Review: Star Wars: Episode I – Die dunkle Bedrohung (Film)

Das Star Wars Universum

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Und hier kommt der Artikel, mit dem ich bewusst noch hinter dem Berg gehalten habe, da ich nicht wusste, ob ich ihn heute noch tutto kompletto fertigbekommen würde, aber nachdem Marius von MWJ2 sich schon erkundigte, wann denn meine Star Wars-Kritiken erscheinen würden – habe ich schließlich einen Film-Marathon mit allen sechs Teilen hinter mir – habe ich mich entschlossen, die nun in loser Folge immer sonntags und außer der Reihe zu veröffentlichen, weshalb hier nun meine nicht gerade netten Worte zum ersten (und unsäglichsten) Teil der Reihe folgen.

Star Wars:
Episode I
Die dunkle Bedrohung

Star Wars: Episode I – The Phantom Menace, USA 1999, 136 Min.

Star Wars: Episode I - Die dunkle Bedrohung | © Lucasfilm Ltd. & TM. All rights reserved. Used with permission.
© Lucasfilm Ltd. & TM. All rights reserved. Used with permission.

Regisseur:
George Lucas
Autor:
George Lucas

Main-Cast:
Liam Neeson (Qui-Gon Jinn)
Ewan McGregor (Obi-Wan Kenobi)
Natalie Portman (Queen Amidala/Padmé)
Jake Lloyd (Anakin Skywalker)
Ian McDiarmid (Senator Palpatine)
in weiteren Rollen:
Anthony Daniels (C-3PO [Stimme])
Kenny Baker (R2-D2)
Pernilla August (Shmi Skywalker)
Frank Oz (Yoda [Stimme])
Samuel L. Jackson (Mace Windu)
Keira Knightley (Sabé)

Genre:
Abenteuer | Science-Fiction | Action | Fantasy

Trailer:

 

Inhalt:

Rund dreißig Jahre vor der Schlacht von Yavin 4 findet der Niedergang der Galaktischen Republik seinen Anfang, als im Streit um die Besteuerung der Handelsrouten die Handelsföderation unter dem Deckmantel eines Embargos den friedliebenden Planeten Naboo mit einer Druidenarmee zu belagern beginnt. Die vom Obersten Kanzler der Republik entsandten Botschafter und Jedi-Ritter Qui-Gon Jinn und dessen Padawan Obi-Wan Kenobi durchschauen den Schwindel zwar schnell, als unvermittelt das Feuer auf sie eröffnet wird, doch sind die Kommunikationsleitungen gestört worden, weshalb man auf Coruscant nichts ahnt von dem Treiben der Handelsföderation, während es den beiden Jedi gelingt, sich nach Naboo zu begeben und auf Umwegen zum Kaiserpalast zu gelangen, wo sie die festgesetzte Königin Amidala befreien und mit ihr samt Hofstatt die Flucht antreten, um im Galaktischen Senat der Hauptwelt um Unterstützung zu bitten.

Szenenbild aus Star Wars: Episode I - Die dunkle Bedrohung | © Lucasfilm Ltd. & TM. All rights reserved. Used with permission.
© Lucasfilm Ltd. & TM. All rights reserved. Used with permission.

Das Schiff der Königin wird allerdings beim Durchbrechen der Blockade beschädigt und muss auf dem entlegenen Planeten Tatooine notlanden. Auf der Suche nach Ersatzteilen begibt sich Qui-Gon in Begleitung von Padme, einer der Dienerinnen der Königin, in eine nahegelegene Stadt, der dortige Schrotthändler akzeptiert allerdings keine Credits der Republik und zeigt sich auch gegenüber den Jedi-Kräften immun, doch dessen Sklave, der junge Anakin, bietet den Gestrandeten an, das Geld in einem Pod-Rennen gewinnen zu können und mangels Alternativen willigen sie ein. Derweil wird Qui-Gon immer mehr gewahr, dass die Macht ungewöhnlich stark ist in Anakin und so beschließt er, ihn mit nach Coruscant zu nehmen und dort dem Rat der Jedi zu präsentieren. Von der Hauptwelt der Republik ausgehend, erstarkt allerdings noch im Verborgenen die Macht der Sith von neuem und der Meister hat längst seinen Schüler entsandt, die Jedi und die Königin aufzuspüren.

Rezension:

Nachdem nun unter neuer Federführung der mittlerweile siebte Star Wars-Film seines Erscheinens harrt und damit den Karren aus dem Dreck zu ziehen versucht, in den zweifelsohne insbesondere der erste Teil der nachgeschobenen zweiten Trilogie das Franchise befördert hat, wurde es natürlich trotz aller Unbillen mehr als notwendig, nicht nur die ursprüngliche Kult-Trilogie, sondern auch die sich daran anschließende, der eigentlichen Geschichte aber vorgelagerten Trilogie, einer erneuten Sichtung zu unterziehen, wenngleich von vornherein zu erwarten war, dass das Urteil kaum besser ausfallen würde als bei der Erstsichtung seinerseits im Kino, womöglich gar schlimmer, schaut man doch mit fortgeschrittenem Alter Filme durchaus reflektierter als noch vor – ja richtig, so lange ist das schon her – rund sechzehn Jahren. Ist zwar auch die Story des ersten Teils der ersten Trilogie in einigen wenigen Sätzen erzählt, punktete diese noch mit dem Zauber des Neuen und Unerwarteten, wohingegen es bei Star Wars Episode I: Die dunkle Bedrohung schon merklich sauer aufstößt, dass der gesamte Film im Grunde daraus besteht, dass man von Naboo nach Tatooine, von dort nach Coruscant reist, um dann zu merken, dass es doch cleverer wäre, besser wieder nach Naboo zu fliegen, wo dann alles in der unvermeidlichen und an Lächerlichkeit kaum zu überbietenden finalen Schlacht mündet, in der die unsäglichen Gungans, zu denen auch Hassobjekt Nummer 1 – Jar Jar Binks – gehört, eine nicht gerade wenig tragende Rolle spielen, was eigentlich schon alles sagt.

Szenenbild aus Star Wars: Episode I - Die dunkle Bedrohung | © Lucasfilm Ltd. & TM. All rights reserved. Used with permission.
© Lucasfilm Ltd. & TM. All rights reserved. Used with permission.

Doch auch wenn Jar Jar Binks in seiner kindgerechten Dummheit ein nicht zu unterschätzendes Ärgernis beim Genuss des Films darstellt und mehr als nur eine Szene der Lächerlichkeit preis gibt, ist er doch nur die Spitze des Eisberges, die in dem mit französischen Akzent daher schwafelnden Handelsföderierten, den fadenscheinigen politischen Zusammenhängen, der sich mehr schlecht als recht tarnenden Königin von Naboo und dem völlig ziellos verheizten Bösewicht Darth Maul seine Vollendung findet. Ganz zu schweigen von dem Podcar-Rennen, das, wie ich zu meiner Schande gestehen muss, für eine ausgedehnte Raucherpause herhalten musste in dem Wissen, dass man definitiv nichts Substanzielles verpassen würde, an Langeweile kaum zu übertreffen ist und überflüssig ist wie nur sonst etwas, zumal man es weder in einem Star Wars-Film erwarten, geschweige denn sehen wollen würde. Dahin ist die epische Geschichte der Jedi und der Sith, der Rebellen gegen das Imperium und plötzlich ergeht sich das Universum in Zwistigkeiten zwischen skrupellosen Handelstreibenden, die längst unter die Fittiche eines noch skrupelloseren Sith-Lords geraten sind, dessen Identität natürlich streng geheim und deren Enthüllung in späteren Teilen eine (Achtung, Ironie) echte Überraschung sein wird.

Es ist ja fast nachvollziehbar, dass George Lucas und Konsorten der Meinung waren, das neu gestartete Star Wars-Franchise auch einem jüngeren Publikum verkaufen zu müssen, doch nachdem das 1977 auch trefflich ohne Fäkalwitze und alberne Slapstick-Einlagen funktioniert hat, stellt sich doch die Frage, wer es für eine gute Idee hielt, den Mythos dermaßen ungeschickt und pietätlos zu verunglimpfen, dass jede, aber wirklich jede Szene mit entweder einem tollpatschigen Jar Jar Binks oder einem nicht weniger tollpatschigen Droiden – am schlimmsten noch in Kombination – zu einem echten Ärgernis wird. Als alter Fan der Reihe und des Franchise sind mir aber natürlich zumindest einige wenige Sachen aufgefallen, die mir durchaus gut gefallen haben, wie etwa das Jedi-Gespann aus Obi-Wan und Qui-Gon, dargestellt von Ewan McGregor und Liam Neeson, das durchaus den gesamten Film hätte bestreiten dürfen, statt sich die Bühne mit – nein, ich erwähne seinen Namen nicht noch einmal! – teilen zu müssen, ebenso wie auch die optische Darbietung des Stadt-Planeten Corucsant, der mir wirklich imponiert hat und den ich mir beinahe exakt so vorgestellt habe. Auch Naboo ist wirklich gut gelungen und wirkt gleichzeitig vertraut wie auch exotisch, allerdings stört es hier schon wieder, dass alles so glatt und geleckt aussieht, was natürlich an dem übermäßigen Einsatz von CGI liegt, der speziell auch bei den vielen voll animierten Außerirdischen negativ zu Buche schlägt, die nun, Jahre später noch weitaus auffälliger aus dem menschlichen Ensemble herausragen, als es damals der Fall war, als Die dunkle Bedrohung die Kinos erreichte und HD noch eine ferne Zukunftsmelodie war.

Szenenbild aus Star Wars: Episode I - Die dunkle Bedrohung | © Lucasfilm Ltd. & TM. All rights reserved. Used with permission.
© Lucasfilm Ltd. & TM. All rights reserved. Used with permission.

Womöglich am schwersten wiegt wohl aber, wie George Lucas selbst konsequent und im gemutmaßten Vollbesitz seiner geistigen Kräfte den Mythos der Jedi vollumfänglich dekonstruiert, indem er Qui-Gon über die Midi-Chlorianer referieren lässt, die der Ursprung und die Erklärung für die mystische Macht sein sollen, die Jedi und Sith so einzigartig machen. Das hat in der ursprünglichen Trilogie aus dem Mund von Obi-Wan gegenüber Luke noch deutlich stimmiger und mystischer funktioniert, genügte aber als Erklärung vollends, weshalb man sich echt fragen muss, was ihn da geritten haben mag, so eine pseudowissenschaftliche Mist-Erklärung einzubauen, die mir den Film tatsächlich mehr vermiest hat, als es Jar Jar je vermocht hätte. Über Anakin und dessen Besetzung, die in meinen Augen einer der größten Fehlgriffe der Filmgeschichte war, mitunter auch, weil er die Figur des Darth Vader im Nachhinein der Lächerlichkeit preisgibt, wenn man sich wirklich einmal vor Augen führt, dass dies der spätere Lord der Sith sein soll und schrecklichster Streiter im Gefolge des nicht weniger gefürchteten Imperators, möchte ich eigentlich gar keine Worte mehr verlieren und deshalb belasse ich es dabei festzuhalten, dass unsere Jedi-Recken sowie auch Natalie Portman durchaus ihre Momente haben und den Film vor einem völligen Desaster bewahren, aber auch der finale und nicht einmal schlecht choreografierte Kampf gegen Darth Maul nicht darüber hinwegtäuschen kann, dass Die dunkle Bedrohung doch leider herzlich wenig mit der epischen Faszination gemein hat, die Star Wars seinerzeit zu einem solchen Phänomen gemacht hat.

