gegen die Schergen des Bad Cop ins Feld ziehen und Emmet gemeinsam mit Batman und Konsorten die Flucht ergreift, um sich alsbald auf einem Piratenschiff wiederzufinden, dem dann wiederum der Millenium Falcon einen Besuch abstattet.

Die Geschichte selbst ist nicht gerade neu oder einfallsreich, die Art der Inszenierung hingegen schon und während man jeden anderen Film für derartige Genre-Verquickungen, gerade in dem Ausmaß und der unverhohlenen Maßlosigkeit, konsequent abstrafen würde, ist es hier genau das, was exakt zum Geiste der LEGO-Figuren passt und beweist, dass es eben nicht einfach ein anderthalbstündiger Werbefilm für das mitunter bekannteste Spielzeug der Welt ist, sondern doch so viel mehr. Neben den zahllosen Mash-Ups, den damit verbundenen denkwürdigen Begegnungen und nicht zuletzt den daraus resultierenden Gags besitzt The Lego Movie sogar noch eine sich im weiteren Verlauf entfaltende Meta-Ebene, die selten stimmiger und schöner in eine Handlung integriert werden konnte. In meinen Augen schob zwar gerade diese Meta-Ebene einen Riegel vor, doch da bereits weitere Filme aus dem Lego-Universum angekündigt worden sind, scheint man meine Meinung seitens Warner Bros. nicht zu teilen und wenn das, was da noch kommen mag, auch nur annähernd so gut ist wie dieser Film, dann lasse ich mich auch gern eines Besseren belehren!

Szenenbild aus The Lego Movie | © Warner Home Video
© Warner Home Video

Überhaupt ist der gesamte Film eine Ode an die Fantasie, an grenzenlose Kreativität und daran, sich das Kind im Inneren zu bewahren und wenn das nicht – neben all dem Klamauk, den coolen Sprüchen, den noch cooleren Gastauftritten – die wohl beste Botschaft ist – so plakativ sie auch zunächst klingen mag – , die man mit einem Lego Film vermitteln kann, dann weiß ich es auch nicht, aber selbst dann kann man sich noch an der Gesellschaftskritik, die sich hinter Präsident Business‘ gleichgeschalteter Welt verbirgt, erfreuen. Und so wie auch dort gilt für den gesamten Film Everything is Awesome! und wer von diesem Lied nicht wenigstens drei Tage einen Ohrwurm hat, dem ist dann leider auch nicht mehr zu helfen (Die deutsche Version Hier ist alles super gibt es derzeit kostenlos bei Warner zum Download). Und bei all der Schwärmerei für Popkulturreferenzen, Metaebenen und Mash-Ups habe ich noch nicht ein einziges Wort über die bahnbrechenden Animationen verloren, die wirklich wirken, als habe man alles aus Lego extra für den Film zusammengebaut (was im übertragenen Sinne ja durchaus so war) und auch nicht davor Halt machen, selbst Wasser mit den bunten Steinchen darzustellen und in Close-Ups kleine Macken und Abnutzungserscheinungen an den Figuren miteinzubauen, während sich beispielsweise Haare genauso bewegen, wie man es von einer Lego-Figur erwarten würde, was schon zu einer extrem ikonischen Szene führt, wenn Wyldstyle, ihres Zeichens Love-Interest von Emmet, in Zeitlupe ihr Haar „schüttelt“. Hier passt einfach alles, außer, dass ich ein paar Minuten gebraucht habe, um in den Film zu kommen, was aber auch an der ungewöhnlichen Darstellung liegen könnte, denn ich wüsste nicht, was man hätte besser machen können. Lord und Miller ist hier auf alle Fälle ein großer Wurf geglückt, der sich vor anderen Animationsfilmen mitnichten zu verstecken braucht.

Fazit & Wertung:

The Lego Movie ist ein vollkommen abgedrehtes, anarchisches Abenteuer, so poppig bunt und vor Ideen und Gags überschäumend, dass man ihm sogar die etwas einfallslose Geschichte und einen eher gemächlichen Start ins Filmvergnügen verzeiht. Ein großer Spaß für Groß und Klein!

9 von 10 verrückten Mash-Ups aus unterschiedlichsten Lego-Franchises

The Lego Movie

  • Verrückte Mash-Ups aus unterschiedlichen Lego-Franchises - 9/10
    9/10

Fazit & Wertung:

The Lego Movie ist ein vollkommen abgedrehtes, anarchisches Abenteuer, so poppig bunt und vor Ideen und Gags überschäumend, dass man ihm sogar die etwas einfallslose Geschichte und einen eher gemächlichen Start ins Filmvergnügen verzeiht. Ein großer Spaß für Groß und Klein!

9.0/10
Leser-Wertung 0/10 (0 Stimmen)
Sende

The Lego Movie ist am 21.08.14 auf DVD, Blu-ray und 3D Blu-ray im Vertrieb von Warner Home Video erschienen. Hat der Artikel euer Interesse geweckt, dann bestellt doch über einen der Links und unterstützt damit das Medienjournal!

DVD:

Blu-ray:

  • Klingt toll! Wird vorgemerkt :)

    • Top, mach das. Wird dir sicherlich ähnlich gut gefallen, gehe ich fest von aus! 😉

  • Liegt hier auch schon bereit. Bin nach deiner Review ebenfalls sehr gespannt auf den Film.

    • Also ich hatte wirklich einen Heidenspaß! Wie gesagt, ganz am Anfang dachte ich kurz ‚Hm, ein wenig mehr Tempo und Witz wäre gut‘, aber so nach zehn Minuten (geschätzt, keine Ahnung) geht die Post ab und ab da ists einfach nur noch großartig!

  • Ich hatte das Glueck und habe den in einer Nachmittagsvorfuehrung geschaut. Zusammen mit einigen Kindern und Eltern, die Athmosphaere war grossartig, da wirklich jeder seinen Spass am Film hatte.

%d Bloggern gefällt das: