Review: American Horror Story: Coven | Staffel 3 (Serie)

Alles klar, dann arbeite ich mal weiter Altlasten ab und komme mit der nächsten, zu rezensierenden Serienstaffel ums Eck. Viel Spaß bei der Lektüre und bis morgen allerseits, wenn dieses Wochenende in die nächste Runde geht.

American Horror Story:
Coven
Staffel 3

American Horror Story, USA 2011- , ca. 43 Min. je Folge

American Horror Story: Coven | © Twentieth Century Fox
© Twentieth Century Fox

Serienschöpfer:
Ryan Murphy
Brad Falchuk
Showrunner:
Ryan Murphy
Brad Falchuk

Main-Cast:
Sarah Paulson (Cordelia Foxx)
Taissa Farmiga (Zoe Benson)
Frances Conroy (Myrtle Snow)
Evan Peters (Kyle Spencer)
Lily Rabe (Misty Day)
Emma Roberts (Madison Montgomery)
Denis O’Hare (Spalding)
Kathy Bates (Madame Delphine LaLaurie)
Jessica Lange (Fiona Goode)
in weiteren Rollen:
Angela Bassett (Marie Laveau)
Danny Huston (The Axeman)
Gabourey Sidibe (Queenie)
Jamie Brewer (Nan)
Josh Hamilton (Hank Foxx)
Patti LuPone (Joan Ramsey)
Alexander Dreymon (Luke Ramsey)
Lance Reddick (Papa Legba)
Stevie Nicks (Stevie Nicks)
Alexandra Breckenridge (Kaylee)
Mike Colter (David)

Genre:
Horror | Thriller | Drama

Trailer:

 

Szenenbild aus American Horror Story: Coven | © Twentieth Century Fox
© Twentieth Century Fox

Inhalt:

Als Teenager Zoe das erste Mal mit ihrem Freund schläft, endet das Stelldichein in einer Katastrophe, denn er stirbt an einer Hirnblutung und Zoe erfährt, dass sie von den Hexen von Salem abstammt. Kurzerhand wird sie zu einem Hexenzirkel nach New Orleans geschickt und gerät unter die Fittiche der kräuterkundigen Cordelia, die noch drei weitere Junghexen betreut. Alsbald aber erscheint Cordelias Mutter Fiona, die ihres Zeichens die Oberste des Zirkels ist und für gehörig Wirbel sorgt. Sie ist es auch, welche die lebendig begrabene Sadistin Delphine Lalaurie ausfindig macht und befreit, womit sie sich den Zorn der Voodoo-Hexe Marie Laveau zuzieht. Damit nicht genug, sorgt Madison – ebenfalls Mitglied des Zirkels – bei einer Studentenparty, die sie gemeinsam mit Zoe besucht, für einen folgenschweren Unfall, bei dem eine ganze Gruppe Jugendlicher zu Tode kommt. Das allerdings ist nur der Beginn einer Mär, die die zurückgezogen lebende Hexe Misty auf den Plan rufen, den Wettkampf um den Posten der nächsten Obersten lostreten und eine Schar Hexenjäger auf den Zirkel aufmerksam machen wird, während die Junghexen sich gegenseitig aufreiben und nicht nur ein der Geist eines wahnsinnigen Axtmörders sondern auch der Voodoo-Geist Papa Legba in weiterer Folge Fiona ihre Aufwartung machen…

Rezension:

Nach etwas längerer Abstinenz bin ich nun kürzlich endlich dazu gekommen, mich American Horror Story: Coven zu widmen, womit ich zwar immer noch haltlos hinterherhinke, aber doch zumindest guten Willen erkennen lasse, zumal es – wie ich feststellen durfte – bei derartig gelagerten Serien, deren Geschichten in jeweils einer Staffel abgehandelt und die für sich genommen in sich abgeschlossen sind nicht annähernd so dramatisch ist, wenn man sich nicht auf der Höhe der Zeit befindet, weil die Spoiler-Gefahr um einiges geringer, ja beinahe nicht vorhanden ist. Nun soll es ja aber um die Staffel an sich gehen und leider muss ich auch hier wieder sagen, dass der dritte Aufguss des Horror-Themas nach extrem vielversprechendem Einstieg mit jeder weiteren Folge immer mehr überfrachtet wirkt und keinen klaren Konsens hinsichtlich des Themas zu erreichen scheint, wenngleich die Themen an sich natürlich allesamt artverwandt sind zu der Hexen-Akademie in New Orleans, um die es originär und zuvorderst gehen soll.

Szenenbild aus American Horror Story: Coven | © Twentieth Century Fox
© Twentieth Century Fox

So steht am Anfang wie gesagt dieser Hort der Zuflucht und der Ausbildung im Zentrum des Geschehens und die bereits aus der ersten Staffel bekannte Taissa Farmiga fungiert hier zunächst in ihrer Rolle als unbedarfter Neuankömmling als Identifikationsfigur, was aber im Laufe der Staffel mehr und mehr verwässert, derweil sich der Fokus quasi abwechselnd in Richtung der von Sarah Paulson verkörperten Cordelia Foxx oder der von Jessica Lange gespielten Fiona Goode verlagert, doch gibt es ja bereits ab der ersten Folge auch den Subplot um Kathy Bates, die hier in die Rolle der historisch belegten Madame Delphine LaLaurie schlüpft, die für die Folterung und Tötung zahlloser Sklaven grausige Berühmtheit erlangte und hier nicht etwa Mitte des 19. Jahrhunderts gestorben ist, sondern als Unsterbliche in unserer Zeit von Fiona befreit und ebenfalls zur Hexenakademie gebracht wird. Dieser Part der Erzählung ist und bleibt auch einige Folgen lang spannend, doch kommen in dem Moment, wo man mit Bates‘ Figur scheinbar nur noch wenig anzufangen weiß, auch erst die eigentlichen Probleme der Staffel ins Rollen.

Denn nicht damit genug, eine unsterbliche Serienmörderin auf eine Schar junger und unerfahrener Hexen zu hetzen, trachtet einerseits Fiona nach einem Verjüngungselixier, um nicht den Posten der Obersten abgeben zu müssen, da ihre Kräfte zu schwinden beginnen, derweil die Suche nach der nächsten Obersten bereits begonnen hat, kommt nebenbei noch ein Plot zum Tragen, der Frankenstein zur Ehre gereicht hätte, würde er nicht alle paar Folgen lang zugunsten wichtigerer Ereignisse fallen gelassen werden, derweil es nur eine Frage der Zeit zu sein scheint, bis auch – wir befinden uns schließlich in New Orleans – Voodoo-Priesterinnen Teil der Erzählung werden und – es geht schließlich um Hexen – unerbittliche Hexen-Jäger. Das alles wäre aber gar nicht mal weiter tragisch und in einer immerhin dreizehnteiligen Staffel sicherlich sinn- und stilvoll zu verpacken, doch habe ich ja noch gar nicht den von Danny Huston (Big Eyes) verkörperten Axtmann erwähnt, der in – wer hätte es geahnt – der Folge Der Axtmann kommt (3.06) in Erscheinung tritt, während auch Stevie Nicks als Stevie Nicks noch eine Rolle spielen wird, ebenso wie Papa Legba und die in den Sümpfen lebende Misty Day, der Lily Rabe Körper und Stimme leiht.

Szenenbild aus American Horror Story: Coven | © Twentieth Century Fox
© Twentieth Century Fox

Was mich hier aber richtiggehend gestört hat, ist die immer diffuser werdende Ausgestaltung der Fähigkeiten der Hexen, denn ohne übertreiben zu wollen, sterben hier am laufenden Band wichtige Figuren unterschiedlicher Plots, nur um einige Folgen entweder quicklebendig wieder zurückzukehren oder von jemand anders wiederbelebt zu werden, was dem Reigen in seiner Gänze eine Beliebigkeit verleiht, die nicht gerade Spannung zu erzeugen weiß, denn irgendwann fühlte ich mich nur noch zum Schulterzucken verleitet, wenn jemand verstümmelt oder getötet wurde, weil ich so bei mir dachte, dass die Magie es entweder schon richten würde und wenn nicht, dann nur darum, dass man mit der Figur nichts mehr anzufangen weiß. Sorry, aber gelungenes Storytelling geht meines Erachtens nach anders. Nun ist American Horror Story: Coven mitnichten eine schlechte Serienstaffel und ich jammere sicherlich auf einem gewissen Niveau, doch nachdem mir bereits Asylum thematisch zu überladen gewirkt hat, schlägt das Treiben hier dem Fass den Boden aus, zumal ich noch längst nicht alles erwähnt habe, was man hier wie nebenbei abzuhandeln versucht, andererseits aber eben auch über Folgen hinweg ruhen lässt, bis man schon meint, die Figur wäre kommentarlos aus dem Skript geschrieben worden, nur um ihr ausgerechnet dann erneut über den Weg zu laufen.

Szenenbild aus American Horror Story: Coven | © Twentieth Century Fox
© Twentieth Century Fox

Davon abgesehen ist neben Kathy Bates auch Emma Roberts (Nerve) ein vielversprechender Neuzugang im Cast von American Horror Story und spielt vor allem einmal eine erfrischend "bitchy" Rolle als unausstehliches Miststück, derweil man von den hinlänglich bekannten Akteuren nichts Negatives sagen kann, denn es war hier wirklich vorrangig der überfrachtete Plot, der es mir ein wenig verleidet hat, die Serie auch in ihrem dritten Jahr großartig und unumwunden sehenswert zu finden, doch könnte sich das ja schon mit der nächsten Jahresstaffel Freak Show wieder ändern. Zumindest hoffe ich darauf, denn tendenziell mag ich die Serie und ihren Ansatz ja sehr gerne, nur hier war es mir einfach etwas zu viel des Guten, wenn man sich allein besieht, in wie vielen Rollen beispielsweise Evan Peters nicht zu sehen ist, obwohl einem in der ersten Folge Bitchcraft (3.01) beziehungsweise der sich anschließenden Episode Der perfekte Freund (3.02) suggeriert wird, er wäre Teil eines großen, die Staffel überspannenden Plots, was in Ansätzen natürlich auch stimmt, mit der Einschränkung, dass dieser allenthalben zugunsten wichtigerer Ereignisse ein ums andere Mal in den Hintergrund rückt.

Fazit & Wertung:

In ihrem dritten Jahr widmet sich die diesmal als American Horror Story: Coven betitelte Staffel dem Hexenhandwerk, doch statt einen klaren Fokus zu finden verzettelt sie sich in allerhand Nebenhandlungen und damit einhergehend immer neuen Charakteren, die jeweils ihre eigenen Ziele verfolgen. Was aber durchaus zur Diversifikation des Geschehens beitragen könnte, wirkt hier leider des Öfteren so, als hätte man Füllmaterial zusammengeklaubt, um auch wirklich dreizehn Episoden mit Inhalt füllen zu können. Darstellerisch und inszenatorisch ist an der Staffel nichts auszusetzen, doch dramaturgisch wäre hier weniger deutlich mehr gewesen.

7,5 von 10 Hexen-Zaubersprüchen

American Horror Story: Coven | Staffel 3

  • Hexen-Zaubersprüche - 7.5/10
    7.5/10

Fazit & Wertung:

In ihrem dritten Jahr widmet sich die diesmal als American Horror Story: Coven betitelte Staffel dem Hexenhandwerk, doch statt einen klaren Fokus zu finden verzettelt sie sich in allerhand Nebenhandlungen und damit einhergehend immer neuen Charakteren, die jeweils ihre eigenen Ziele verfolgen. Was aber durchaus zur Diversifikation des Geschehens beitragen könnte, wirkt hier leider des Öfteren so, als hätte man Füllmaterial zusammengeklaubt, um auch wirklich dreizehn Episoden mit Inhalt füllen zu können. Darstellerisch und inszenatorisch ist an der Staffel nichts auszusetzen, doch dramaturgisch wäre hier weniger deutlich mehr gewesen.

7.5/10
Leser-Wertung 7/10 (1 Stimme)
Sende

Episodenübersicht: Staffel 3

01. Bitchcraft (8/10)
02. Der perfekte Freund (7,5/10)
03. Die Nachfolgerin (8/10)
04. Die Toten werden auferstehen (8/10)
05. Brenn, Hexe, brenn! (8/10)
06. Der Axtmann kommt (7,5/10)
07. Die Toten (7,5/10)
08. Das Heilige Opfer (7,5/10)
09. Der Kopf (8/10)
10. Die magischen Freuden von Stevie Nicks (7,5/10)
11. Beschützt den Zirkel (7,5/10)
12. Fahr zur Hölle (7,5/10)
13. Die Sieben Wunder (7/10)

 

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American Horror Story: Coven | Staffel 3 ist am 26.02.15 auf DVD und Blu-ray im Vertrieb von Twentieth Century Fox erschienen. Hat der Artikel euer Interesse geweckt, dann bestellt doch über einen der Links und unterstützt damit das Medienjournal!

DVD:

Blu-ray:

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