Fazit & Wertung:

Optisch durchaus ansprechend geraten – wenn auch oft zu glattgebügelt wirkend – versagt Star Wars Episode I: Die dunkle Bedrohung dafür auf dramaturgischer Seite in beinahe jeder Hinsicht und verspielt mit seiner Anbiederei bei einem vermuteten Kleinkindpublikum die letzten Sympathien, so dass am Ende lediglich einige schöne Bilder, eine Handvoll theoretisch fähiger Darsteller und die schiere Notwendigkeit stehen, dass jede Sage einmal irgendwo ihren Anfang finden muss – und sei er noch so holprig und ungeschickt inszeniert wie im vorliegenden Fall. Das Beste an diesem ersten Teil: Das Wissen darum, dass alles was folgt, besser wird, besser werden muss.

(5 Punkte auch nur durch den anderthalb Punkte Es-ist-halt-Star-Wars-Bonus…)

5 von 10 Jedi-Rittern, die sich den Sith entgegenstellen

Star Wars: Episode I - Die dunkle Bedrohung

  • Jedi-ritter, die sich den Sith entgegenstellen - 5/10
    5/10

Fazit & Wertung:

Optisch durchaus ansprechend geraten – wenn auch oft zu glattgebügelt wirkend – versagt Star Wars Episode I: Die dunkle Bedrohung dafür auf dramaturgischer Seite in beinahe jeder Hinsicht und verspielt mit seiner Anbiederei bei einem vermuteten Kleinkindpublikum die letzten Sympathien, so dass am Ende lediglich einige schöne Bilder, eine Handvoll theoretisch fähiger Darsteller und die schiere Notwendigkeit stehen, dass jede Sage einmal irgendwo ihren Anfang finden muss – und sei er noch so holprig und ungeschickt inszeniert wie im vorliegenden Fall. Das Beste an diesem ersten Teil: Das Wissen darum, dass alles was folgt, besser wird, besser werden muss.

(5 Punkte auch nur durch den anderthalb Punkte Es-ist-halt-Star-Wars-Bonus...)

5.0/10
Leser-Wertung 7/10 (2 Stimmen)
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DVD:

Blu-ray:

  • Oha, das ist auch wieder eine der vernichtendsten Kritiken, die ich von dir kenne. Ich war damals und bei den zwei Folgesichtungen noch recht gnädig (7 Punkte). Diese liegen allerdings auch schon wieder 10 Jahre zurück, so dass es durchaus sein kann, dass CGI usw. mich heute mehr stören werden. In Anbetracht dessen, was dieses Jahr noch so kommen wird, sollte ich die Reihe wohl auch noch einmal schauen…

    • Werde ich womöglich doch abgefeimter mit den Jahren? Ja, das ist schon ein zimelicher Verriss, aber ich hatte den auch deutlich besser in Erinnerung und damals im Kino und selbst noch auf DVD betrug der Es-ist-halt-Star-Wars-Bonus sicherlich noch 3 Punkte oder mehr, einfach weil ich als Fan natürlich einfach nur dankbar war, dass da was Neues kommt, aber bei der Wiederholungssichtung vor einigen Wochen wurden doch merkliche Schwächen offenbar und wie häufig allein die Gungans Worte wie „superheftigst‘ in den Mund nehmen und speziell Jar Jar Stromstöße bekommt oder auf explosionsnahen Energiekugeln rumbalanciert, Anakin mit seinen naseweisen Kommentaren genervt hat und die Geschichte sich eben auf wirklich plattes von A nach B nach C, ach ne, besser zurück nach A herunterbrechen ließ, das ist mir wohl wirklich damals nicht aufgefallen oder ich hatte die Fanboy-Brille doch zu stramm gezogen.

      Es wird besser und speziell den dritten Teil der neuen Trilogie fand ich schon richtig gut, aber ‚Episode I‘ wird mir gerade nach aufgefrischter Erinnerung deutlich schlechter im Gedächtnis bleiben als die anderen fünf Teile. Deshalb fühlte ich mich auch genötigt, die im Angesicht des Textes doch beinahe gnädigen 5 Punkte noch zu rechtfertigen. Nein, ‚Star Wars‘ findet frühestens mit ‚Episode II‘ seinen Anfang und ich werde mir diesen Unfug sicherlich so bald nicht noch einmal ansehen und man muss dazu sagen, dass ich früher wirklich exzessiver Fan war, die Romane verschlungen habe, die Comics gesammelt und viele viele Figürchen mein Eigen nannte, ebenso wie ich natürlich die Computerspiele gespielt habe und auch Freude daran hatte, mich mit den Hintergründen und Zusammenhängen dieses Universums auseinanderzusetzen, quasi alle Namen aller Völker und Figuren kannte, aber ‚Episode I‘, nein, den werde ich ganz schnell wieder aus meinem Gedächtnis zu streichen versuchen.

  • Der Kinogänger

    Es ist ja fast schon ein Sakrileg, sowas öffentlich zu äußern, aber ganz ehrlich: Ich fand den nicht so schlimm! Klar ist er der schwächste bisherige „Star Wars“-Film (und ich hoffe ganz, ganz fest, daß er auch für immer der schwächste „Star Wars“-Film bleiben wird!) und man kann Vieles bemängeln. Trotzdem: Die Stärken (Liam Neeson, Ewan McGregor, Darth Maul, zumindest auf der großen Leinwand auch das Pod Race) sorgen dafür, daß die „Phantombedrohung“ für mich kein echter Reinfall ist; selbst Jar Jar fand ich nie so nervig wie scheinbar alle anderen (wobei ich ihn trotzdem in den Fortsetzungen besser fand, in denen er deutlich weniger Auftritte hatte …).

    Ich weiß gar nicht mehr, wie ich den Film damals (vor meiner Blogger-Zeit) bewertet habe, aber im Gedächtnis ist er mir als 6,5 Punkte-Film geblieben.

    • Nein, überhaupt nicht, jedem seine Meinung und vor der kürzlichen Sichtung hätte ich ihn deutlich besser bewertet, aber da war die Erinnerung gnädiger als der Film an sich. Mit den Stärken kann ich dir beinahe Recht geben, denn Neeson und McGregor fand ich als Duo auch extrem stark, wohingegen Darth Maul wirklich nur in einem Bruchteil der Szenen zu sehen ist, keinerlei Background hat und eigentlich überhaupt gar nichts, was der Figur Tiefe verleihen würde, folglich gnadenlos verheizt wird. Und das Pd Race, ja, das fand ich auf der großen Leinwand auch noch irgendwie mitreißend, aber es passt eigentlich nicht zu ‚Star Wars‘ und es ist – wie ich jetzt wieder bemerken durfte – wahnsinnig, wahnsinnig lang und dabei passiert im Grunde nicht wirklich irgendetwas.

      Und selbst Jar Jar hatte ich auch nicht SO nervig im Gedächtnis, aber „michse“ und „superheftig“ treiben mir doch schon die Galle hoch seit der erneuten Sichtung. Und ich bin Fanboy, ich habe es schon bei der Antwort auf bullions Kommentar dargelegt, ich LIEBE ‚Star Wars‘ und schreibe das alles mit dem gebotenen Respekt, aber nein, ‚Episode I‘ konnte mich so gar nicht verzaubern.

  • Hallo Wulf,
    ich oute mich mal und bin bekennende „Nicht-Star-Wars-Anhängerin“. Einzig der Teil 6 (also eigentlich 3 ohne Episode) hat mich angesprochen. Dem Imperium oder Jediwahn bin ich nie verfallen. Einzig die Gardarobe von Patne hat mich mehr als angsprochen und fand ich einfach atemberaubend. Anakin ist mir einfach zu sehr Heulsuse und überzeugte mich als Schauspieler einfach nicht (war auch so beim Film – Jumper).
    Jar Jar selbst fand ich sehr vertrottelt und nervte nach dem zweiten Satz.
    Mein Mann ist ein absoluter Fan und man kann sich vorstellen, dass er schon die Tage bis zum nächsten Film zählt. Gut das ich da nicht mit muss 😉
    LG Tanja

    • Hallo Tanja, oute dich ruhig, meine Freundin kannte ‚Star Wars‘ nicht einmal, daher auch der Marathon und sie wird nach eigener Aussage auch kein Fan mehr, was ich verstehen kann, wenn man nicht damit aufgewachsen und seit frühester Kindheit diese Faszination erlebt hat. Selbst mir brachte die Sichtung ja merklich Ernüchterung, wie man lesen kann.

      Aber stimmt, Padmes Outfits waren schon sehr einfalls- und abwechslungsreich, da kann man nix gegen sagen und dass mich Jar Jar genauso genervt hat wie dich, habe ich ja wohl auch deutlich gemacht.

      Ich muss aber auch zugeben, dass ich ebenfalls die Tage bis zum siebten Film zähle und wirklich hoffe, dass da wieder mehr Flair der ‚alten‘ Teile aufkommen wird, ganz los komme ich also von meiner Kindheits-Faszination auch nicht und werde – anders als dein Mann – meine Freundin auch gnadenlos mit ins Kino schleppen, wenn es so weit ist 😉

      LG, Wulf

      • Du bist aber hart zu deiner Freundin 😉 Ich schicke meine Tochter mit…die ist dem auch verfallen *gg* Es sollen ja noch einige Filme kommen und da mein Mann alle Bücher verschlungen hat (gefühlte 1000) ist er schon besonders gespannt darauf. LG

      • Nein nein, nur weil sie kein Fan (geworden) ist, haben ihr die Filme auch nicht nicht gefallen, von daher geht sie schon halbwegs freiwillig mit schätze ich.

        Das ist ja blöd für deinen Mann, die gefühlten 1.000 Bücher gelesen zu haben, die ja wohl überwiegend im Extended Universe angesiedelt waren/sind, was ja jetzt nicht mehr Canon ist seit der Übernahme durch Disney und die Ankündigung des neuen Films bzw. der neuen Filme…

      • Naja er meinte, Lucas wird schon achten, das es den Büchern zumindest nahe kommt, auch wenn jetzt Disney die Rechte hat, glaube ich nicht, das er es sich nehmen lässt oder vertraglich abgesichert hat. Keine Ahnung ehrlich gesagt, ist es mir ja auch egal. Ich hoffe nur für die Fans wird es nicht zu enttäuschend.

      • Okay, da kenne ich mich zu wenig aus, muss ich also auch passen, wobei ich meine, dass er eben kein Mitspracherecht besitzt, aber gut, nützt ja auch nichts, drüber zu spekulieren und dir als Nicht-Fan darf es ja sogar herzlich egal sein 😉

  • Deftiger Verriß, wahrscheinlich vollkommen gerechtfertigt – ist bei mir zu lange her, aber für die verschwindend geringe Qualität des Films spricht, dass ich ihn letztens mal auffrischen wollte, aber nach 20 Minuten abgebrochen habe, weil es mir alles mir wie eine hohle, glattgeleckte Schale ohne emotionalen Kern vorkam. Naja, vor EP VII muss ich da wohl noch mal durch :/

    • Ja, das habe ich ziemlich im Wahn runtergeschrieben, merkt man auch ein wenig, ich weiß, aber ich hätte halt am liebsten auch ausgemacht (was bei einem 6 Filme umfassenden Marathon während des ersten Films schon geringfügig blöd gewesen wäre…), wobei ich die ersten Minuten echt noch dachte „Okay, cool, eigentlich doch ganz atmosphärisch“, aber dann kamen die Franzosen, die Gungans, die Tiefseefische und vieles mehr, dann wurde es kurz besser und dann kam Blondie Anakin und ich wollte wieder abschalten, dann kam das Pod Race, ich ging rauchen, man sah kurz Darth Maul und plötzlich war der Film auch schon beinahe vorbei…

      Nunja, interessant wars, die Erinnerung aufzufrischen, aber schön sieht definitiv anders aus 😉

      • Ich habe letzten Herbst einen gemütlichen Urlaub in einem verlassenen dänischen Ferienhaus gemacht. Plan war, die STAR WARS DVDs einzupacken (alle 6) und gemütlich die Trilogie(n) durchzugucken. Am sinnvollsten erschien es mir natürlich, von EP. I bis EP. VI chronologisch vorzugehen. Aber wie gesagt, es hat mich gar nicht gepackt und war auch gar nicht recht gemütlich. Hab dann stattdessen EP. IV geguckt und war zufrieden :) Am besten hänge ich in den nächsten Wochen einfach EP. V und VI dran und gucke hinterher die Prequel-Trilogie – vielleicht verzeihe ich dann mehr, weil ich besser auf STAR WARS „eingegrooved“ bin? Ich vertraue da mal auf deine obigen Worte „es wird besser“ – an EP. II und III habe ich nämlich so gut wie gar keine Erinnerung mehr. Lediglich eine Basis auf nem Wasserplaneten (gibt es die?) und marschierende Droiden in einer Arena sind hängen geblieben 😀

      • Also mal sehen, nen Wasserplaneten gab es und auch Klonkrieger in einer Arena waren vorhanden, das wenige woran du dich erinnerst, ist also immerhin wirklich passiert 😉

        Wobei ich echt sagen muss, dass mir bei II und III doch durchaus ein paar mehr Dinge im Gedächtnis geblieben sind. Der Plan, erst die alten Filme und dann die neuen zu schauen könnte aufgehen, andererseits könntest du dir damit auch das Star Wars-Feeling recht schnell wieder kaputtmachen. Ich würde vielleicht einfach den ersten Teil komplett aussparen, denn alles danach ist wirklich nur noch… halb so schlimm.

  • Ich hatte viel, viel Spaß mit dem ersten Teil dieses Webcomics, Darth & Droids, basierend auf den Bildern des Films. Ich weiß nicht, ob er für Nicht-Rollenspieler funktioniert, aber es steckt unheimlich viel Star Wars-Wissen drin – und es erklärt so vieles – und ist somit nicht nur die lustigere, sondern deutlich rundere Story.

    -> http://darthsanddroids.net/episodes/0001.html

    Das ganze gibt es (zumindest über Episode I) auch auf Deutsch:

    -> http://darthsanddroids.net/episodes_de/0001_de.html

    • Danke Danke Danke!!!
      Kannte ich bisher überhaupt nicht und als zumindest ehemaliger Rollenspieler habe ich auf den ersten zwanzig Seiten schon Tränen gelacht! Großartig, nein, formidabel, nein, irgendein deutlich spektakuläreres Wort, wirklich genial! Hab jetzt auch nur Schluss gemacht, um dir a) zu danken und es mir b) einteilen zu können. Wirklich großartig!!!

      • Freut mich, wenn es gefällt. Auch im Begleittext steckt tolles drin, z.B. das Star Wars kein Papier zeigt, absichtlich. War mir nie bewusst. Das hat man wohl tatsächlich so geplant, um es futuristischer bzw. fremdartiger wirken zu lassen. Zumindest in der alten Trilogie sicher ein starkes Signal, in der neuen – zu Zeiten des papierlosen Büros vielleicht nicht mehr ganz so.

      • Ja, manches hab ich mir durchgelesen und vieles spannende stand drin, das stimmt. Aber ich werde mich bemühen, mir das wohldosiert zu Gemüte zu führen, um möglichst lang was davon zu haben 😀

  • Hatte ich dich nicht gewarnt? Ich sagte doch, sieh dir lieber die Original-Trilogie an und vergiss, dass es je 3 Teile weitere Teile gegeben hat. 😉

    Ich bin ja ganz froh, dass Mister Lucas keine Macht mehr über die kommenden Teile hat. Ich habe Vertrauen in J.J.

    Und nun ja, Teil 1 – 3 waren wirklich äußerst mäßig, wenngleich ich zumindest Liam mochte und natürlich Ewan, der einen immerhin ansehnlichen Obi Wan abgab.

    • Ja, hast du, aber wirklich die Wahl hatte ich nun einmal auch nicht und so schlecht gerade der erste Teil auch ist, gehört er halt mit dazu und immerhin haben mir Episode II und III schon merklich besser gefallen, wie man in den nächsten Wochen hier wird nachlesen können 😉

      Ich bin auch guter Dinge, was J.J. aus der Saga zu zaubern imstande ist.

  • mwj

    Danke Wulf für diese tolle Filmkritik! Du schreibst mir bei diesem Film
    völlig aus der Seele. Allerdings bei der Bewertung hätte ich den
    Fanbonus weggelassen. 3,5 Punkte sind IMO fast noch etwas zuviel. 😉

    Genial übrigens der Einfall mit der Zigarettenpause beim Pod-Rennen! Nur
    was soll man da als Nichtraucher machen? Kaffee kochen?!

    Wenn ich mich evtl. noch dieses Jahr an eine Besprechung der Star
    Wars-Filme mache, dann werde ich die weitgehend überflüssige
    Prequel-Trilogie weglassen. Ich war übrigens beim Kinostart von Ep.I
    1999 im Alter von 18 Jahren schon recht enttäuscht, auch wenn ich
    den Film damals noch als mittelmäßig wahrgenommen habe. Und
    natürlich wird man mit den Jahren kritischer. Ich schreibe seit über
    12 Jahren Filmkritiken und bin vor allem die letzten paar Jahre sehr
    viel kritischer geworden.

    • Bitte, gerne, es war mir ein Vergnügen! :-)

      Also erst einmal: Kaffee kochen kann nie verkehrt sein! Alternativ Toilettenpause, neues Bier holen, Mails checken, was weiß ich, das Pod-Rennen bietet sich dafür einfach an und ist erfreulicherweise auch noch ziemlich exakt in der Mitte des Films zu verorten, praktisch ohne Ende, keine Frage.

      Nunja, aber den Fan-Bonus konnte ich mir nicht verkneifen, auch weil 3,5 Punkte der bis dato schlechtesten Wertung, die ich hier je vergeben habe, entspricht und das kann ich ‚Star Wars‘ eben nicht antun, zumal man wissen muss, dass 1 Punkt für Daily Soaps und 2 Punkte für Sat 1-Fernsehfilme reserviert sind, 3 Punkte also schon die unterste Grenze darstellen, die man hier erwarten darf (weil ich natürlich niemals Daily Soaps oder Sat 1-Fernsehfilme rezensieren würde).

      Ja, enttäuscht war ich damals mit – jetzt muss ich überlegen – 13-14 Jahren auch schon, fand ihn aber eben auch noch bedeutend besser. Naja, damals sind mir die Zotigkeiten wohl sicher noch nicht so – oder zumindest nicht so negativ – aufgefallen. Aber okay, bis ich von mir behaupten kann, seit 12 Jahren Filmkritiken zu schreiben müssen ja immerhin noch 8 Jahre ins Land ziehen, dann kann ich ja zunächst mit meinen überwiegend euphorischen Besprechungen noch eine ganze Weile weitermachen, wenn auch dieser Verriss ganz schön Spaß gemacht hat, wie ich zugeben muss.

  • Pingback: Review: Star Wars: Episode II - Angriff der Klonkrieger (Film) | Medienjournal()

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